Mein Freund und ich leben ab dem nächsten Monat in einer 68 qm Wohnung ohne Balkon und im 3. Stock! Wir hatten bis jetzt beide noch keine eigene Katze. Da dies natürlich nicht geeignet ist für einen Freigänger, möchten wir nun zwei reine Wohnungskatzen haben, damit sie sich miteinander beschäftigen können. Wir sind beide berufstätig. Was meint Ihr? reichen 68 qm aus? oder ist das zu eng für zwei jugendliche Katzen oder vielleicht sogar Kitten wenn sie von Anfang an ca. 8 Stunden am Tag allein sind? Wir werden uns zwar mind. 1 Woche Urlaub nehmen am Anfang, aber reicht das aus um sich einzuleben?
Was habt ihr für Erfahrungen gemacht, was die Möbel angeht? Ein paar Kratzspuren und Haare sind nicht schlimm und ganz normal, denk ich, aber haben sie euch z.B. schon mal ein Sofa ganz zerrupft aus langeweile oder weil sie sich eingeengt fühlten? Man ließt im Netz so viel, was die Minitiger tun können, aber wie hoch ist die Gefahr wirklich, dass sie die ganze Wohnung auseinandernnehmen, während wir weg sind? Oder dramatisieren manche Leute es eingfach ein wenig?
die Wohnungsgröße reicht für 2 Katzen aus. Ob es unbedingt Katzenwelpen sein müssen? Ich finde nein, aber werde Euch vermutlich nicht davon abbringen können.
Inwieweit es zu Zerstörungswut kommt, hängt vom individuellen Katzentemperament ab. Bei Jungtieren ist die Gefahr deutlich größer, bei erwachsenen Tieren ist der Charakter gefestigt und man kann besser abschätzen, wie sie drauf sind. Ich habe vom scheintoten Langschläfer bis hin zum praktisch tollwütigen Horrorviech (Jungkater räumte gesamte Schrankwand ab und riß aufgehängte Lautsprecher von der Wand) schon alles erlebt.
Junge Katzen gehen eigentlich grundsätzlich überall dran, untersuchen alles, spielen mit allem, benagen alles, werfen alles runter. Es liegt also an Euch, die Wohnung katzensicher zu machen und attraktive Kratzgelegenheiten anzubieten. Ich empfehle in diesem Falle, die Katzen nicht vom Bauernhof zu holen, im Hause geborene und aufgezogene Welpen sind oft etwas gesetzter im Temperament als Welpen von halbwilden Außen-Katzen.
Es gibt durchaus das Risiko von Kratzspuren (gern an der Tapete). Besonders bei jungen Katzen und besonders, weil Ihr nicht zuhause sein werdet, um es zu verhindern. Das Risiko für gelegentliches Fremdkratzen sehe ich bei 100%, das Risiko eine Katze zu erwischen, die massiv an die Möbel geht ca. bei 5-10%. Je attraktiver die erlaubten Kratzgelegenheiten sind, desto besser.
Flecken auf dem evtl. vorhandenen Teppich (Haarball, Erbrechen, Durchfall …) werden mit 100%iger Sicherheit auftreten. An andauernder, massiver Unsauberkeit bei Jungtieren ist man i.d.R. selbst schuld, da also auf jeden Fall vorbeugen durch ausreichend Katzenklos mit dicker Streueinlage, immer hübsch sauber, an ruhigem Ort … siehe auch FAQs.
Bei Interesse an Katzen aus dem Tierschutz bitte ich um eine Email.
aus Deinen Fragen schließe ich, daß Ihr noch keine Erfahrung mit Katzenhaltung habt, daher würde ich Euch empfehlen, zum Tierheim zu pilgern und nach einem älteren Wohnungs-Katzenpärchen zu fragen.
Für die sind zwei Katzenklos einzuplanen und ein gemeinsamer oder zwei getrennte Futterplätze - alles in möglichst ruhigen Ecken.
Mindestens ein schöner Kletter- und Kratzbaum. Die 68 qm reichen, wenn ihr den Zugang zu mehreren Ebenen gewährt (Wege auf Schränke, Kommoden, usw.). Schlafplätze und Höhlen sind nach Maßgabe der Katzen einzurichten und zu gewähren. Acht Stunden am Tag alleine ist nicht das Allerschönste, ist bei einem bereits sozialisierten Katzenpaar nicht so folgenreich. Ältere Katzen wissen auch in der Regel, daß es erlaubte Kratzstellen gibt und verbotene. Sprecht sanft zu ihnen und überlasst es ihnen, wann sie zu Euch kommen.
Nehmt ihr junge Katzen, dann wird die Wohnung umdesignt werden. Die müssen eben ausprobieren, ob sie die rauhe Wand hochkommen, oder nicht - so lange, bis die Tapete ihr Gewicht ganz sicher nicht mehr trägt. Die müssen auch erst noch rauskriegen, was man alles runterwerfen kann, ohne daß es ein lautes Scheppern gibt. Alles muß probehalber gekostet, gejagt und bekämpft werden. Bei jungen Katzen ist man ständig hinterher, um sie sanft zu lehren, nur an erlaubten Stellen zu kratzen und keine Kabel oder anderes anzufressen, man muß sie aus verhedderten Wollknäulen, Schubladen und hinter Schränken retten und muß ganz nebenbei dafür sorgen, daß sie gut sozialisiert werden und sich an den Menschen anschließen. Eine Woche ist dafür nicht ausreichend - zwei kleine Satansbraten können werden in acht Stunden viel Unfug anrichten - und Du kannst nicht erzieherisch einwirken.
Ich dachte eigentlich an zwei Katzen, die ca. 1 bis 1,5 Jahre alt sind, also nicht ganz Kleine, weil die glaub ich nicht für die den „Ersten Versuch“ geeignet sind. Da sollte man vielleicht schon etwas Erfahrung haben. Aber ob man so ein spezielles Alter in der Umgebung bekommt ist dahingestellt. Aber vielleicht sollten sie doch noch älter sein.
Beste Haltung für Wohnungskatzen gibt es nicht
Hallo Dan-chan,
damit es keine Missverständnisse gibt: ich liebe Katzen, vor allem auch ihren Freiheitsdrang, Abenteuerlust und Unabhängigkeit. Und ich würde auch gerne welche haben, wenn ich in einer katzenfreundlichen Umgebung wohnen würde.
Eine reine Wohnungskatze kann nie ‚beste Haltung‘ bekommen.
Und wenn es nicht unbedingt sein muss, wieso wolltet ihr solche freiheitsliebende Tiere wie Katzen, in einer Wohnung einsperren?
Es ist nicht provokativ gemeint, das interessiert mich einfach,
weil ich solche Wünsche nicht nachvollziehen kann.
Ein 68 m² Käfig ist schon groß, es ist aber ein Käfig und es entspricht nicht dem Wesen einer Katze in einem solchem zu Leben.
damit es keine Missverständnisse gibt: ich liebe Katzen, vor
allem auch ihren Freiheitsdrang, Abenteuerlust und
Unabhängigkeit. Und ich würde auch gerne welche haben, wenn
ich in einer katzenfreundlichen Umgebung wohnen würde.
Ja. Ich auch. Bei mir kommt noch hinzu, dass ich mich nicht für mehrere Jahre binden kann.
Eine reine Wohnungskatze kann nie ‚beste Haltung‘ bekommen.
Und wenn es nicht unbedingt sein muss, wieso wolltet ihr
solche freiheitsliebende Tiere wie Katzen, in einer Wohnung
einsperren?
Die einzige, für mich akzeptable Lösung wären Tiere aus dem Tierheim, die aus was für Gründen auch immer nur in Wohnungshaltung gehalten werden können (Behinderung o.ä.).
In unserer letzten Wohung hatten wir zwei Hauskatzen. Also Katzen, die in einer Wohnung geboren und großgezogen wurden, die nie nachdraußen kamen. Wir haben sie mit einem knappen Jahr bekommen. Wir versuchten sie am Anfang drin zu halten (wegen Gewöhnung und weil wir einen Urlaub in absehbarer Zeit hatten und wir wollten sie erst NACH diesem Urlaub zu Freigängern machen) - es ging nicht. Der Drang nach draußen war einfach zu stark. Will sagen: die Katzen hatten Stress und wir hatten Streß.