habe vorkurzen einen Artikel gelesen indem es um unsere Ernährung ging. Der Autor ist der Meinung das bestimmte Nahrungsmittel nur zu einer bestimmten Zeit/Mahlzeit gegessen werden sollen z.b. Kohlenhydrate zum Frühstück, Eiweiß zum Abendessen.
Wer kennt sich hier aus? Hat davon gehört? Gibt es eine Internetseite???
Alter Hut, aber immer noch gut sitzend
Hallo Nicole,
weder revolutioniert die Meinung des Autors den ‚Diät-Markt‘ noch ist es eine brandneue Erfindung… Die Empfehlung, während des Tages bestimmte Nahrungsmittelschwerpunkte zu setzen, richtet sich schlicht danach, wie ein Mensch tickt (Biorhythmus) - nicht mehr und nicht weniger.
z.b. Kohlenhydrate zum Frühstück,
Ist ja logisch… Du mußt Dir den menschlichen Körper wie einen Computer vorstellen: nachts geht er zwar in den Standby-Modus, trotzdem laufen im Hintergrund zig Programme ab, die tierisch am (Kohlenhydrat)Arbeitsspeicher zerren. Das, was nachts läuft, ist Schwerstarbeit (und damit meine ich ausnahmsweise mal nicht unzüchtige Handlungen im Schlafgemach *g*), danach ist der Arbeitsspeicher total ausgepowert und muß aufgefüllt werden. Womit? Mit Kohlenhydraten, aber bitte nach Möglichkeit mit sogenannten langsamen Kohlenhydraten (z. B. Vollkornbrot, Müsli, etc.). Die lassen den Blutzuckerspiegel nur langsam ansteigen, halten ihn länger konstant und lassen ihn auch nur langsam wieder auf Normallevel absinken. Es muß wesentlich weniger Insulin ausgeschüttet werden, also gibt es keine Heißhungerattacken und keine Durchhänger im Laufe des Vormittags. Gegen ein zweites Frühstück ist natürlich nichts zu sagen, auch wenn es nicht allzu üppig ausfallen sollte.
Eiweiß zum
Abendessen.
Auch hier eine kleine Einschränkung: leicht verdauliches und hochwertiges Eiweiß (ein Paradebeispiel für ein solches Abendessen: gebackene Kartoffel, die zwar wenig, dafür aber in 1A-Qualität pflanzliches Eiweiß liefert, mit Kräuter- oder Gemüsequark). Da wir uns im Brett ‚Diäten‘ befinden, Du also mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit nicht unbedingt an den chemischen Vorgängen sondern an ‚was hat das alles mit Abnehmen zu tun?‘ interessiert bist: auch in dieser Hinsicht ist die Empfehlung schlüssig. Im Schlaf wird durch die Hypophyse STH (= somatotropes Hormon, Wachstumshormon) ausgeschüttet, das - dies ist ein ganz normaler Vorgang, der bei jedem Menschen stattfindet - a) aus Fett Energie ‚zaubert‘ und b) überflüssiges Fett im Körper abbaut. Damit das klappt, braucht STH aber reichlich ‚Brennstoff‘ und der besteht zum größten Teil aus Eiweiß.
was du über die verbrauch, bzw. soll-seite im stoffwechsel während eines tages schreibst leuchtet (mir) ein, aber wenn ich dann lese, dass der gesamte verdauungsprozess ca. 30 h (mit offensichtlich grosser varianz - allein dadurch verbieten sich m.e. generelle ratschläge*) dauert, dann weiss ich nicht, wie man aus einem zum zeitpunkt x auftretenden soll (zb. kohlehydratmangel morgens) ableitet, dann zu diesem zeitpunkt auch genau diese nahrunsgbestandteile bevorzugt aufzunehmen. das würde ja bei den 30 h bedeuten, 9:00 gegessen, 15:00 am folgetag aufgenommen…
*aufmerksam auf das themengebiet wurde ich, weil sich bei einer darmendo bei mir herausstellte, dass mein darm - ja es ist mir etwas peinlich - zu lang für das endoskop war, das offensichtlich für mehr als 95% der bevölkerung dicke reicht.
und meine ernährung ist wahrlich nicht den ratschlägen entsprechend…ich esse hauptsächlich abends, sonst obst & butter-/milch tagsüber. habe leistunsgtechnisch dabei keine probleme…würde diese m.e. aber haben, da ich wochentags frühs mehrere kms schwimme und noch viel mehrere (zweistellig) radle…
manchmal denke ich erst nach dem senden die dinge zu ende…immerhin.
mir ist klar, dass es keine 30 h dauert, bis zb. die kcals aus kohlehydraten ins blut bzw. in die zellen ‚metabolisiert‘ sind. ich stelle mir das grob (siehe mein nick so vor, dass die aufnahmerate der div. nährstoffe wie eine e-kurve abinmmt, am anfang viel, dann zunehmend immer weniger (bis ganz hinten im darm gar nix mehr verdaut wird). der anfang wird aber nährstoffabhängig nicht bei dem moment nahrungsaufnahme liegen sondern dort, wo der abbau maximal einsetzt - also auch nicht notwendigerweise im magen. das ganze wohl auch noch individuell verschieden und - wie du auch erwähnst - davon abhängig, wie der nährstoff im nahrungsmittel vorliegt, und was sonst noch an weiteren nährstoffen aufgenommen wird.
wenn es so schnell ginge würde sich das heer der triathleten / ausdauersportler nicht so viele gedanken machen, wie man am schonensten mögl. viel kcals in die zellen bekommt…
umgekehrt kenne ich auch marathonis, die prinzipiell nix essen beim laufen (es sind ja nur 42kms , deren kcal-speicher müssten da ja auch reichlich leergepumpt sein.
für mich sieht es so aus, als gehöre dieses thema noch nicht ins gebiet von wissenschaftlich & stat. signifikant erwiesen, sondern glaube & meinung … wie sovieles medizinische v.a. hier im brett…was nicht heissen soll, dass es nicht stimmt, oder dass es nicht zutrifft, wer an sowas glaubt hat sicher höhere chancen, dass es bei ihm / ihr so ist…