Es gibt in vielen Firmen die unterschiedlichsten Arbeitsbedingungen.
Im Job ist meiner Meinung nach die wichtigste Voraussetzung ein gutes Betriebsklima. Das kann sich aber jederzeit ändern.
Folgende Situation möchte ich schildern:
Ein Arbeitnehmer kommt in eine Abteilung die anfänglich ein gutes Betriebsklima hat. Nach einiger Zeit gehen Arbeitnehmerinnen in den Mutterschutz, und der Arbeitnehmer darf diese Arbeit mitmachen, es wird keiner mehr als Ersatz eingestellt. Dieser Arbeitnehmer hat plötzlich nur noch Vorgesetzte vor sich, die sich an keine feste Arbeitszeitstruktur halten. Der Arbeitnehmer hat aber vertraglich feste Arbeitszeiten. Das Klima verschlechtert sich, und der Arbeitnehmer empfindet seine Situation immer mehr als Zumutung. Trotz ansprechens, wird ihm gesagt dass keine Hilfe kommen soll, und das es doch wohl auch so geht. Der Arbeitnehmer hat, plötzlich gesundheitliche Probleme kann nicht mehr durchschlafen, bekommt Magenprobleme und wird depressiv. Die einzige Möglichkeit für ihm wäre zu kündigen, doch er hat eine extrem lange Kündigungszeit und er wirkt durch die viele Arbeit, Überstunden schon sehr ausgebrannt.
An was liegen solche Situationen? Schlechte Führungsstile, Stellenabbau, Kosteneinsparungen um jeden Preis?
Oder will man einfach nur einen langjährigen Mitarbeiter durch Überforderung los werden?
Das Deming-Prinzip…
Im Job ist meiner Meinung nach die wichtigste Voraussetzung ein gutes Betriebsklima. Das kann sich aber jederzeit ändern.
Was, Deine Meinung oder das Klima? 
Folgende Situation möchte ich schildern: (…)
An was liegen solche Situationen? Schlechte Führungsstile, Stellenabbau, Kosteneinsparungen um jeden Preis?
Hier möchte ich einfach die Deming-Regel zitieren: 90% aller Probleme in Unternehmen werden durch Management verursacht.
So auch die von Dir beschriebene Situation. Ein Manager ist extrem kurzsichtig, wenn er aus „Kostenersparnisgründen“ einen guten Mitarbeiter so weit belastet, dass jener irgendwann längerfristig erkrankt oder gar berufsunfähig wird, denn das wird schlußendlich für das Unternehmen doppelt und dreifach teuer:
- Der derzeitig überlastetet Mitarbeiter fällt aufgrund eines Burnouts aus, muß aber (zumindest bis zur BU) weiter bezahlt werden
- Bis zur Einstellung eines Ersatzes bleibt die Arbeit des erkrankten MA liegen.
- Selbst wenn ein Ersatz gefunden wurde, ist der noch nicht eingearbeitet - und der MA unter Burnout wird dies wohl kaum in seiner Freizeit tun!
Insbesondere sei hier angemerkt, daß:
- wenn das, was der MA derzeit unter Hochdruck alleine macht, wirklich so dringend ist, dann kann es sich das Unternehmen gar nicht erst leisten, den MA auch nur für 2-3 Tage wegen einer Grippe ausfallen zu sehen! Ein Unternehmen, das aber solche Ausfälle nicht einkalkuliert, ist schlichtweg dumm!
- wenn das, was der MA derzeit aufgrund Management-Anweisung unter Hochdruck macht, gar nicht so dringend ist… ich glaube, hier kann jeder 1 und 1 zusammenzählen!
Es ist nicht so, dass ein einzelner Faktor für so etwas verantwortlich ist. Meistens steht hinter so etwas eine ganze Reihe von mehr oder weniger zusammenhängenden unglücklichen Ereignissen. Am Schluß ist man dann ganz schnell wieder bei der Chaostheorie und dem Schmetterling in Brasilien…
Allerdings hat ein Manager jederzeit hier und heute die Möglichkeit, eine Entscheidung zu treffen, um etwas zu ändern. Dafür sind die Leute ja da!
Oder will man einfach nur einen langjährigen Mitarbeiter durch Überforderung los werden?
Da gibt es billigere Mittel und Wege, denn bis der Arbeitsvertrag wegen BU gelöst wurde, muß das Unternehmen den bezahlten Krankenstand finanzieren. Außerdem: wenn gerichtlich eine gesundheitsgefährdende Überlastung nachgewiesen werden kann, droht möglicherweise Schmerzensgeld und ein arbeitsrechtliches Verfahren, mit der dann auch so ein Vorgesetzter in den Ruhestand kommen könnte…
Gruß,
Michael
Das Problem ist, dass die Führungskräfte nie eine Ausbildung in Richtung Betriebsführung erfahren haben. Es handelt sich dabei um Ärzte die nach der Doktorarbeit eine Führungsposition bekommen haben.
Selbst stehen sie ständig im OP, und nebenbei machen sie noch Forschung. Die Führungskräfte lassen sich auch kaum sehen.
Ich kenne allerdings in meiner 27 jährigen Berufserfahrung keinen Chef der sich an das Deming Prinzip hält.
Vielmehr erkennt man als Angestellter wo die Schwächen des Chefs liegen.
Schlimm finde ich es wenn gleich nach dem Studium oder Doktorarbeit jemand in eine Fürhungsrolle gebracht wird ohne Vorerfahung.
Besonders wenn die Angestellten über mehr Berufserfahrung verfügen, und das Führungsverhalten des Chefs als schlecht erleben.
Hallo Harwin,
zunächst einmal mein Mitgefühl.
Betrachte die Situation einmal aus der Sicht der Vorgesetzten. Mitarbeiter, die in Mutterschutz gehen, sind ein Graus. Die Stelle muss freigehalten werden, denn vielleicht kommen sie wieder. Man könnte nun wechselnden Ersatz mit Zeitverträge besorgen.
Und hier kommt eine andere Möglichkeit zum tragen. Es gilt Kosten zu reduzieren. Arbeitnehmer sind teuer. Gehe davon aus, dass ein Arbeitnehmer mit allen Nebenkosten, durchaus das doppelte seines Bruttogehalts kosten kann. Die Suche von Ersatzkräfte bedeutet für Vorgesetzte Arbeit und Mühe.
Also geht Chef einen Weg der sich anbietet. Er probiert aus, ob es so geht und verteilt die Arbeit auf die verbliebene Kräfte.
Und siehe da, es geht! Irgendwie.
Ärzte sind dafür bekannt, dass sie mit ihrer eigenen Gesundheit und der Gesundheit von Mitarbeitern fahrlässig umgehen.
Außerdem ist die Arbeitsbelastung von Ärzten legendär. Warum soll es also ihren Mitarbeitern besser gehen?
Was hilft nun? Ein Esel wird solange beladen, bis er einknickt. Was machst du nun? Hälst du dich aufrecht, selbst wenn du am zusammenbrechen bist? Machst du unbezahlte Überstunden ohne Ende?
Ein Weg wäre es rechtzeitig einzuknicken. Du schaffst nicht mehr alles um jeden Preis. Es bleiben Arbeiten liegen. Wenn die Vorgesetzten die Arbeiten einklagen sagt man ihnen zu, dass man sie noch macht und stellt ihnen die Frage, welche Tätigkeit die höchste Priorität hat und sofort gemacht werden muss.
es nervt die Vorgesetzte auf subtile Art und macht ihnen bewusst, dass du überlastet bist. Aber noch wichtiger, es macht ihnen bewusst, dass sie zusätzliche Kräfte brauchen, wenn die Arbeit erledigt werden soll und sich nicht von Monat zu Monat anhäufen soll.
Gruß
Carlos