Hallo nochmal!
– Verstehe ich nicht. Du kannst doch kündigen.
Naja, bei der derzeiten Arbeitsmarktsituation ist das nicht ganz unproblematisch und private Gründe schränken mich in meiner räumlichen Flexibilität sehr ein.
Im Ernst: was
ist denn daran so ungewöhlich? Schon mal einen Lehrer gesehen,
der seinen Urlaub frei einteilt?
Also als Lehrer habe ich so ca. alle 2-3 Monate ein paar Wochen frei. So ist das doch über das ganze Jahr verteilt und nicht nur auf einen Zeitraum im Sommer beschränkt.
Schon mal im Winter in der
Eisdiele oder im Freibad gewesen? Im Sommer den Skilift
benutzt? Betriebsschließung und/oder Urlaubssperren können
betriebswirtschaftlich notwendig sein und sind gar nicht mal
selten. Das hängt schlicht und einfach vom Berufszweig und den
Umständen des Einzelfalles ab.
Da wir aber kein Betrieb sind der von Jahreszeit oder Wetter abhängig ist, kommt das für uns nicht in Frage.
Per se ist es noch lange nicht
ungerecht! Es dreht sich doch lediglich um die Frage, ob die
betrieblichen Belange hinreichend für eine Betriebsschließung
sind.
Ich mag zwar nicht in der GL sitzen, aber IMHO gibt es für unseren Betrieb keine Gründe für einen BU.
Im Zweifel steht Dir jederzeit der Klageweg offen.
Besonders die Phrase „und dann auch noch 3 Wochen am Stück“
ist interessant. Was ist denn daran verwerflich? Der AG ist
eigentlich gesetzlich gehalten, Dir 4 Wochen am Stück zu
geben…
Ich war immer der Meinung das es 10 Tage am Stück sein sollen…
Desweiteren liegt Dein Urlaubsanspruch immerhin über
dem gesetzlichen Minimum. Vielleicht gibt‘s ja auch
Urlaubsgeld, Weihnachtsgeld, etc…?
Urlaubsgeld, Weihnachtsgeld? Ich hab gehört das es Leute gibt, die sowas schonmal bekommen haben…
– Ach was? Muß sich der AG jetzt nach den Flitterwochen aller
Angestellten richten? Vielleicht will ja einer noch im März
seinen Geburtstag feiern, der nächste muß zur
Wintersonnenwende um einen Scheiterhaufen tanzen und der
andere hat im August tolle Grillparty-Wochen!
Wie war das… Die Interessen der Mitarbeiter sind angemessen zu berücksichtigen. Das ist nicht passiert und es gibt definitiv keine betrieblichen Gründe den Laden dicht zu machen.
Niemand zwingt
Euch da zu arbeiten. Das unternehmerische Risiko trägt der
Arbeitgeber. Solange ein berechtigtes betriebliches Interesse
an der Betriebsschließung besteht und eine Einigung mit dem BR
getroffen wurde, ist alles korrekt abgelaufen. Ach ja, fast
vergessen, ein BR existiert ja gar nicht! Aber es wäre
wohl vermessen, jetzt mal darauf hinzuweisen, daß Ihr alle,
die Ihr so „platt“ seid, keinen BR gegründet habt und Euer
Recht auf Mitbestimmung fahrlässig minimiert habt.
Naja. Als Azubi kann ich schlecht hingehen und einen Betreibsrat gründen wollen. Und im Moment kann ich es mir wirklich nicht leisten den Folgevertrag aufs Spiel zu setzen da der Markt in dieser Region recht dünn gesäht ist.
Also, wenn Ihr Euch über die „Schuldigen“ echauffieren wollt, :stellt Euch gemeinsam vor einen großen Spiegel. Wenn Ihr keine
Mitbestimmung haben und keine Verantwortung tragen wollt, dann
beschwert Euch nicht. Dieses Ärgernis hättet Ihr vielleicht
durch den BR „verhindern“ oder kontrollieren können. Gegen
Willkür seid Ihr aber insofern glücklicherweise noch
geschützt, da Ihr zum Arbeitsgericht gehen und die
betrieblichen Interessen überprüfen lassen könnt. Dafür
müsstet Ihr Euch aber – wie bei der Gründung eines BR – einig
sein und statt zu lamentieren mal endlich handeln.
Das sag einer Belegschaft die Angst hat was zu sagen weil sie fürchtet, bei der nächsten finanzielle Kriese als erstes auf der Strasse zu sitzen… Insofern machst Du es dir ein wenig einfach.
So, jetzt können ja alle mal über mich herfallen und sich
darüber aufregen, weil ich nicht für die „armen ausgebeuteten“
AN Partei ergreife. Fakt ist aber, daß die Unmündigkeit der
Arbeitnehmer in den letzten Jahren immmer eklatanter wird und
durch die Rechtssprechung noch erschreckend vorangetrieben
wird.
Vielleicht weil aber auch die „Hire and Fire“-Mentalität aus den USA immer mehr herüberschwappt und wie oben schon gesagt der Arbeitsmarkt im Moment nicht so üppig ist, dass alle Firmen versuchen die Leute gegenseitig abzuwerben.
In letzter Zeit häufen sich Urteile, wo mir das kalte
Grausen kommt! Manchmal frag ich mich, wer hier vor wem
geschützt werden sollte.
(Oder sollte es wider Erwarten tatsächlich noch jemanden
geben, der meine Meinung teilt
)
Gruß,
LeoLo (den jetzt wahrscheinlich alle für einen bösen
AN-feindlichen AG halten)
Ich halte Dich nicht dafür, finde es aber schade das Du so einen vorwurfsvollen Ton an den Tag legst wenn Dir wichtige Fakten für diesen konkreten Fall fehlen.
So long!