Habe heute eine Rechnung für eine anonyme Feuerbestattung bekommen. Eigentlich
stösst mir die ganze Rechnung sauer auf, besonders, dass sie zufällig fast auf
den Cent genau der Summe des Vermögens auf dem Sparbuch entspricht.
Zwei Punkte, die besonders fragwürdig erscheinen:
Erledigung Behördenformalitäten pauschal 255 Euro
Transport des Sarges vom Krankenhaus zur Leichenhalle 285 Euro
Zu 1) das ist überhöht, ich kann den Aufwand von früher her abschätzten, da ich
mal bei der Friedhofsverwaltung gelernt hatte, ist aber lange her
Zu 2) Das ist eine reine Fahrzeit von ca. 30 Minuten maximal, plus Sarg holen
und ausladen, höchsten 1 Stunde. 2 Mann, 30 Euro pro Stunde, ergibt 60 Euro.
Plus PKW-Stunde: da komme ich auf höchstens 120 Euro.
Hat es Sinn, dagegen anzugehen ? Die Gebühren sind ja öffentlich, und die
Fahrstrecke kann man nachmessen.
Ich meine, der Bestatter soll ja auch was verdienen, aber gleich 100 %
Aufschlag ?
Hat es Sinn, dagegen anzugehen ? Die Gebühren sind ja
öffentlich, und die
Fahrstrecke kann man nachmessen.
Es macht grundsätzlich immer Sinn gegen eine Rechnung anzugehen.
Die versteckte Frage (willst Du das wirklich?) musst du mit Dir selbst ausmachen und beantworten.
Ich meine, der Bestatter soll ja auch was verdienen, aber
gleich 100 % Aufschlag ?
Warum soll ausgerechnet ein Bestatter nicht versuchen die Leute „über den Tisch zu ziehen“? Nur wegen der sogeannten „Pietät“? Komm, Andreas, der Bestatter ist auch Kaufmann.
Hat jemand Erfahrung damit ?
Aber klar doch. Die Sache scheiterte letztendlich an der Witwe (die gute Frau ist über 80 und die Leute dieses Alters streiten aus Prinzip nicht mt dem „Totengräber“, denn da bränge Unglück)…
das Sparbuch war so ziemlich das einzige Vermögen, darüber hatte ich aber keine
Vollmacht. Darauf hin sagte mir der Bestatter, dass das kein Problem ist, es
sei gesetzlich so geregelt, dass er auf jeden Fall an das Geld auf dem Sparbuch
ran kommt. Was ja auch geklappt hat.
Gruss
Andreas
[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]
Ja, jetzt gerade. Nach dieser Erfahrung vermute ich, daß Du der Traumkunde jedes Bestatters bist. Natürlich wurde Dir mit Trauermine die Erledigung aller Formalitäten nahe gelegt. Ist ja auch so wahnsinnig kompliziert… Vermutlich wurde Dir (wie meinen beiden Geschwistern und mir) ein Fotoalbum präsentiert, damit Du die Art des Blumenschmucks aussuchen kannst usw. Natürlich bestellt der Bestatter den Blumenschmuck auch bloß in der nächsten Gärtnerei - und schlägt wie jeder ordentliche Kaufmann 100% drauf. Schließlich kann der Mann von durchlaufenden Posten nicht leben. Das gilt in gleicher Weise für alles andere von Grußkarten bis zum Zeitungsinserat.
Die Formalitäten sind im Grunde simpel. Totenschein vom Krankenhaus bzw. vom Doc, der den Tod feststellte, Sterbeurkunde vom Rathaus. Unterlagen sichten. Was existierte an Daueraufträgen, Telekom, Strom, Gas… was gabs an Versicherungen… RV und KV benachrichtigen, ggfs Auto abmelden, um den Mietvertrag kümmern. Forderungen und Verbindlichkeiten auflisten, Überblick, ob der Nachlaß überschuldet ist… Gibts ein Testament? Erbschein besorgen.
Es gibt bestimmt komplizierte Fälle, aber im Regelfall kann man das bißchen Schriftverkehr nach Sichtung der Unterlagen im Haushalt des Verstorbenen und sofern gewünscht die gesamte Organisation drumherum selbst machen. Der Bestatter wird dann angefressen reagieren und seine säuerliche Mine ist dann gewiß echt, aber man verhindert den sich sonst anbietenden Rollgriff.
So, nun weißt Du, wie der Hase auf Deiner eigenen Beerdigung zu laufen hat .
also, auch wenn es sich blöd anhört, der Bestatter bezog sich auf
Grundsatzurteile und gesetzliche Bestimmungen, nach denen es möglich ist, dass
er auf jeden Fall an sein Geld kommt.
Im Nachhinein eine merkwürdige Behauptung, aber die Bank hat ihm ja auch ohne
Vollmacht das Geld vom Sparbuch ausgehändigt.
Ich möchte mich noch bei allen bedanken, die geantwortet haben. Jetzt weiss ich
besser, wie diese Leute einen über den Tisch ziehen. Wenn ich jetzt noch hier
schreiben würde, wie wenig der wirklich gemacht hat, ich müsste schamrot
werden.
Hallo Andreas,
leider kommt dieser Rat etwas später, aber nicht zu spät für alle Lebenden. Plastination in Verbindung mit Organspende wäre völlig kostenlos gewesen.
Noch ein langes Leben in Frieden
Franz
besonders, dass sie zufällig fast auf
den Cent genau der Summe des Vermögens auf dem Sparbuch
entspricht.
Woher kennt der Bestatter das Vermögen auf dem Sparbuch??
Gruß
Falke
Hallo,
das Sparbuch war so ziemlich das einzige Vermögen, darüber
hatte ich aber keine
Vollmacht. Darauf hin sagte mir der Bestatter, dass das kein
Problem ist, es
sei gesetzlich so geregelt, dass er auf jeden Fall an das Geld
auf dem Sparbuch
ran kommt. Was ja auch geklappt hat.