Bester Bond mit Connery?

Hi, Leute,

was ist Eurer Meinung nach der beste Bond-Film in dem Sean Connery mitgewirkt hat?

Ich weiß, das ist sehr subjektiv aber es würde mich trotzdem sehr interessieren. Könnt Ihr Eure Meinung evtl. auch noch näher begründen?

Benötige die Daten für eine Arbeit im Bereich Filmpsychologie.

Danke für Eure Mithilfe!

LG Rolo

Hallo Rolo,

ganz subjektiv: Diamantenfieber!

Gleiche oder sehr ähnliche Handlungslinien findet man zwar in jedem Bond-Film, aber dieser hatte für mich den größten Unterhaltungswert.

Gruß
Logan

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Ihr AfterShave habe ich schon mal irgendwo gerochen, und beide Male - sah ich eine Ratte.

alle Bond-Filme mit Sean Connery waren hervorragend - mir haben „Liebesgrüße aus Moskau“ und „Goldfinger“ am besten gefallen. In „Liebesgrüße aus Moskau“ war die Handlung besonders spannend. Und in Lotte Lenya und Robert Shaw bekam Sean Connery ebenbürtige Filmschurken. In „Goldfinger“ wurde das Auto zum Star des Films. Und Gert Fröbe glänzte auch als abgrundtief böse.

Ergänzung zu: Bester Bond mit Connery?
Hallo,

hier noch ein kleiner Nachtrag, um den Sinn meiner Frage zu verdeutlichen:

Es geht letztlich darum, was den James-Bond-Mythos ausmacht. Welche Schauplätze, welche Handlungslinien, welche Stimmungen, welches Flair, welche Dialoge, welche Story, welche Gags, etc. werden am ehesten und häufigsten mit dem James-Bond-Mythos in Verbindung gebracht. Was gilt allgemein als typisch für James-Bond-Filme? (daher auch meine Bitte nach einer Begründung Eurer Ansichten!!!) Eine Begründung, warum jemand eine bestimmte Meinung hat, macht diese Meinung wertvoller für meine Auswertung.

Ich habe das Thema auf Connery beschränkt, weil er als Darsteller dem James-Bond-Mythos wohl am nächsten kam, zumal er diesen (filmisch) auch begründet hat. Alle folgenden Darsteller mußten sich an Connery messen lassen. (Manche mit Erfolg, andere weniger)

LG Rolo

Hallo,

Es geht letztlich darum, was den James-Bond-Mythos ausmacht.
Welche Schauplätze, welche Handlungslinien, welche Stimmungen,
welches Flair, welche Dialoge, welche Story, welche Gags, etc.
werden am ehesten und häufigsten mit dem James-Bond-Mythos in
Verbindung gebracht. Was gilt allgemein als typisch für
James-Bond-Filme? (daher auch meine Bitte nach einer
Begründung Eurer Ansichten!!!) Eine Begründung, warum jemand
eine bestimmte Meinung hat, macht diese Meinung wertvoller für
meine Auswertung.

dann kann ich Deine Frage so nicht beantworten. Denn Sean Connery war in den verschiedenen Bond-Filmen nicht einmal mehr oder einmal weniger James Bond. Selbstverständlich hat sich diese Figur entwickelt, ist gewachsen, hat jedoch immer gleichbleibende Schwerpunkte und Akzentuierungen. Die typischen Bond-Kennzeichen, nach denen Du suchst, sind nicht Bestandteil bestimmter Handlungen der einzelnen Filme, sondern der Figur und dem Darsteller zuzuordnen.

Und da Connery der erste Bond-Darsteller gewesen ist, hat er die Rolle natürlich maßgeblich geformt.

Gruß
Logan

Hi,

vielen Dank für Deine Kritik. Mir ist die Problematik meines Vorhabens bewußt. Da der Bond-Mythos objektiv schon gar nicht belegbar ist, bleibt mir nichts anderes übrig, als möglichst viele subjektive Standpunkte einzufangen und diese Puzzleteile dann zu einem großen Ganzen zusammenzufügen.

Noch etwas Inhaltliches zu Deinem Einwand:

Jeder Film, also auch jeder Bond-Film erschafft ja eine eigene virtuelle Welt, eine Imagination. Beim Lesen eines Buches, mahlt sich der Leser diese Welt selber aus. Bei einem Film übernimmt das der Regisseur zu einem großen Teil für den Zuschauer. (Das ist ja auch der Grund, warum viele nach dem Lesen eines Buches, von dessen Verfilmung bisweilen enttäuscht sind. Die Interpretation und die filmische Umsetzung des Buches durch den Regisseur stimmt dann halt nicht mit der Vorstellung des Lesers und jetzigen Zuschauers überein. Klar wirkt ein Film auf jeden Zuschauer trotzdem anders, aber der Regisseur schränkt die Phantasie des Zuschauers durch seine Vorgaben dennoch ein.

Die Figur des James Bond wirkt somit in jeder Handlung, in jeder Story und vor jedem Drehort (Karibik, Süd-Ost-Asien) auch anders, weil sie jeweils anders in Erscheinung tritt und anders in Szene gesetzt wird. Stelle Dir als Drehort eines Bond-Streifens den Ruhr-Pott vor oder ein kleines Kaff in Niederbayern!!! Das würde nicht passen, obwohl die Figur des Bond die gleiche wäre, wie immer.

Gegenbeispiel: Die neuen Bond-Filme mit Daniel Craig haben meiner Meinung nach den Bond-Mythos eher beschädigt, was ja belegt, dass der Mythos nicht nur an der Figur des Bond hängt, sondern auch von der Inszenierung abhängt. Die neuen Bond-Filme sind zwar sehr gute Action-Streifen, haben aber mit dem klassischen Bond nichts mehr zu tun. Ähnlich wie die neuen, modernen Episoden von Star Wars nichts mit der klassischen Star Wars Welt der alten Teile zu tun haben.

LG Rolo

‚Liebesgrüße aus Moskau‘
Hi
Ich gehe da mit Willi konform. Der beste Bond war für mich „Liebesgrüße aus Moskau“ , der zweitbeste „Goldfinger“.
Gruß,
Branden

hallo,
bin da mit vielem nicht oder nur bedingt einverstanden was du schreibst . . . zumindest will ich mal einige andere oder gar neue ansätze einbringen . . .

Da der Bond-Mythos objektiv schon gar nicht
belegbar ist, bleibt mir nichts anderes übrig, als möglichst
viele subjektive Standpunkte einzufangen und diese Puzzleteile
dann zu einem großen Ganzen zusammenzufügen.

ich denke schon dass der bond-mythos belegbar ist, eben durch das sehen der filme, und des verstehens der mechanismen die in diesen filmen wirken. natürlich, jeder mensch ist anders und somit „wirkt“ auch jeder film für jeden anders - daher deine frage des subjektiven eindruckes.
wenn das aber die voraussetzung wäre woran man misst ob filmanalyse „sinn“-voll ist oder nicht, dann hätten wir viele inteligente schriften der letzten 100 jahre nie zu lesen bekommen.
also ich denke schon, dass man eine art „mathematik“ des filmemachens - verzeih, des bondfilmes herausarbeiten kann; das man sehen kann was bond sein will, und wie ihm das gelungen ist.
der bond-mythos ist analysierbar, daher auch festlegbar.
natürlich, jeder zuschauer wird mit diesen ergebnissen IMMER unterschiedlich einig sein - aber das heisst ja nicht dass man als analyst, nicht seine sicht bekunden kann - sofern man sie eben auch begründet.

Jeder Film, also auch jeder Bond-Film erschafft ja eine eigene
virtuelle Welt, eine Imagination. Beim Lesen eines Buches,
mahlt sich der Leser diese Welt selber aus. Bei einem Film
übernimmt das der Regisseur zu einem großen Teil für den
Zuschauer.

richtig, eine der grössten kritiken die buchbegeisterte immer wieder anbringen.
wenn im roman von einer rose die rede ist, dann stellt sich der eine leser die rose vor die er gestern geschenkt bekam, der andere die rose, deren busch er gestern stolz schnitt, der dritte, arbeitet im blumenladen und hat eine ganz andere emotion dazu . . .
und im film ? - „da wird mir die rose ja gezeigt, da kann ich meine phantasie gar nicht spielen lassen“ - ja, richtig, aber ein guter filmemacher wird sich immer überlegen wie er die rose in szene setzt, mal zärtlich romantisch auf einem kissen liegend, mal stolz und aufgereckt in blühender natur, mal untergegangen verdeckt unter tausend anderen - und schwupps, hat er damit doch eine emotion geschaffen - da die erinnerung von menschen zu grossen teilen aus emotionen besteht, denkt der zuseher plötzlich an die rose die er gestern geschenkt bekam, oder eben an die in seinem garten, oder er denkt eben an die arbeit . . .
ok ?
es ist anders, nicht „schlechter“ oder „weniger“
für manche menschen, steckt darin sogar MEHR emotion und gefühl . . . als in schlecht gewählten worten . .
allerdings habe ich in einem bond so selten eine rose gesehen . . .

wenn du mal zeit hast was spannendes zu lesen: „film verstehen“ von james monaco; beginn und kern einer guten filmbibliothek.

Die Figur des James Bond wirkt somit in jeder Handlung, in
jeder Story und vor jedem Drehort (Karibik, Süd-Ost-Asien)
auch anders, weil sie jeweils anders in Erscheinung tritt und
anders in Szene gesetzt wird.

das kann man so oder so sehen. erstens denke ich dass jede szenerie eben auch bond-„gerecht“ dargestellt wird, somit wäre es egal wohin ER geht - der versuch der produzenten ist natürlich immer einen exotischen touch einfliessen zu lassen, womit bond, der lebemann, der überall hinreisen darf, uns auch zu unglaublich atemraubend schönen landschaften hin entführt - er, der eine bond.
andererseits sind all die reiseziele natürlich unterschiedlich, schliesslich erleben wir (zum teil) auch immer landestypische kleinigkeiten - aber, macht das aus bond einen anderen menschen ? ich denke eigentlich nicht, vielmehr ist er eben der anpassungsfähige, der in jeder (noch so unbekannten, exotisch bedrohlichen) situation stets die richtige lösung weiss.
viel interessanter finde ich, welche gegenden in welchem entstehungsjahr als „interessant“ genug für bond erachtet wurden.
die figur bond im wandel der zeit, sagt uns deutlich mehr als die locations - meine meinung

Stelle Dir als Drehort eines
Bond-Streifens den Ruhr-Pott vor oder ein kleines Kaff in
Niederbayern!!! Das würde nicht passen, obwohl die Figur des
Bond die gleiche wäre, wie immer.

„im geheimdienst ihrer majestät“ fällt mir dazu spontan ein . . . ein zumindest klein anmutendes (und dörflich wirkendes) kaff irgendwo in der schweiz . . . nix mit glanz und gloria

Gegenbeispiel: Die neuen Bond-Filme mit Daniel Craig haben
meiner Meinung nach den Bond-Mythos eher beschädigt, was ja
belegt, dass der Mythos nicht nur an der Figur des Bond hängt,
sondern auch von der Inszenierung abhängt. Die neuen
Bond-Filme sind zwar sehr gute Action-Streifen, haben aber mit
dem klassischen Bond nichts mehr zu tun. Ähnlich wie die
neuen, modernen Episoden von Star Wars nichts mit der
klassischen Star Wars Welt der alten Teile zu tun haben.

sehe ich auch komplett anders.
für mich ist der „neue“ bond zm einen eine lang überfällige „frischzellenkur“, zum anderen ist gerade casino royal eben für den mythos ja unglaublich - er spielt gerade mit all dem was uns 40 jahre lang gegeben war - und zeigt uns manche sachen in ihrer entstehung. stichwort martini geschüttelt.
für mich war es überfällig, uns nicht mehr mit all dem abzuspeisen was wir jahrelang als „gegeben“ betrachteten, sondern uns in eben die „entstehung“ des mythos zu entführen.
bond ist endlich in der neuzeit angekommen, daniel graig ist härter auf der einen seite, andererseits ist er auch verletzlicher.
wann gab es schon mal eine szene in einem bond film in dem die zeit stehenzubleiben scheint und sich die protagonisten auf ihr innerstes konzentrieren, sich ihren ängsten stellen - als bond vesper unter der dusche in die arme nimmt, ist das gerade WEIL bond das macht eine der stärksten szenen - für mich ist er damit im neuen jarhundert angekommen - bei allen problemen die „die männlichkeit“ mit ihrer heutigen identifikation hat. kein urgestein mehr das von seiner zeit eingeholt wurde . . . endlich wieder der „moderne“ mann, den connery für seine zeit so gut verkörpern konnte, und den ian flemming sich ausgedacht hatte.
was die figur angeht, so waren die letzten 10-15 jahre bond für mich ein stillstand, gerade weil man zu sehr am alten festgehalten hat, sich nicht getraut hat mit der zeit zu gehen - aber gerade das machte bond ja immer aus: die neuesten technischen spielereien, die neuesten politischen feindbilder, die neuendeckten erotischen frauen.
nur die figur, blieb stehen . . .
insofern ist der „neue“ bond natürlich irgendwo anders als der „alte“, aber er bleibt bond, eben aktueller den je.

also klar, kann man so sehen, wie man alles unterschiedlich sehen kann - ich für meinen teil denke er hat sich weiterentwickelt - ohne sich zu verraten
und was denkt ihr ?
:wink:

grüsse

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Liebesgrüße aus Moskau’
hallo
auch für mich: liebesgrüsse

weil es eine „ursprüngliche“ agentengeschichte ist.
spionage, gegenspionage, finten, tricks, auspielen mehrerer parteien usw.

Hallo,

ja, auf alle Fälle sehr interessant, was du da schreibst. Mich wundert allerdings, dass du eine derart subjektive Sache, wie Film (wie z.B. auch Literatur oder Kunst) unter „wissenschaftlichen“ Aspekten betrachten willst. Das hat man mir immer vorgeworfen (an anderer Stelle im Psychobrett) Deshalb wundert es mich nicht nur, sondern es freut mich auch ein bisschen :smile:

Deinen Buchtipp werde ich mir auf alle Fälle mal angucken. Ich glaube allerdings, dass es für einen Regisseur nur bis zu einem bestimmten Grad möglich ist, das Erleben des Zuschauers festzulegen.

Eine Rose in einer bestimmten Szene und in einer bestimmten Position kann für 10 Leute 10 verschiedene Bedeutungen haben und 10 verschiedene Emotionen hervorrufen, weil diese 10 Leute vielleicht eine völlig unterschiedliche Vita vorzuweisen haben, im Leben verschiedene Erlebnisse hatte und verschiedene Erfahrungen gemacht haben, sodass diese Leute jeweils auch zu ganz anderen Glaubens- und Wertesystemen und Weltanschauungen gekommen sind, usw.

Ein Autonomer findet Bond vielleicht doof, weil er der Meinung ist, dass durch Bond-Filme Geheimdienste verherrlicht werden, die den Staaten als Instrumente der Unterdrückung dienen, ein Kripo-Beamter findet Bond vielleicht cool, weil der Kripomann auch gerne so wäre wie Bond.

Schließlich gibt es sehr viele Menschen, die mit Bond-Filmen absolut nix anfangen können. Warum ist das denn so, wenn es den Bond-Mythos tatsächlich gibt???

Zu den Drehorten: Finde ich sehr cool, dass du die jeweiligen Locations im Zusammenhang mit der Zeit siehst. Hab ich mir auch schon oft gedacht. Mein persönlicher Favorit ist der allererste Bond „007 jagt Dr. No“. Nicht so sehr wegen der Story oder der Handlung, sondern vor allem wegen den Drehorten. Diese eine Szene, in der Bond & Co am Strand von einem Kanonenboot aus beschossen werden. Dieser blütenweise Sand, die Palmen und der Krebs, der so vorbeikrabbelt, haben etwas extrem Klischeehaftes - Südsee-Romantik pur.

Du sagst, Bond ist immer derselbe Bond, egal an welchen Drehorten er spielt. Das sehe ich nur bedingt so: Ich finde , dass sich die Filmfigur des Bond ja auch mit der Umgebung identifiziert oder eben nicht. Eben durch dieses positive oder negative Feedback, positioniert sich Bond und trifft insgeheim eine Aussage.

Ein Bond in der Karibik kommt doch ganz anders rüber, als ein Bond auf dem Gebiet der DDR. Die Drehorte prägen die Figur des Bond mit und umgekehrt. (ist meine subjektive Sichtweise)

Schönen Abend, Rolo

hallo rollo

ja, auf alle Fälle sehr interessant, was du da schreibst.

freut mich dass du das alles als anregungen - nicht als „korrektur“ siehst.

Mich
wundert allerdings, dass du eine derart subjektive Sache, wie
Film (wie z.B. auch Literatur oder Kunst) unter
„wissenschaftlichen“ Aspekten betrachten willst. Das hat man
mir immer vorgeworfen (an anderer Stelle im Psychobrett)
Deshalb wundert es mich nicht nur, sondern es freut mich auch
ein bisschen :smile:

vielleicht muss man da trennen: es geht NICHT darum verschiedene geschmäcker über einen kam zu scheren, auch nicht ein „gut“ oder „schlecht“ als absolut hinstellen zu wollen.
es geht darum zu begreiffen und zu analysieren WARUM film wirkt. film an sich und manche filme im besonderen.
und das IST eine wissenschaft.
natürlich, eine schwammige, denn jede analyse kann ihr ergebnis wenns dumm läuft nur bis zur nächsten szene aufrechterhalten.
dennoch gibt es immer wieder einen grossen konsens um bestimmte „techniken“ oder effekte.
natürlich wandeln die sich mit der zeit und sind ebenso kulturell abhängig.
aber natürlich gibt es gemeinsamkeiten.
diese haben eben gerade mit der wahrnehmungspsychologie des menschen zu tun - natürlich kann eine schneller geschnittene szene eine höhere spannung bewirken - ein konsens (wenns „richtig“ gemacht ist) - der natürlich nur soviel wert ist bis der nächste zuschauer vom film gelangweilt ist und auch diese schnellere schnittfolge nicht auf sich wirken lässt . . .
aber: film ist eine sprache, keine gesprochene oder geschriebene zwar, aber eben doch eine sprache. mit zeichen, syntax, bedeutungen.
ich zitiere mal den james monaco („film verstehen“)
darin schreibt christien metz:
„nicht weil das kino eine sprache ist, kann es uns so schöne geschichten erzählen, sondern weil es sie uns erzählt HAT, ist es zu einer sprache geworden.“
diese sprache zu analysieren und zu verstehen, ist (für mich) sehr wohl eine wissenschaft.
manchmal so schwammig wie die philosophie, manchmal so eindeutig wie die mathematik.
alles mit dabei.

Deinen Buchtipp werde ich mir auf alle Fälle mal angucken.

mach das - unbedingt - wenn dich das thema interessiert, wirst du es verschlingen

Ich
glaube allerdings, dass es für einen Regisseur nur bis zu
einem bestimmten Grad möglich ist, das Erleben des Zuschauers
festzulegen.

hitchcock sagte: „man kann auf den gefühlen des zuschauers spielen wie auf einem klavier.“
georg seesslen (deutscher film-kritiker und essayist) sagt über tarantinos kill bill:
" . . . und tarantino ist beim free-jazz angekommen."
ich unterschreibe das voll und ganz.
vorraussetzung ist natürlich dass wir uns dem medium hingeben, es dem medium erlauben - dann wird es auch die kraft haben uns in weite (emotionale) welten zu entführen.
ich persönlich zb liebe den amerikanischen regisseur sam peckinpah - weil seine bedrohlichen situationen mir schon beinahe körperliche schmerzen bereiten. diese fähigkeit emotionale spannungen aufzubauen vergötterre ich beinahe - der nächste zuschauer langweilt sich vielleicht.
anhand welchem (zuschauer) starte ich eine analyse über die wirkunsmöglichkeiten dieses filmes ??

Eine Rose in einer bestimmten Szene und in einer bestimmten
Position kann für 10 Leute 10 verschiedene Bedeutungen haben
und 10 verschiedene Emotionen hervorrufen, weil diese 10 Leute
vielleicht eine völlig unterschiedliche Vita vorzuweisen
haben, im Leben verschiedene Erlebnisse hatte und verschiedene
Erfahrungen gemacht haben, sodass diese Leute jeweils auch zu
ganz anderen Glaubens- und Wertesystemen und Weltanschauungen
gekommen sind, usw.

völlig richtig - mein beispiel war etwas zu vereinfacht.
aber können wir uns darauf einigen dass eine „von unten“ (aus der „frosch“-perspektive) aufgenommene rose sich eher dazu eignet „bedrohlich“ zu wirken, als es die rose aufgenommen von oben auf einem romatischen kissen es tut ?
darum geht es . . .

Ein Autonomer findet Bond vielleicht doof, weil er der Meinung
ist, dass durch Bond-Filme Geheimdienste verherrlicht werden,
die den Staaten als Instrumente der Unterdrückung dienen, ein
Kripo-Beamter findet Bond vielleicht cool, weil der Kripomann
auch gerne so wäre wie Bond.

Schließlich gibt es sehr viele Menschen, die mit Bond-Filmen
absolut nix anfangen können. Warum ist das denn so, wenn es
den Bond-Mythos tatsächlich gibt???

naja, ein mythos muss ja nicht für alle gelten, oder gleich gelten, oder gleich intensiv sein . . . die menge für die es funktioniert ist wichtiger als dass es „alle“ sind . . .
bei bond sind es genug.
wenn ich von einem martini geschüttelt, nicht gerührt rede, wissen viele was ich da gerade labere - ebenso wenn ich „möge uns der himmel nicht auf den kopf fallen“ sage.
es ist "allgemeingut, kulturgut - und begeistert die massen - es muss nicht alle begeistern, nur vielleicht genügend . . .

Zu den Drehorten: Finde ich sehr cool, dass du die jeweiligen
Locations im Zusammenhang mit der Zeit siehst. Hab ich mir
auch schon oft gedacht.

ich glaube man muss bond allgemein öfters im bezug der entstehungszeit sehen.
das mit den locations habe ich in diversen artikeln immer mal wieder aufgeschnappt.
irgendwie nachgeprüft und mir selbst ein bild gemacht habe ich nicht.

Du sagst, Bond ist immer derselbe Bond, egal an welchen
Drehorten er spielt. Das sehe ich nur bedingt so: Ich finde ,
dass sich die Filmfigur des Bond ja auch mit der Umgebung
identifiziert oder eben nicht. Eben durch dieses positive oder
negative Feedback, positioniert sich Bond und trifft insgeheim
eine Aussage.

ja, da hast du sicher recht - andererseits ist doch gerade die bond-reihe davon geprägt dass ich immer wiederkomme und immer weiss was mich erwartet !!!
und ich jubele beim ersten markigen spruch, oder der ersten geküssten frau, oder dem ersten mit abfälligkeitbehandelten neuen spielzeug . . .
ich „kenne“ bond, und freue mich immer ihn wiederzusehen - egal wo . . .
die wahrheit liegt sicher zwischen alldem, wobei ich eher denke dass deine argumentation die allgemeine stimmung des gesamten filmes ausmacht - vielleicht weniger der figur - aber seis drum

Ein Bond in der Karibik kommt doch ganz anders rüber, als ein
Bond auf dem Gebiet der DDR. Die Drehorte prägen die Figur des
Bond mit und umgekehrt. (ist meine subjektive Sichtweise)

ja, aber ist es nicht eher so, das jeder andere ort, aus bond eine andere facette und fähigkeit herausarbeitet ? ohne die figur an sich zu „verdrehen“ ?

ich weiss es auch nicht, müsste da mal darauf mehr achten wenn ich wieder einen sehe - andererseits ist die location eben wieder nur ein (kleiner) baustein der zum funktionieren oder versagen des bestimmten filmes beiträgt - ein mosaiksteinchen, in der mathematik des bonduniversums, das man zwar für sich alleine stehend analysieren kann, aber im allgemeinen man keine „formel“ herausbekommt - also, kann man das dann wissenschaftlich sehen ??
:wink:

viel spass beim filme schauen
grüsse
vertigo