Beste Variante einer Anschlußfinanzierung

Hallo

ich bin auf der Suche nach einer Anschlußfinanzierung. Mein Immobiliendarlehen läuft in 04/2015 aus, vermutlich habe ich eine Restschuld von ca. 150000 €. Also jetzt ein Forward-Darlehen abschließen ( niedriger Darlehenzins, allerdings lange Vorlaufszeit) oder jetzt Bausparer ( niedriger Darlehenszins , niedriger Guthabenszins) oder Beides als Mischfinanzierung? Beides hat Vor- und Nachteile, beim BSV ist das Geld fest geparkt, beim Forward-Darlehen evtl. Bereitstellungszinsen.
Wer hat Erfahrungen mit solchen Finanzierungen? Oder kann mir kompetente bzw. vertrauenswürdige Adressen nennen? Oder sogar Finanzinstitute?

Vielen Dank im voraus, ich bin sehr gespannt.

Grüße Sonnenlicht

hallo!

forward-darlehn mit einer vorlaufzeit von über 5 jahren abzuschließen, kann verdammt teuer werden. zumal dir heute niemand auch nur annähernd vertrauenswürdig sagen kann, die die zinsen in fünf jahren stehen.
fraglich auch, ob du mit dem vorlauf ein forwarding abschließen könntest (die banken, mit denen ich zu tun habe, bieten forwarding erst im zeitraum von ca. 3 jahren und weniger an).
bei 5 jahren dürfte der aufschlag so happig sein, daß eine rentabilität in zweifel zu ziehen ist.

bsv sehe ich durchaus als machbare variante an, zumal die zinsen garantiert niedrig sind (wenn man heute abschließt) und ihr nach darlehnsgewährung i.a. jederzeit sondertilgungen leisten könntet. nachteile:

  • ihr habt etwas mehr als 5 jahre zum ansparen - dafür gibt es zwar tarife, aber da müßtest ihr - bei vollfinanzierung - mit 75tsd ansparen rechnen. unterstellt, ihr hättet nix übrig zum „jetzt einzahlen“, bedeutet dies eine mindestsparrate von ca. 1250euronen im monat - keine ahnung, wer das stemmen soll…
  • zins niedrig, tilgung hoch, i.a. 7-8% p.a., je nach tarif. macht bei angenommenen 7,5% tilgung und 2,5% zins ca. 630euronen im monat (na, immerhin nur noch die hälfte der ansparrate…).

ich würde eine mischvariante aus bsv, ansparung zur so-tilgung und forwarding versuchen - ihr wißt selbst, was ihr monatlich durchschnittlich ansparen (auf einen bsv und z.b. auf ein tg)könntet, ohne daß ihr an den abgrund geratet.
bzgl.d es forwarding wird euch nix anderes übrig bleiben, als den markt abzugrasen. da gibt´s dann die üblichen verdächtigen (von dr. klein bis interhyp), die man leicht erkugeln kann.
am besten mal die örtlichen banken (spaßkasse, voba/raiba und privatbanken) abklappern - kost´ zwar ein bissl zeit, die erkenntnisse, die man aber aus solchen gesprächen schöpft, sind unbezahlbar!

saludos, borito

Burito kennt sich in der Materie offensichtlich bestens aus
und gibt sehr gute Hinweise. Prima!

Moin,

Wer hat Erfahrungen mit solchen Finanzierungen?

Borito hat ja schon sehr viel sehr richtiges gesagt.

Dazu möchte ich Senf in Form meiner Erfahrung dazugeben.
Rund ein halbes Jahr vor Ablauf meiner Finanzierung nahm ich mir zwei Tage frei und machte bei rund einem Dutzend Banken Termine aus bzgl. Angebote Nachfinanzierung.
Dabei ist unbedingt darauf zu bestehen, daß die Banken die richtigen Angaben bei der Schufa machen, welche genau, hab ich leider nicht mehr präsent, da müßtest Du Dich mal schlau machen.

Nach dieser Tournee bin ich beim finanzierenden Institut vorstellig geworden und hab die dortigen Konditionen nachgefragt.
Die Angaben waren erschütternd schlecht!
Mit den anderen Angeboten konfrontiert begann der Herr mit hektischem Geklapper auf seinem Taschenrechner, ging raus, um mit seinem Vorgesetzten zu sprechen, kam zurück und unterbreitete ein Angebot, daß über einen %punkt besser war als das ursprünglich!
Das wären über die Laufzeit über 20.000 € weniger an Zinsen gewesen!
Aber immer noch nicht besser als das beste Angebot der Konkurrenz.
Darauf hingewiesen, begann wieder besagte hektische Benutzung des Taschenrechners.
Endergenbiss:
Der unterschriebene Vertrag hatte gut 1,5 %punkte niedrigere Zinsen als das erste Angebot!
Was ich damit sagen will?
Die Banken sind es gewohnt, daß Kunden bei der Anschlussfinazierung keine Konkurrenzangebote einholen und versuchen daher die Leute über den Tisch zu ziehen.
Hol Dir also mindestens fünf andere Angbote, dann ist immer seeehr viel Luft nach unten.

Kleine Geschite am Rande:
Nachdem ich den Vertrag längst unterschrieben hatte, kriegte ich ein reichlich unpersönliches Anschreiben der Bank mit einem ‚Angebot‘ für die Anschlussfinanzierung. Das Angebot war noch schlechter als das ursprüngliche des Sachbearbeiters.

Spaßeshalber schickte ich ein ‚empörtes‘ Schreiben an die Bank, in dem ich mich darüber ausließ, daß diese Angebot unter aller Kritik sei und die interne Kommunikation noch weit darunter.
Zwei Wochen später kriegte ich ein persönlich gehaltenes und recht kleinlautes Schreiben, in dem man versuchte, dieses Gehabe zu erklären (ein Witz!) und dazu als ‚kleine Aufmerksamkeit‘ einen Funkkopfhörer der gehobenen Qualität.

Als ich bei meiner Scheidung erneuten Verhandlungsbedarf hatte, war der Sachbearbeiter erstaunlich handzahm, trotzdem war eine andere Bank diesmal besser.

—> feste verhandeln bring immer! etwas.

Gandalf

hallo nochmal,

hier kann ich gandalf ebenfalls nur zustimmen. genau die „goldwerten erfahrungen“ meinte ich: alle möglichen banken abfragen, sich kopfschüttelnd wundern ob der „spreizung“ der angebotenen konditionen - und immer, wirklich immer davon ausgehen, daß bei jeder bank „noch was drin“ ist, auch bei der günstigsten.
die „totschlagargumente“ banken gegenüber sind eben immer die angebote der konkurrenz, da will sich niemand nachsagen lassen, er wolle nicht dagegen halten. vor allem nicht bei dem betrag, den ihr finanzieren wollt - das ist keine pappkiste!

was die schufa anbelangt, kann ich nur folgenden tipp geben: immer nur eine anfrage nach konditionen starten, niemals im ersten schritt eine finanzierungsanfrage. darauf peinlich genau bei den antragformularen achten.
ist´s nur eine konditionenabfrage (auch eine verbindliche), ist es nicht schlimm, wenn ihr ablehnt oder die bank keinen guten willen zeigt.
wollt ihr aber eine finanzierungsanfrage starten, dann werten banken das im allgemeinen als „darlehnsanfrage“ - sobald die abschlägig beschieden wird (und auf das procedere habt ihr selten einfluß), landet das sehr oft in der schufa. udn was da steht, bekommen andere banken auch mit.

saludos, borito

Hallo Sonnenlicht,

wir hatten letztes Jahr den selben Gedanken - unser Darlehen lief bis 2013. Wir haben einfach (auch) mal bei unserer derzeit finanzierenden Bank angefragt und ein erstaunlich gutes Angebot bekommen, trotz langer Forward-Zeit.

Ich will damit sagen, dass man ruhig mal fragen sollte. Weiterhin solltet Ihr m.E. nicht isoliert auf den Zinssatz schauen, was hier tw. suggeriert wird.
Wer billig kauft, kauft zweimal - dies gilt auch bei einer Finanzierung. Wendet Euch der Bank zu, die neben einem guten Angebot auch (aus Eurer Sicht) guten Service bietet, bei der Ihr also ein rundum gutes Gefühl habt (persönl.Ansprechpartner nötig?), Weiterhin kommen bei einer Umfinanzierung auch Nebenkosten (Notar/Grundbuchamt) auf Euch zu, die Ihr in Eurer Kalkulation nicht vergessen solltet.

Einen Bausparvertrag halte ich für eine sinnvolle Sache, da müßt Ihr in 5 Jahren aber ordentlich reinpacken, damit es sich als Anschlußfinanzierung noch lohnt (auch hier Kosten und Zinsen vergleichen !!). Vielleicht nehmt Ihr einen solchen als Rücklage fürs Haus … (und dann ggfs. für die nächste Anschlussfinanzierung …)

VG akrz