Besuch mit Baby (7 Monate) im Khs? Eilt etwas

Guten Morgen,

erst wollte ich im Eltern/Kind Brett posten, da ich den Rat der anderen Mütter/Väter natürlich sehr schätze, aber vermutlich helfen mir medizinische Fachleute bei der Frage mehr.

Es geht schlichtweg darum, ob ich am Wochenende jemanden im Khs mit meinem 7 Monate jungem Baby besuchen soll. Die Dame, um die es sich handelt wurde letzten Mittwoch operiert (Krebs, OP in Blasennähe, Darm, Blinddarm etc.) und liegt vermutlich noch ein paar Tage (länger?) im Khs.

Gestern dachte ich warum denn nicht, heute denke ich mit einem gewissen Unbehagen an den Besuch und möchte lieber den Besuch abstatten, wenn o.g. Person wieder zu Hause ist.

Frage also: gibt es Gründe weshalb ich lieber warten soll? Ich denke an die „andere Keimwelt“ im Khs und dann natürlich auch generell an eine gewissermaßen erhöhte Ansteckungsgefahr durch die Patienten?! Weiß nicht, ob das eine Rolle spielt (vermutlich nicht), aber meine Kleine ist auch (noch) nicht geimpft.

Krankheitstechnisch „scheint“ keine Eile geboten, also daß jetzt vermutet wird, daß demnächst eine große Verschlechterung des Allgemeinzustands eintreffen wird. Abgesehen davon, geht es auch nicht um einen Besuch „um die Ecke“, sondern um eine Zugfahrt mit mehrmaligem Umsteigen (ca. 4 Stunden), die aber nicht das Problem wäre (Auto wollen wir bei diesen Temperaturen nicht noch mal benützen).

Herzlichen Dank im voraus für eine schnelle Antwort!

Liebe Grüße,
Christiane

guten morgen christine,

zur medizinischen seite deiner frage kann ich nichts anmerken.
ich weiss gar nicht, als ich ein kind war - is ja ne weile her*g -
durften kleinkinder so oder so nicht in krankenzimmer. scheint sich
wohl geändert zu haben?

aber was anderes - wenn du dich nicht gut fühlst mit dem gedanken an
einen besuch mit deinem kind - egal aus welchem grund - dann machs
nicht. zum einen bin ich sicher, die person hat verständnis und will sicher nicht dass du sie besuchst und dich dabei unwohl fühlst,
zum anderen fühlt es sich für mich nicht gut fürs kind an wenn du deine
gefühle verdrängst - zumal es ja nicht um etwas lebenswichtiges geht.

selbst wenn es kein problem sein sollte im KH mit kind aufzutauchen und selbst wenn der weg ein einfacher wäre - warum sollst du dich zwingen wenn du dich doch unwohl fühlst bei dem gedanken?

es gibt dinge, da ist es leider „unumgänglich“ und man muss die innere stimme ignorieren (zumindest kurzfristig), aber das sollte man wirklich so selten wie möglich machen finde ich. auch in deinem eigenen interesse, nicht nur „für“ dein kind.

LG
nina

Hallo Christiane,

denke an die „andere Keimwelt“ im Khs und dann natürlich auch
generell an eine gewissermaßen erhöhte Ansteckungsgefahr durch
die Patienten?! Weiß nicht, ob das eine Rolle spielt
(vermutlich nicht), aber meine Kleine ist auch (noch) nicht
geimpft.

Das ist Quatsch. Krebs ist nicht ansteckend, Patienten mit nosokomialen Infektionen werden isoliert und wenn die Dame nicht auf einer infektiologischen Station liegt, gibt es auch mit Baby kein Problem. Ich würde das Hosenscheißerle zwar nicht unbedingt während der Grippezeit mit ins Krankenhaus schleppen, aber diese Gefahr droht im Moment ja weniger. In einer Kinderarztpraxis schwirren mehr Bazillen herum als auf einer normalen Krankenhausstation.

Kleiner Tip am Rande: wenn Du Dich dafür entscheidest, erkundige Dich vorher, ob das Baby überhaupt mit auf die Station darf. In manchen Krankenhäusern bzw. auf manche Stationen dürfen Kinder erst ab einem bestimmten Alter rein; Säuglinge bisweilen überhaupt nicht.

Den einzigen Gegengrund, den ich sehe, ist der Reisestress für den Kleinen, nur um einen halbstündigen Besuch abzustatten und dann wieder vier Stunden lang zurückzufahren.

Warum sagst Du der Dame nicht offen und ehrlich, daß Dir so eine kleine Weltreise - inclusive vollständiger Ausrüstung und zigmal umsteigen - mit dem Kleinen einfach zu viel ist und Du sie gerne besuchst, sobald sie wieder zu Hause ist?

Grüße
Renee

Danke euch beiden!
Hallo Nina und Renee,

hab mich aus vielerlei Gründen gegen die Fahrt entschieden - und nun ein gutes Gefühl:wink:

>Das ist Quatsch. Krebs ist nicht ansteckend, Patienten mit >nosokomialen Infektionen werden isoliert und wenn die Dame nicht auf >einer infektiologischen Station liegt, gibt es auch mit Baby kein &gt:stuck_out_tongue_winking_eye:roblem. Ich würde das Hosenscheißerle zwar nicht unbedingt während >der Grippezeit mit ins Krankenhaus schleppen, aber diese Gefahr >droht im Moment ja weniger. In einer Kinderarztpraxis schwirren mehr >Bazillen herum als auf einer normalen Krankenhausstation.

Da hast Du vollkommen recht, natürlich ist Krebs nicht ansteckend, war auch nicht so gemeint. Hab das in Eile geschrieben und mich auch blöd ausgedrückt. Ich mag mich irren, aber ich dachte alleine wegen der „Überhygiene“ im Khs gibt’s eben eine andere „Keimwelt“ und somit vielleicht ein geringfügig höheres Risiko. Und dann bild ich mir halt ein, daß das Immunsystem eines 7 Monate alten Babys vielleicht noch nicht so ausgereift ist wie das eines Erwachsenen. Zudem sind die oberen Schneidezähne kurz vor dem Durchbruch und da heißt’s ja immer, daß die Kleinen etwas anfälliger sind (bisher merkt man die Zähne gar nicht am äußeren Verhalten!). Und in Kinderarztpraxen wird man häufig mit kleinen Babys auch separiert von den anderen Kleinkindern, was ich sehr gut finde.

>Den einzigen Gegengrund, den ich sehe, ist der Reisestress für den >Kleinen, nur um einen halbstündigen Besuch abzustatten und dann >wieder vier Stunden lang zurückzufahren.

Generell find ich Zugreisen mit Babys optimal im Gegensatz zu Auto, Flieger, Bus, etc. Wir hätten in der Nähe bei der Familie der Dame übernachtet, quasi in deren Wohnung.

>Warum sagst Du der Dame nicht offen und ehrlich, daß Dir so eine >kleine Weltreise - inclusive vollständiger Ausrüstung und zigmal >umsteigen - mit dem Kleinen einfach zu viel ist und Du sie gerne >besuchst, sobald sie wieder zu Hause ist?

Sollte eine Überraschung sein. Und da der Kindesvater dabei gewesen wäre, wär’s für mich eher eine Erholung gewesen, da dieser sich um die Kleine gekümmert hätte. Jetzt bin ich alleine zu Hause (mit Lumbago), was die schlechtere Alternative ist, leider.

Liebe Grüße und danke für’s Feedback,
Christiane

ist ja schon zu spät, aber hast du mal überlegt…
Moin, ich wollt auch noch meinen Senf dazugeben, da diese Überlegung in den Antworten noch nicht aufkam:
Hast du mal überlegt, was der Besuch deines Babys den Patienten antut. Das Scheißerle ist voll mit Keimen, auch ganz natürlichen, die jeder auf der Haut hat, aber vielleicht hat er grad mal einen kleinen Infekt oder dünstet dank der ersten (va. bei Lebend-)Impfungen Erreger aus, die zwar normalerweise keinem schaden, aber ein durch Chemotherapie immunsupprimierter Patient könnte da durchaus was von abbekommen und dessen Immunsystem ist dann nicht in der Lage, das abzuwehren. Der könnte das mit seinem Leben bezahlen, nur weil der Stinker auf dem Flur an ihm vorbeigehuscht wär.

Als ich vor 2 Jahren gegen Röteln geimpft wurde durfte ich 3 Wochen meine schwangere Freundin nicht besuchen, da es ein Lebendimpfstoff war. Gut dass ich mir den Beipackzettel der Impfung hab mitgeben lassen und wegen des "Lebend-"nochmal nachfragte. Dadurch konnte ich nicht auf ihren Geburtstag. Und sie hätte noch ein Immunsystem gehabt, um ihr Kind zu schützen. Ein Chemotherapiepatient hat dies nicht mehr.
Gruß Susanne