das eben ist der Knackpunkt, die Fortbildung war dein Privatvergnügen und nicht vom Chef angestossen.
Das ja, allerdings tatsächlich mit Augenmerk darauf, wie man
dem AG mehr Leistung anbieten kann.
Da kann ich Dir nicht zustimmen. Wenn ich mich privat mit viel Zeitaufwand und Kosten fortbilde, dann habe ich dabei doch nicht in erster Linie das Wohl meines AG im Blick. Nein, es geht mehr um meine eigenen beruflichen Chancen.
Du darfst nicht erwarten, dass dein Chef Dir deshalb jetzt sofort ein höheres Gehalt zahlt. Bezahlt wird nur für höhere Leistung, nicht für höheres Potential.
Klares Jein. Nur weil man sich fortgebildet hat ist nicht
automatisch mehr Geld drin. Aber wenn man de facto mehr
leisten kann, dann sieht es so aus:
Wird das Mehr an Leistung gewünscht, sollte es auch
entsprechend honoriert werden.
Der AG wünscht immer das Maximum an Leistung. Wenn jetzt durch die Fortbildung mehr Ergebnis dabei herauskommt, dann ist das durchaus eine Basis für Gehaltsverhandlungen. Die kann ich aber erst nach entsprechenden Erfolgen führen und nicht schon vorher. Für Aussichten auf zukünftige Leistungen gibts jetzt noch nichts.
Wird es explizit nicht gewünscht, dann setzt man es
nicht für dieses Unternehmen ein.
Letzteres heißt schlußendlich: Wenn Chef sagt „Du kriegst
nicht mehr“, dann sagt man sich selbst „Oki, dann tue ich auch
nicht mehr.“ bzw. „Oki, dann suche ich mir ein Unternehmen,
was dieses Mehr an Leistung haben möchte“.
Das nennt man dann „innere Kündigung“.
Die wenigsten Chefs sind so dumm und verstehen nicht, was
passiert wenn ein Mitarbeiter höheres Potential hat und weiß
welchen Marktwert dieses hat, dieses aber weder eingesetzt
noch bezahlt wird.
Chefs erkennen ein höheres Potential normalerweise und übertragen dann Aufgaben mit höherer Verantwortung. Das ist der normale Weg. Zum Chef zu gehen und auf Grund der privaten Fortbildung nach verantwortungsvolleren Aufgaben zu verlangen ist der genau entgegengesetzte Weg.
Ausserdem hat er seine Einstellung dazu ja schon durchblicken lassen, er ahnt wohl schon dass du bald „ankommst“. Also bitte lass es sein.
Ich würde nur die Argumente richtig legen, aber es auf
keinen Fall sein lassen!
Die richtigen Argumente wären Fakten, wie seit der Fortbildung
a) in kürzerer Zeit die bisherige Arbeit erfolgt
b) mehr Aufgaben von dieser Person erledigt werden
b) dem Unternehmen zusätzliche Gewinne möglich sind
… als vorher.
IMHO der falsche Weg. Wenn ich durch meine neu erworbenen Kenntnisse schneller arbeite, mehr Aufgaben erledigen kann und so dem Unternehmen zusätzliche Gewinne möglich mache, dann tue ich das erstmal für geraume Zeit mit Erfolg, bevor ich zum Chef gehe. Wenn ich allerdings nur das mache, was der Chef mir zuteilt, dann wird das natürlich nichts mit den Erfolgen. Also heisst es mit offenen Augen durch die Firma gehen und nach Chancen Ausschau halten. Beispiele: Ein Kollege ist längere Zeit weg, ein Stammkunde will was spezielles, eine neue Niederlassung wird aufgemacht etc. etc. Die Liste kann man unendlich weiterführen. Will sagen: Die Chance sich für höhere Aufgaben zu empfehlen wird kommen, man braucht nur etwas Geduld. Von „was anderes suchen“ ist gar nicht die Rede. „Es sein lassen“ bezog sich auf die Forderung nach mehr Gehalt direkt nach der privaten Fortbildung.
Wenn der Chef klar ausdrückt, dass das nicht in seinem
Interesse ist, dann ist ihm nicht mehr zu helfen, aber es
„sein lassen und sich stillschweigend was Anderes suchen“ ist
wohl für alle Beteiligten die schlechteste Lösung.
Wie viele Missverständnisse gibt es jeden Tag, weil man
Vermutungen aufstellt, statt klar zu sagen was Sache ist?
Die Zusatzkenntnisse werden Dir irgendwann nützlich sein nur halt nicht jetzt sofort.
Laut Themenstellerin kommen sie sogar jetzt schon zum Einsatz.
Somit entsteht dem Unternehmen schon ab heute ein
nachweisbarer Vorteil, und wenn das Unternehmen dies nicht
haben möchte, dann ist es im freien Markt fehlplaziert.
Mag sein, aber so läuft es halt in der Praxis nicht mit der Karriere.
Grüße
Christian
Gruß,
Michael