Bestimmten Informationen Priorität geben

Hallo,

gibt es einen Trick das Gehirn/ den Verstand dazu zu bringen, bestimmten Informationen mehr Prioritäten einzuräumen?

Ich meine damit, jeder Mensch ist einer Menge Einflüsse ausgesetzt, auch letztendlich unwichtige Einflüsse/ Eindrücke beanspruchen einen Teil der Gehirn-/ Gedankenleistung zu der das Gehirn (in einer bestimmten Zeitspanne) überhaupt fähig ist.

Beispiel:
Ich lese in der Zeitung von einem Ereignis, das mich zwar berührt, dessen verstandesmässige Speicherung mir aber keinen dauerhaften Gewinn bringt.
Ich nehme für mich wichtige Informationen auf, kann sie aber nicht mehr in meinem Gehirn speichern, weil meine Speicher schon von unwichtigen Informationen ausgelastet sind.

Kann man das Gehirn mittels irgendwelcher Tricks dazu bringen, bestimmte Informationen für wichtiger als andere zu erachten?

Gruß
karin

Hallo,

gibt es einen Trick das Gehirn/ den Verstand dazu zu bringen,
bestimmten Informationen mehr Prioritäten einzuräumen?
Ich meine damit, jeder Mensch ist einer Menge Einflüsse
ausgesetzt, auch letztendlich unwichtige Einflüsse/ Eindrücke
beanspruchen einen Teil der Gehirn-/ Gedankenleistung zu der
das Gehirn (in einer bestimmten Zeitspanne) überhaupt fähig
ist.

Dein Gehirn ist immer noch ein von Dir bestimmtes Körperteil und kein
Computer, dessen Festplatte irgenwann voll ist. Ebenso wächst es mit den Ansprüchen.

Beispiel:
Ich lese in der Zeitung von einem Ereignis, das mich zwar
berührt, dessen verstandesmässige Speicherung mir aber keinen
dauerhaften Gewinn bringt.
Ich nehme für mich wichtige Informationen auf, kann sie aber
nicht mehr in meinem Gehirn speichern, weil meine Speicher
schon von unwichtigen Informationen ausgelastet sind.

Kann man das Gehirn mittels irgendwelcher Tricks dazu bringen,
bestimmte Informationen für wichtiger als andere zu erachten?

Ja, kannst Du. Zuerst einmal solltest Du Dein Gehirn nicht (wie ich schon oben beschrieben habe) mit einem Computer verwechseln.
Wenn Du Dir etwas ganz genau merken möchtest, gibt es das alte Instrument der Eselsbrücken. Auch das so tolle, neue „Super Learning“ ist nichts anderes als das Prinzip Eselsbrücke.
In der Praxis bedeutet das: Willst Du Dir einen Namem merken, dann wiederhole ihn innerlich und gib ihm ein Gesicht. Nehmen wir einmal an, jemand heisst „von Hoinigen -Hühne“ Es ist eine blonde Frau. Jetzt musst Du Dir eine Geschichte überlegen. Das würde bei mir so aussehen: Heu ist so was ähnliches wie Stroh, und das ist blond die Frau ist groß - also ein „Hüne“. Ihre Sippe stammt aus Holland, wo sehr viele Begriffe mit „ingen“ enden. Mir reicht diese Erklärung, um immer wieder auf den Namen zu kommen. Du musst Dir eine eigene einfallen lassen.

Im allgemeinen gilt: denke über das, was Du Dir merken willst nach. Verbinde es mit anderen Eindrücken und mache es für Deinen Geist „erlebbar“.
Nur eines geht nicht: Wenn Dein Kopf sich etwas nicht merken WILL, dann kannst Du es ihm auch nicht beibringen.

Viel Glück
Ricarda

Gruß
karin

Das unbestechliche Gehirn

Hallo,

gibt es einen Trick das Gehirn/ den Verstand dazu zu bringen,
bestimmten Informationen mehr Prioritäten einzuräumen?

Ich meine damit, jeder Mensch ist einer Menge Einflüsse
ausgesetzt, auch letztendlich unwichtige Einflüsse/ Eindrücke
beanspruchen einen Teil der Gehirn-/ Gedankenleistung zu der
das Gehirn (in einer bestimmten Zeitspanne) überhaupt fähig
ist.

Beispiel:
Ich lese in der Zeitung von einem Ereignis, das mich zwar
berührt, dessen verstandesmässige Speicherung mir aber keinen
dauerhaften Gewinn bringt.
Ich nehme für mich wichtige Informationen auf, kann sie aber
nicht mehr in meinem Gehirn speichern, weil meine Speicher
schon von unwichtigen Informationen ausgelastet sind.

Kann man das Gehirn mittels irgendwelcher Tricks dazu bringen,
bestimmte Informationen für wichtiger als andere zu erachten?

Hallo,

ich bin zwar kein „Fachmann“, aber meine subjektive Meinung dazu rührt aus meiner eigenen Erfahrung mit meinem eigenen Gehirn: es filtert sehr wohl unbestechlich (auch unbestechlich von meinen bewussten Wünschen!) Dinge heraus oder eben nicht, die es selbst für absolut wichtig hält.
Den Wichtigkeitsfaktor erhalten dann auch Dinge, die ich zwar von meinem Bewusstsein als unwichtig oder weniger wichtig erachte, die aber mein Unterbewusstsein für sehr wichtig erachtet aufgrund von vielleicht Erlebtem, aus der Summe von Ereignissen, vielleicht auch Gefühlen usw.
Kann ich nur schwer in Worte fassen, aber ich glaube, dass das Gehirn insofern sehr unbestechlich ist. Vermeintlich unwichtige Dinge, denen man die Priorität hinsichtlich des „Speicherns“ absprechen will, beschäftigen offenbar das Gehirn, das Unterbewusstsein doch sehr. Das Bewusstsein kann es vielleicht nur sehr gekonnt verdrängen.

Ein Beispiel: ich habe jahrelang ein Trauma verdrängt. Die Gefühle dazu, die Ängste usw. bahnen sich aber vehement den Weg ins Bewusstsein. Das kann so krass ablaufen, dass vermeintlich „wichtige“ Alltagsdinge (lernen, Beruf, Studium, essen, trinken, Buch lesen, Konzentration usw.) den Bach runtergehen, eben z.B. die Konzentration nachlässt, wichtige Dinge nicht mehr behalten werden usw.
Daraus habe ich für mich abgeleitet, dass mein Gehirn „selbst entscheidet“, was wichtig ist, für mich wichtig ist - auch und gerade weil meine diversen Abwehr- und Verdrängungsmechanismen ganz gut funktionier(t)en.

Bin gespannt, wie es die „Fachleute“ sehen.

mipiace

Hallo Karin,

da gibt es viele Tricks. Es kommt aber ganz darauf an, in welchem Zusammenhang, für welchen Zweck und wen du von der Priorität überzeugen möchtest.
Ein Beispiel aus meiner beruflichen Praxis als pädagogischer Psychologe:
Wenn ich einer Person Information von hoher Priorität vermitteln möchte, dann hole erstmal ihr Einvertändnis ein und vermittle die Information dann, während sie etwas gerne tut, wo sie genau diese Information braucht. Das heisst, es wird learning by doing organisiert. Die Ergebnisse sind überwältigend: gewollte, gesuchte und handlungsrelevante Information wird meist in einem Durchgang erlernt, wenn auch noch die Grösse der angebotenen Informationsmenge passt.

Grüsse,
Hannes

Hallo,

gibt es einen Trick das Gehirn/ den Verstand dazu zu bringen,
bestimmten Informationen mehr Prioritäten einzuräumen?

bei mir würde es vermutlich funktionieren, wenn ich mit diesen Informationen mehr positive Empfindungen verbinde (mal ungeachtet, wie man _das_ bewerkstelligt). Würde mich interessieren, ob dies i.allg. so ist oder allgemeiner, gibt es i.allg. einen Zusammenhang zwischen den Emotionen mit denen „verfügbare“ Erinnerungen behaftet sind und den aktuellen Gemütszustand ? Evtl. Emotionen als „Zugriffsschlüssel“ auf Teile des Gedächtnisses ?

Gruss
Enno

Hallo!

Daniel Schacter beschreibt das sehr gut in „Searching for Memory“.
Die aktuelle Stimmungslage beeinflusst unsere Erinnerungen gewaltig da die ja erst im Moment des „Abrufs“ zusammengebastelt werden.

Einer der stärksten Auslöser für Erinnerungen scheinen Gerüche zu sein.

Tschüss

Matthias

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Hallo,
interessant - Gerüche paßt auch gut zu den vielfältigen Erinnerungen/Assoziationen, die man beim Joggen hat („Nase frei“) und das verstärkt zu „geruchsintensiven“ Jahreszeiten (z.B. Frühling). Sicher spielt da der allgemeine, leicht euphorische Gemütszustands auch eine Rolle.
Ist die Sonderrolle der Gerüche näher begründet ? Unterliegen sie z.B. weniger einer verstandsmäßigen Vorklassifizierung als z.B. optische Sinneswahrnehmungen ?

Gruss
Enno

Hallo!

Der Geruchssinn ist der einzige der nicht durch den Thalamus „vorsortiert“ wird.
Die „Rohdaten“ werden ohne weiteren Einfluss ausgewertet und erst danach an den Thalamus weitergeleitet.

Tschüss

Matthias

1 „Gefällt mir“

Danke (owT)
.

Hallo!

Außerdem geht die Riechbahn noch über die Amygdala und den Hippocampus. Regionen, die mit der Gedächtnisleistung und Emotionsverarbeitung vergesellschaftet sind. Hieraus leitet man auch ab, daß man sich an Gerüche so gut erinnern kann.

Gruß
Peter

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interessanter Link zum Thema
Hallo,

ich habe einen interessanten Link zum Thema gefunden:
http://www.br-online.de/wissen-bildung/thema/psychol…

unter: Arten des Erinnerns
„Wissensinhalte lassen sich durch immer wieder eintretende Erfahrungen, d.h. Wiederholungen, ins Langzeitgedächtnis übertragen. Dieser Prozess lässt sich beschleunigen, indem wir den zu behaltenden Inhalten mit Offenheit, Interesse und Neugier entgegentreten und ihnen gegenüber eine positive emotionale Stimmung erzeugen. Noch schneller kann etwas mit Hilfe von Gedächtnisstrategien behalten werden, die auch viele Gedächtniskünstler einsetzen.“

Gruß
karin