Hallo Philologen
In der Zentralschweiz liegen die vier sogenannaten „Urkantone“ rings um einen fjordartigen See, den bekannten Vierwaldstättersee.
Ich fände es logisch und richtig, das Wort als Vier wald stättersee zu betonen, höre aber immer wieder die Version Vierwls stätter see. Es hat sogar jemand behauptet, NUR die Betonung auf „stätter“ sei richtig. Das will mir gar nicht logisch scheinen, wurde auch nicht begründet.
Wie muss das Wort richtig betont werden?
Ich hoffe auf kompetente Antwort!
Danke
Erich
hi,
langenscheidts wörterbücher verzeichnen betonung auf der ersten silbe (deutsch-französisch: [ˈfiːrvaltʃtɛtər-]) bzw. auf der zweiten (deutsch-spanisch: [fiːrˈvaltʃtɛtər zeː]). (!) jedenfalls nicht auf der dritten. die schweizer tendieren offenbar dazu, auch andere ihrer seen auf der ersten silbe zu betonen.
den v. hab ich mit 2 fast gleich betonten anfangssilben im ohr, ohne da für authentizität garantieren zu können.
die betonung auf der 3. silbe erscheint mir abwegig; sie ist auch nicht belegbar.
m.
EntGELTregelung oder ENDgeltregelung?
Hallo Erich,
Ich fände es logisch und richtig, das Wort als
Vier wald stättersee zu betonen, höre aber immer wieder
die Version Vierwls stätter see. Es hat sogar jemand
behauptet, NUR die Betonung auf „stätter“ sei richtig. Das
will mir gar nicht logisch scheinen, wurde auch nicht
begründet.
eine logische Begündung zu den von dir genannten Betonungen könnte sein, dass es neben dem Vier wald stättersee auch noch einen Vier wiesen stättersee gibt oder neben dem Vierwald stätter see auch noch einen Vierwald dörfler see, die man jeweils durch Betonung genau voneinander unterscheiden müsste.
Ich wundere mich bei den letzten Radio- und Fernsehberichterstattungen über den Tarifstreit zwischen Lokführergewerkschaft und Deutscher Bahn auch über die Betonung _ Ent geltregelung_ statt Ent gelt regelung oder schreibt man es bei ersterem Akzentmuster gar _ End geltregelung_ nach dem Motto „wessen Wort gilt letzt end lich mehr in der Öffentlichkeit“; Schells oder Mehdorns?
Gruß Gernot
Servus,
wenn man die Betonung auf „Vier-“ nicht bloß hören und konstatieren, sondern auf irgendeine Art herbeirechnen will, kann man sich vor Augen führen, dass die „vier Waldstätten“ eigentlich bloß drei Länder (Uri, Schwyz und Unterwalden) sind, die erst im Bund mit der Stadt Luzern 1332 (somit gleichsam der vierten Waldstatt) eine gewisse Bedeutung erlangt haben. Luzern wird im 15. Jahrhundert dann als „vierte Waldstatt“ erwähnt, laut dem historischen Lexikon der Schweiz u.a. von Eglof Etterlin:
http://www.hls-dhs-dss.ch/textes/d/D7465.php
Vor diesem Hintergrund wäre das betonte „Vier-“ eine Unterstreichung des Selbstbewusstseins der mit der Stadt Luzern (1353 auch mit Bern) verbündeten und damit wichtig gewordenen Waldstätten.
Schöne Grüße
MM
Hallo Antwortende!
Vielen Dank für die anregenden Bemerkngen. Ich habe gelernt, dass die Betonung nicht nach irgendwelchen starren Regeln ergolgt, sondern sich dem Sinn des Wortes anpasst. Das bestärkt mich darin die zweite Silbe zu betonen und nicht die dritte, obwohl mich der Vierwalddörfersee gut klingt, so er denn exisitierte!
Gruss
Erich
hi,
Vielen Dank für die anregenden Bemerkngen. Ich habe gelernt,
dass die Betonung nicht nach irgendwelchen starren Regeln
ergolgt, sondern sich dem Sinn des Wortes anpasst. Das
das ist im prinzip schon richtig, aber gerade bei eigennamen hilft das nicht weiter, denn der sinn ist dort ja fixiert. die betonung von ortsnamen ist im wesentlichen durch die „bodenständige tradition“ (oder: bei überregional wichtigen orten, allenfalls durch internationale traditionen) geregelt. diese traditionen werden in wörterbüchern verzeichnet. entscheidene wäre hier wohl die notation in einem guten „schweizer wörterbuch“ - das steht mir hier aber nicht zur verfügung. die langenscheidts sind ein gutes indiz, aber kein beweis.
m.