Hallo, Germanistinnen und Grammatiker
Besteht das ‚Prädikat‘ IMMER nur aus ‚Verben‘ bzw. ‚Verbteilen‘?
„… Das Prädikat ist immer einVerb
Prädikat kann in speziellen Fällen aufgeteilt werden in Prädikativ und Kopula“
http://home.datacomm.ch/rischi/satzglied…
Die Kopula ist weder Verb noch Verbteil. Was gilt?
Und gehört die Satznegation auch zum Prädikat oder hat sie die Funktion einer Adverbiale?
Kann man die Regel durch Umstellen der Satzglieder herausfinden?
Gruss & Dank
Adam
hi,
Besteht das ‚Prädikat‘ IMMER nur aus ‚Verben‘ bzw.
‚Verbteilen‘?
„… Das Prädikat ist immer einVerb
Prädikat kann in speziellen Fällen aufgeteilt werden in
Prädikativ und Kopula“
http://home.datacomm.ch/rischi/satzglied…
Die Kopula ist weder Verb noch Verbteil. Was gilt?
kopulae sind verben. wer behauptet das gegenteil?
naja: die frage läuft auf bewertungen hinaus. stehende lehre in der detuschen grammatik ist, dass sätze ohne verben verkürzte sätze („ellipsen“) sind und dass prädikate (im deutschen) aus verben (und evtl. weiteren bestandteilen) bestehen, jedenfalls ein verb enthalten.
es gibt sprachen, für die das nicht so ist; wo z.b. ein adjektiv prädikat sein kann. semantisch gilt das auch fürs deutsche; in der konstruktion kopula + adjektiv ist praktisch der gesamte inhalt des prädikats im „prädikativen“ adjektiv konzentriert. die kopula hat „bloß syntaktische“ funktion.
wenn man ellipsen - die in bestimmten textsorten absolut konstitutive elemente bilden - lediglich als verkürzungen des „an sich vollständigen satzmodells“ sehen (= bewerten) will, dann benötigt jedes prädikat im deutschen ein verb. wenn man bereit ist, ellipsen als korrekte, nicht bloß verkürzte äußerungen anzuerkennen (und manches spricht dafür), dann gibt es auch im deutschen verblose prädikate.
Und gehört die Satznegation auch zum Prädikat oder hat sie die
Funktion einer Adverbiale?
die negation erfüllt einige eigenschaften einer adverbialbestimmung nicht.
Kann man die Regel durch Umstellen der Satzglieder
herausfinden?
sie ist z.b. nicht im selben ausmaß verschiebbar.
hth
m.
‚Prädikative‘ sind keine Verben
Hallo
kopulae sind verben. wer behauptet das gegenteil?
Ich wollte schreiben: ‚Prädikative‘ sind keine Verben.
wenn man ellipsen - die in bestimmten textsorten absolut
konstitutive elemente bilden - lediglich als verkürzungen des
„an sich vollständigen satzmodells“ sehen (= bewerten) will,
dann benötigt jedes prädikat im deutschen ein verb. wenn man
bereit ist, ellipsen als korrekte, nicht bloß verkürzte
äußerungen anzuerkennen (und manches spricht dafür), dann gibt
es auch im deutschen verblose prädikate.
Da bräuchte ich Beispiele und Quellenangaben …
Satznegationen sind auch keine Verben, dennoch scheinen sie Teil des Satzglieds
‚Prädikat‘ zu sein …
Gruss
Adam
hi,
wenn man ellipsen - die in bestimmten textsorten absolut
konstitutive elemente bilden - lediglich als verkürzungen des
„an sich vollständigen satzmodells“ sehen (= bewerten) will,
dann benötigt jedes prädikat im deutschen ein verb. wenn man
bereit ist, ellipsen als korrekte, nicht bloß verkürzte
äußerungen anzuerkennen (und manches spricht dafür), dann gibt
es auch im deutschen verblose prädikate.
Da bräuchte ich Beispiele und Quellenangaben …
standardwerk hier vermutlich die habilitationsschrift von hanspeter ortner, „die ellipse“. findst du näheres im web.
beispiele etwa in wetterberichten:
„heute morgen neblig, gegen mittag aufhellung, stürmisch am nachmittag“
wenn man das ganze als verkürzte sätze sieht, fehlen die verben als prädikatsteile. wenn man ellipsen als eigenständige gebilde sieht, die für verschiedene textsorten (z.b. wetterberichte) konstitutiv sind, hast du oben die prädikate „neblig“, „aufhellung“ und „stürmisch“. keines davon ist ein verb.
wie schon gesagt: es gibt sprachen, die das sowieso auch syntaktisch zulassen; wo ein adjektiv auch ohne kopula prädikat sein darf. (türkisch - ich kanns leider nicht - soll diese eigenschaft haben. „tisch groß“ sei anscheinend eine korrekte satzbildung.
ich find das nicht eingeschränkt, sondern semantisch-logisch konsequent. tatsächlich ist praktisch jedes adjektiv (auch attributive und adverbial verwendete) tiefenstrukturell ein prädikat.)
hth
m.
wenn man ellipsen - die in bestimmten textsorten absolut
konstitutive elemente bilden - lediglich als verkürzungen des
„an sich vollständigen satzmodells“ sehen (= bewerten) will,
dann benötigt jedes prädikat im deutschen ein verb. wenn man
bereit ist, ellipsen als korrekte, nicht bloß verkürzte
äußerungen anzuerkennen (und manches spricht dafür), dann gibt
es auch im deutschen verblose prädikate.
Wenn eine Ellipse ein Satz ist, dann wäre die Satzdefinition an sich falsch, dass man Subjekt, Prädikat(incl. gebeugtem Verb) bzw. Objekt/Adverbialbestimmung braucht.
Sagt man stattdessen „Verb bzw. Subjekt“ sind bei einer Ellipse ja nur versteckt, aber vorhanden, dann wäre eine Ellipse ein Satz. Dann hätte er aber auch ein Prädikat bzw. Subjekt.
Das bedeutet entweder, es gibt keine Sätze ohne Prädikat, oder unsere Grammatik ist unvollkommen.