Beste Universität für Jurastudium

Hallo, an alle, die unten schon über die drei Eliteunis diskutiert haben, aber auch hallo an die, die dies nicht taten!

Ich war nur irritiert, wegen der „drei besten Universitäten“, aber das haben wir ja nun hinlänglich geklärt.

Ich möchte aber, wenn wir schon mal beim Thema sind, die Frage stellen, welche angesehenen Jura-Unis es gibt, oder welche denn wohl - um es mal vorsichtig auszudrücken - die besseren sind? Falls man das überhaupt so sagen darf?

Danke

Patrick

Guten Abend,

Ich möchte aber, wenn wir schon mal beim Thema sind, die Frage
stellen, welche angesehenen Jura-Unis es gibt, oder welche
denn wohl - um es mal vorsichtig auszudrücken - die besseren
sind? Falls man das überhaupt so sagen darf?

Auch wenn ich in Jura keine Ahnung habe: ich befürchte dass man das nicht so sagen darf. Denn es gibt in Jura X Untergebiete und ich glaube nicht, dass irgendeine Uni auf der Welt in allen X Untergebieten die besten Spezialisten hat.

Gruß
gargas

Hallo, an alle, die unten schon über die drei Eliteunis
diskutiert haben, aber auch hallo an die, die dies nicht
taten!

Hallo zurück,

Ich war nur irritiert, wegen der „drei besten Universitäten“,
aber das haben wir ja nun hinlänglich geklärt.

Ich möchte aber, wenn wir schon mal beim Thema sind, die Frage
stellen, welche angesehenen Jura-Unis es gibt, oder welche
denn wohl - um es mal vorsichtig auszudrücken - die besseren
sind? Falls man das überhaupt so sagen darf?

ich gebe Dir mal einen eher praktisch orientierten Rat:
such Dir eine eher „kleine“ Uni.
Gerade Jura ist eines der Fächer, die davon leben, dass Du unglaublich viel lernst.
Erstsemester-Vorlesungen mit mehreren Tausend Teilnehmern sind nicht der Bringer. Willst Du gerne vor dem Hörsaal übernachten, um einen Platz zu ergattern, wo Du nicht nur etwas hörst, sondern evtl. auch noch siehst?
Tutorien mit ellenlangen Wartezeiten, bis Du überhaupt erst mal rein kommst, bringen auch übrigens nicht.
Und ein Tutorium wirst Du brauchen.
Ich kenne keinen (erfolgreichen) Jura-Studenten, der es nicht besucht hat.
Fachschaften (die Studis, die schon fast fertig sind und sich um Newbies kümmern, alle Profs kennen, Tipps geben können) haben an kleinen Unis mehr Zeit genau für Dich.

Wenn Du das Studium mit der entsprechenden Punktezahl abschließt, spielt es hinterher keine sehr große Rolle, wo Du warst.
Bist Du nicht gut genug, hilft es Dir auch nicht, wenn Du sagst: aber ich war schlecht an einer guten Jura-Uni.

viele grüße
Geli

Danke

Patrick

Hallöchen,

Universitäten unterscheiden sich stark voneinander, sodass man schon ausmachen kann, dass die eine besser im Fach Jura ausgestattet ist als die andere.
Die Zeit bspw. veröffentlicht jedes Jahr das sog. CHE Hochschulranking (www.das-ranking.de), ein Vergleich der Universitäten, speziell der Fachbereiche/ Fächer. In erster Linie ist es eine Befragung der Studenten z.B. in Hinblick auf Lehrausstattung, Betreuung, Bibliotheken, Professoren, ob die Vorlesungen zu voll sind,… usw. usw. usw.
Es wird ziemlich differenziert, sodass Qualitätsunterschiede auf jeden Fall auszumachen sind.
So weit ich weiss ist bei Jura immer die Uni- Beyreuth, die HU-Berlin und die Uni-Konstanz in der Spitzengruppe (bin mir aber, was die Aktualität angeht, nicht sicher)

Desweiteren muss man sich auch im Klaren sein, dass die Konkurrenz auf diesen Unis weitaus größer ist, als anderswo.

Jedoch: Ein guter Abschluss ist ausschlaggebend! Dann ist es auch egal an welcher Uni studiert wurde, da ja prinzipiell jede deutsche Uni den Vorgaben der Kultusminister - Konferenz entsprechen muss.

Liebe Grüße, Yvonne

Hallo Yvonne,
am besten hätte ich ja gar nicht auf eine Frage nach „der/die/das beste“ geantwortet, weil solche Hitparaden immer von subjektiven Bestimmungskriterien abhängig sind. Dem einen ist bei einem Camembert der würzige Nachgeschmack im Abgang lieber, dem anderen der zarte Schmelz auf der Zunge beim Eingang.
Und bei den Unis ist es genau so. Lass mich mal ein wenig ironisch werden, und die Ironie richtet sich nicht gegen dich, sondern eben gegen diese Rankings

In erster Linie ist es eine Befragung der Studenten

die meisten haben schon mal keine Vergleichsmöglichkeiten

Betreuung gut

Dozenten, die ständig mit ihren Studenten labern statt zu forschen oder gar ein Bier trinken gehen

Vorlesungen zu voll,

besser eine volle gute Vorlesung, als eine leere schlechte

Bitte nur halbernst nehmen, wenn überhaupt
gargas

Hallo Gargas,
Bei diesem Ranking kann man absolut nicht von subjektiven Bestimmungskriterien sprechen. Das passt vielleicht zu deinem Käsebeispiel, wir sprechen hier jedoch von Universitäten, die ohne Zweifel, in erster Linie BILDEN. Davon abhängig macht man, und da sind wir uns hoffentlich einig, den Erfolg aus. Mit Subjektivität hat das nichts zu tun!
Es steht jedoch außer Frage, dass jede Uni verschieden ist.
Z.B. in Hinblick auf die Finanzen oder in Hinblick auf Fakultäten>Fachbereiche>Fächer…
Die eine Uni ist gut gerüstet, was naturwissenschaftliche Forschung angeht. Hohe technische Standarts, moderne Ausrüstungen, Einbindungen in Forschungsprojekte, die viel Geld bringen, etc.
Andere Unis glänzen, und da bleibe ich mal im Bereich Jura, mit Professoren, die Top-Referenzen vorweisen, mit einem Bibliotheksbestand, der für jeden Juristen ein El-Dorado darstellt, oder mit Universtätsexternen Studienangeboten, wie Exkursionen oder brillianten Praktikumsbörsen… Das sind nur Beispiele, die durchaus in Rankings verglichen werden können und Qualitätsunterschiede hervorbringen.
Das Wichtige ist halt, dass jede Uni ein individuelles Profil hat, sei es durch Traditionen hervorgebracht (Uni-Greifswald und Medizin) oder innovative Studiengänge (z.B. Uni-Münster und interdisziplinäre Studien). Dieses Profil wird gepflegt (Stichwort Image)! Man investiert mehr in den einen Fachbereich als in den anderen…

Selbstverständlich darf man hierbei nicht schwarz-weiss denken. Wie ich schon in meinem vorigen Kommentar schrieb, zählt das persönliche Ergebnis und nicht der Ruf der Uni. Uni X bietet nur MEHR in einem gewissen Bereich, als Uni Y.

Gruß, Yvonne

Ach, weißt du - die vermeintlich guten und schlechten Unis…

Ich habe Jura in Göttingen und dann in Köln studiert. Mir persönlich gefiel Göttingen universitätsmäßig etwas besser, dafür ist Köln sicher aufregender als Göttingen.

Was nun gefiel mir an Göttingen besser? Vor allem die Bibliothek. Und die ist, wenn du das Studium ernsthaft betreiben willst, dein neues Zuhause. Ansonsten: Gute und schlechte Profs gibt es überall, wobei ja schon die Frage, was ein guter Prof ist, nicht einheitlich beantwortet wird. Mir persönlich gibt es nicht viel, wenn er ein Spitzenmann auf seinem Gebiet, aber didaktisch eine völlige Niete ist.

Ich persönlich halte aber sowieso nicht viel von Vorlesungen und eines musst du dir klar machen: Die Inhalte sind im Großen und Ganzen an allen Unis gleich und an den Unis eines Bundeslandes sowieso. Denn was du im Examen musst, leget ein Gesetz des Landes fest, nicht aber die Universität (die nicht mal das Examen abnimmt; dafür sind Oberlandesgerichte zuständig).

Will sagen: Der Großteil eines vernünftigen Jurastudiums ist Selbststudium. Bücher. Fälle. Noch mehr Bücher.

Letztlich ist, soweit ich das beurteilen kann und natürlich in Abhängigkeit von deinen beruflichen Zielsetzungen, das erste Examen auch nicht ganz so bedeutend wie das zweite. Das zweite aber hat mit der Universität erst recht nichts mehr zu tun; nicht ein Studium, sondern ein Referendariat führt dorthin. Hier ist wohl abermals das Bundesland recht entscheidend dafür, wie anerkannt dein Examen später ist.

Mein Tipp an dich wäre jedenfalls: Such dir eine Uni in einer Stadt, die dir gefällt. Und wenn’s geht, dann eine eher kleine Uni, wo der Massenbetrieb noch etwas weniger Masse ist. Ich glaube nicht, dass man mit der Wahl seiner Uni viel falsch machen kann.

Levay

Masse statt Klasse oder Klasse und Masse?
Hallo,

was ist eine Elite- bzw. Massenuni? Ich denke alles hat seinen Vorteil, man muss ihn nur nutzen. Eine „kleine“ Uni ist vielleicht nett und hübsch am Anfang, aber wenn jeder Prof. den schlechtesten Studenten vom Seminar kennt… kein guter Ausgangspunkt fürs weitere. Bei einer großen Uni ist es schwer sich zu profilieren, aber muss man das?

Es ist also primär eine Frage, was will man? Gut wäre es, wenn man schon einige Ideen hat. Will man Groß- oder Kleinstadt? Kennt man schon ein Lieblingsfach (soll es unbedingt Sozialrecht werden?) oder ist man Indifferent? Möchte man ggf. an einem Austausch oder Summerschool im Ausland teilnehmen? Besteht nach dem 1. Examen vielleicht das Interesse auf Promotion?

Etc. pp.

Nur ein Klassiker der Vorurteile (der hier im Thread schon kam), möchte ich ausräumen:

Großstadtuni bedeutet nicht zwingend anonyme Massenuniversität!

Bspw. die ehrwürdige Humboldt-Uni in Berlin (hier studiere ich). Offiziell sind es wohl an die 300 Studenten in jedem Semester, also tümmeln sich wohl offiziell in meiner Fakultät wohl ca. 2.000 Studenten. Ich hab sie nie auf einem Haufen gesehen! In der Unibib (unsere ist recht klein) sind max. 300 + 100 Referendare und Doktoranden, in den Vorlesungen sitzen wenn überhaupt um die 80-150 Studenten und die Seminare sind nicht überfüllt, manch Professor hat es eher schwer sein Mauerblümchenfach „an den Studenten zu bringen“.

Also nicht von Vorurteilen schrecken lassen. Ich würde bei völliger Indifferenz bezüglich der Fächer nach der Stadt der Wahl gehen und zuerst die Website studieren und ggf. den Campus mal direkt besuchen (sofern noch Zeit ist). Bsp. für Berlin/Brandenburg hatte ich Potsdam, Frankfurt(Oder), Berlin HU und Berlin FU. Potsdam gut bürgerlich, beschaulich, Frankfurt(O.) war mir zu provinziell und Berlin hatte ich also die Wahl zwischen FU und HU. HU ist im Zentrum, schlechtere Ausstattung als FU, besserer Ruf (sagt man), aber dafür das die FU eine gute Bibliothek hat, liegt sie auch am Ar*** von Berlin.

Last but not least sollten auch die Kosten bedacht werden. Es gibt Bundesländer in denen Studiengebühren bald anstehen / bereits Realität sind und auch die Lebenshaltungskosten sollten bedacht werden. In Ost-Berlin gibs für 500,- im Monat ein gutes Leben, in München wohl nur die Brücke :wink: Also auch mal die WG-Preise sondieren.

Na, viel Erfolg,

der showbee