Betriebsrente auf Basis von Garantiefond

Hallo Zusammen,

ich habe ein Angebot für die fondsorientierte Betriebsrente mit Garantiefond von ASPECTA Leben (VL MAXX.invest) erhalten. Nun bin ich mir nicht sicher, ob das Angebot sich lohnt. Ich frage mich, ob solche Versicherungen lohnenswert sind oder es andere gute Alternativen gibt? Durch diese Versicherung bekommt man vom Arbeitgeber die VWL und dazu werden die Beiträge vom Brutto abgerechnet, sodass sich der Nettobetrag nicht so gravierend ändert.
Ich wollte auch wissen, welche Kosten entstehen durch die Abschließung solcher Verträge. Abschlußgebühr oder noch andere Kosten? Dann ist mir auch nicht so klar, was mit der Höchststand-Garantie gemeint ist? Zu allerletzt: Worauf muss ich bei Abschluß solcher Verträge achten?
Jede Antwort ist willkommen!!!

Vielen Dank und viele Grüße,
Denis

achte darauf dass du einen ungezillmerten tarif bekommst und dass du gem. betriebsrentengesetz jedes jahr dein beitrag neu bestimmen kannst. minimum 160stel der jeweiligen bezugsgröße.

grüße

andreas

Hallo Denis,

Hallo Zusammen,

ich habe ein Angebot für die fondsorientierte Betriebsrente
mit Garantiefond von ASPECTA Leben (VL MAXX.invest) erhalten.
Nun bin ich mir nicht sicher, ob das Angebot sich lohnt. Ich
frage mich, ob solche Versicherungen lohnenswert sind oder es
andere gute Alternativen gibt?

Die Beantwortung dieser Frage ist in etwa so umfangreich wie die Diskussion, welches Glaubensbekenntnis das richtige ist. Und leider aufgrund der wenigen bekannten Daten (Familienstand, persönliche Verhältnisse, Alter, Versorgungsziele, etc.) auch genauso wenig defintiv zu beantworten.
Somit kann man an dieser Stelle nur sagen:
JA, häufig lohnt sich eine Betriebliche Altersvorsorge
und
JA, es gibt selbstverständlich Alternativen (was in Anbetracht von einigen Hundert unterschiedlicher Tarife auch nicht allzu sehr verwundert).

Durch diese Versicherung
bekommt man vom Arbeitgeber die VWL

nur der Klarheit halber: Ob man/frau VWL bekommt, hängt in erster Linie nicht von der Einrichtung einer BAV ab, sondern ist tarif- oder einzelvertraglich geregelt.

und dazu werden die
Beiträge vom Brutto abgerechnet, sodass sich der Nettobetrag
nicht so gravierend ändert.
Ich wollte auch wissen, welche Kosten entstehen durch die
Abschließung solcher Verträge. Abschlußgebühr oder noch andere
Kosten?

Falls hiermit gesonderte Kosten, die man noch mal quasi „extra“ bezahlen muss (wie z.B. der Ausgabeaufschlag bei Fonds), gemeint sind: nein, diese entstehen nicht.
Aber selbstverständlich sind in den Beiträgen zur BAV neben dem Anlage-und ggf. Risikoanteil auch Kosten enthalten (für Provisionen, Verwaltung, etc.). Diese werden entweder auf den Beginn der Laufzeit des Vertrages konzentriert (sog. „gezillmerte“ Tarife) oder verteilen sich über einen längeren Zeitraum (analog zu oben: „ungezillmerte“ Tarife).

Dann ist mir auch nicht so klar, was mit der
Höchststand-Garantie gemeint ist?

Bei einem Produkt wie dem hier genannten erfolgt die Anlage der Beiträge in Investmentfonds. Diese können natürlich je nach Struktur (Renten-, Misch-, Aktienfonds, etc.) auch in ihrer Wertentwicklung schwanken. Eine Höchststandsgarantie verhindert, dass der Wert eines Fondsanteils wieder unter einen einmal erreichten Stand fällt.
Bsp.: der Fondsanteil liegt beim Kauf am 01.10. bei 100,- €. Am 01.11. ist er auf 105,- € geklettert. Obwohl er am 01.12. wieder auf 102,- € gefallen ist, erhält der Kunde die Garantie, im Falle des Ablaufs mind. die 105,- € zu erhalten.
Hinweis: Meines Wissens (Achtung: subjektiver Kenntnisstand) bietet der genannte Tarif aber keine Höchststands-, sondern eine Beitragserhaltungsgarantie. Dies ist etwas Anderes. Hier werden mir - wie der Name schon sagt - „lediglich“ die Auszahlung meiner Beiträge zum Ablauf garantiert.

Zu allerletzt: Worauf muss
ich bei Abschluß solcher Verträge achten?

Womit wir wieder bei der o.g. Endlosdiskussion wären. Wozu soll man hier aus der Entfernung, ohne Detailkenntnisse der individuellen Umstände raten? Höchstens: einen kompententen, vertrauenswürdigen Fachmann suchen, der Fragen objektiv beantwortet (ohne durch die rosarote Verkaufsbrille zu schauen). Und DANN eine Entscheidung treffen.

Jede Antwort ist willkommen!!!

Vielen Dank und viele Grüße,
Denis

Viele Grüße
Frank Hackenbruch

Hallo,

ergänzent zu meinen Vorrednern möchte ich noch sagen das bei solchen Produkten neben Provision und Verwaltungskosten wie bei einer normalen LV noch Fondskosten dazu kommen können je nach Fonds. Das ist oft bei sogenannten Dechfonds der Fall.

Auf jeden Fall würde ich mir Angebote anderer Versicherer einholen, da es auf dem Markt wiet besserer Produkte von anderen Versicheren gibt.

Leider kann aber der Arbeitgeber den Anbieter in der betrieblichen Altersvorsorge vorschreiben.

Hallo Andreas,

danke erstmals für deine Antwort!

Kannst du mir vielleicht kurz erklären, wieso die ungezillmerten Tarife besser sind? Das Angebot, dass ich bekommen habe beinhaltet das gezillmerte Tarif.

Viele Grüße
Denis

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Hallo Herr Hackenbruch,

vielen Dank für ihre sehr informative Antwort!

Hier sind einige Daten:

  • BAV ist für Meine Mutte vorgesehen
  • 52 Jahre alt
  • Laufzeit 13 Jahre
  • 80 € Beitrag
  • VWL 20 €
  • Garantierte Mindeslaufzeit der Rente 5 Jahre
  • Rentenzahlweise monatlich
  • Gewählte Steigerung entsprechend der BBG der GRV
  • Überschusssystem Dynamische Gewinnrente

Nun die Abwicklung des BAV wird über einen Makler gemacht. Nach meiner Frage nach den genauen Kosten, hat er gemeint, dass die Kosten für die Versicherung nach dem Zillmer Verfahren berechnet werden. Die Höhe der Kosten kann er mir allerdings aufgrund dieses komplexen Berechnungs-Verfahren nicht sagen.
Habe ich es richtig verstanden, dass die Kosten für BAV sich aus Kosten für Verwaltung + Provision + evtl. Fondskosten berechnen?
Kann man bei Abschluss einer BAV diese Kosten dann schon vorher errechnet, sodass man weiß, was auf Dich zukommt oder ist es tatsächlich in der Praxis nicht so einfach?
Können Sie mir bitte einige andere Anbieter für BAV empfehlen? Ich würde gerne auch andere Alternativen unter die Lupe nehmen.

Vielen Dank und viele Grüße
Denis

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Hallo Denis,

Hallo Herr Hackenbruch,

vielen Dank für ihre sehr informative Antwort!

Hier sind einige Daten:

  • BAV ist für Meine Mutte vorgesehen
  • 52 Jahre alt
  • Laufzeit 13 Jahre

Es sei der Hinweis erlaubt, dass man angesichts der für eine Kapitalbildung in einer Rentenversicherung (auch einer fondsbasierenden) relativ kurzen Laufzeit genauestens prüfen sollte, ob andere, privat finanzierte Formen der Geldanlage nicht der profitablere Weg sein können - auch unter Berücksichtigung des Steuer- und Sozialversicherungs-Vorteils der BAV.

  • 80 € Beitrag
  • VWL 20 €
  • Garantierte Mindeslaufzeit der Rente 5 Jahre

Ich vermute, hiermit ist die Rentengarantiezeit gemeint, ja (das ist der Zeitraum innerhalb dessen die Rente auch dann gezahlt wird, wenn die versicherte Person nach Rentenbeginn verstirbt)?

  • Rentenzahlweise monatlich
  • Gewählte Steigerung entsprechend der BBG der GRV
  • Überschusssystem Dynamische Gewinnrente

Nun die Abwicklung des BAV wird über einen Makler gemacht.
Nach meiner Frage nach den genauen Kosten, hat er gemeint,
dass die Kosten für die Versicherung nach dem Zillmer
Verfahren berechnet werden.

(Pssst, gezillmerte Tarife haben in vielen Fällen für den Vermittler den Vorteil, dass die Provision auf einen Schlag oder zumindest in wenigen, zeitlich relativ engen Raten gezahlt wird. Aber DAS war sicherlich kein ausschlaggebendes Kriterium für die Auswahl des Tarifs :wink:)

Die Höhe der Kosten kann er mir
allerdings aufgrund dieses komplexen Berechnungs-Verfahren
nicht sagen.

Da ich die Zahlen der Aspecta hierzu leider nicht kenne, kann ich hierzu auch keine Aussagen machen. Das Hauptproblem bei fondsbasierenden Versicherungen mag aber darin liegen, dass man die Entwicklung der Fonds nur schwer voraussagen kann, so dass nicht exakt absehbar ist, wann die Wertentwicklung der Fondsanteile die Kostenhöhe erreicht und überholt.

Habe ich es richtig verstanden, dass die Kosten für BAV sich
aus Kosten für Verwaltung + Provision + evtl. Fondskosten
berechnen?

  • ein, zwei weitere Posten. Aber im Grunde genommen richtig, ja.

Kann man bei Abschluss einer BAV diese Kosten dann schon
vorher errechnet, sodass man weiß, was auf Dich zukommt oder
ist es tatsächlich in der Praxis nicht so einfach?

Nur weil beim Lesen der Zeilen bei mir der entsprechende Eindruck entstanden ist: Die Kosten werden nicht gesondert berechnet, sondern sind im Beitrag zur BAV mit einkalkuliert.

Können Sie mir bitte einige andere Anbieter für BAV empfehlen?
Ich würde gerne auch andere Alternativen unter die Lupe
nehmen.

Das ist zwar durchaus positiv zu bewerten, aber erstens halte ich mich an die Forumsregeln, wonach keine Produkte oder Versicherer „beworben“ werden sollen und zweitens - auch wenn es nicht die erhoffte Auskunft sein mag - wiederhole ich noch einmal, dass meiner Ansicht nach die gesamte Materie zu vielschichtig erscheint, um hier pauschal irgendwelche Tarife oder VU zu empfehlen.
Sorry, aber dafür sind zuviele Fragen offen und zu klären; das würde bei weitem die Grenzen dieses Forums sprengen.
Das sollte wirklich die Aufgabe eines qualifizierten Fachmanns vor Ort sein (auch wenn es hier im Forum immer wieder mal das ein oder andere Angebot gibt, per email weiterzuhelfen. Das kann meiner Meinung nach nicht funktionieren und dient meist nur dem Kundenfang).

Vielen Dank und viele Grüße
Denis

Viele Grüße
Frank Hackenbruch

Kannst du mir vielleicht kurz erklären, wieso die
ungezillmerten Tarife besser sind? Das Angebot, dass ich
bekommen habe beinhaltet das gezillmerte Tarif.

erstens weil das gegen deinen rechtsanspruch verstößt, jährlich deinen beitrag neu festzulegen ( mindestens 160 stel der jeweiligen bezugsgrösse ) und zweitens beim wechsel zu einem neuen arbeitgeber ( schau dir die rückkaufswerte in den ersten jahren an ) - urteil arbeitsgericht stgt vom jan 05, wo der arbeitgeber über die fehlenden beträge haften musste. der ag muss über die nachteile die an deutlich aufklären, die durch die zillmerung entstehen.

natürlich ist auch bei ungezillmerten ein kleiner verlust in den ersten jahre zu verzeichnen aber bei weiten nicht so ausgeprägt wie bei gezillmerten.

nur bei nullgezillmerten tarifen wäre das prob vom tisch - aber die bedürfen in der regel der honarberatung und da sind die wenigsten ag dazu bereit. ( was auch teilweise verständlich ist ).

im übrigen gibt es auch sehr gute pensionskassen welche die rechtlichen normen erfüllen.

mit einem ungezillmerten tarif ( auf gruppenvertrag achten ) bist du aber schon auf der besseren seite und weitgehend besser gestellt.

grüße

andreas