Betriebskrankenkasse f. multimediabranche?

guten abend, experten!

ich werde bald meinen ersten arbeitsvertrag bei einem multimediaunternehmen unterschreiben und ab diesem zeitpunkt der gesetzlichen versicherungspflicht unterliegen.

gibt es eine betriebskrankenkasse, bei der ich mich melden sollte oder was kommt sonst in frage (TK, AOK…)? ich habe leider keine ahnung und bin sehr dankbar für hilfe.

gruß, matthias

Hi Matthias,

wenn Du jemand bist, der nicht den gesteigerten Wert auf Sonderwünsche legt (also alles, was über die Schulmedizin hinausgeht wie Akupunktur usw.), ist bei den Gesetzlichen der Leistungsumfang fast identisch, also kann allein der Preis entscheiden. Einen aktuellen Beitragsvergleich findest Du hier http://finanzen.focus.de/D/DA/DAL/DALD/dald.htm

Micha

P.S. Die KK muss nicht am Ort sitzen, ich mache das seit Jahren über Telefon/Internet/Brief, klappt problemlos (BKK Bauknecht und BKK Hoesch Dortmund

Eine BKK würde ich auch empfehlen. Die stehen den „großen“ (AOK, Barmer) in nichts nach. Allerdings hab ich eine gewählt, die auch in meiner Stadt ein Büro hat. So ganz auf Briefe oder Faxe/Telefon wollte ich mich nicht verlassen…

CU

DoubleM
http://www.doublem.de.vu

Hallo,
also eine Betriebskrankenkasse (BKK)
hat wohlmöglich einen niedrigeren
Beitragssatz, aber wenn es mal ernst wird,
dann ist der Service entscheident, denn
nicht alles was billig ist, ist auch
gut.
Ich rate Dir zu einer Ersatzkasse -
was den Service betrifft, dann die DAK (!!)

GRUSS

Günter

Hi Günter,
das musst Du mir genauer erklären,
was macht die DAK, was eine 1,5% billigere BKK nicht macht? Die gesetzlichen Regelungen lassen doch gar keine großen Unterschiede zwischen den Leistungen verschiedener gesetzlicher KK zu. Ich habe wirklich keine Lust, massig Geschäftstellen mit zu finanzieren, wenn das alles auch völlig unproblematisch per Telefon geht.
Entscheidend für mich ist, das ich zum Arzt gehen und die Karte durchziehen lassen kann, ebenso evtl. beim Krankenhaus. Wozu sonst brauche ich eine Krankenkasse noch?

Micha

Hallo Micha,
tja, Gott sei dank kannst Du so argumentieren. Das beweisst mir, dass Du
gesund bist (sehr erfreulich) und Deine
Krankenkasse wahrscheinlich nur vom
Gehaltsstreifen her kennst.
Du hast recht wenn Du schreibst, dass bei
den Leistungen kein grosser Unterschied
besteht - leider, leider muss ich sagen, denn der Gesetzgeber lässt den Kassen keine grosse Handlungsfreiheit.
Aber das bischen Spielraum, das wir haben
das nutzen wir gnadenlos aus.
Stell Dir vor, Du bist krank, schwer krank.
Du brauchst Krankenhaus, Kur, Hilfsmittel
Beratung oder Du hast Probleme mit Deinem
Arzt, Zahnarzt oder der Apotheke.
Du bist Mitglied einer (supergünstigen)
Betriebskrankenkasse, die allerdings ihren
Sitz im Schwazwald hat und nur tel. für Dich
erreichbar ist. Du merkst schnell, dass es
da so zugeht wie auf dem Finanzamt, um nur
ein allgemein abschreckendes Beispiel zu
nennen. Du bist eine „Nummer“ und der oder
die Sachbearbeiterin (bestimmt mit einer
tollen Telefonstimme) kennt Dich nicht sondern nur deine Versichertennummer.
Er oder Sie weiss aber auch nichts über die
Gegebenheiten vor Ort, kann dir also nur
insoweit helfen in dem er oder Sie Gesetzestexte zitiert - Ist das Hilfe ??
Bei einer (nur so zum beispiel) DAK-Geschäftsstelle direkt in Deiner Nähe
ist das ganz anders (gilt aber auch für andere Ersatzkassen, zuweilen sogar auch für
die AOK), da kennt man sich, da kann man
persönlich miteinander sprechen, da kommt
der oder auch die Sachbearbeiter/in sogar
ins Haus (nur auf Wunsch) - da bist Du keine
Nummer, da bist der Michael Jakubowski.
Ich zum Beispiel bin seit 32 Jahren bei der gleichen Kasse und kenne eine Masse der
Versicherten persönlich (der Natur der Sache
entsprechend leider nur die, die uns auch
kräftig Geld kosten). Zu uns in die Geschäftsstelle kannst Du morgens ab 6.45 Uhr kommen und da ist offen.
Ich könnte noch seitenweise weiter schreiben
aber ich denke das langt.
Service ist das, worauf der Versicherte
Wert legt - wenn er das nicht tut, dann
soll er in die billigste Bkk gehen, die auf
dem Markt ist.

Gruss

Günter

Hi Günter,

insofern magst Du recht haben, ich kümmer mich um meinen Kram halt lieber selbst - auch wenn ich mal krank bin. Hab ich Kummer mit Ärzten, wechsel ich diese halt und die Apotheke macht dann keinen Umsatz mehr (zumindest nicht durch mich).
Ohne Deiner Schilderung widersprechen zu wollen (ich nehme Dir das geschilderte Engagement durchaus ab), noch eine kleine Story, als ich mein Kündigungsschreiben (vor einigen Jahren) bei der TK-Geschäftsstelle persönlich (das einzige mal, das ich je dort war) abgab, hier natürlich verkürzt:
TK: Warum wollen Sie denn wechseln
ich:BKK ist billiger
TK: ABER wir sind viel schneller bei der Bearbeitung, stellen sie sich vor, sie haben einen Unfall und benötgen z.B. ein Beatmungsgerät. Das wird bei uns innerhalb 2er Arbeitstage bearbeitet und entschieden, bei den BKK dauert das manchmal Wochen…[Nachtrag: was ich nicht nachvollziehen kann, die sind auch recht fix, wenn man was will]
japps,japps
…tja, und als ich dann vor lachen nicht mehr konnte, wusste die junge Dame nichtmal, weshalb.
Aber wie gesagt, das nur als kleines humoristisches Detail. In meiner ersten Antwort hatte ich ja auch sowas geschrieben wie „wenn man nix besonderes will“ - ich gebe allerdings zu, Service fällt nur bedingt unter „besonderes“.

Schöne Grüße

Micha