Bestattungspflicht in Deutschland

Hallo,

es gibt ja viele Länder, da besteht, anders als in Deutschland, keine Bestattungspflicht für Urnen. Die kann man sich ins Bücherregal stellen, im Garten ausgießen, oder sonst was mit machen.

Wenn nun jemand in einem solchen Land stirbt, und sein Partner nimmt die Urne im Fluggepäck mit nach Deutschland: Was passiert, wenn der Zoll bei einer Stichproben-Kontrolle zufällig darauf stößt? Oder, nachdem sie im Bücherregal steht, verpfeift einen ein Nachbar?

Kommt dann die Polizei, nimmt sie einem weg, und dann muss sie doch teuer beerdigt werden?

Grüße
Carsten

Hi,

hierzu mal von der Website der deutschen Vertretungen in den USA: [http://www.germany.info/Vertretung/usa/de/05\_\_Dienst…](http://www.germany.info/Vertretung/usa/de/05 Dienstleistungen/03 Familie/Sterbefaelle.html)

„(…) Es ist in Deutschland generell nicht erlaubt, Verstorbene oder Urnen mit der Asche Verstorbener ohne Mitwirkung eines Bestattungsunternehmens zu befördern. Als Empfänger kann daher nur ein Bestattungsunternehmen (städtisch oder private Pietät) fungieren.(…)“

Also ist der Transport nach Deutschland erstmal unproblematisch, aber der Transport IN Deutschland wird dann zum Problem. Somit würde der Zoll fragen wer der Empfänger ist und sich mit der Antwort „Mein Bücherregal im Wohnzimmer“ nicht zufrieden geben.

Gruss
K

Hallo,

es gibt ja viele Länder, da besteht, anders als in Deutschland, keine Bestattungspflicht für Urnen. Die kann man sich ins Bücherregal stellen, im Garten ausgießen, oder sonst was mit machen.

Diese Barbaren, das kostet doch in diesen Ländern sicher eine Menge Arbeitsplätze.

Wenn nun jemand in einem solchen Land stirbt, und sein Partner nimmt die Urne im Fluggepäck mit nach Deutschland: Was passiert, wenn der Zoll bei einer Stichproben-Kontrolle zufällig darauf stößt?

Die werden fragen was das ist.

Oder, nachdem sie im Bücherregal steht, verpfeift einen ein Nachbar?

Der muss auch erstmal beweisen können, das dem so ist.

Kommt dann die Polizei, nimmt sie einem weg, und dann muss sie doch teuer beerdigt werden?

Wer da kommt, darauf will ich mich gar nicht festlegen. Die Urne wird dann eben beschlagnahmt und zwangsbestattet, so es denn eine im Sinne des Gesetzes ist.
An der Stelle versuchen einige findige Leute anzusetzen, denn natürlich muss es sich auch um eine bestattungspflichtige Urne handeln. Kippt man beispielsweise die Asche in die Kaffedose oder entfernt den nummerierten Schamottstein, dann ist für die Behörden eine Kontrolle nicht mehr möglich.
Sowas bliebe freilich immer noch eine Ordnungswidrigkeit oder meinetwegen auch eien Straftat, aber die Beweisführung für die Behörden wird schwieriger. Alles in allem eine Frage der Abwägung.

Grüße

darf ich mich mal reinhängen ?

Wenn die verstorbene Person in einem Seniorenheim verstorben ist,

muss die dann im Urnenfalle unbedingt in der Sterbegemeinde (also die, zu der das Seniorenheim

gehört) beerdigt werden ?

Angenommen, man möchte die Urne am eigenen, oft weiter entfernten Ort, beisetzen (lassen ?)

oder kann man die sogar nach Hause mitnehmen (wie oft in Filmen dargestellt) ?

Bei mir wäre die Entfernung 700km !

Es ist überhaupt kein Problem, die Urne als auch bereits den Leichnam beliebig durch ein Bestattungsunternehmen transportieren und an einem anderen Ort bestatten zu lassen. Ist etwas Papierkram, aber Überführungen sind für Bestatter alltägliche Vorgänge.

Für den Transport des Leichnams muss ein spezielles Fahrzeug eingesetzt werden. Urnen werden durchaus auch als Paket verschickt. Aufgrund der Bestattungspflicht bekommt man diese aber nicht als Privatmensch zugestellt, sondern geht die immer an einen Bestatter.

Ein grenzwertig seriöses Verfahren ist es, ein Krematorium im Ausland zu beauftragen, das dann bereit ist, die Urne auch an eine Privatadresse zu senden. Mit der Überführung des Leichnams ins Ausland endet die Spur der deutschen Bestattungspflicht. D.h. der weitere Verbleib der Urne …

Ja, allerdings dürfte es günstiger sein, wenn die Einäscherung „vor Ort“ gemacht wird und anschließend die Urne verschickt wird, als wenn der Leichnam quer durch die Republik transportiert wird.

Danke für Eure Tipps !

Tja, da hat die Bestattungsbranche irgendwann über den Gesetzgeber für Umsatz gesorgt..

das sind Nicht nur „Umweltgründe“..:laughing:

Dann klappt aber die Geschichte mit der Kremierung im Ausland nicht, falls man daran Interesse hat.

Sagen wir es so: Jedes Ding hat zwei Seiten. Einerseits wissen Bestatter schon gute Geschäfte mit Menschen zu machen, deren Gefühlswelt gerade in den Kniekehlen hängt. Andererseits finde ich gewisse Vorgaben, die sicherstellen, dass würdevoll und angemessen mit Verstorbenen umgegangen wird schon wichtig und richtig. Z.B. möchte vermutlich niemand, dass bei einer Überführung eines Leichnams dann Sekrete aus einem hierfür nicht geeigneten Fahrzeug tropfen, oder sich Asche ungeplant aus einer nicht ausreichend dichten Urne verteilt (das ist nur bei The Big Lebowski lustig). Auch Bestattungen in hierfür ungeeigneten Böden haben vielfach zu sehr unappetitlichen und umwelt- und gesundheitsgefährdenden Situationen geführt.

So manche auf den ersten Blick pragmatische und kostengünstige Lösung erweist sich dann doch bei näherem Hinsehen als nicht ganz so durchdacht. Da sind von Profis gesetzte Standards dann doch vielfach zu bevorzugen.

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Das war die Frage von 2014, aktuell war eigentlich nur die Frage

und da ging ich davon aus, dass es innerhalb Deutschlands ist.

Bedank dich bei der DHL, die letztes YJahr den Urnentransport eingestellt hat. Zugelassene Dienstleister findet man aber mit einer eifachrn Suche im Netz.