Bestimmung Paprika-/ Peperoni-/ Chili-Sorte

Hallo,

wer kann helfen in der Bestimmung einer Paprika-, Peperoni- oder Chili-Sorte?

Wir hatten in der Gärtnerei verschiedene Sorten gekauft um neben den uns bekannten einfach mal ein paar neue auszuprobieren. Unter anderem „vermeintlich“ diese hier mit der Bezeichnung „Capsicum annuum“ (Spanischer Pfeffer): https://postimg.cc/GTyN26ZR

Die Pflanze die jetzt gewachsen ist sieht schon ganz anders aus als Spanischer Pfeffer und die Früchte erst recht:

Anscheinend hat irgendein Spaßvogel in der Gärtnerei die Beschreibungs-Schildchen ausgetauscht; nicht weiter tragisch aber jetzt interessiert es uns doch was das für eine Pflanze ist, wann die geerntet werden kann (sieht schon danach aus) und auf welchen Schärfegrad man sich so einstellen darf :slight_smile:

Wäre prima wenn jemand weiterhelfen kann, herzlichen Dank.

VG,
max

war das nicht zu scharf gewesen ?
:blush:

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lol, netter Typo, hab’s korrigiert :wink:

Hallo,

für den Laien verwirrend und ggfs. auch ärgerlich: viele Chilipflanzen tragen den botanischen Namen Capsicum annuum und die haben dann große und kleine, dünne und dicke, lange und kurze, scharfe und milde Früchte und sind eben auch über das gesamte Farbspektrum von gelb über orange, rot bis hin zu blau und lila verteilt. Die Auszeichnung war insofern korrekt, wenn auch die Abbildung auf der Karte nicht ganz zutreffend ist.

Welche Unterart das ist…? Kaum zu sagen. Der Fantasie der Züchter sind keine Grenzen gesetzt, so dass auch jedes Jahr neue Sorten in allen Farben, Formen und Schärfegraden auf den Markt kommen.

Eine Chilipflanze. :man_shrugging:

Grüße
C.

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Koste doch mal.
Dann wäre zumindest geklärt, ob es milde, scharfe oder seeehr scharfe Früchte sind :grinning:

Nicht mit Sicherheit!
Ich hatte mal einen Pfefferoni - Strauch, die Schoten waren grün, gelb und rot, eigentlich ein Zierstrauch, aber mit essbaren Früchten.

Diese waren Alles von mild bis höllisch, unabhängig von der Farbe.
Ein Glücksspiel.

Der Hinweis, dass die Pflanze bzw. Teile davon nicht zum Verzehr geeignet sind, findet man auf vielen Pflanzen, die z.B. von Baumärkten verkauft werden. Das kann einerseits damit zu tun haben, dass die nichts mit dem Inverkehrbringen von Lebensmitteln am Hut haben wollen und andererseits auch damit, dass die in der Aufzuchtphase mit Insektiziden & Co. behandelt wurden. Dennoch sind natürlich die späteren Früchte im Zweifel zum Verzehr geeignet.

Wobei die Farben (wie bei „normalen“ Paprika) eigentlich™ den Reifegrad anzeigen: grün–>gelb–>orange–>rot und damit auch eine zunehmende Schärfe. Ausschließen, dass da jemand etwas gezüchtet hat, bei dem alles Kraut und Rüben durcheinander geht, kann ich natürlich nicht, wäre mir aber tatsächlich neu.

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Bei den Vettern von Peperoni und Chilis ist diese Eigenschaft für eine Sorte typisch: In Galizien gibt es eine alte Landsorte von dünnwandigem Brat-Paprika „Pimientos de Padrón“, bei der zwischen der überwiegenden Mehrheit von sanften einzelne gediegen scharfe Früchte sind. Das Experiment, ob sie, wenn man sie über den grünen Zustand hinaus weiter reifen lässt, alle scharf werden, hab ich nie unternommen. Für alle, die das Phänomen näher untersuchen wollen: Wie es sich für alte Landsorten gehört, keine Hybriden. Saatgut u.a. bei Dreschflegel.

Schöne Grüße

MM

@C_Punkt
Da hast Du ohne Zweifel recht, auf dieser (aus einem Blumengeschäft einer Kette) stand aber explizit drauf: „FRÜCHTE ESSBAR!!“ .

Dass man sie trotzdem waschen sollte, ist wohl logisch.
Jedenfalls eine hübsche, lustige und unterhaltsame Staude (die ich einer ebensolchen Dame schenkte und dann keine neue mehr verfügbar war. Pflanze…).

Mahlzeit; K.

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Ah, ich verstand den Text so, dass das Gewächs zwar nur als Zierstrauch ausgewiesen war, sich die Früchte aber als essbar herausstellten.

jo … Russisch Roulette :crazy_face:

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Für mich sehen die Früchte aus wie eine lila Blockpaprikasorte.
Wie groß sind die denn?
Werden die zunächst grün?

z.B. so was:

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aktuell ist die größte 10 cm lang und hat ca 5 cm Durchmesser

ja
bin gespannt ob sie über schwarz zu rot abreift

Schließe ich aufgrund des Aussehens und der Größe aus.

Naja, die Blätter sind so typisch Chili, dass sie sogar auf dem Foto von Flora Incognita erkannt werden, die Früchte sehen halt aus wie eine lila Chili und die Größe ist auch nicht auffällig. Ich habe aktuell in Freilandhaltung alles zwischen 20 cm und einem knappen Meter. Chili, Peperoni, Pfefferoni usw. sind keine trennscharfen oder gar botanisch eindeutigen Bezeichnungen.

Oberbegriff ist Paprika bzw. die Gattung Capsicum, darunter so um die 50 Arten, wobei die typischen bzw. bekanntesten Vertreter Capsicum annuum und Capsicum chinese (u.a. Habanero und Bhut Jolokia) sind, zu denen jeweils wahrscheinlich hunderte Varianten gehören, die von grün über gelb, orange und rot bis blau und schwarz reifen.

Etwas weniger bekannt (bzw. mit nur wenigen bekannten Vertretern) sind Capsicum frutesceens (Piri piri), Capsicum baccatum und Capsicum pubescens.

Eines haben sie alles gemein: die Pflanzen bzw. ihre Früchte werden als Chili bezeichnet - oder eben als Peperoni oder - seltener - als Pfefferoni.

Meine Güte, Max schreibt über die Fruchtgröße:

aktuell ist die größte 10 cm lang und hat ca 5 cm Durchmesser

Und Deine?
Seine Früchte sind nicht glatt sondern haben „Blöcke“,
Keine Gemeinsamkeit mit Chilis, außer der Farbe.
Es sind einfach Gemüsepaprikas…

Was erst einmal beides das gleiche sein kann, weil Paprika und Chili jeweils unter Capsicum annuum fallen (können). Die klassische Gemüsepaprika wird grün, gelb, orange und rot verkauft und reift auch nicht in lila aus. Aber natürlich gibt es Züchtungen mit lila Früchten, die im Fachhandel als Zier- oder Blockpaprika (wäre ein heißer Kandidat) oder eben als Chilipflanze mit fantasievollen Namen verkauft werden (es könnte sich hier um eine Verwandte der Lila Tiger, Marconi Purple oder Habanero Choclate handeln; Purple Tiger passt von der Form her, aber deren Blüten sind lila und nicht weiß).

Die ganzen Spielereien, die es inzwischen gibt, kann man auch deswegen sinnvollerweise nicht in Paprika und Chili unterscheiden. Hinzu kommt, dass bei verschiedenen Händlern ein und die selbe Sorte mal als Chili und mal als Paprika verkauft wird.

Für eine klassische Gemüsepaprika haben die Früchte jedenfalls nicht nur die falsche Farbe, sondern die Früchte sind im Verhältnis zu den Blättern viel zu klein, unten zu rund, oben zu schmal und an den Seiten zu glatt. Von der Größe könnte es noch etwas sein, das als Snackpaprika verkauft wird, aber auch dafür sind die Früchte an den Seiten zu wenig strukturiert.

Das Hauptproblem ist die Vielzahl von Sorten, die auch daher kommt, dass sich Chilipflanzen prima kreuzen lassen, weswegen man im allgemeinen auch empfiehlt, zwischen den Sorten wenigstens einen Meter Abstand zu lassen, sofern man aus den Samen wieder Früchte fürs Folgejahr ziehen will.

Dann gibt’s ja noch so Urlaubs-Mitbringsel von besonders originellen Züchtern…


(Falls zu anstössig bitte löschen)