Hallo nochmal,
Warum der Gesetzgeber
Schenkungen bei einer dementen Person nicht gleich unterbindet
ist mir allerdings ein Rätsel!
Man muss immer den Einzelfall im Blick haben. Dement und dement können durchaus zwei unterschiedliche Paar Schuhe sein. Ein Dementer weiß zwar nicht mehr in welchem Jahr er lebt, kann aber durchaus den festen und nachvollziehbaren Willen haben, seine Immobilie an das Kind zu verschenken, welches sich schon seit Jahren ausschließlich um die Versorgung kümmert, dafür vielleicht die eigene Berufstätigkeit aufgegeben hat, … Bei ausreichend großem weiteren Vermögen, über welches die eigene Versorgung sichergestellt ist, könnte man sich vorstellen, dass so eine Sache im Sinne des Betroffenen durchgeht.
Ein anderer geht jeden Tag auf die Straße und verteilt kleine Scheine an Leute bei denen er meint, Schulden zu haben, und man wird versuchen müssen die Sache zu unterbinden.
Wenn Oma den Enkeln immer € 50,-- zu Weihnachten und Geburtstag geschenkt hat, spricht aber auch nichts dagegen, dies fortzuführen, wenn Oma sich zwar weiterhin über jeden Besuch der Enkel freut, sich aber leider nicht mehr daran erinnern kann, ob es sich um die eigenen Kinder oder die Enkel handelt.
Und wenn Opa Meier immer schon der lieben Nachbarin monatlich € 100,-- zugesteckt hat, weil die schon seit Jahren für ihn die Einkäufe und alle Behördenangelegenheiten erledigt und sich einmal die Woche einen Nachmittag Zeit für ihn nimmt, dann sollte dies auch dann weiter laufen, wenn Opa an den gemeinsamen Nachmittagen sich nicht mehr über aktuelle Politik unterhalten kann, sondern im Bett liegt und meint, dass ihm die liebe Mama die Hand hält und versucht mit ihm in die noch vorhandenen Bruchstücke aus eigener Kindheit einzutauchen.
Das ist ein ganz schwieriges Thema, mit dem ich ziemlich regelmäßig zu tun habe, und bei dem man oft selbst nicht genau weiß, was richtig und falsch ist, und wo ich auch Vormundschaftsrichter verstehen kann, die mal zu einer anderen Auffassung als man selbst kommt.
Gruß vom Wiz