Guten Tag,
Gestern habe ich nach zwei Jahren Hölle meine Stellung als Betreuerin einer 87 jährigen Dame gekündigt.
Das Problem ist die zweite Betreuerin, mit der ich die Dame im 14-tägigem Wechsel rund um die Uhr versorgt habe.
Diese Betreuerin weist den kompletten Symptomkatalog einer ausgeprägten narzisstischen Persönlichkeitsstörung wie aus dem Lehrbuch auf.
Am Ende wurde es unerträglich mit ihr zu arbeiten, da sie die wildesten Anschuldigungen erfand, was ich alles falsch mache in der Pflege um sich besser darzustellen als mich.
Das ging hin bis zu kotverschmiertem Bad, und kotverschmierter Kleidung in Schränken, die sie vorgab nach meiner Abreise vorzufinden - was sie sogar schriftlich festhielt.
Sie hat keine Wege und Mittel gescheut mich schlecht zu machen und sich selbst als die kompetente „Pflegerin“ zu presentieren.
Dabei ist es genau umgekehrt. Ich bin die Fachkraft und mußte über die Jahre zahllose Pflegefehler auffangen, was ich die Monate und Jahre über ohne Aufhebens tat.
Was ihr wohl das gravierenste Dorn im Auge war, ist die Tatsache, das ich eine warmherzige Beziehung zu der alten Dame hatte, die sie in ihrer starren, kalten Art nicht zustande gebracht hat.
Die Dame hat keinerlei Angehörige, lediglich einen gesetzlichen Betreuer, der die Problematik leider nicht erkennt (da er in Monatsabständen nur kurz mit uns zu tun hat) ebensowenig, wie die meisten Nachbarn (einige durchschauen sie auch), denen sie sich als die großartige Pflegerin präsentiert.
Nachdem ich mich aus Erleichterung über meinen Weggang gestern erst einmal gründlich ausgeheult habe, kommt nun meine Sorge um die alte Dame.
Ich weiß aus der Vergangenheit, dass sie massiv bedrängt wurde, wenn sie nicht ihren Vorstellungen entsprechend reagierte und nun vermute ich dass das um so heftiger stattfinden wird, weil sie ja nach meiner Entscheidung vermuten muss, dass über sie schlecht geredet wurde. Kritisiert zu werden führte ausnahmslos zu aggressiven, cholerischen Ausbrüchen.
Wie bringe ich die Problematik dem gesetzlichen Betreuer, einem Rechtsanwalt bei, der sich leider von ihr blenden läßt?
Sie hat es perfekt drauf, das kompetente, integere Bild abzugeben, nur hinter verschlossenen Türen läßt sie ihren Aggressionen freien Lauf, wenn sie das perfekte Bild von ihr selbst angekratzt sieht.
Gibt es hier irgendeine Idee, wie man dem Betreuer die Augen öffnen könnte? Die Konflikte hier deutet
er als „Zickenkrieg“. Ich habe selbst schon stundenlang recherchiert, aber nichts gefunden.
Heute packt mich fast das schlechte Gewissen, die alte Dame allein gelassen zu haben, obwohl ich seit Monaten auf dem Zahnfleisch gekrochen bin, nur um die Entscheidung zu gehen so lange wie möglich hinauszuziehen.
Bin für jede Hilfe dankbar!
