Besuch einer Synagoge

Hallo,

Ich würde gerne einmal eine Synagoge in meiner Nähe besuchen, da ich mich in der letzten Zeit häufiger mit dem Thema Glauben und Judentum auseinander gesetzt habe. Ich bin keine Jüdin, würde aber gerne einmal in den religiösen Alltag hineinschnuppern. Leider weiß ich nur, dass es neben orthodoxen Häusern, in denen Frauen in einer Galerie sitzen müssen, auch „freiere“ Synagogen gibt. Wie kann ich mich da im Netz schlau machen?
Unter welchen Anhaltspunkten sollte ich meinen ersten Synagogenbesuch planen? Darf ich überhaupt als nicht Jüdin in eine Synagoge? Wie muss/darf/soll ich mich dort verhalten? Eine Art Knigge, wenn man es so nennen will wäre sehr praktisch.

Hallo,
jeder darf jede Synagoge besuchen. Am besten im Internet unter jüdischen Gemeinden eine Synagoge suchen, dort anrufen und nach den Gottesdiernstzeiten fragen und sagen, daß Sie gerne zum Gottesdienst kämen. Da gibt es normalerweise keine Probleme.Wo wohnen Sie?

Gruß

Hallo.

Leider weiß ich nur, dass es neben
orthodoxen Häusern, in denen Frauen in einer Galerie sitzen
müssen, auch „freiere“ Synagogen gibt. Wie kann ich mich da im
Netz schlau machen?

Aus meiner Sicht gibt es in Deutschland eigentlich nur drei echte orthodoxe Synagogen, alle anderen sind eher traditionel. Meistens auf eine so unwissende Art, dass hier selbst aus orthodoxer Sicht wesentlich mehr Freiheiten möglich wären.

U.a. hier solltest du vieles finden (und eben auch liberale oder konservativ geführte Synagogen):

http://www.talmud.de/gemeinden/doku.php

Unter welchen Anhaltspunkten sollte ich meinen ersten
Synagogenbesuch planen?

Vorher anrufen und seinen Besuch anmelden ist immer gern gesehen und oft wird es auch erwartet.

Darf ich überhaupt als nicht Jüdin in
eine Synagoge?

Sicher, Synagogen stehen allen offen, allerdings musst du dich (je nach Synagoge) darauf einstellen, dass du zum einen genauer kontrolliert wirst und zum anderen beobachtet.

Wie muss/darf/soll ich mich dort verhalten?

Ganz normal. Das ist die einzigste sinnvolle Regel. Dann kannst du damit umgehen, dass du eben nicht alles weisst, „Fehler“ machst usw. Niemand stört sich daran eigentlich, wenn du dann damit normal umgehst.

Eine Art Knigge, wenn man es so nennen will wäre sehr
praktisch.

Ja, den gibt es, allerdings habe ich keinen Link mehr. Mal sehen ob ich ihn nun finde.

Gefunden:
http://www.berlin-judentum.de/synagogen/synagoge.htm

Gruss,
Eli

PS. Ich vergass anzumerken, dass dieses nur ein kleiner Teil des religiösen Lebens und sich das eigentliche Leben hier zuhause und im Alltag abspielt.

Hallo,
grundsätzlich ist der Besuch einer Synagog auch für Nichtjuden kein Problem. Allerdings sind die meisten Synagogen in Deutschland orthodox ausgerichtet. Es sollte für dich aber kein Problem sein, in der Frauenabteilung zu sitzen, die nicht unbdingt eine Galerie sein muss.
Eine „Liste der Synagogen in Deutschland“ findet sich in Wikipedia, dort steht auch, soweit vorhanden die Ausrichtung der Gemeinde. Am einfachsten ist es natürlich mit einer Bekannten die Schwellenangst zu überwinden, ansonsten finden vielleicht einmal Veranstaltungen in der Synagoge statt (bald ist Chanukka, vielleicht gibt es ein Lichtzünden in der Synagoge) oder du kannst dich vielleicht an einen Mitarbeiter der Synagoge wenden, dich erkundigen, wann Gottesdienste stattfinden und wann man einen Gottesdienst besuchen könnte. Synagogen werden oft aus Sicherheitsgründen überwacht und sind darum weniger offen als viele Kirchen. Besondere Verhaltensweisen, die sich von einem Besuch in anderen Gotteshäusern unterscheiden, gibt es eigentlich nicht. Man sollte sich anständig anziehen (keine zu kurzen Röcke oder zu tiefe Ausschnitte). Die Liturgie des Gottesdienstes ist auf Hebräisch, es gibt vielleicht eine Predigt auf Deutsch. Normalerweise wird der Gottesdienst nicht mit Musikinstrumenten begleitet (Orgel etc.), weil das Spielen von Musikinstrumenten am Shabbat und an vielen Feiertagen verboten ist.
Ich hoffe, damit sind deine Fragen ersteinmal beantwortet. Gerne kann ich dir noch weitere Fragen beantworten.
Viele Grüße und viel Spaß beim Kennenlernen des Judentums,
Learisa

Hallo, erstmal Entschuldigung für die späte Antwort - ich war im Krankenhaus. Generell kann jeder Mensch eine Synagoge besuchen. Viele jüdische Gemeinden in Deutschland sind orthodox, da sitzen Männer und Frauen getrennt, entweder auf der Empore (Frauenplätze) oder ebenerdig getrennt durch eine Trennwand (Mechitza). Aus Sicherheitsgründen muss man vor dem Besuch in der jeweiligen Gemeinde anrufen und sich anmelden. Das gilt für alle Gemeinden, egal welcher Richtung. Neben den orthodoxen Gemeinden gibt es in einigen Städten sogenannte liberale Gemeinden, in denen die Frauen auch von den Männern getrennt sitzen und es gibt in Berlin, Frankfurt und anderen Großstädten „egalitäre“ Gemeinden/Gruppen, in denen auch Frauen zur Tora gerufen werden und man im G-ttesdienst vermischt sitzt.
Also: Gemeinde anrufen, fragen welcher Richtung sie angehören, hingehen, mit den Menschen nach dem G-ttesdienst reden, z.B. beim Kiddusch nach dem G-ttesdienst, d.i. die Heiligung des Brotes und des Weines, da sitzt man ungezwungen zusammen, isst, trinkt und redet. Eventuell kann man so erfahren, ob es noch andere Gemeinden/Gruppen in der Stadt gibt. Man kann auch im Internet nachschauen (googlen) welche Art von Gemeinden es in der jeweiligen Stadt gibt. Auf jeden Fall: kein Minirock, high heels, aufdringliches make-up, whrend des G-ttesdienstes zuhören (meistens gibt es zweisprachige Gebetsbücher (Sidur))erstnach dem G-ttesdienst whrend des Kiddusch den (die) Nachbarn fragen. Sonst kann man nichts falsch machen.
Mit freundlichen Grüßen - Shalom
Moshe Ben-Gideon ([email protected])