Bestimmung von Ostern

Hallo Wissende,

in der Konstantin - Ausstellung in Trier habe ich gelernt, dass die Festlegung des Osterfestes auf diesen Kaiser zurückgeht. Ich dachte immer, dieses sei von den Juden übernommen worden.

Hat Konstantin nur die jüdische Rechenmethode verbindlich vorgeschrieben oder eine neue Berechnung eingeführt?

Unterscheidet sich der jüdische vom christlichen Ostertermin?

Bekanntlich differiert der orthodoxe Ostertermin gegenüber dem römischen zwischen 0 und x Wochen. Warum? Ist das auch auf Konstantin zurückzuführen?

Danke für Eure Hinweise.

Wolfgang D.

Tach Wolfgang,

die Sache ist außerordentlich kompliziert:
Das Pessach-Fest fällt immer auf den 14. Nisan, den Frühlingsmonat des jüdischen Kalenders.

Die kleinasiatischen Christen hielten den diesem 14. Tag des Nisan fest, egal, auf welchen Wochentag er fiel - deshalb hießen sie die Quartodecimaner.
Die römische Gemeinde ging im Gegensatz dazu von einer regelmäßigen Feier des Gedächtnisses des Todes und der Auferstehung Jesu aus, wobei der Freitag als der Todestag und der Sonntag als der Auferstehungstag betrachtet wurde. Somit mußte das Osterfest immer auf einen Sonntag fallen. Falls der Freitag nicht auf den 14. Nisan fiel, wurde der folgende Freitag als der Todestag begangen.
Es gab dann einige Verhandlungen zwischen den Kirchen (Polykarp von Smyrna und Bischof Anicetus von Rom um 155; dann auf der Synode von Laodicea, dann zwischen Victor von Rom und Polykrates von Ephesus - diese letzte Verhandlung führte zum Bruch zwischen den Kirchen)
Auf dem Konzil von Nicäa 325 wurde die römische Berechnung zur allgemein richtigen erklärt - damit wurde die andere zur Ketzerei erklärt.
Auch die iro-schottische Kirche hatte ihre eigene Berechnungsmethode; erst auf der Synode von Whitby übernahm sie die römische Festfeier.

Gruß - Rolf

Ostern wird in den westlichen, also den katholischen uind protestantischen, am ersten Sonntag nach dem ersten Vollmond nach Frühlingsanfang gefeiert.
Die orthodoxen Kirchen feiern aber noch immer nach dem alten julianischen Kalender, der durch die Kalenderreform des Papstes Gregor 1582 vom gregoriabischen Kalender abgelöst wurde. Dadurch wird das orthodoxe Osterfest mindestens 13 Tage später gefeiert als das westliche; es gibt weiterhin die Regel, daß das orthodoxe Ostern nicht mit dem jüdischen Pessach zusammefallen darf; wäre dies der Fall, würde Ostern um eine Woche nach hinten verschoben.
Weil aber auch der Mondkalender noch eine Rolle spielt - die Einzelheiten sind wirklich nur noch für Astronomen und Mathematiker durchschaubar -, kann das orthodoxe Osterfest bis zu fünf Wochen nach dem westlichen Termin gefeiert werden.

Gruß - Rolf

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Dadurch wird das orthodoxe Osterfest mindestens 13 Tage
später gefeiert als das westliche;

Hallo,

Rolf!

Ich glaube mich erinnern zu können, dass vor einigen Jahren das orthodoxe und das westliche Osterfest zusammenfielen.
Täusche ich mich da?
Gruß!
Hannes

Hallo Hannes,

diese Frage kann ich beantworten. :smile:
Ausgerechnet dieses Jahr ist das Osterfest tatsächlich zusammengefallen, sowohl die katholische als auch die orthodoxe Kirche hat es am 8. April gefeiert.

Gruß,
RedLotus

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Hallo !

Gaußsche Osterregel

Im Jahr 1800 stellte der Göttinger Mathematiker und Astronom Karl Friedrich Gauß die nach ihm benannte Osterformel auf, mit deren Hilfe man genau nach den kirchlichen Vorschriften das Osterdatum berechnen kann.
Bezugspunkt für die mathematischen Berechnungen sind die kirchlichen Ostertafeln, die den Zyklus der so genannten Epakten zur Berechnung des Frühlingsneumonds und -vollmonds enthalten und den Zyklus der so genannten Sonntagsbuchstaben zur Feststellung des auf den Vollmond folgenden Sonntags, womit das eigentliche Osterfest bestimmt wird.
Nach Gauß` Formel sind zunächst aus der Jahreszahl J die Hilfszahlen zu berechnen .

a = (J) 19, b = (J) 4, c = (J) 7, wobei das Symbol (X) y den ganzzahligen Rest bei der Division der ganzen Zahl X durch die ganze Zahl Y bedeutet (z.B. 2000 . 19 = 105 Rest 5, d.h. (2000) 19 = 5).

Anschließend werden aus diesen Zahlen M und N, die sich aus der Epaktenrechnung ergeben (d.h. für die Jahre 2000-2009 M = 24 und N = 5), die Hilfszahlen d und e berechnet : d = (19A+ M)30, e = (2B + 4C + 6D +N)7, Ostern fällt dann auf den (d + e + 22)ten März oder auf den (d + e + 9)ten April. Allerdings gibt es festgelegte Einschränkungen für den Fall bestimmter rechnerischer Ergebnisse, so z.B. wenn das Resultat der 26. April ist. Dann ist nach kirchlicher Festlegung an seiner Stelle immer der 19. April zu nehmen. Auf diese Weise ergeben sich 35 verschiedene Ostertermine, die zwischen dem frühest möglichen 22. März und dem spätest möglichen 25. April liegen.

mfgConrad

Hi

Es gibt kein jüdisches Ostern.

Eventuell verwechselst du das mit dem zeitlich zusammenfallenden Pesach, welches aber nicht berechnet wird. Es gibt keine beweglichen Feiertage im Judentum. Pesach ist immer am 14. Nissan.

Gruß
d.

Hallo Data,

für dich hatte ich doch noch was. Eigentlich solltest du das ja zu Ostern bekommen - aber wie das immer so ist …

Aber jetzt, jetzt muss es einfach sein. :wink:

Schau mal:
http://www.nichtlustig.de/toondb/020318.html

Schöne Grüße

Petra