Hallo,
folgende Situation:
Vor 2 Jahren kam meine Tochter zur Welt. Sie war ein - wenn mans so nennen will - „klassischer Verhütungsfehler“ und ungeplant. Entgegen den ersten Wunsch des Vaters habe ich mich damals für das Kind entschieden, und ihm die Wahl offengelassen, ob er sich mit kümmern möchte oder nicht. Ich habe ihm auch gesagt, wenn er sich für uns entscheidet, dann mit allen Rechten & Pflichten.
Er entschied sich nach ewig langer Warterei für uns und direkt zur Vaterschaftsanerkennung (habe ihm auch einen Vaterschaftstest angeboten) habe ich das gemeinsame Sorgerecht unterschrieben.
Danach fingen die Probleme an.
Er wollte „Unterhalt nach Bedarf“ bezahlen und war der Meinung, dass sie momentan ja nur Windeln verbrauchen würde. 6 Monate lang bin ich ihm hinterhergelaufen und letztenendes hat er erst Unterhalt bezahlt, als das JA ihm einen Brief schrieb.
Schliesslich gab es eine Vereinbarung, dass er mir ggü. Unterhalt bezahlt - für 1,5 Jahre. Die anderen 1,5 Jahre würde ich übernehmen. (Also meiner Arbeit nachgehen.) Die Kosten für die Kinderbetreuung wollten wir uns teilen. Natürlich funktionierte auch das nicht, wie es geplant war und mittlerweile geht der ganze Kindesunterhalt für die Kinderbetreuung drauf.
Schliesslich war es so, dass er seine Tochter die ersten 1,5 Jahre überhaupt nicht nahm. Er erklärte es, dass ich ja noch stillen würde und es deshalb nicht geht.
Dann habe ich abgestillt und Anfang des Jahres forderte ich dann auch eine regelmässige Besuchspflicht für ihn. (Da er Gott und der Welt erzählt, was für ein toller Vater er ist, dachte ich, könnte er das ja seiner Tochter mal beweisen.)
Die treibende Kraft war seine neue Freundin und wir vereinbarten für alle 3 Wochen pro Sonntag drei Stunden.
Natürlich lief auch das nicht so, wie wir alle es uns vorgestellt haben. Letztenendes sah er sie seit dem 1.1. für 12 Stunden. Zeitweilig vergingen zwischen zwei Treffen zwischen 3 und 8 Wochen.
Nun ist es so, dass es sich eingebürgert hat, dass der Herr anruft, seine Tochter bestellt und mein Partner und ich sollen dann bitte springen und Zeit haben. (Ja er beschwerte sich tatsächlich, dass ich auf kurze Anfragen zu unflexibel sei … *ankopflang*)
Der Kindsvater (KV) erklärt dies, dass er ja arbeiten müsse und deshalb nur sporadisch Zeit habe.
Ich selbst heisse es nicht gut, dass seine Tochter ihn nur unregelmässig sieht oder gar - wie eine Pizza - bestellt wird.
Er selbst arbeitet als Unternehmensberater und war das schon, als ich mit ihm zusammen war. Damals gab es fast immer freie Sonntage (Ab Donnerstag abend ist er immer in der Stadt - bis Montags morgens.)
Nun ist es auch schon häufiger passiert, dass er erklärte, dass er arbeiten müsse - und ich ihm dann auf Veranstaltungen über den Weg lief, die mit seiner Arbeit so überhaupt nichts zu tun haben.
Er geht samstags abends dann auch gerne weg und muss sonntag dann natürlich ausschlafen.
Gut - ich habe für all diese Dinger absolut kein Verständnis mehr, denn auch ich möchte meine Wochenenden mit meinem Partner planen. Aus diesem Grund habe ich ihm geschrieben, dass er sie jeden 3. Sonntag im Monat für 3 Stunden bekommt. (Die 3 Stunden sind übrigens eine Idee seiner Freundin und nicht auf meinem Mist gewachsen. Seine Freundin meint nämlich, dass er auf keinen Fall mehr als 3 Stunden Zeit für seine Tochter hat.)
Ich bekam auf diese e-mail keine Antwort - natürlich nicht. Nur ein Nachfragen, was genau das bedeutet. Es war auch nicht so, dass er abgelehnt hat - er hat einfach nichts dazu geschrieben. (Ein guter Trick, denn so kann er sagen: Wieso - ich hab doch nicht zugestimmt.)
Ich werte aber sein stillschweigen jetzt einfach mal als zustimmung.)
Nach der e-mail hatte er seine Tochter wieder und danach kam gleich eine e-mail, er hätte sie gerne am WE wieder und zwei Wochen später nochmal (damit wäre sie an 3 von 4 WE bei ihm gewesen.) - immer nur für 3 Stunden.
Ich habe ihm eine Ablehung geschrieben und ihm gesagt, dass er sie erst wieder am 20. Juli haben kann.
Mein Plan ist, mir die Vereinbarung nun 6 Monate anzusehen und dann zu schauen, wie er sich daran hält, um dann die Abstände entweder zu verlängern oder zu verkürzen. (Wenn er zB. sehr häufig absagt und im Schnitt nur alle 8 Wochen kommt, dann brauche ich doch nicht alle 4 Wochen einplanen.)
Nun meine Frage: Ist das denn rechtens? Oder muss ich mich seinen „Orderungswünschen“ fügen?
Zum gemeinsamen Sorgerecht:
Genauso unzuverlässig wie mit den Besuchen ist er natürlich auch mit diesem. Momentan gehts um einen Kindergartenplatz - er bildet sich ein, dass seine Tochter in einen Kindergarten in seiner Nähe geht, ich bilde mir ein, dass meine Tochter durchaus in einen Kindergarten in meiner Nähe gehen kann - da ICH ja die betreuende Person bin.
Er argumentiert mit: Ich möchte sie ja auch mal abholen.
Ich argumentiere mit: Du wirst sie höchstens einmal abholen, wenn überhaupt. Ich bin die betreuende Person und ich muss täglich da hin. Hinzu ists für unsere Tochter besser, wenn der Weg kurz ist.
Nun hätte ich gerne - nach all den Strapazen - das alleinige Sorgerecht wieder. Welche Chancen gäbe es da?
(Er trinkt regelmässig - manchmal weit über den Durst. Er raucht Kette und er nimmt Drogen. Diese Dinge da mitreinzuziehen kündigen aber eine Schlammschlacht an. Und ich weiss auch nicht, inwieweit das noch aktuell ist oder ob sich da was dran geändert hat.
Welche Möglichkeiten habe ich generell?
Wie sieht es aus, wenn er Besuchswochenenden verschieben will?
Wie sieht es aus mit der Übernachtungsverpflichtung meiner Tochter ggü ihrem Vater? (Sie kennt ihn kaum, weint wenn sie ihn sieht - ich will sie da mit ihren 2 Jahren nicht übernachten lassen. Ich weiss aber auch - dass er als Trotzreaktion - so reagieren wird, indem er sein „ganzes Wochenende“ einfordern wird. Auch wenn er sich nicht dran halten wird …)
Hat irgendjemand noch ne Idee, was ich machen kann? Ich werde mich auf keinen Fall mehr seiner willkür unterwerfen. Denn auch ich habe ein Leben!
Alles Liebe und Danke für rechtliche als auch private Nähkästchen Tipps.
Nala
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