Hallo Christel!
Nun sehe ich bei meiner Freundin, dass es ein ewiges Gerangel
gibt, die Kleinen können sich auch nicht auf Abmachungen
verlassen, da Kindesvater keine festen Absprachen will, Ferien
sind ihm zu anstrengend.
Wo ist da das „Wohl“ der Kinder?
Ja, sehe ich auch immer noch bei anderen getrennten Paaren, aber nicht immer ist der Vater der unzuverlässige Part, es gibt oft genug das Problem, daß die Mütter blocken, daß sie alle möglichen und unmöglichen Gründe erfinden, dem Vater die Besuchszeiten zu kappen. Ich verstehe diese Mütter aus zwei Gründen nicht. Zum einen kann man nicht Kinder dafür büßen lassen, das man selber glaubt, damals den ‚falschen‘ Partner erwischt zu haben. Es ist und bleibt der Vatern der Kinder, mit dem sie sich auch selber auseinandersetzen müssen. Ich merke bei meinen beiden z.B., daß sie ihren Vater mittlerweile recht kritisch sehen und heute sogar teilweise nachvollziehen können, warum wir beide nicht dauerhaft miteinander auskommen konnten. Lieben tun sie den Vater trotzdem. Der zweite Grund, man weiß nie, was einem passiert, schon morgen kann mich schwere Krankheit oder Tod treffen…wohin sollen die Kinder dann? Ich für meinen Teil bin froh, daß ich weiß, daß die Kinder einen guten Kontakt haben zu dem Mann, in dessen neuer Familie sie dann leben müssen.
Alles in allem, man muß sich und den Kindern das Leben nicht schwerer machen als es ohnehin schon ist und man sollte versuchen, einfach über den kleinkarierten Emotionen zu stehen, und außerdem ist so ein regelmäßiges freies WE was wirklich schönes!
Ist das heute so üblich? Wie sind eure Erfahrungen? Wie lief
es bei euch, wenn ein Kind mal partout nicht zum anderen
Partner wollte?
Also, hier nun meine praktischen Erfahrungen (meine Kinder sind mittlerweile 11 und fast 14 Jahre, ich bin aber schon viele Jahre getrennt, der Vater lebt in einer Nachbarstadt, Kurzbesuche unter der Woche finden dadurch seltenst statt)
Am Jahresanfang planen wir per Kalender das gesamte Jahr grob durch, im Sommer wird das zweite Halbjahr noch mal konkretisiert). Richtwert ist, daß die Kinder jedes dritte WE beim Papa sind, dann aber von Freitagnachmittag bis Sonntagabend. Besondere Termine (Familienfeiern, Schulfahrten etc. soweit bekannt) werden dabei schon berücksichtigt.
Die langfristige Planung hilft vor allem auch den Kindern, sich auf diese WE einzustellen, der Kalender mit den Terminen ist immer einsehbar.
Es gilt zwischen uns die Absprache, daß jeder sich an diese Planung hält, Änderungen gibt es nur nach Absprache und beiderseitigem Einverständnis. Ggf. müssen die Kinder auch in den sauren Apfel beißen, wenn Papa z.B. am eingetragenen WE eine Fahrt zur Oma geplant hat und gleichzeitig eine Einladung zum Kindergeburtstag vorliegt, dann geht Oma vor.
Für die Ferien gilt eine ähnliche Regelung, der Papa darf zuerst seine Wünsche annmelden und wenn es irgendwie paßt, baue ich meine Planungen drumherum, zumindest bisher hat das terminliche sogar immer gut gepaßt.
Feiertags ist es immer so, daß die Kinder Ostern mit mir auf’s Land fahren, das war sozusagen immer so und gehört mit zu den unabänderlichen Ritualen, mein Ex-mann akzeptiert das, zumal er nicht so gerne Ostereier versteckt . Dafür darf er grundsätzlich Pfingsten verplanen. Heiligabend ist es ähnlich, da sind die Kinder bisher immer bei mir gewesen, die anschließneden Feiertage werden individuell vereinbart und haben viel damit zu tun, ob irgendwelche Verwandschaft zu Besuch ist und auch, bei wem die Kinder dann über Silvester sind. Grundsätzlich aber gehören mindestens drei Tage dem Papa.
Seit die Kinder älter sind, läuft viel in der individuellen Absprache über sie. Es kommt also seit neuerem durchaus vor, daß auch nur ein Kind zum Papa fährt, weil das andere eben andere Pläne hat. Wir bemühen uns aber, das dies noch die Ausnahme bleibt.
Ich glaube aber, in der Zukunft wird sich diese feste Regel Stück für Stück auflösen und die Kinder werden die WE nach Lust und Laune hier oder da verleben, eben wie die ‚Verlockungen‘ es ergeben, ich denke, ich habe da kein Problem mit.
Gruß Maid 