Bestellung liefern und Rechnung überweisen

Hallo,

über diese beiden Formulierungen bin ich schon manches Mal gestolpert.

Handelt es sich hier noch um akzeptable Verkürzungen oder schon um Schwachsinn ?

Ich versteh dein Problem nicht so ganz. So, wie die Begriffe in deinem Titel stehen, sind sie doch völlig in Ordnung. Oder stehen sie in einem Kontext (den wir hier noch nicht wissen), wo sie dich besonders stören? Beispielsatz?

Gruß, Dine

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Wäre es nicht richtig zu sagen:

Wann liefern Sie die bestellten Artikel bzw. wann führen sie die Bestellung aus ?

Wann bezahlen Sie die Rechnung bzw. wann überweisen Sie den Rechnungsbetrag ?

Man verschenkt doch zum Geburtstag auch keinen Geschenkwunsch, sondern ein Geschenk, das diesen Wunsch erfüllt usw.

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Ich versteh dein Problem nicht so ganz. So, wie die Begriffe
in deinem Titel stehen, sind sie doch völlig in Ordnung. Oder
stehen sie in einem Kontext (den wir hier noch nicht wissen),
wo sie dich besonders stören? Beispielsatz?

Ich denke, es ist gemeint, daß ja eigentlich keine „Bestellung“ geliefert wird, sondern „Ware“ und daß keine „Rechnung“ überwiesen wird, sondern „Geld“.

Es müßte also heißen: „Anbei erhalten Sie die bestellte Ware. Wir bitten um Überweisung des zu zahlenden Betrages.“ (oder so ähnlich).

Tja, das sind halt so die Falschheiten, über die sich kaum noch jemand Gedanken macht.
Genauso wie der Praktiker-Slogan:

Geht nicht, gibt´s nicht.

Womit ja gesagt wird: Das geht nicht und das gibt´s nicht.
Also eigentlich das Gegenteil von dem, was die sagen wollen.
Richtig wäre ja:

„Geht nicht“ gibt´s nicht.

Als ich das denen mal gemailt habe, haben sie zurückgeschrieben, sie wüßten, daß es falsch sei, aber Untersuchungen hätten ergeben, daß die Mehrzahl der Bevölkerung die verwendete Version für richtig und verständlich halten würde, also haben sie die genommen.
Kapitulation vor dem Mob und der Dummheit…

Ciao, Wotan

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Es liegt eine gewisse Ähnlichkeit vor zu „das Frühstück/Mittagessen/Abendbrot essen“, aber auch nur eine Ähnlichkeit. Denn die Doppeldeutigkeit ist hier Fakt und abgeschlossen.

Am Frühstück kann man sowohl teilnehmen, als auch dieses essen. „Frühstück“ bezeichnet sowohl eine Handlung als auch ein Objekt.

Die Rechnung kann man notfalls vielleicht noch überweisen. Niemals wird jedoch beim Empfänger eine Rechnung eintreffen, sondern Geld oder eine Gutschrift.

Ebenso ist es mit der Bestellung. Wenn ich einem Kunden die von ihm erbetene „Bestellung liefere“, wird er niemals eine Bestellung erhalten, sondern Ware.

Nach diesen Überlegungen bin ich mir doch recht sicher, daß es sich nicht um richtigen Sprachgebrauch handelt. Also werde ich mich weiter weigern, Bestellungen zu liefern.

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Tja, das sind halt so die Falschheiten […]

Naja, falsch… Genau genommen schon, aber man muss natürlich auch im Auge behalten, dass (zumindest die mündliche) Kommuniktion fließen soll, und derartige Verkürzungen halte ich noch für akzeptabel. Man spricht ja auch von „Vertragsverlängerungen“ und jedem ist klar, dass die Laufzeit eines Vertrages gemeint ist und nicht das In-die-Länge-Ziehen des Vertragspapiers.

Nicht mehr akzeptabel finde ich solche Verkürzungen allerdings in schriftlicher Form, vor allem auf Vordrucken.

Hi Thorsten,

Wann liefern Sie die bestellten Artikel bzw. wann führen sie die Bestellung aus ?

So wäre es zwar richtig, nur hält sich halt nicht jeder dran. Sprechen kann schließlich jeder; dass die eigentliche Leistung vom Hörer zu erbringen ist - na ja…

Man verschenkt doch zum Geburtstag auch keinen Geschenkwunsch

Was glaubst Du, wieviele Karten ich schon gesehen habe: „Herzliche Glückwünsche wünscht Familie Wrdlbmpf“!

Gruß Ralf

Ohja, Torsten,

mit solchen Sachen kämpfe ich auch im Deutschunterricht für Ausländer.

Auch die Preise, die teuer sind und die Waren, die steigen gehören hierher.

Und kaum hat man den Leuten klar gemacht, dass das fehlerhaft ist, berichtet einer der Schüler, er habe diese von mir als falsch gebrandmarkte Wendung von einem deutschen Politiker gehört.

Nicht zu reden von:
brauchen ohne zu,
weil mit Hauptsatzstellung,
Apostroph’s

und was der Lumpereien mehr sind, die Zwiebelfisch zwar aufspießt, aber nicht abschießt.

Soifzst Fritz

Sorry,

„Herzliche Glückwünsche wünscht Familie Wrdlbmpf“!

selbst Google ist hier der deutschen Sprache mächtiger. Meinten Sie Wrdlbrmpf? http://www.google.de/search?hl=de&q=Wrdlbmpf&spell=1

4:77 Treffer sprechen eine eindeutige Sprache!

Gruss
Schorsch Wrdlbrmpf

Jasonstnochwaswokämenwirdahin
Moin, Schorsch,

selbst Google ist hier der deutschen Sprache mächtiger.

google mag vielleicht gut zählen können, mit Sprechen ist es nicht so weit her. Wrdlbmpf ist alter (leider verarmter) böhmischer Landadel, erstmalig erwähnt, wenn mich nicht alles täuscht, 1934 bei Karl Valentin - alles prähistorisch, weit hinter dem Google-Ereignishorizont.

Gruß Ralf

ps: Der Urgroßvater der Cousinee meiner Schwiegermutter war Jozef Brt, der Erfinder der Bratkartoffel, gebürtig 1837 in Plzen. Also bitte keine Widerworte.

Moin, Schorsch, moin moin, Ralf!

Wrdlbmpf ist alter (leider verarmter)
böhmischer Landadel, erstmalig erwähnt, wenn mich nicht alles
täuscht, 1934 bei Karl Valentin - alles prähistorisch, weit
hinter dem Google-Ereignishorizont.

Wenn das was mit Falentin zu tun hat, dann doch so:

k(liesl karlstadt) und kv im dailog:
lk (als poilzist), kv (radfahrend)
lk: „wie heißens denn?“
kv: "wrdlbrmpft"
lk: „wie bitte?“
kv: „wrdlbrmpft“
lk: „wadlstrumpf?“
kv: „wrdlbrmpft“
lk: „nuschelns halt ned so in den bart“
kv: (den bart hinunterziehend)„wr-dl-brmpft“

Gruß Fritz

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Ich weise vielfältig Zeitungsredaktionen und Werbe-Unternehmen auf entsprechende Fehler hin, bekomme aber selten eine Antwort. Ich vermute, dass die genialen Werbetexter gar nicht verstehen, was an einem Text wie: „Mit dir den Schnee zum Schmelzen bringen … und sich gemeinsam auf den Frühling freuen“ (erschien monatelang bei FR-online als Werbebanner von "Parship.de) grammatisch falsch sein soll.
Es werden auch Fehler bewusst eingesetzt, um Aufmerksamkeit zu erzeugen. In den 70er Jahren gab es als Plakatwerbung einer Schnaps-Firma den Spruch: „Der hilft dem Vati wieder auf das Fahrad!“

Bestimmt wäre irgendwo ein Forum, das den Sprach-Nonsens aus Werbewirtschaft und Politik einmal geballt zusammenfasste, sehr erhellend.

Ich möchte mich aber ausdrücklich gegen eine Diskriminierung von nicht so sprachkompetenten Menschen aus bildungsfernen Schichten aussprechen. „Mob“ ist ein übles Schimpfwort und kennzeichnet eine irrationale, latent oder offen gewaltbereite oder Gewalt ausübende Menge. Als Bezeichnung für Leute mit unterentwickeltem Sprachverständnis ist das Wort völlig deplaziert, ebenso wie die Charakterisierung von Sprachmängeln als „Lumpereien“ oben durch Fritz Ruppricht. Bei allem Verständnis für den Ärger über ungenauen, falschen oder stilwidrigen öffentlichen Sprachgebrauch: Den wirklichen Sprachkenner zeichnet auch eine begriffliche Kritikfähigkeit, und das heißt, wörtlich aus dem Griechischen übersetzt, Unterscheidungsfähigkeit, aus. Sprachliche Fehler sind intellektuelle, aber keine moralischen Fehlleistungen.

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