Bestattung ohne kopf

Hallo ihr alle,

Anfang des 20. Jahrhunderts wurde bei uns in der Gegend in einem Keller unterhalb der Hauskapelle eine bestattete Leiche gefunden, deren Kopf abgetrennt und durch einen runden Stein ersetzt worden war.

Kann mir jemand sagen, was das zu bedeuten haben könnte?

Über das Alter der Leiche weiß ich leider nichts…

Grüßle,
Melanie.

Hallo Meli,
Du machst keinerlei Angaben über das Alter des Grabes. Wenn es aus christlicher Zeit stammt (was dem Ort nach anzunehmen ist), dann ist ein religiöser Grund für das Fehlen des Kopfes auszuschließen (daher die Verschiebung hierher).

Ein denkbarer Grund wäre eine nachträgliche Umbettung, wobei der Kopf entweder verloren ging oder als Souvenir / Forschungsobjekt für Phrenologen / Reliquie oder was auch immer zurückbehalten wurde. Dass es sich um ein Hinrichtungsopfer handelt, ist angesichts des Bestattungsortes eher unwahrscheinlich. Möglicherweise ging der Kopf auch bei einem Unfall ‚verloren‘.

Bei näherem Hinsehen - Du schreibst ja auch nicht ausdrücklich von einem Grab (Grabplatte? Sargreste? Grabbeigaben?). Möglicherweise ein Verbrechensopfer, das verscharrt wurde und dessen Kopf zur Erschwerung der Identifikation anderweitig ‚entsorgt‘ wurde? (Grusel)

Jedenfalls musst Du für eine vernünftige Antwort schon ein wenig mehr Informationen liefern …

Freundliche Grüße,
Ralf

Hallo Ralf,

leider habe ich keinerlei genaueren Angaben - ich habe das in einem kurzen Geschichtsabriss über unser Schloss gelesen.

Hätte ja auch was furchtbar Gruseliges sein können mit dem Stein als Kopf ;o) Es heißt nämlich, dass der kopflose Ritter (keine Ahnung, ob das wirklich ein Ritter war) hier noch herum spukt.

Dir aber vielen Dank für Deine ausführliche Antwort.
Das hat mir schon ein Stück weiter geholfen. Vielleicht finde ich ja noch was zu dem Thema, wenn ich die Archivordner bekomme --> Dann belästige ich das Geschichtsbrett einfach nochmal.

Liebe Grüße,
Meli.

Holla.

Kann mir jemand sagen, was das zu bedeuten haben könnte?

Die einfachste Erklärung ist, dass es sich um jemanden handelte, der wohnsitzlos und ohne Angehörige starb und daraufhin verscharrt wurde. Den Schädel hat sich dann vermutlich ein Mediziner, Student oder Calvaliebhaber unter den Nagel gerissen - Dr. Zook hat seinen ersten Patienten ja auch auf dem Schrank stehen …

Genauso gut kann es sein, dass irgendwo an einem Kreuzweg ein Selbstmörder oder „Ehrloser“ nicht gründlich verbuddelt ward, irgendwann zu Tage trat und man das, was noch überitz war, dann unter der Kapelle platzor. Zum Verbleib des Schädels: siehe vor …

Oder man hat den Kopflosen in grauer Vorzeit entrübt und seinen Nüschel auf einen Pfosten genagelt.

Oder einige Zeit nach den Kreuzzügen wurden die Schädel von Johannes dem STäufer knapp …

Gruß Eillicht zu Vensre

leider habe ich keinerlei genaueren Angaben - ich habe das in
einem kurzen Geschichtsabriss über unser Schloss gelesen.

Tach Meli,

mindestens eine genauere Angabe hättest Du machen können: nämlich die, um welches Schloss es sich handelt!
Ins Blaue hinein zu raten ist immer misslich; hätte man hingegen einen lokalen Anhaltspunkt, wäre schon sehr viel mehr auszuschließen, z.B. die Vermtunung, dass es sich um einen enthaupteten Seeräuber handelt.
Und die Ortsangabe auf Deinen Visitenkarte - zwischen Bayreuth und Kulmbach - hilft auch nicht wirklich weiter.

Gruß - Rolf

Auch eine Theorie: Es handelt sich um eine Legende. Wenn dies in einem Geschichtsabriss über das Schloss steht, würde ich erst erforschen, was man an Tatsachen von der Sache wirklich weiss. Vielleicht bei der Schlossverwaltung nachfragen.

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