hallo,
bin da mit vielem nicht oder nur bedingt einverstanden was du schreibst . . . zumindest will ich mal einige andere oder gar neue ansätze einbringen . . .
Da der Bond-Mythos objektiv schon gar nicht
belegbar ist, bleibt mir nichts anderes übrig, als möglichst
viele subjektive Standpunkte einzufangen und diese Puzzleteile
dann zu einem großen Ganzen zusammenzufügen.
ich denke schon dass der bond-mythos belegbar ist, eben durch das sehen der filme, und des verstehens der mechanismen die in diesen filmen wirken. natürlich, jeder mensch ist anders und somit „wirkt“ auch jeder film für jeden anders - daher deine frage des subjektiven eindruckes.
wenn das aber die voraussetzung wäre woran man misst ob filmanalyse „sinn“-voll ist oder nicht, dann hätten wir viele inteligente schriften der letzten 100 jahre nie zu lesen bekommen.
also ich denke schon, dass man eine art „mathematik“ des filmemachens - verzeih, des bondfilmes herausarbeiten kann; das man sehen kann was bond sein will, und wie ihm das gelungen ist.
der bond-mythos ist analysierbar, daher auch festlegbar.
natürlich, jeder zuschauer wird mit diesen ergebnissen IMMER unterschiedlich einig sein - aber das heisst ja nicht dass man als analyst, nicht seine sicht bekunden kann - sofern man sie eben auch begründet.
Jeder Film, also auch jeder Bond-Film erschafft ja eine eigene
virtuelle Welt, eine Imagination. Beim Lesen eines Buches,
mahlt sich der Leser diese Welt selber aus. Bei einem Film
übernimmt das der Regisseur zu einem großen Teil für den
Zuschauer.
richtig, eine der grössten kritiken die buchbegeisterte immer wieder anbringen.
wenn im roman von einer rose die rede ist, dann stellt sich der eine leser die rose vor die er gestern geschenkt bekam, der andere die rose, deren busch er gestern stolz schnitt, der dritte, arbeitet im blumenladen und hat eine ganz andere emotion dazu . . .
und im film ? - „da wird mir die rose ja gezeigt, da kann ich meine phantasie gar nicht spielen lassen“ - ja, richtig, aber ein guter filmemacher wird sich immer überlegen wie er die rose in szene setzt, mal zärtlich romantisch auf einem kissen liegend, mal stolz und aufgereckt in blühender natur, mal untergegangen verdeckt unter tausend anderen - und schwupps, hat er damit doch eine emotion geschaffen - da die erinnerung von menschen zu grossen teilen aus emotionen besteht, denkt der zuseher plötzlich an die rose die er gestern geschenkt bekam, oder eben an die in seinem garten, oder er denkt eben an die arbeit . . .
ok ?
es ist anders, nicht „schlechter“ oder „weniger“
für manche menschen, steckt darin sogar MEHR emotion und gefühl . . . als in schlecht gewählten worten . .
allerdings habe ich in einem bond so selten eine rose gesehen . . .
wenn du mal zeit hast was spannendes zu lesen: „film verstehen“ von james monaco; beginn und kern einer guten filmbibliothek.
Die Figur des James Bond wirkt somit in jeder Handlung, in
jeder Story und vor jedem Drehort (Karibik, Süd-Ost-Asien)
auch anders, weil sie jeweils anders in Erscheinung tritt und
anders in Szene gesetzt wird.
das kann man so oder so sehen. erstens denke ich dass jede szenerie eben auch bond-„gerecht“ dargestellt wird, somit wäre es egal wohin ER geht - der versuch der produzenten ist natürlich immer einen exotischen touch einfliessen zu lassen, womit bond, der lebemann, der überall hinreisen darf, uns auch zu unglaublich atemraubend schönen landschaften hin entführt - er, der eine bond.
andererseits sind all die reiseziele natürlich unterschiedlich, schliesslich erleben wir (zum teil) auch immer landestypische kleinigkeiten - aber, macht das aus bond einen anderen menschen ? ich denke eigentlich nicht, vielmehr ist er eben der anpassungsfähige, der in jeder (noch so unbekannten, exotisch bedrohlichen) situation stets die richtige lösung weiss.
viel interessanter finde ich, welche gegenden in welchem entstehungsjahr als „interessant“ genug für bond erachtet wurden.
die figur bond im wandel der zeit, sagt uns deutlich mehr als die locations - meine meinung
Stelle Dir als Drehort eines
Bond-Streifens den Ruhr-Pott vor oder ein kleines Kaff in
Niederbayern!!! Das würde nicht passen, obwohl die Figur des
Bond die gleiche wäre, wie immer.
„im geheimdienst ihrer majestät“ fällt mir dazu spontan ein . . . ein zumindest klein anmutendes (und dörflich wirkendes) kaff irgendwo in der schweiz . . . nix mit glanz und gloria
Gegenbeispiel: Die neuen Bond-Filme mit Daniel Craig haben
meiner Meinung nach den Bond-Mythos eher beschädigt, was ja
belegt, dass der Mythos nicht nur an der Figur des Bond hängt,
sondern auch von der Inszenierung abhängt. Die neuen
Bond-Filme sind zwar sehr gute Action-Streifen, haben aber mit
dem klassischen Bond nichts mehr zu tun. Ähnlich wie die
neuen, modernen Episoden von Star Wars nichts mit der
klassischen Star Wars Welt der alten Teile zu tun haben.
sehe ich auch komplett anders.
für mich ist der „neue“ bond zm einen eine lang überfällige „frischzellenkur“, zum anderen ist gerade casino royal eben für den mythos ja unglaublich - er spielt gerade mit all dem was uns 40 jahre lang gegeben war - und zeigt uns manche sachen in ihrer entstehung. stichwort martini geschüttelt.
für mich war es überfällig, uns nicht mehr mit all dem abzuspeisen was wir jahrelang als „gegeben“ betrachteten, sondern uns in eben die „entstehung“ des mythos zu entführen.
bond ist endlich in der neuzeit angekommen, daniel graig ist härter auf der einen seite, andererseits ist er auch verletzlicher.
wann gab es schon mal eine szene in einem bond film in dem die zeit stehenzubleiben scheint und sich die protagonisten auf ihr innerstes konzentrieren, sich ihren ängsten stellen - als bond vesper unter der dusche in die arme nimmt, ist das gerade WEIL bond das macht eine der stärksten szenen - für mich ist er damit im neuen jarhundert angekommen - bei allen problemen die „die männlichkeit“ mit ihrer heutigen identifikation hat. kein urgestein mehr das von seiner zeit eingeholt wurde . . . endlich wieder der „moderne“ mann, den connery für seine zeit so gut verkörpern konnte, und den ian flemming sich ausgedacht hatte.
was die figur angeht, so waren die letzten 10-15 jahre bond für mich ein stillstand, gerade weil man zu sehr am alten festgehalten hat, sich nicht getraut hat mit der zeit zu gehen - aber gerade das machte bond ja immer aus: die neuesten technischen spielereien, die neuesten politischen feindbilder, die neuendeckten erotischen frauen.
nur die figur, blieb stehen . . .
insofern ist der „neue“ bond natürlich irgendwo anders als der „alte“, aber er bleibt bond, eben aktueller den je.
also klar, kann man so sehen, wie man alles unterschiedlich sehen kann - ich für meinen teil denke er hat sich weiterentwickelt - ohne sich zu verraten
und was denkt ihr ?

grüsse