Hab mir erst vorletzte Woche 3-4 Stück mitgenommen.
So oft esse ich aber nicht Pesto, da wirklich gutes Pesto tatsächlich nicht so günstig ist und schnell mal 3,50 € für ein knapp 200-g-Glas kostet.
Meist nehme ich aber Pesto das Olivenöl statt Sonnenblumenöl enthält, da meines Wissens nach Sonnenblumenöl qualitativ schlechter und ungesünder sein soll als Olivenöl.
Aber mit Vollkornnudeln ist es eines der besten Nudelgerichte, dazu noch etwas Parmesan.
Das zweitbeste Nudelgericht wäre Bolognese, was sich tatsächlich mit dem ersten Platz teilt, wären Nudeln mit Bolognese.
Einfach eine frische Bolognese mit frischem Rinderhack, Tomaten, Gewürzen und einem Schuss Knoblauchpulver oder wahlweise frischem Knoblauch.
Dazu geriebenen Käse …
Das drittbeste wäre
Lasagne.
Eines, was ich im Vergleich zu den beiden anderen am seltensten esse und das ich das letzte Mal wahrscheinlich vor 7-8 Monaten aß, liegt wahrscheinlich daran, dass Bolognese und Pesto zu 80-90 % eine Beilage sein werden, wenn ich Nudeln mache.
in Sachen Pasta gibt es für mich als absoluten Favoriten “Spaghetti Carbonara”. Aber ohne Sahne und mit hochwertigen Zutaten. Das muss zB als Speck nicht unbedingt Pancetto, sondern kann auch eine gute “Schmalseite” aus dem Schwarzwald sein. Aber bitte nicht diese fertig gewürfelten Geschmacksruinen aus den Kühlregalen der Supermärkte mit Nullaroma und gummiartiger Konsistenz nach dem Anbraten.
Und natürlich gehört dazu dann ein Pecorino romano am Stück und dann frisch gerieben. Parmiggiano hat in der Carbonara nichts zu suchen
Ich finde, dass die Geschichte der Spaghetti alla Carbonara in jedes Marketinghandbuch gehört.
Der Umstand, dass es die Italiener geschafft haben, aus einer gerade mal etwas über 80 Jahre alten „Fusion“ aus Frühstück aus amerikanischen Soldatenrationen mit Resten aus der Speisekammer ein Nationalgericht zu machen, das sogar einen eigenen Eintrag in der Datenbank der Akademie für italienische Küche bekommen hat und bei dem schon die Diskussion über die Frage, ob man statt Guancale vielleicht doch noch Pancetta nehmen darf, Familien entzweien kann, ist höchst bemerkenswert.
das Ausgangsgericht war wohl schon US-amerikanische “Hausmannskost”. Italiener haben es halt verfeinert durch qualitätvolle Zutaten und dann in ihre Küche übernommen - ein uralter Vorgang in der kulinarischen Historie. Und aus einer Kombination von einfachen, traditionellen Zutaten und relativ einfacher Zubereitung entstand dann halt ein nachhaltiger Erfolg.
Ich war schon ein paarmal in den USA und habe da durchaus einige Mahlzeiten zu mir genommen, aber ein Gericht, das aus Eipulver und Speck bestand, ist mir tatsächlich nicht untergekommen. Vielleicht ist das aber auch eine lokale Spezialität einer Gegend, in der ich noch nicht war. Die Einschätzung, dass es sich bei Pasta und Käse und „qualitätvolle“ Zutaten handelt, würde ich so ohne weiteres auch nicht teilen wollen.
Der Punkt, auf den ich hinauswollte, ist aber der, dass es den Italienern gelungen ist, eine sehr neue „Kreation“ als Nationalgericht zu etablieren und dass es tatsächlich Menschen gibt, die der Ansicht sind, dass dieses Gericht nur auf eine Art und Weise zubereitet werden kann und jede Abweichung von der „eigentlichen“ Rezeptur, mehr oder weniger Blasphemie ist. Besonders lustig ist der Umstand, dass sich da besonders auf eine der Zutaten kapriziert wird, die von den Amerikanern beigesteuert wurde (nämlich den Speck). Guanciale, der es heute ja unbedingt sein muss, kam nämlich erst im Zuge der „Evolution“ des Gerichtes ins Spiel.
Ich gönne den Italienern durchaus die Urheberschaft für Pizza, Pasta, Amarone della Valpolicella und vieles andere, das sie erfunden haben oder nur erfolgreich als ihre Erfindung verkaufen konnten und nun als nationale Errungenschaft und Teil des kulturellen Erbes gilt, aber bei Spaghetti alla Carbonara geht mir das tatsächlich ein bisschen zu weit. Eine Einschätzung, die man natürlich nicht teilen muss.
Wir haben hier übrigens ein italienisches Restaurant, das nicht nur einer Italienerin gehört, sondern in dem auch italienische Köche kochen (ja, so etwas gibt es tatsächlich noch) und dort ist die Standardcarbaonara die mit Sahne und Speck. Die Begründung dafür lautete, dass die Leute das hier so erwarten und man eine „echte“ Carbonare schon extra als solche bestellen muss.
Wir waren letztens in einem italienischen Restaurant, wo auf meine Bestellung einer “Carbonara” hin extra betont wurde, dass es sich hier um die traditionelle Zubereitung mit Ei handele und ob ich das wirklich so wolle . Ich glaube, die Interpretation mit Sahne und Schinken/Speck ist eine deutsche, oder?
Jein. Die Carbonara durchlief auch in Italien eine Sahne-Phase (so in den 60ern und 70ern), was die Sache mit dem angeblichen Nationalgericht und den Aufschrei, wenn ein Italiener Carbonara mit Sahne vorgesetzt bekommt, noch ein bisschen alberner macht.
Der Schinken ist allerdings eine Erfindung der Deutschen und Franzosen, weil Guanciale da schlichtweg nicht oder kaum zu bekommen war. Warum man nicht darauf kam, normalen Speck mit ein paar Kräutern zu vermischen, ist mir allerdings unklar. Das wäre zumindest näher am Original als ausgerechnet Schinken.
kann ich Dir nicht folgen. Denn auch bei “einfachen” Lebensmittel kann es große Qualitäts- und Geschmacksunterschiede geben - je nach verwendeten Grundzutaten und Herstellungsmethode.
Ich weiß ja jetzt nicht so genau ob man Wasserspatzen als (deutsche) Pesto bezeichnen kann, aber da geht für mich persönlich nix drüber. Egal mit was daran. Und nein, ein Lieblingsgericht hat eben nicht jeder. Zumindest ich nicht. Es kommt ganz auf die persönliche Verfassung des Tages an.