Betreuungsperson mit Persönlichkeitsstörung

Guten Tag,

Gestern habe ich nach zwei Jahren Hölle meine Stellung als Betreuerin einer 87 jährigen Dame gekündigt.
Das Problem ist die zweite Betreuerin, mit der ich die Dame im 14-tägigem Wechsel rund um die Uhr versorgt habe.
Diese Betreuerin weist den kompletten Symptomkatalog einer ausgeprägten narzisstischen Persönlichkeitsstörung wie aus dem Lehrbuch auf.
Am Ende wurde es unerträglich mit ihr zu arbeiten, da sie die wildesten Anschuldigungen erfand, was ich alles falsch mache in der Pflege um sich besser darzustellen als mich.
Das ging hin bis zu kotverschmiertem Bad, und kotverschmierter Kleidung in Schränken, die sie vorgab nach meiner Abreise vorzufinden - was sie sogar schriftlich festhielt.
Sie hat keine Wege und Mittel gescheut mich schlecht zu machen und sich selbst als die kompetente „Pflegerin“ zu presentieren.
Dabei ist es genau umgekehrt. Ich bin die Fachkraft und mußte über die Jahre zahllose Pflegefehler auffangen, was ich die Monate und Jahre über ohne Aufhebens tat.

Was ihr wohl das gravierenste Dorn im Auge war, ist die Tatsache, das ich eine warmherzige Beziehung zu der alten Dame hatte, die sie in ihrer starren, kalten Art nicht zustande gebracht hat.

Die Dame hat keinerlei Angehörige, lediglich einen gesetzlichen Betreuer, der die Problematik leider nicht erkennt (da er in Monatsabständen nur kurz mit uns zu tun hat) ebensowenig, wie die meisten Nachbarn (einige durchschauen sie auch), denen sie sich als die großartige Pflegerin präsentiert.

Nachdem ich mich aus Erleichterung über meinen Weggang gestern erst einmal gründlich ausgeheult habe, kommt nun meine Sorge um die alte Dame.
Ich weiß aus der Vergangenheit, dass sie massiv bedrängt wurde, wenn sie nicht ihren Vorstellungen entsprechend reagierte und nun vermute ich dass das um so heftiger stattfinden wird, weil sie ja nach meiner Entscheidung vermuten muss, dass über sie schlecht geredet wurde. Kritisiert zu werden führte ausnahmslos zu aggressiven, cholerischen Ausbrüchen.

Wie bringe ich die Problematik dem gesetzlichen Betreuer, einem Rechtsanwalt bei, der sich leider von ihr blenden läßt?
Sie hat es perfekt drauf, das kompetente, integere Bild abzugeben, nur hinter verschlossenen Türen läßt sie ihren Aggressionen freien Lauf, wenn sie das perfekte Bild von ihr selbst angekratzt sieht.

Gibt es hier irgendeine Idee, wie man dem Betreuer die Augen öffnen könnte? Die Konflikte hier deutet
er als „Zickenkrieg“. Ich habe selbst schon stundenlang recherchiert, aber nichts gefunden.

Heute packt mich fast das schlechte Gewissen, die alte Dame allein gelassen zu haben, obwohl ich seit Monaten auf dem Zahnfleisch gekrochen bin, nur um die Entscheidung zu gehen so lange wie möglich hinauszuziehen.

Bin für jede Hilfe dankbar!

Hallo Rabea,

sorry, ich mach jetzt mal den Advocatus diaboli…

Die Sache mit der verschmutzten Kleidung und dem Bad hätte man, da ja nun schon die Neigung der Kollegin, ihre vermeintliche Konkurrentin schlecht dastehen zu lassen offenkundig bekannt war, ganz einfach mittels einer schriftlichen Übergabe, quittiert von einer unabhängigen Person (Nachbar) in Luft auflösen können. Okee, hinterher ist man immer schlauer…

Alles andere sind, gesehen durch die Brille eines unbeteiligten Dritten (eben des Vormundes/Rechtsanwaltes), recht unpräzise Unterstellungen und Anschuldigungen. Was will der gesetzliche Vormund mit der Info sonst anfangen, die Kollegin versuche, sich in einem besseren Licht dastehen zu lassen, hätte eine kaltherzige Art und eine narzisstische Persönlichkeitsstörung aus dem Lehrbuch? Eben. Zickenkrieg. Allseits fröhliches Rumgemoppe.

Was dir nun zu tun bleibt, ist eine sachliche Stellungnahme. Ausschließlich belegbare Fakten. Ein nüchternes Protokoll mit der Auflistung der Fälle, in denen du nachzuweisen imstande bist, dass dir zu Unrecht mangelhafte Arbeitsleistung unterstellt wurde nebst möglichst präziser nachweislicher Richtigstellung.

Wenn das nicht geht (bei geübten Mobbern durchaus im Bereich des Erwartbaren), schreib dem Anwalt halt einfach, du wärst am Ende deiner Kraft, weil deine Leistung permanent durch die Kollegin herabgewürdigt wurde.

Aber bitte dann ohne die von dir eigenmächtig gestellte Narzissmusdiagnose.

Und deine Ex-Kollegin kann sich dann gerne als das professionelle Unschuldslamm präsentieren, wenn sie die nächste und die übernächste Kollegin erstmal vergrault hat, könnte selbst ein Anwalt *gg* schonmal ins Grübeln geraten, meine ich.

Gruß

Annie

Und in der Zwischenzeit geht die alte Dame dran kaputt.

Für mich ist die Sache ja erledigt
Ich hab gekündigt.
Es geht um die alte Dame.

Nachweisen kann ich rein gar nichts.

Wenn Sie kam, ging ich und war 14 Tage nicht mehr vorort.
Sie konnte mir vorwerfen, was ihr so in den Sinn kam, wenn ich 14 Tage später davon erfuhr, hatte ich keine Möglichkeit mehr das Gegenteil zu belegen.
Irgendwann fing ich dann an vor der Übergabe ausdrücklich schriftlich festzuhalten: Fingernägel geschnitten, Fingernägel sauber, keine Ekzeme am Po, keine zu langen Fussnägel, Bad sauber, keine schmutzige Wäsche im Schrank… je nachdem, was sie mir aktuell vorgeworfen hatte, wurde die Liste immer länger, sie erfand wieder etwas neues und es war mir klar, dass das endlos wird, weil sie nicht rational reagiert sondern entsprechend ihrer Störung.
Am Ende hab ich auch gesagt, ich mache die Übergabe nur noch unter Zeugen, aber als ich gemerkt habe, der Rechtsanwalt hält mich deshalb lediglich für „schwierig“, hab’ ich das Handtuch geworfen und die Kündigung geschrieben. Ausserdem hätte sie dann lediglich etwas anderes ersonnen um mir das Leben schwer zu machen. Das war ein Fass ohne Boden.

Ich erzähl ja hier nur oberflächlich, um einen Eindruck zu vermitteln. Die Realität mit ihren aggressiven Ausbrüchen, wenn ich mal gewagt habe Dinge richtig zu stellen, oder wenn ich versucht habe für die alte Dame auf eine andere Behandlung ihrerseits zu bestehen(sie bekam entgegen ihren Gewohnheiten z.B. kein Fleisch zu essen, wurde stundenlang im Bett (mit Gitter oben) mit Stuhldrang liegen gelassen und ähnliches) war ja viel schlimmer.

Ja, vielleicht muss ich einfach sagen, ich hab getan was ich konnte, weit über das Maß hinaus eingesteckt, jetzt ist es nicht mehr meine Verantwortung. Aber würde ich meine eigenen Eltern solch einer Behandlung aussetzen? Nein! Und diesen Anspruch habe ich an mich selbst, eine hilflose alte Dame, die auch nicht mehr in der Lage ist, ihre Rechte einzufordern, nicht einer psychisch gestörten Person zu überlassen.

Und dass sie das ist, da besteht kein Zweifel.
Sicher war ich mir dann, als ich einmal unerwartet kam und sah, dass sie in der Küche einen altarähnlichen Aufbau auf dem Tisch stehen hatte, mit Blumen und Kerzen geschmückt und ihrem Foto in der Mitte.

Das alles bekommt der Anwalt nicht mit und würde ich es ihm sagen und er sie damit konfrontieren, würde sie es mit Unschuldsmiene leugnen und ziemlich verzweifelt tun, ob der Anschuldigungen meinerseits.
Sie hat Null Skrupel zu ihren Gunsten zu lügen und die Tatsachen zu verdrehen - merkt, glaube ich, gar nicht mehr, dass sie das tut. Und gegen so jemanden ist man machtlos.

Gruß,

Rabea

Hallo,

betreut/e diese Frau auch andere Menschen?
Gibt es weitere „Kolleginnen“, die evtl. mit ihr zusammen arbeiteten oder arbeiten?

Ist es untersagt, als ehemalige Betreuerin, eine alte Dame weiterhin ab und zu mal zu besuchen?

Bist Du auch mal wütend geworden und hast ihr die Meinung gegeigt? Oder weiß sie, dass sie es mit Dir machen kann?

Gruß, iceage

Sie ist selbständig und betreut auch andere Menschen, aber 400km entfernt von hier, wo sie wohnt.

Meine Vorgängerin hat nach einem Jahr Arbeit mit ihr auch wegen ihr gekündigt.
Sie kam einmal um ihre restlichen Sachen abzuholen.
Da sagte sie mir, sie hätte schon darauf gewartet,
irgendwann einen Anruf von ihrer Nachfolgerin zu bekommen.
Ihr ging es ganz genauso wie mir. Nur kam bei ihr noch hinzu,
dass sie wohl auch Probleme mit dem gesetzlichen Betreuer hatte,
der deshalb nichts davon hören will, wenn ich sie und ihre Erfahrungen erwähne.

Die alte Dame besuchen?
Glaube nicht, dass das nach meiner Kündigung gerne gesehen würde.

Auf sie wütend werden? … da eskaliert die Situation ins Unberechenbare.
Das habe ich am Anfang zwei-, dreimal erlebt.
Deshalb habe ich mich dann darauf beschränkt sachlich zu bleiben,
hat aber nichts genützt, weil sie alles, aber auch alles schamlos zu ihren Gunsten verdreht.
Keinerlei Ensicht, keinerlei Bereitschaft oder Fähigkeit selbst offensichtlichste Fehler zu reflektieren.
Danach habe ich dann einfach nicht mehr mit ihr gesprochen.
Es war sinnlos und hat jedesmal unvorstellbar viel Energie gekostst,
weil sie dich ohne Punkt und Komma in Grund und Boden redet.
Aber das ist natürlich das Schlimmste für so jemanden: Ignoriert zu werden.
Dann fing sie an ihre Lügen nach außen unter Nachbarn zu verbreiten und schriftlich festzuhalten.
Habe ich das auch ignoriert, wurden die Anschuldigungen immer wilder und grotesker,
um doch eine Reaktion von mir zu erzwingen.
Die Frau ist ein einziger Alptraum.
Während ich das hier schreibe, bin ich schon wieder am Heulen,
und hab das Gefühl selbst reif für den Psychiater zu sein.

Rabea

Was mir noch ein Rätsel ist:
Man hat einerseits das Gefühl sie macht das alles gar nicht vorsätzlich (ihre Angriffe, ihre Lügen, die permanente Verdrehung von Tatsachen, ihr cholerisches Verhalten), sie nimmt gar nicht wahr, oder gesteht sich nicht ein, dass ihr Verhalten außerhalb der erträglichen Norm ist,
andererseits weiß sie sich bei den Personen, bei denen es darauf ankommt, perfekt zu präsentieren.
Höflich, verbindlich, souverän, Kompezenz mimend (was sie ja nun selbst wohl nicht glauben kann), so dass es eine perfekte Maske ist,
eine perfekte Rolle die sie spielt. Das geht aber nur mit Vorsatz.
Wie paßt das zusammen?

Rabea

Hallo Rabea,

oje, ich kann Deine Situation sehr gut nachvollziehen. Ich habe 5 Jahre mit einem narzistisch-antisozialen Mann gelebt, 15 Jahre später habe ich nach 4 Jahren mit einem narzistischen Chef entnervt und völlig fertig gekündigt.

Was Du beschreibst, trifft eine narzistische Persönlichkeit(sstörung) genau so wie ich sie erlebt habe.
Ich habe auch Jahre versucht, das zu verstehen oder das Verhalten erklärbar zu machen. Der Erfolg ist, dass ich weiß, wie sie ticken, aber ich kann es nicht nachvollziehen/nachfühlen. Und ich weiß, dass der einzige Weg für mich bei solchen Persönlichkeiten der ist, mich so weit wie möglich von ihnen distanzieren.

Es gibt ein ganz gutes Buch darüber:
http://www.amazon.de/Narzi%C3%9Fmus-innere-Gef%C3%A4…

Man hat einerseits das Gefühl sie macht das alles gar nicht
vorsätzlich (ihre Angriffe, ihre Lügen, die permanente
Verdrehung von Tatsachen, ihr cholerisches Verhalten), sie
nimmt gar nicht wahr, oder gesteht sich nicht ein, dass ihr
Verhalten außerhalb der erträglichen Norm ist,

Nein, sie macht das nicht vorsätzlich, sie glaubt sich diese Verdrehungen selber. Ihre Sicht der Dinge wird zu ihrer Realität, sie schafft sich ein Bild (eine Fassade) von sich und ihrer Umwelt auf die immer gleiche Weise: sie stellt sich glorreich, hervorragend, über allen anderen stehend dar und wertet andere ab, stellt sich über sie, macht andere klein. Das ganze habe ich mir immer vorgestellt wie eine Filmkulisse: viel tolle Fassade und nichts dahinter.
Genauso fehlt einem Narzissten das innere Selbstvertrauen, der Grund, warum sie ihre Welt so gestalten und verdrehen müssen.
Sie müssen bei den anderen Fehler finden, damit sie wieder besser dastehen. Denn sie kämpfen immer dagegen, dass ihre glorreiche Fassade zusammenbricht.
Ihre Mitmenschen sind ihnen oft völlig egal. Es sei denn, sie brauchen Publikum oder aber sie können sich mit besonders wichtigen Menschen selbst aufwerten. Indem sie z.B. Bekanntschaft oder Freundschaft mit aus ihrer Sicht besonders tollen Menschen suchen.

Was ich auch erlebt habe: in der Wahl der MIttel alles andere als zimperlich, sie können ziemlich gewissen- und rücksichtslos agieren. Lügen, Intrigen, heftige und hinterhältige Attacken, da ist alles drin…

andererseits weiß sie sich bei den Personen, bei denen es
darauf ankommt, perfekt zu präsentieren.
Höflich, verbindlich, souverän, Kompezenz mimend (was sie ja
nun selbst wohl nicht glauben kann), so dass es eine perfekte
Maske ist,
eine perfekte Rolle die sie spielt. Das geht aber nur mit
Vorsatz.

Klar, Narzissten SIND ihre Fassade, dahinter ist ein ganz kleines, verletzliches ich. Das erklärt auch, warum sie auf Angriffe so unglaublich empfindlich und meist mit bösen Gegenattacken reagieren. Wenn man ihre Fassade angreift, dann greift man ihren Selbstschutz an…

Wie paßt das zusammen?

Ich glaube nicht, dass Narzissten diese Strukturen bewusst sind. Sie leben diese Lügen, diese Verdrehungen, diese Fassaden schon ein Leben lang, sie glauben sich das Ganze ja selber.
Es ist kein Vorsatz, es ist eine „Lebensart“ mit der sie sich durchs Leben schlagen.
Ein Gewissen oder Mitgefühl mit den Mitmenschen habe ich dabei vergeblich gesucht.
Wer unter dieser Störung leidet sind daher auch die Mitmenschen, weniger der Narzisst selber.

Naja, wenn Du noch Rat von mir willst, wie Du damit umgehen kannst: dreh Dich um und geh weg von diesem Menschen. Es ist so kräftezehrend und man wird immer nur neue Attacken auslösen, die in Deinem Fall nichts mehr bringen.

Was ich schon würde: ich würde die alte Dame ab und an besuchen. Das hat doch mit Deinem Dienstverhältnis nichts zu tun. Du hast sie gut kennen gelernt, Du magst sie, dann besuche sie doch als gute Bekannte und schau, wie es ihr geht…

liebe Grüße,
Petra

Hallo Rabea,

dass es persönlichkeitsgestörte Menschen gibt, die eine einzelne Person quälen und sich vor anderen Menschen als „durch und durch guter Mensch“ präsentieren, kann ich nur bestätigen.

Wie oft habe ich mir schon gewünscht, ich hätte heimliche Film- und Tonbandaufnahmen vom Verhalten dieser Menschen, damit andere Menschen mir endlich glauben.

Die meisten Männer können sich solche Verhaltensweisen gar nicht vorstellen. Wenn diese weiblichen Luder/Biester zu ihnen nett nund normal sind, dann begeben sie sich auf deren Seite. Auch diese Erfahrung habe ich mehrfach gemacht. Böse ist in den Augen der meisten Männer genau die Frau, die über schlechte Verhaltensweisen einer anderen Frau (von der sie selbst angelächelt und beflirtet werden oder die bei ihnen Mitleid erregt) spricht.

Etwas anderes könnte (könnte !) noch ein Grund für das Verhalten dieser Frau und des Rechtsanwaltes sein. Vielleicht wollen sie diese alte Frau beerben oder einen anderen finanziellen Vorteil heraus-holen. Vielleicht arbeiten die beiden zusammen.

Ich würde mich mit den anderen Opfern dieser hinterhältigen Frau zusammentun, Aussagen und Beweise sammeln und dann Strafantrag gegen diese Person stellen.

Gruß
Angelika

Liebe Rabea,

in der Sache selbst kann ich dir leider gar keinen Rat geben, aber falls es dich etwas tröstet: Ja, es gibt solche Menschen wirklich. Meine Mutter ist exakt so drauf. Niemand, der sie näher kennt, gibt sich noch freiwillig mit ihr ab, nur mein Vater hält noch zu ihr, aber seit er nicht mehr voll arbeitet, läßt er ab und zu durchblicken, dass er sehr unter ihr leidet.

Sie selbst leidet übrigens auch unter sich, hat ganz klassisch keinerlei wirkliches Selbstbewußtsein und kompensiert mit geradezu wahnwitzigen Realitätsverdrehungen und unglaublicher Bösartigkeit, die sie aber gar nicht bemerkt. Sie hält sich für eine freundliche und nette Frau und versteht gar nicht, warum die bösen Mitmenschen immer mit ihr streiten, und warum sie nie im Leben Freunde hatte.

Wer das nicht weiß, glaubt jahrelang ihre Selbstdarstellung, die wirklich NULL stimmt.

Und wer es weiß, zweifelt immer wieder an sich selbst. Wenn nicht diverse Menschen aus eigenem Erleben bestätigen könnten, dass es stimmt, würde ich denken, dass ich selbst erheblich gestört bin. Man kann es wirklich kaum beschreiben, es hört sich zu abgedreht an.

Lass nicht zu, dass diese Frau dich so runterzieht. Was du aber zum Schutz der alten Dame tun kannst, weiß ich nicht. Ich fürchte, deine Ex-Kollegin wird alle anderen davon überzeugen, dass sie alles richtig macht.

LG, Insel

Sie selbst leidet übrigens auch unter sich, hat ganz klassisch
keinerlei wirkliches Selbstbewußtsein und kompensiert mit
geradezu wahnwitzigen Realitätsverdrehungen und unglaublicher
Bösartigkeit, die sie aber gar nicht bemerkt. Sie hält sich
für eine freundliche und nette Frau und versteht gar nicht,
warum die bösen Mitmenschen immer mit ihr streiten, und warum
sie nie im Leben Freunde hatte.

Danke , liebe Insel!
Das beschreibt „meine“ Betreuerin sehr treffend.
Ziemlich zu Anfang, als ich sie noch für die ganz „normale Zicke“ hielt, schrieb sie mir einen ziemlich vrzweifelten Brief, den ich immer wieder ungläubig las, weil er ausdrückte, dass sie überhaupt nicht nachvollziehen konnte, warum ich mich von ihr zurückzog und ich keinen näheren Kontakt mit ihr wollte.

Wer das nicht weiß, glaubt jahrelang ihre Selbstdarstellung,
die wirklich NULL stimmt.
Und wer es weiß, zweifelt immer wieder an sich selbst. Wenn
nicht diverse Menschen aus eigenem Erleben bestätigen könnten,
dass es stimmt, würde ich denken, dass ich selbst erheblich
gestört bin. Man kann es wirklich kaum beschreiben, es hört
sich zu abgedreht an.

Es ist wirklich abgedreht.
Für mich auch fast beschämend, denn ich habe eine psychotherapeutische Vorbildung und bin unfähig dem Betreuer zu vermitteln, dass er es hier mit einer gestörten Persönlichkeit zu tun hat, obwohl ich es schon über ein Jahr definitiv weiß.
Die Monate davor habe ich mich selbst immer wieder in Frage gestellt, und mich gescheut ihr diesen Stempel aufzudrücken.

Aber herzlichen Dank. Wenn auch keine Lösung für die alte Dame in Sicht ist, die Beiträge hier lassen mich erst einmal wieder innerlich aufatmen
Vielleicht schicke ich dem Anwalt einfach den Link zu diesem Thread - kam mir gerade so.

Liebe Grüße,
Rabea

Genauso fehlt einem Narzissten das innere Selbstvertrauen, der
Grund, warum sie ihre Welt so gestalten und verdrehen müssen.
Sie müssen bei den anderen Fehler finden, damit sie wieder
besser dastehen. Denn sie kämpfen immer dagegen, dass ihre
glorreiche Fassade zusammenbricht.

Ja und damit war sie wohl ständig konfrontiert, denn sie hat ja nur das allernötigste an Arbeiten erledigt - passend zur Maske alles nach aussen sichtbare und was ihr auf irgendeine Weise Lorbeeren eingebracht hat - (dafür hat sie sogar meine Arbeiten als die Ihre ausgegeben. Da steht man dann da mit offenenm Mund und außer einem Kopfschütteln fällt einem dazu nichts mehr ein)
Alles andere blieb an mir hängen. Ihr Standardsatz, wenn ich mal wieder einen offensichtlichen Mangel behoben hatte, war „Das wollte ich auch schon machen“ - und dann sogleich ihr Kommentar, was an den Dingen, die ich erledigt hatte, ihrer Meinung nach falsch war
Nervenaufreibend, bis zur Erschöpfung!

Naja, wenn Du noch Rat von mir willst, wie Du damit umgehen
kannst: dreh Dich um und geh weg von diesem Menschen. Es ist
so kräftezehrend und man wird immer nur neue Attacken
auslösen, die in Deinem Fall nichts mehr bringen.

Hab mich auch nicht mehr auf ein Gespräch eingelassen, das der Anwalt mit uns beiden führen wollte um zwischen uns zu „vermitteln“. Es hätte wieder nur in den unglaublichsten Lügen und Verdrehngen geendet, mit verzweifeltem Unschuldsgetue und ich wäre wieder die Dumme gewesen.

Was ich schon würde: ich würde die alte Dame ab und an
besuchen. Das hat doch mit Deinem Dienstverhältnis nichts zu
tun. Du hast sie gut kennen gelernt, Du magst sie, dann
besuche sie doch als gute Bekannte und schau, wie es ihr geht…

Werde das auf jeden Fall tun, aber ich denke, solange er nicht erkennt, was los ist, wird der Betreuer das nicht zulassen.

Aber auch dir Danke, für deine Antwort!
Mit Leuten zu sprechen, die wissen wovon ich rede, hat unglaublich viel Druck von mir genommen!
denn sogar die Menschen, die auch Schwierigkeiten mit ihr hatten, haben letztlich nicht erkannt, dass sie ein handfestes psychisches Problem hat.
Da fielen aus Ärger über sie schon mal die Worte: „Die Frau ist ja krank!“ aber was dahinter steckt hat keiner vermutet.

Liebe Grüße,

Rabea

Hallo Rabea,

ja, so wie die Frau „programmiert“ ist, scheint es tatsächlich rein gar nichts zu nützen, sich ihr in den Weg zu stellen… also musst Du Dich schützen, und sicher wäre es ein Kampf gegen Windmühlen, sich ihr unter diesen Umständen in den Weg zu stellen, zumal sie anscheinend ausgereifte Strategien in ihrem gestörten Verhaltensrepertoire hat, um Dich fertig zu machen.

Du musst erstmal an Dich und Deine Gesundheit denken; auch wenn Dir Dein Gewissen reinredet und Du den Wunsch hast, der alten Dame zu helfen… was befürchtest Du denn, würde nun im schlimmsten Fall mit ihr durch diese Betreuerin passieren?

(Wie bewusst bekam/ bekommt eigentlich die betreute Person davon was mit?)

Du kannst im Grunde nur versuchen, Dich - da stimme ich Petra zu - selbst so weit zu distanzieren, dass Du wieder auf die Beine kommst. (Private Besuche sind da sicher nicht optimal.)

Du hast gekündigt, und das war die richtige Entscheidung;
keine Arbeit - auch nicht diese - ist es wert, dass man selbst dabei so an die Grenzen gelangt… Du hast alles getan, was Du konntest.

Herzlichen Gruß, iceage

Danke, Angelika es tut alleine schon gut verstanden zu werden.
Für den Anwalt muss ich allerdings eine Lanze brechen.
Der ist durch und durch integer. Einer der besten Betreuer, die ich meinen 9 Jahren Arbeit im sozialen Bereich kennen gelernt habe. Um so schmerzlicher zusehen zu müssen, dass er derart von dieser Frau erfolgreich hinters Licht geführt wird, die ja als Pflegerin rein gar nichts drauf hat. Man hat andauernd das Gefühl, sie probiert an der alten Dame herum, wie Pflege wohl richtig funktionieren könnte. Und ich musste es die ganzen Monate auffangen.
Mit dem Anflirten, da kann was dran sein. Erlebt hab ich es selbst zwar nicht, aber ein Nachbar hat sich über ihre billige Art sich anzubiedern auch schon aufgeregt.
Aber wie gesagt, alleine verstanden zu werden tut nach diesem Horror unendlich gut.
Herzlichen Dank für die Zeit, die sich alle hier genommen haben zu antworten!

Liebe Grüße,

Rabea

Hallo liebe Rabea.Ein Albtraum!!! Ich habe deine Artikel gerade durchgelesen , ich glaube dir jedes Wort!Ich denke der Betreuer möchte gar nicht wissen was wirklich los ist und wenn bei der alten Dame nicht wirklich " Gefahr in Verzug " nachzuweisen ist geht es den eigentlich auch gar nicht’s an ( dafür wird er nicht bezahlt…).Um zu beweisen , dass hier gefährliche Pflege betrieben wird brauchst du handfeste Beweise und du müsstest auch eine Anzeige erstatten, erst dann könnte evtl. etwas ins Rollen gebracht werden… Hast du noch so viel Kraft ? Ich würde es dir wünschen.
Das für dich wichtigste hast du Gott sei Dank erledigt , hast gekündigt.Vielleicht wäre es nicht verkehrt wenn du dich selbst nach Hilfe umschauen würdest , es ist nicht einfach so einen Albtraum und jetzt auch noch die, hoffentlich vorübergehende, Arbeitslosigkeit zu verkraften.
Ich wünsche dir alles Gute ,lass dich nicht unterkriegen !

Grüße
annfe

Du musst erstmal an Dich und Deine Gesundheit denken; auch
wenn Dir Dein Gewissen reinredet und Du den Wunsch hast, der
alten Dame zu helfen… was befürchtest Du denn, würde nun im
schlimmsten Fall mit ihr durch diese Betreuerin passieren?

Hatte Befürchtungen, dass sie ihre Wut an ihr ausläßt, weil sie ja annehmen muss, dass über sie geredet wurde. Das ist ja das Schlimmste für sie wenn andere über sie reden und sie weiß nicht was!
Da gab es Begebenheiten, wo sie einen völlig unbeteiligten und perplexen Nachbarn zur Rede stellte, warum er schlecht in der Nachbarschaft über sie rede. Er wußte gar nicht, worum es geht.

(Wie bewusst bekam/ bekommt eigentlich die betreute Person
davon was mit?)

Sie bekommt es sehr wohl noch mit. Am Anfang hat sie sich über einige Dinge bei mir ausgesprochen. Da ahnte ich noch nicht, womit ich es hier zu tun habe und riet ihr, sich solch eine Behandlung nicht gefallen zu lassen. Ihre Antwort unter Tränen: „Ach Mädle, man nimmt so vieles in Kauf, wenn’s nur keinen Streit gibt.“

Als ich sie dann vorbereitete, dass ich nicht mehr mit meiner Kollegin zusammenarbeiten würde, und der Betreuer eine Entscheidung treffen müsse, wer bleibt und wer geht, brach es aus ihr hervor, da hatte sich viel angestaut: Dass oft mit ihr geschimpft wird und sie deswegen Angst vor der Betreuerin hat, dass sie alles falsch macht, dass sie morgens mit dem Gedanken aufwacht, was kommt wohl heute wieder, dass sie genötigt wird Dinge zu tun, die sie nicht möchte (zum Beispiel Klavier spielen) und und und…

Ich bat den Betreuer mal mit ihr unter vier Augen zu sprechen, leider geschah das erst 6 Wochen nach diesem Gefühlsausbruch, da war alles schon wieder nicht so mehr präsent bei ihr, und da tendiert sie auf Fragen eher mit wenig aussagekräftigen Floskeln zu antworten.

Du kannst im Grunde nur versuchen, Dich - da stimme ich Petra
zu - selbst so weit zu distanzieren, dass Du wieder auf die
Beine kommst.

Dabei habt ihr mir hier wirklich geholfen!
Ich kann mich nur herzlich bei allen hier bedanken!

Du hast gekündigt, und das war die richtige Entscheidung;
keine Arbeit - auch nicht diese - ist es wert, dass man selbst
dabei so an die Grenzen gelangt… Du hast alles getan, was Du
konntest.

Das Gefühl habe ich jetzt auch. Und jetzt fällt es auch schon wesentlich leichter zu sagen, die Verantwortung liegt nicht mehr bei mir.

Hey, das war eine richtige Kurztherapie hier!

Vielen lieben Dank und Grüße an dich und an alle!!!

Rabea :smile:

Hallo liebe Rabea.Ein Albtraum!!! Ich habe deine Artikel
gerade durchgelesen , ich glaube dir jedes Wort!Ich denke der
Betreuer möchte gar nicht wissen was wirklich los ist und wenn
bei der alten Dame nicht wirklich " Gefahr in Verzug "
nachzuweisen ist geht es den eigentlich auch gar nicht’s an (
dafür wird er nicht bezahlt…).Um zu beweisen , dass hier
gefährliche Pflege betrieben wird brauchst du handfeste
Beweise und du müsstest auch eine Anzeige erstatten, erst
dann könnte evtl. etwas ins Rollen gebracht werden… Hast du
noch so viel Kraft ? Ich würde es dir wünschen.

Im Moment habe ich die Kraft nicht mehr - bin völlig am Ende und ausgelutscht.

Aber ich würde sehr gerne eine Möglichkeit finden, diese Frau von weiteren hilflosen Personen fernzuhalten, weil man es gerade in der häuslichen Pflege immer wieder antrifft, dass schwierige, kranke oder machtbesessene Individuen diesen Bereich als Niesche für sich entdecken und dort ohne Kontrolle durch Dritte ihr krankes Verhalten ausleben. Es ist eigentlich eine Schande für unsere Gesellschaft, dass die Hilflosesten unter den alten Menschen solchem schutzlos ausgeliefert sind. Den hier betroffenen Rechtsanwalt einmal ausgenommen, findet man das auch sehr häufig bei den gesetzlichen Betreuern.

Das für dich wichtigste hast du Gott sei Dank erledigt , hast
gekündigt.Vielleicht wäre es nicht verkehrt wenn du dich
selbst nach Hilfe umschauen würdest , es ist nicht einfach so
einen Albtraum und jetzt auch noch die, hoffentlich
vorübergehende, Arbeitslosigkeit zu verkraften.

Es ist schon nicht leicht, ein sicheres Einkommen einfach aufzugeben,
aber ich bin selbständig tätig und habe auch noch andere Möglichkeiten.

Was den psychischen Aspekt angeht, hat mir der Austausch hier sehr geholfen! es war die beste Entscheidung, sofort zumindest einen Austausch über meine Erlebnisse zu suchen. Im Freundes- und Bekanntenkreis versteht man zwar, über die Jahre hat man ja immer wieder erzählt, aber es ist doch noch einmal anders sich mit Leuten auszutauschen, die wissen, wovon man redet, weil sie ähnliches aus eigener Erfahrung kennen.

Ich wünsche dir alles Gute ,lass dich nicht unterkriegen !

Danke Annfe, es fühlt sich heute Abend schon ganz anders an als gestern um die Zeit! :smile:

Rabea