Betreuer scheint unfähig

Guten Morgen,

vor einigen Monaten fragte ich hier nach der Möglichkeit einer Betreuung für meinen alkoholkranken Bruder.
Nun hat er eine Betreuung, doch die kümmert sich nicht.

Meine Mutter, die im Haus meines Bruders lebenslanges Wohnrecht hat, hat mit ihm sämtliche Behördengänge geregelt, Harz IV beantragt.

Die Betreuung hat sich vor ein paar Tagen zum ersten mal sehen lassen und meinte, die Betreuung aufgeben zu wollen.
Und fragte, ob wir uns sicher sind dass mein Bruder Alkoholiker ist.

Ja, das ist er definitiv, und der Amtsarzt hat das auch bescheinigt.

Wer kann mir sagen wie eine normale Betreuung aussieht?
Die Urkunde sagt aus, dass die BEtreuung für alle Lebensbereich gilt!

Ist es dann normal, dass der Betreuer sich nie blicken lässt und nie meinen Bruder zum Amt, Arzt usw. begleitet?

Danke sagt der Wackelpudding

Hi,

warum hat denn Dein Bruder einen „fremden“ Betreuer? So wie Du die Situation schilderst könnte doch die Mutter oder Du Betreuer Deines Bruders sein.

Ich habe schon erlebt dass Betreuer die Einwilligung in lebensgefährliche Operationen telefonisch bzw per Fax gegeben haben ohne auch nur ein Wort mit dem Betreuten gesprochen zu haben…
Man soll natürlich nicht alles über einen Kamm scheren aber für viele Betreuer ist das schlichtweg ein Gelderwerb.

Viele Grüße
Sue

Hallo Sue, wir haben uns ganz bewusst nicht selbst als Betreuer einsetzen lassen, damit er nicht das Gefühl bekommt wir wollten über ihn bestimmen.
Nur wie bisher konnte das alles nicht weitergehen. Die Frau ist mit der gemeinsamen Tochter im Sommer ausgezogen, er liegt den ganzen Tag im Bett und trinkt, nachts wird er munter, hat momentan keine eigenen Einkünfte und meine Mutter muss ihn mit durchziehen.
Insgesamt geht das seit mehr als 20 Jahren so, aber früher hat er wenigstens noch gearbeitet.
Ein paar halbherzige Entziehungsversuche hat er hinter sich, doch konnte er die Ärzte immer wieder bequatschen, dass er geheilt ist und klarkommt.
Die Betreuungsperson hat angeblich ein paar mal versucht ihn telefonisch zu erreichen, und weil das nicht geklappt hat ist es dabei geblieben.
der Besuch kürzlich war auch wohl nur, weil die betreuung ihr Amt niederlegen will und den Vertrag aufheben lassen will.

Weißt du an wen ich mich wenden kann?
Vielleicht an den Richter der die ganze Sache amtlich gemacht hat?
Eigentlich müssten die Leute dort doch erfahren, was der Betreuer alles nicht gemacht hat!

Wenn meine Mutter nicht darauf geachtet hätte, dann hätte mein Bruder jetzt noch nicht mal eine Krankenversicherung.
Liege ich so verkehrt wenn ich meine, dass diese Dinge eigentlich durch den Betreuer hätten gemacht werden müssen?

Wir wissen einfach nicht weiter.
Carolin

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

Hi Carolin,

ich bin auch keine Kapazität wenn es um Betreuungen geht…

In Deiner Stelle würde ich mich an das Gericht wenden, dass die Betreuung verfügt hat. Aufschreiben was gelaufen, bzw nicht gelaufen ist. So wie ich das sehe bringt die Betreuung Deinem Bruder momentan eh nichts.
Soweit ich weiss kann man eine Betreuung auch aufteilen - also zum Beispiel einen Betreuer für das finanzielle und alles andere, Aufenthaltbestimmungsrecht, Einwilligung in medizinische Eingriffe usw an einen anderen Betreuer.

Aber wenn ihr euch im Endeffekt eh um alles kümmern müsst könnt ihr genausogut die Betreuung auch selber übernehmen. Gerade bei finanziellen Dingen sollte der Betreuer schon auf Zack sein. Die Betreuung soll Deinen Bruder ja schützen und ihn vor Problemen bewahren die durch seine Unfähigkeit das eigene Leben in die Hand zu nehmen entstehen.

Was sagt denn Dein Bruder dazu? Hat er es abgelehnt dass ihr die Betreuung macht? Oder war das eure Idee??

Soweit ich weiss gibt es auch Betreuungsvereine die mehr oder weniger ehrenamtlich arbeiten und auch Angehörige beraten.

Ich habe ein bischen gegoogelt … aber wahrscheinlich kennst Du das schon alles.
http://www.agiburg.de/betreu/ag_bet06.htm (Absatz 2)
http://www.webpsychiater.de/Inhalt/Betreuung/betreuu…

eventuell kannst Du ja Deine Frage nochmal im RechtBrett posten - da treiben sich einige Anwälte rum :smile:)

Viele Grüße
Sue

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Hallo,

als erstes muss/sollte sich der Betreuer einen Überblick über die persönliche und finanzielle Situation des Betreuten verschaffen.

Mir ist mindestens ein Amtsgericht bekannt, dass über dieses erste Treffen einen Bericht verlangt, z. B. wie der menschliche Kontakt sich dargestellt hat.

Dann erstellt der Betreuer eine Vermögensaufstellung, die an das Gericht gesandt wird. Er sollte auch den vorhandenen Schriftverkehr des Betreuten mitnehmen und dann prüfen, was zu veranlassen ist. Hiervon bekommt der Betreute in der Regel nichts mit, eben Schreiben mit Behörden, Banken, Versicherungen usw.

Was der Betreuer dann macht muss er selbst verantworten. Also, wie oft er den Betreuten besucht, was er mit ihm bespricht, was unternommen wird. Bei jemandem -ich übertreibe jetzt bewusst-, der zwanzig Stunden am Tag voll wie ein Eimer ist und die restliche Zeit des Tages schläft, mit diesem Menschen kann man natürlich kaum etwas besprechen, tun und machen.

Ich will damit sagen, dass ein Teil der Betreuungsarbeit von den Angehörigen gar nich wahrgenommen wird, und statt zu meckern sollte man das erstmal selbst versuchen.

Wenn der Betreuer die Betreuung gleich zu anfang ablehnt, dann hatte er vielleicht nicht genug Informationen über die besonderen Umstände. Das ist mir auch schon passiert, dann muss eben jemand anders die Betreuung übernehmen.

Gruss

Andreas

Guten Abend, Andreas

als erstes muss/sollte sich der Betreuer einen Überblick über
die persönliche und finanzielle Situation des Betreuten
verschaffen.

Genau das dachten wir auch, aber der Vertrag ist von September und der Betreuer war in der letzten Woche das erste mal bei uns.
Er hat keine Unterlagen vorliegen, alles liegt bei meiner Mutter.

Mir ist mindestens ein Amtsgericht bekannt, dass über dieses
erste Treffen einen Bericht verlangt, z. B. wie der
menschliche Kontakt sich dargestellt hat.

Dann erstellt der Betreuer eine Vermögensaufstellung, die an
das Gericht gesandt wird. Er sollte auch den vorhandenen
Schriftverkehr des Betreuten mitnehmen und dann prüfen, was zu
veranlassen ist. Hiervon bekommt der Betreute in der Regel
nichts mit, eben Schreiben mit Behörden, Banken,
Versicherungen usw.

Da der Betreuer sich nie hat blicken lassen, wie soll er da eine Aufstellung machen?
Er hat ja nie Einblick in die Papiere genommen, Gespräche mit der Bank hat meine Mutter alleine - mit Volmacht meines Bruders - geführt, die Bank weiß übrigens nichts von der Betreuung weil mein Bruder das nicht will.

Was der Betreuer dann macht muss er selbst verantworten. Also,
wie oft er den Betreuten besucht, was er mit ihm bespricht,
was unternommen wird. Bei jemandem -ich übertreibe jetzt
bewusst-, der zwanzig Stunden am Tag voll wie ein Eimer ist
und die restliche Zeit des Tages schläft, mit diesem Menschen
kann man natürlich kaum etwas besprechen, tun und machen.

Ich will damit sagen, dass ein Teil der Betreuungsarbeit von
den Angehörigen gar nich wahrgenommen wird, und statt zu
meckern sollte man das erstmal selbst versuchen.

Wir haben einen externen Betreuer beantragt, damit man uns nicht hinterher vorwerfen kann, wir hätten meinen Bruder um sein Vermögen (Haus) gebracht.

Was können wir denn wahrnehmen??
Sämtliche Entscheidungen liegen doch in den Händen des Betreuers. Angefangen vom Aufenthaltsbestimmungsrecht in Gesundheitsfragen, bis hin zu Amts- und Behörden- Vermögens- und Rentenangelegenheiten.

Wenn der Betreuer die Betreuung gleich zu anfang ablehnt, dann
hatte er vielleicht nicht genug Informationen über die
besonderen Umstände. Das ist mir auch schon passiert, dann
muss eben jemand anders die Betreuung übernehmen.

Er hat jetzt seit Ende September die Betreuung und ist erst letzte Woche das erste mal in Erscheinung getreten.
Ebenso hat er keinen Kontakt zu meiner Mutter gesucht, die schließlich mit meinem Bruder im selben Haus wohnt und bis jetzt sämtliche Ausgaben für meinen Bruder von ihrer Rente mit bezahlen muss und bei der sowohl finanziell als auch von den Unterlagen her alle Fäden zusammenlaufen.

Ich habe übrigens heute mit dem Amtsgericht telefoniert und die gelangweilte Auskunft erhalten, dass wir uns mal schriftlich beschweren sollen.
Man würde der Sache dann nachgehen.

Danke sagt der Wackelpudding

Hallo,

in diesen Fällen hilft fast nur noch der Gang zum Anwalt :smile:

Schiefgehen kann eben auch bei einer Betreuung etwas.

Gruss

Andreas

Betreuer-für was ?
Hallo,
die Frage ist ,welche Aufgabe der Betreuer hat, und wie lange er sich kümmern muss. Sicher ist er nicht dazu da, Deinen Bruder in seiner Sucht weiterleben zu lassen. Also kann ich mir nur vorstellen, dass er Deinem Bruder bei den Behördengängen, die im dazu verhelfen können einen Therapieplatz zu bekommen, behilflich sein sollte. Wenn der Bruder nicht will, kann der Betreuer sich trollen.

Gruß
Kosmokatze

Hi Wackelpudding,

leider ist das schon fast der Normalfall, dass sich Betreuer nicht richtig um ihre Schützlinge kümmern. Es ist sehr schwer einen guten Betreuer zu finden, der es nicht nur auf die paar Euro abgesehen hat.
Ich entschuldige mich bereits jetzt bei allen Betreuern, die ihre Aufgabe gewissenhaft erledigen. Oftmals ist es aber bei Berufsbetreuern so, dass diese viel zu viele Mandanten haben, als dass sie sich ausreichend um sie kümmern könnten.

In diesem Fall scheint aber nicht nur der Betreuer sondern auch das Vormundschaftsgericht unfähig zu sein. Das Gericht muss durch Berichte kontrollieren, was der Betreuer geleistet hat. Im übrigen ist es mir nicht ganz klar, warum eine Person „nur“ wegen Alkoholismus eine Betreuung in allen Bereichen bekommt!?

Beschwerden über den Betreuer kann man direkt beim Vormundschaftsrichter oder auch der zuständigen Betreuungsbehörde los werden.

Viel Erfolg!

Gruß Robert

Hallo Sue, wir haben uns ganz bewusst nicht selbst als
Betreuer einsetzen lassen, damit er nicht das Gefühl bekommt
wir wollten über ihn bestimmen.
Nur wie bisher konnte das alles nicht weitergehen. Die Frau
ist mit der gemeinsamen Tochter im Sommer ausgezogen, er liegt
den ganzen Tag im Bett und trinkt, nachts wird er munter, hat
momentan keine eigenen Einkünfte und meine Mutter muss ihn mit
durchziehen.
Insgesamt geht das seit mehr als 20 Jahren so, aber früher hat
er wenigstens noch gearbeitet.
Ein paar halbherzige Entziehungsversuche hat er hinter sich,
doch konnte er die Ärzte immer wieder bequatschen, dass er
geheilt ist und klarkommt.
Die Betreuungsperson hat angeblich ein paar mal versucht ihn
telefonisch zu erreichen, und weil das nicht geklappt hat ist
es dabei geblieben.
der Besuch kürzlich war auch wohl nur, weil die betreuung ihr
Amt niederlegen will und den Vertrag aufheben lassen will.

Weißt du an wen ich mich wenden kann?
Vielleicht an den Richter der die ganze Sache amtlich gemacht
hat?
Eigentlich müssten die Leute dort doch erfahren, was der
Betreuer alles nicht gemacht hat!

Wenn meine Mutter nicht darauf geachtet hätte, dann hätte mein
Bruder jetzt noch nicht mal eine Krankenversicherung.
Liege ich so verkehrt wenn ich meine, dass diese Dinge
eigentlich durch den Betreuer hätten gemacht werden müssen?

Wir wissen einfach nicht weiter.
Carolin