Betonzuschlag

Hallo

ich studiere Architektur bin am Ende des ersten Semesters aber unglaublicherweise konnte ich die Antwort auf diese Frage weder ergooglen noch in den Fachbüchern die mir Vorliegen nachschlagen.

Die Frage lautet:

Wieso gilt die Regel „Je mehr Betonzuschlag, desto besser“, ich kann mir vorstellen dass es irgendwas mit dem Abtragen und Umverteilen von Kräften im Beton durch Gesteinskörnungskontakt zu tun hat, möchte aber vor der Prüfung doch eher besser bescheid wissen über solch eine banale Frage :smile:

Danke

Hallo!

Wieso gilt die Regel „Je mehr Betonzuschlag, desto besser“,

Woher hast du denn diese Regel? Vor allem was soll „besser“ werden?

Ich kann mir da keinen rechten Reim darauf machen?

mfg
christoph

Hallo,

löblich, dass auch Architekturstudenten mehr Dinge ernst nehmen als nur den Entwurf. Hoffentlich bleibt das auch in den Folgesemestern so. Jedenfalls dürfte des dir dann nicht ergehen wie der Architektin, die sich während eines von mir miterlebten Fachgesprächs mit der Behauptung um Kopf und Kragen redete, Beton unter Luftabschluss könne nicht austrocknen und also nicht erhärten.

Zum Thema: Präziserweise sollte es eher heißen: Je besser abgestuft der Betonzuschlag, desto besser. Es ist ganz richtig, dass die Druckkräfte im Beton über die Kornkontakte abgetragen werden. Je besser die Zwickel zwischen den größeren Körnern von kleineren Körnern ausgefüllt sind, desto mehr Kontaktstellen gibt es. Der Zementleim zwischen den Körnern, der das ganze Gerüst (Matrix) zusammenhält, darf aber nicht fehlen. Im Idealfall füllt er die Lücken aus, die nicht von Körnern ausgefüllt werden können. Wäre der von dir zitierte Satz richtig, wäre derjenige Beton am besten, der überhaupt keinen Zement und keine Additive, sondern nur Kies und Sand enthält.

Ansonsten ist die Frage, welche Betonrezeptur „am besten“ ist, generell sehr abhängig von der Art der Nutzung des Betons und z. B. den mechanischen und chemischen sowie Temperatur- und Feuchtebeanspruchungen, die immer in Kombination vorliegen. Wäre das einfacher, gäbe es nicht hunderte Betonsorten.

Die zitierte simple Aussage ist also großer Käse.

Viel Glück bei der Prüfung.

smalbop

Sehe ich genauso.
Ausschlaggebend für einen Beton ist zum ersten die Nutzung bzw. besser gesagt der Einbauort und die gewünschten Eigenschaften des Betons.
Auf dem Bau hört man ja immer wieder mal: „tu mal ne Schüppe mehr rein“ oder „mach mal länger“ und dann wird mit Wassert anstelle eines Fließmittels der Beton gestreckt.
Wichtig zur Erstellung eines „guten“ Betons ist die ausgewogene Sieblinie der benötigten Körnung des Betonzuschlags.
Wenn Du Architektur studierst, dann wirst Du wissen, dass Beton aus einen Zuschlagstoff (Kies oder Bruchgestein)in einer bestimmten Sieblinie und dem eigentlichen Zement (auch hier gibt es verschiedenste Arten it unterschiedlichen Abbindezeiten, Härtegruppen und chemischen Belastbarkeiten)mit Wasser hergestellt wird.
Die Aufteilung der verschiedenen Korngrößen unter Berücksichtigung des Wasser-Zement-Wertes macht die Güte des Betons aus.
Mehr Zuschlagstoff würde die Härte des Betons negativ beeinflussen, da der Zementleim für die Verbindung der Einzelteile des Zuschlagsstoffes nicht ausreicht. Ein übertriebener Wasser-Zement-Wert setzt die Betongüte zuück, ein zu negativer lässt den Beton nicht ausreichend aushärten, da die chemische Reaktion nicht abgeschlossen werden kann und ein Beton mit zuviel Zementleim wird übertrieben stark reißen im Zuge der Aushärtung.

Grundsätzlich gibt es geprüfte Betonrezepturen, die auch einzuhalten sind.

LG
Oliver Wöhrmann
Bauunternehmen BöKo Bau

danke für die ausführliche antwort, und den anderen auch =)