ich fahre nächste Woche als Betreuerin ehrenamtlich mit auf eine Jugendfreizeit. Das ganze geht von Donnerstag bis Sonntag, die Kinder sind zwischen 7 und 14 Jahre alt, ein Zeltlager draußen in der Eifel im Grünen.
Dort soll ich die Betreuung einer Gruppe von ca. 6 Kindern übernehmen.
Ich hab zwar ein wenig Erfahrung mit Kindern, aber immer nur stundenweise mit „netten“ Kindern, bzw. ist das schon wieder sooo lange her…
Mir wurde zugesichert (von erfahrenen Betreuern), dass das schon klappt und ich glaube, ich krieg das auch hin.
Trotzdem meine Frage: hat hier vielleicht jemand schon Erfahrung bei so etwas gesammelt und Tipps für mich? Oder hat jemand einen Lehrgang mitgemacht und/oder kann mir einen Link schicken oder ähnliches?
Ich war zwar noch nie als Betreuer auf einer Jugendfreizeit aber ich habe als Reitlehrerin auf einem Reiterferienhof für Kinder gearbeitet und hatte dabei so ziemlich das Altersspektrum, das Dich jetzt erwartet.
Ich kann Dir einiges grundsätzlich raten: Sei ruhig, konsequent und trotzdem kumpelhaft. Überlege Dir, was Du willst und setze das dann auch durch. Beziehe die Kinder in organisatorische Dinge ein, so daß sie sich „wichtig“ fühlen - das untergräbt Wiederstand. Sei schlagfertig bei frechen Sprüchen - am besten so, daß Du die Lacher auf Deiner Seite hast. Je besser Dein Ansehen - sprich je „cooler“ die Kinder Dich finden, desto mehr Respekt und „Gehorsam“ wird Dir entgegengebracht. Das heißt aber nicht, daß Du ihnen nach dem Mund reden sollst - man kann sich auch durchsetzen, ohne dabei „uncool“ rüberzukommen. Authoritär würde ich erst werden, wenn die Situation aus dem Ruder läuft und eventuelles laut werden nachvollziehbar ist. Wer schon bei Kleinigkeiten massiv und laut wird, hat keine Reserven mehr, um in wirklich brenzligen Situationen noch einen drauf zu setzen.
Lass aber auch mal Fünfe gerade sein, bei weniger wichtigen Sachen. Zu verbiestertes Durchsetzen von „Pillepalle“ stößt auf Unverständnis und Wiederstand.
Aber ich denke auch mal, daß da genug professionelle Betreuer dabei sind (sein sollten), an die Du Dich wenden kannst, wenn Du nicht mehr weiter weißt. Vielleicht bist Du ja sogar nie alleine mit einer Kindergruppe. Insofern - lass das locker auf Dich zukommen. Das schaffst Du schon.
ich fahre nächste Woche als Betreuerin ehrenamtlich mit auf
eine Jugendfreizeit. Das ganze geht von Donnerstag bis
Sonntag, die Kinder sind zwischen 7 und 14 Jahre alt, ein
Zeltlager draußen in der Eifel im Grünen.
Dort soll ich die Betreuung einer Gruppe von ca. 6 Kindern
übernehmen.
Mal eine kurze Frage:
Ist deine Gruppe altersmäßig gemischt?
Erst mal: Meine Erfahrungenbeziehen sich auf mehrere Zeltlager mit Konfimanden (13/14 Jahre). Ich hatte meistens ein Zelt mit 8 - 10 Mädchen.
Meine Tipps:
die allgemeinen Regeln werden von der Lagerleitung festgelegt, um die brauchst du dir keine Sorgen zu machen. Schau ein bißchen danach, daß sie eingehalten werden
locker bleiben. Ein Minimum an Ordnung im Zelt reicht auch. Lediglich Regeln wie „Bei nassem Wetter geht keiner mit Schuhen ins Zelt“ oder „keinen Müll rumschmeißen“ habe ich durchgesetzt. Sonst war meine Devise eher „solange ich meine Sachen finde und mein Schlafsack am Platz bleibt, ist mir der Rest mehr oder weniger egal“. Ein ordentliches Zelt ist nach der 2. Nacht sowieso nicht mehr durchsetzbar. Kläre aber am Anfang, welche Regeln verbindlich sind (Schuhe, Müll)
sei aber trotzdem konsequent und lass dich nicht bequatschen („Die Müll-weg-räum-Aktion wird VOR dem Lagerfeuer gemacht und ALLE helfen mit.“)
sorg für ein Gruppengefühl im Zelt, das hebt die Stimmung. Wie schon gesagt wurde, versuche, eher ein Kumpel als ein Aufpasser zu sein und bezieh dich in das wir-Gefühl mit ein („unser Zelt“, eine Zeltrunde Schokoriegel hat sich da auch schon als hilferich erwiesen)
-Bei dem ganzen Trubel in so einem Zeltlager sollte man ein bißchen aufpassen, daß keiner abseits stehen bleibt und nicht beachtet wird
find dich damit ab, daß du nicht genug Schlaf bekommen wirst
wenn du gern fotografierst, nimm auf jeden Fall deinen Apparat mit. Nicht nur für dich, sondern auch für die Kids sind die Fotos nachher gern gesehene Erinnerungen
geniese es, auch wenn es manchmal stressig ist. Die Erinnerungen an die Zeltlager gehören zu meinen schönsten aus der ganzen Jugendarbeit.
Die Gruppe soll wohl gemischt sein, aber Kinder, die sich schon kennen, dürfen zusammenbleiben.
Ich freu mich auch schon auf die Fahrt, mit dem wenigen Schlaf finde ich mich denke ich ab! Wird schon schief gehen! Werd versuchen, micht nicht unterkriegen zu lassen.
Laut Deiner Vika hast Du in Frankreich promoviert, wo denn? Ich hab in Bordeaux studiert (allerdings Wirtschaft) und bin deswegen auch sehr frankophil! Mein Freund ist übrigens auch Physiker…
Schöne Grüße,
Zichorie
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Die Gruppe soll wohl gemischt sein, aber Kinder, die sich
schon kennen, dürfen zusammenbleiben.
das ist ja gut. Dann hast du in deinem Zelt was das GEmeinschaftsgefühl angeht schon mal einen guten Start.
Ich freu mich auch schon auf die Fahrt, mit dem wenigen Schlaf
finde ich mich denke ich ab! Wird schon schief gehen! Werd
versuchen, micht nicht unterkriegen zu lassen.
Laut Deiner Vika hast Du in Frankreich promoviert, wo denn?
In Metz. Allerdings bin ich noch nicht ganz fertig.
Ich hab in Bordeaux studiert (allerdings Wirtschaft) und bin
deswegen auch sehr frankophil!
Na ja, als frankophil würde ich mich nur bedingt beschreiben. Als Deutsche mit Wohnsitz in Luxemburg und staatlichem Stipendium in Frankreich hat man verwaltungs- und bankentechnisch mehr oder weniger die A*-Karte gezogen. Da vergeht die Frankophilie von allein. Ich würde mich eher als luxemburgophil beschreiben *gg*