Betriebswirte als Programmierer

Hallo,

ich habe mir Gedanken gemacht was braucht man überhaupt ausser Studium, um als Informatiker zu arbeiten. Und dann zu so eine Konklusion bin ich gekommen:

Meine Erfahrung ist, dass für Programmier-Tätigkeiten, Software Design… werden auch viele Maschinenbauer, Elektrotechniker, Betriebswirte eingestellt bzw. genommen. Dh. um zu Programmieren braucht man eigentlich keine Informatiker, weil das kann doch jeder (der logisch denken kann) machen, oder?

Jetzt drehen wir das Spiel um: zu Konstruktionen z.B. beim Fahrzeugen, Maschinen oder Flugzeuge werden doch keine Informatiker bzw. Quereinsteiger eingestellt, das geht doch nicht, weil das Wissen und Grundlagen fehlen, oder? Das heißt auch, dass Informatik in der Wirtschaft eher als Handwerk ausgeübt wird, ohne allzu großen Wissenschaftlichen Hintergrund. Was aber bei Ingenieuren nicht der Fall ist z.B in der Motorenentwicklung.

So, man kann sagen, dass Informatik keine Wissenschaft ist (Hmmm…außer dass man eine Stelle an Max-Planck oder Fraunhofer-Institut sucht), bzw. dass Informatik auch nebenbei beigebracht werden kann, muss nicht zwingend das Studium verlangen.

Auch hallo.

Meine Erfahrung ist, dass für Programmier-Tätigkeiten,
Software Design… werden auch viele Maschinenbauer,
Elektrotechniker, Betriebswirte eingestellt bzw. genommen.

Das Leute mit der genannten Qualifikation genommen werden, bedeutet nicht das diese besonders gut programmieren könnten.

Dh.
um zu Programmieren braucht man eigentlich keine Informatiker,
weil das kann doch jeder (der logisch denken kann) machen,
oder?

Grundsätzlich ja. ABER: ein Info. ist eher mit der Denkweise seines „Blechdeppen“ vertraut als z.B. ein Betriebswirt. Rein tendenziell wird der Spezialist zum Programmieren also die bessere Wahl sein.
So man denn annimmt, dass jeder Informatiker als Programmierer arbeiten will. Immerhin quailfiziert diese Ausbildung auch für andere Berufe rund um den Computer.

Jetzt drehen wir das Spiel um: zu Konstruktionen z.B. beim
Fahrzeugen, Maschinen oder Flugzeuge werden doch keine
Informatiker bzw. Quereinsteiger eingestellt, das geht doch
nicht, weil das Wissen und Grundlagen fehlen, oder?

Rein tendenziell ja.

Das heißt
auch, dass Informatik in der Wirtschaft eher als Handwerk
ausgeübt wird, ohne allzu großen Wissenschaftlichen
Hintergrund.

*g*
Zumindest ist die Softwareentwicklung -gemessen an anderen Branchen- noch nicht ganz so weit. In einem geschichtlichen Vergleich ist man „erst“ in der Zeit der industriellen Revolution angekommen.
Aber diese Branche ist auch am Aufholen :smile:

bzw. dass Informatik auch nebenbei
beigebracht werden kann, muss nicht zwingend das Studium
verlangen.

Sicher. Nur hat ein konkretes Papier mit dem Titel „Informatiker“ im Zweifel ein höheres Gewicht als die abstrakte Aussage, dass da jemand autodidaktisch Informatik gelernt hat. Vor allem, wenn im ersten Fall bereits Beweise für das Können vorhanden sind…

mfg M.L.

Hallo!

Deine Gedanken scheinen mir etwas oberflächlich zu sein, und offensichtlich bist du dir nicht im Klaren darüber, was Software-Entwicklung bedeutet, da du denkst, dass praktisch jeder, der logisch denken kann, auch in der Lage ist, Software zu entwickeln.

Meine Erfahrung ist, dass für Programmier-Tätigkeiten,
Software Design… werden auch viele Maschinenbauer,
Elektrotechniker, Betriebswirte eingestellt bzw. genommen. Dh.
um zu Programmieren braucht man eigentlich keine Informatiker,
weil das kann doch jeder (der logisch denken kann) machen,
oder?

Richtig ist, dass in technischen Projekten die Entwicklung von Software nicht ausschließlich Informatikern unterliegt, sondern dies häufig von Elektrotechnikern, Physikern oder Mathematikern übernommen wird. Das hängt ganz wesentlich von der Aufgabenstellung ab.

Jetzt drehen wir das Spiel um: zu Konstruktionen z.B. beim
Fahrzeugen, Maschinen oder Flugzeuge werden doch keine
Informatiker bzw. Quereinsteiger eingestellt, das geht doch
nicht, weil das Wissen und Grundlagen fehlen, oder? Das heißt
auch, dass Informatik in der Wirtschaft eher als Handwerk
ausgeübt wird, ohne allzu großen Wissenschaftlichen
Hintergrund. Was aber bei Ingenieuren nicht der Fall ist z.B
in der Motorenentwicklung.

Traust du einem Informatiker nicht zu, sich in ein Thema einzuarbeiten? Wenn ein Elektrotechniker nicht programmieren kann, muss er es auch erst lernen. Oder man teilt die Aufgabe auf, einer macht die Hardware, der andere die Software. Grundsätzlich muss man interdisziplinär arbeiten können, dazu gehört, dass man den Gesamtprozess versteht.
Zu glauben, dass es reicht irgendwann mal „Hello World“ erfolgreich aus einem Buch abgetippt und kompiliert zu haben, ist da ein wenig zu kurz gedacht.

So, man kann sagen, dass Informatik keine Wissenschaft ist
(Hmmm…außer dass man eine Stelle an Max-Planck oder
Fraunhofer-Institut sucht), bzw. dass Informatik auch nebenbei
beigebracht werden kann, muss nicht zwingend das Studium
verlangen.

Sinnvollerweise solltest du dich zunächst mal über die Inhalte eines Informatikstudiums informieren und dann dein letztes Statement nochmals überprüfen bevor du dich zu solchen Äußerungen hinreißen lässt.

Michael

Deine Gedanken scheinen mir etwas oberflächlich zu sein, und
offensichtlich bist du dir nicht im Klaren darüber, was
Software-Entwicklung bedeutet, da du denkst, dass praktisch
jeder, der logisch denken kann, auch in der Lage ist, Software
zu entwickeln.

Ja, ich kenne Betriebswirte die in groß Softwareprojekten (im groß Konzern) beteilig sind. Sie machen sachen wie:
Requirements Engineering, Software Design, Implementierung, Testen…und machen es besser als manche Dipl. Inf. also man kann es auch nebenbei lernen :wink:

Traust du einem Informatiker nicht zu, sich in ein Thema
einzuarbeiten? Wenn ein Elektrotechniker nicht programmieren
kann, muss er es auch erst lernen. Oder man teilt die Aufgabe
auf, einer macht die Hardware, der andere die Software.
Grundsätzlich muss man interdisziplinär arbeiten können, dazu
gehört, dass man den Gesamtprozess versteht.
Zu glauben, dass es reicht irgendwann mal „Hello World“
erfolgreich aus einem Buch abgetippt und kompiliert zu haben,
ist da ein wenig zu kurz gedacht.

Ich bin selbst Informatiker und werde mir Tätigkeiten wie: Projektkonstrukteur, Qualitätsingenieur, Entwicklungsingenieur Piezo, Versuchsingenieur, Berechnungsingenieur, Fertigungsplaner… nicht zutrauen. Wobei muss man sagen, dass keine Firma für so etwas einen Info. einstellen wird.
Schau die Stellenanzeigen (JobPilot oder woanders), die Dipl. Informatiker werden in 80-90 % für Tätigkeiten wie: Programmieren (Java, .Net, C++), SAP, Dokumentation, Testen, DB, Consulting, Netzwerke…eingestellt. Das sind die Tätigkeiten, die hmmm…auch viele Quereinsteiger erledigen. Für die Sachen muss man doch nicht gleich studieren, oder? das kann auch ein Fachinformatiker machen (mit bisschen Erfahrung) oder ein Ing. im jeden Ingenieurstudium hast Du doch Informatikvorlesungen.

Sinnvollerweise solltest du dich zunächst mal über die Inhalte
eines Informatikstudiums informieren und dann dein letztes
Statement nochmals überprüfen bevor du dich zu solchen
Äußerungen hinreißen lässt.

Hmmm…In der Wirtschaft wirst Du aber wenig mit Automatentheorie, Formale Sprachen und komplexitätstheorie zu tun haben :wink:

Sogar die Softwareprojekte werden in der Industrie durch Ingenieure geleitet, das bedeutet, dass nicht mal Projektleitung den Informatikern zugetraut wird.

Und noch das Zitat aus ComputerWoche.de: „Auch was die Grundausbildung der IT-Spezialisten angeht, sind leichte Verschiebungen zu beobachten. Zunehmend erwarten die Arbeitgeber ein Ingenieurstudium - verständlich, wenn man sich das Stellenwachstum in der Maschinenbaubranche vor Augen hält. In fast einem Drittel der Stellenanzeigen wird mittlerweile ein Ingenieursdiplom vorausgesetzt, in etwa einem Fünftel eines der Informatik.“

Hallo!

Ja, ich kenne Betriebswirte die in groß Softwareprojekten (im
groß Konzern) beteilig sind. Sie machen sachen wie:
Requirements Engineering, Software Design, Implementierung,
Testen…und machen es besser als manche Dipl. Inf. also man
kann es auch nebenbei lernen :wink:

Wie ich bereits schrieb, kommt das auf die Aufgabenstellung an. Ich kann mir gut vorstellen, dass ein Betriebswird das Requirements Engineering für eine BWL-Software macht, weil er halt das notwendige Wissen hat, was die Software leisten muss. Du hast aber leider nicht geschrieben um welche Branche es sich handelt. Von der Programmierung her wird es, wenn es reine BWL´er sind, nicht beliebig kompliziert sein, es sei denn es sie haben vielleicht Wirtschaftsinformatik studiert. Einem Betriebswirt traue ich aber nicht zu, beispielsweise einen Compiler zu schreiben.

Ich bin selbst Informatiker und werde mir Tätigkeiten wie:
Projektkonstrukteur, Qualitätsingenieur, Entwicklungsingenieur
Piezo, Versuchsingenieur, Berechnungsingenieur,
Fertigungsplaner… nicht zutrauen.

Warum nicht? In einem mir bekannte Unternehmen werden Solarwechselrichter entwickelt. Dort sitzen unter anderem auch Informatiker, die die Firmware schreiben. In einem anderen Unternehmen werden komplexe Simulationen gemacht und Simulationssoftware für bestimmte Probleme selbst geschrieben. Das erfordert Menschen, die Algorithmen entwickeln und auf Clustern implementieren können - sicher herausfordernde Aufgaben, die für einen Informatiker interessant sind. Bei einem Zulieferer für die Automobilindustrie schreiben Informatiker (auch E-Ingenieure) die Software für Steuergeräte.
Ich selbst habe einen Kollegen, der aus der (technischen) Informatik kommt und ebenfalls Firmware für Elektroniken schreibt. Außerdem koordinieren wir Projekte und sind verantwortlich für die Planung und Durchführung von Versuchen.
Das gehört doch praktisch häufig zur Arbeit dazu. Warum traust du dir das nicht zu? Ich habe eher den Eindruck, der Grund für deine Fragestellung im Ausgangsposting liegt an deiner Einstellung.

Wobei muss man sagen,
dass keine Firma für so etwas einen Info. einstellen wird.
Schau die Stellenanzeigen (JobPilot oder woanders), die Dipl.
Informatiker werden in 80-90 % für Tätigkeiten wie:
Programmieren (Java, .Net, C++), SAP, Dokumentation, Testen,
DB, Consulting, Netzwerke…eingestellt. Das sind die
Tätigkeiten, die hmmm…auch viele Quereinsteiger erledigen.

Das ist aber nicht einzig und allein ein bei Informatikern so. Bei uns machen viele Ingenieure Arbeiten, die auch von Technikern oder Facharbeitern ausgeführt werden könnten.

Für die Sachen muss man doch nicht gleich studieren, oder? das
kann auch ein Fachinformatiker machen (mit bisschen Erfahrung)
oder ein Ing. im jeden Ingenieurstudium hast Du doch
Informatikvorlesungen.

Im Prinzip hast du Recht, aber es kommt hier wieder auf die Aufgabenstellung an. Als Informatiker kannst du einem Fachinformatiker sagen: Codiere mir dieses Ablaufdiagramm in C. Dann schaust du ihm ab und zu über die Schulter und es wird etwas Vernünftiges dabei herauskommen.
Wenn deine Arbeit aber daraus besteht, einen Algorithmus zur Signalverarbeitung zu entwickeln, dann fehlen einem Fachinformatiker schlicht und ergreifend die Grundlagen hierfür. Hierfür kann der Arbeitgeber ihn auch nicht einstellen.

Hmmm…In der Wirtschaft wirst Du aber wenig mit
Automatentheorie, Formale Sprachen und komplexitätstheorie zu
tun haben :wink:

Das sind in der Tat Themengebiete, die zwar nicht nur akademischer Natur sind, aber sicherlich nur in wenigen Firmen tatsächlich Anwendung finden. Das ist halt an der Uni wie früher in der Schule. Was hat man nicht alles gelernt, und was braucht man dann später im Job.
Zumal in Entwicklungsbetrieben meistens nicht ganz so wissenschaftlich vorgegangen wird wie an der Uni. Das muss man (zumindest nehme ich das) so als gegeben hinnehmen. Wenn man damit etwas zu tun haben will, muss man halt, wie du ja schon geschrieben hast, in die Forschung gehen.

Sogar die Softwareprojekte werden in der Industrie durch
Ingenieure geleitet, das bedeutet, dass nicht mal
Projektleitung den Informatikern zugetraut wird.

Du beschreibst das aus deiner persönlichen Erfahrung, die nicht repräsentativ ist. Daraus abzuleiten, Informatikern werde keine Projektleitung zugetraut stimmt nicht. Ich würde jetzt wieder anfangen, Gegenbeispiele zu bringen, die ein anderer wieder mit Gegenbeispilen belegt.
Auch auf die Gefahr hin, mich zu wiederholen, es kommt auf die Stelle und ihre Anforderungen an. Hier zu pauschalisieren, ist nicht richtig.

Und noch das Zitat aus ComputerWoche.de: "Auch was die
Grundausbildung der IT-Spezialisten angeht, sind leichte
Verschiebungen zu beobachten. Zunehmend erwarten die
Arbeitgeber ein Ingenieurstudium - verständlich, wenn man sich
das Stellenwachstum in der Maschinenbaubranche vor Augen hält.

Grundsätzlich lässt sich in der Praxis in vielen technischen Bereichen die Hardware von der Software nicht vollständig trennen. Im Prinzip muss man dort Kenntnisse in beiden Gebieten und in dem Feld der Problemstellung haben. Das ist schon sehr interdisziplinär, und wird, wie in dem Artikel beschrieben, sicher immer wichtiger werden. Insofern kann ich den Trend nachvollziehen, da die klassische Informatikerausbildung neben Rechnerarchitektur, theoretischer Informatik und ein wenig Grundlagen der Elektrotechnik meiner Meinung nach nicht interdisziplinärgenug ist.
Daher gibt es ja auch inzwischen einige Spezialisierungen, die in die Richtung technische Informatik, medizinische Informatik oder Bio-Informatik gehen.
Von hause aus hast du aber in einem Ingenieurstudium natürlich zum einen den technischen Background im jeweiligen Fachgebiet, und zum anderen eigentlich schon obligatorisch einen, ich nenne es mal „Programmierkurs“. Dieser reicht eben schon für die Lösung einer Menge technischer Aufgaben aus, hat aber mit Informatik eigentlich recht wenig zu tun (das weißt du sicher besser als ich).
Eine Datenbankanwendung, einen Compiler oder andere komplexe Anwendungen können Ingenieure aber üblicherweise nicht entwickeln.

Interdisziplinär arbeiten müssen aber inzwischen fast alle, ob Informatiker, Ingenieure, Mathematiker oder Physiker. Insofern muss man sich wohl in Zukunft von den klassischen Rollenbildern, der macht dies, der macht das, verabschieden.

Nur meine bescheidene Meinung

Gruß

Michael

Hallo,

also jetzt bin ich einverstanden :wink:

Wie ich bereits schrieb, kommt das auf die Aufgabenstellung
an. Ich kann mir gut vorstellen, dass ein Betriebswird das
Requirements Engineering für eine BWL-Software macht, weil er
halt das notwendige Wissen hat, was die Software leisten muss.
Du hast aber leider nicht geschrieben um welche Branche es
sich handelt. Von der Programmierung her wird es, wenn es
reine BWL´er sind, nicht beliebig kompliziert sein, es sei
denn es sie haben vielleicht Wirtschaftsinformatik studiert.
Einem Betriebswirt traue ich aber nicht zu, beispielsweise
einen Compiler zu schreiben.

Es geht um Halbleiterindustrie und genauer gesagt, um die Optimierung von Produktionsprozessen.

Warum nicht? In einem mir bekannte Unternehmen werden
Solarwechselrichter entwickelt. Dort sitzen unter anderem auch
Informatiker, die die Firmware schreiben. In einem anderen
Unternehmen werden komplexe Simulationen gemacht und
Simulationssoftware für bestimmte Probleme selbst geschrieben.
Das erfordert Menschen, die Algorithmen entwickeln und auf
Clustern implementieren können - sicher herausfordernde
Aufgaben, die für einen Informatiker interessant sind. Bei
einem Zulieferer für die Automobilindustrie schreiben
Informatiker (auch E-Ingenieure) die Software für
Steuergeräte.
Ich selbst habe einen Kollegen, der aus der (technischen)
Informatik kommt und ebenfalls Firmware für Elektroniken
schreibt. Außerdem koordinieren wir Projekte und sind
verantwortlich für die Planung und Durchführung von Versuchen.
Das gehört doch praktisch häufig zur Arbeit dazu. Warum traust
du dir das nicht zu? Ich habe eher den Eindruck, der Grund für
deine Fragestellung im Ausgangsposting liegt an deiner
Einstellung.

Entwickeln von Embedded Software z.B. wie Du schon schreibst im Automotiv Umfeld ist nicht das Problem (das mache ich jetzt).
Aber für Konstruktionen im Bereich Automotiv oder Entwicklung von Rails und Hochdruckleitungen für CommonRail-Einspritzsysteme usw… ist der Informatiker nicht geeignet und wird nie im Leben solche Aufgaben übernehmen dürfen, verschweige Projektleitung. Umgekehrt kann ich mir vorstellen, weil ich es schon gesehen habe, das ein E-Techniker Software entwickelt bzw. DB modelliert, als Netzwerktechniker arbeitet oder sich mit SAP beschäftigt.

Damit meine ich, dass für reine Informatikaufgaben keine hohen Anforderungen an Ausbildung gesetzt werden müssen.

Du beschreibst das aus deiner persönlichen Erfahrung, die
nicht repräsentativ ist. Daraus abzuleiten, Informatikern
werde keine Projektleitung zugetraut stimmt nicht. Ich würde
jetzt wieder anfangen, Gegenbeispiele zu bringen, die ein
anderer wieder mit Gegenbeispilen belegt.
Auch auf die Gefahr hin, mich zu wiederholen, es kommt auf die
Stelle und ihre Anforderungen an. Hier zu pauschalisieren, ist
nicht richtig.

Ja, da hast Du recht. Aber solche Projekte habe ich schon miterlebt.

Insofern kann ich :den Trend nachvollziehen, da die klassische
Informatikerausbildung neben Rechnerarchitektur, theoretischer
Informatik und ein wenig Grundlagen der Elektrotechnik meiner
Meinung nach nicht interdisziplinärgenug ist.

Genau, das ist heute das Problem. Die Informatiker werden zu flach ausgebildet. In den Lehrplan gehört mehr Physik, Elektrotechnik, Signalverarbeitung, Technische Mechanik, Regelungstechnik aber auch Projektmanagment, Präsentationstechniken, BWL, Soft Skills.

Ich habe z.B. im Fach Verteiltesysteme Corba gelernt. Für was habe ich das gemacht, wenn sich Software von Tag zu Tag ändern kann. Es gibt mehr Beispiele von sinnlosen Vorlesungen. Ich möchte auch damit sagen, dass die Informatiker nicht Konkurrenz fähig werden. Der Ing. hat dann Vorsprung, wenn er etwas von C/C++ Ahnung hat.

Gruß

robmir

Hallo!

Es geht um Halbleiterindustrie und genauer gesagt, um die
Optimierung von Produktionsprozessen.

Ok.

Entwickeln von Embedded Software z.B. wie Du schon schreibst
im Automotiv Umfeld ist nicht das Problem (das mache ich
jetzt).

Hey, dann sind wir ja quasi in einem ähnlichen Geschäft :smile:

Aber für Konstruktionen im Bereich Automotiv oder Entwicklung
von Rails und Hochdruckleitungen für
CommonRail-Einspritzsysteme usw… ist der Informatiker nicht
geeignet und wird nie im Leben solche Aufgaben übernehmen
dürfen, verschweige Projektleitung.

Ok, das Beispiel leuchtet schon ein, ist aber natürlich auch naheliegend, sofern es sich um die Konstruktion der Teile handelt. Aber so ein Einspritzsystem benötigt ja sicher auch eine Steuerung, und die dazugehörige Software.

Umgekehrt kann ich mir
vorstellen, weil ich es schon gesehen habe, das ein
E-Techniker Software entwickelt bzw. DB modelliert, als
Netzwerktechniker arbeitet oder sich mit SAP beschäftigt.
Damit meine ich, dass für reine Informatikaufgaben keine hohen
Anforderungen an Ausbildung gesetzt werden müssen.

Ok, ich denke ich habe jetzt verstanden was du meinst. Aber dazu noch ein paar Fragen meinerseits am Ende des Posts…

Insofern kann ich :den Trend nachvollziehen, da die klassische
Informatikerausbildung neben Rechnerarchitektur, theoretischer
Informatik und ein wenig Grundlagen der Elektrotechnik meiner
Meinung nach nicht interdisziplinärgenug ist.

Genau, das ist heute das Problem. Die Informatiker werden zu
flach ausgebildet. In den Lehrplan gehört mehr Physik,
Elektrotechnik, Signalverarbeitung, Technische Mechanik,
Regelungstechnik aber auch Projektmanagment,
Präsentationstechniken, BWL, Soft Skills.

Hmmm, da mein Studium noch nicht so lange her ist, kann ich schlecht beurteilen, wie das Informatik-Studium früher war. Ich selbst habe Elektrotechnik studiert, aber Kontakt zu Informatikern. Mein heutiger Eindruck ist, dass es inzwischen ein breiteres Spektrum in der Uni-Ausbildung bei den Informatikern gibt (schrieb ich glaub ich bereits… techn. Informatik, Medizinische Inf. usw). Die Informatiker an unserer Uni haben im Grundstudium Elektrotechnik und Physik gehabt, dazu sinnvollerweise Digitaltechnik, Rechnerarchitektur und in zusätzlichen Pflichtveranstaltungen in jedem Semester Vorlesungen aus nichttechnischen Bereichen (BWL, Sozialwissenschaften, Umwelt, usw). Bei uns wurde auch eine Pflichtveranstaltung Qualitätsmanagement und Projektmanagement angeboten (ob die Informatiker das auch machen mussten, entzieht sich hier aber meiner Kenntnis).

Was ich damit sagen will ist, dass hier offensichtlich ein Wandel von statten geht.

Ich habe z.B. im Fach Verteiltesysteme Corba gelernt. Für was
habe ich das gemacht, wenn sich Software von Tag zu Tag ändern
kann.

Die Hochschulausbildung soll aber doch eigentlich dazu befähigen, sich selbst in kürzester Zeit in ein unbekanntes Thema einzuarbeiten. Mit welcher Programmiersprache man anfängt, spielt doch im Prinzip fast keine Rolle. Wenn man die Grundprinzipien verstanden hat, kann man theoretisch schnell eine andere erlernen.
In der Elektrotechnik geht es mir genauso. Da lernst du Assembler auf Mikrocontroller X, und später in der Firma verwenden sie Mikrocontroller Y. Prinzipien sind klar, also bloß noch den Befehlssatz und die Besonderheiten des Chips lernen und loß gehts…

Es gibt mehr Beispiele von sinnlosen Vorlesungen.

*grins*
Brauchst nix sagen, die Liste könnte auch bei mir recht lang werden :smile:

Ich
möchte auch damit sagen, dass die Informatiker nicht
Konkurrenz fähig werden. Der Ing. hat dann Vorsprung, wenn er
etwas von C/C++ Ahnung hat.

Dieser Punkt fällt mir schwer zu glauben. Die Ingenieurstudiengänge an den meisten Unis haben im Grundstudium eine Vorlesung zur Programmierung (häufig in C), meinetwegen noch so etwas wie Software-Engineering. Wenn man nicht gerade als Ingenieur in Richtung Informatik studiert, war es das dann auch schon. Rückblickend beschränkt sich der Inhalt der Vorlesung auf Variablen, Strukturen, Schleifen, … naja, alles was halt in jedem Einsteigerbuch zu C auf den ersten paar Seiten steht (ok, ist vielleicht etwas untertrieben).
Wenn jemand Informatik studiert hat, gleich welche Sprache er schon kann, sollte es für ihn keine Problem sein, dann eben C zu erlernen, wenn es denn sein muss. Objektorientierte Programmierung ist in vielen technischen Anwendungen sowieso kein Thema und wenn doch, ist zumindest das Prinzip bekannt.

Ein paar abschließende Fragen meinerseits, weil ich langsam die Ursprungsfrage aus den Augen verliere:

  1. Denkst du, du verkaufst dich unter Wert, wenn du in einer Firma arbeitest, in der Menschen aus anderen Richtungen die Arbeit machen, für die du extra studiert hast?

  2. Fühlst du dich mit der Arbeit unterfordert?

  3. Würdest du gern Projektverantwortung übernehmen und sind in deiner jetzigen Firma die Möglichkeiten dazu vorhanden, oder Bezog sich die Kritik bezüglich des Einsatzes von Informatikern hierfür auf die Job-Inserate?

Ich habe mich an manchen Stellen diese bzws. ähnliche Fragen gestellt, da ich es ähnlich erlebt habe. Das kann jetzt aber grundsätzlich an der Marktsituation liegen (kann ich aber nicht beurteilen) oder an der Firmenstruktur (bei mir ist das der Fall). Bin gespannt auf deine Antwort.

Gruß

robmir

Gruß

Michael

zu 1) nein, mit dem was ich habe, bin ich eigentlich zufrieden. Tja, aber mehr verdienen würde ich gerne :wink:
zu 2) jajn, aber ich bin Realist (zumindest glaube es) und weiß was in der freien Wirtschaft so gemacht wird.
zu 3) „Projektverantwortung“, hmmm…ist bestimmt reizend aber da brauche ich mehr Erfahrung und zweitens meine Zukunft sehe ich eher in Polen (ich bin aus Polen), da ist mehr Bewegung auf dem Arbeitsmarkt und in der Zukunft wird es auch so bleiben bzw. sich verstärken.

Informatik ist ein sehr Interessantes Fach (für mich) aber einige gebiete in der Technik was mit Info. direkt bzw. indirekt zu tun haben, bleiben für „arme“ Informatiker versperrt. das habe ich schon zu spüren bekommen. Es gibt viele interessante Stellenanzeigen, wo man Informatiker einstellen könnte aber…genau aber…

Grüße

Robmir

zu 1) nein, mit dem was ich habe, bin ich eigentlich
zufrieden. Tja, aber mehr verdienen würde ich gerne :wink:

Wer würde das nicht gern :smile:

zu 2) jajn, aber ich bin Realist (zumindest glaube es) und
weiß was in der freien Wirtschaft so gemacht wird.

In deinem Ursprungsposting hast du gesagt, dass Informatik keine Wissenschaft sei, weil in der Wirtschaft quasi jeder programmieren könnte, und die „anspruchsvollen“ Dinge dort oft nicht benötigt werden. Daher habe ich gefragt, weil es sich so anhörte, die Arbeit würde dich unterfordern.
Ich würde nicht behaupten, die Arbeit unterfordere mich, aber eine Zeit lang war das schon ein komisches Gefühl, wenn ich mich gefragt habe, ob das der richtige Job für mich ist. Verglichen mit dem, was man mal an der Uni gemacht hat, ist meine heutige Arbeit „einfach“. Da kann man leicht das Gefühl bekommen, man verschwendet seine Fähigkeiten.

zu 3) „Projektverantwortung“, hmmm…ist bestimmt reizend aber
da brauche ich mehr Erfahrung und zweitens meine Zukunft sehe
ich eher in Polen (ich bin aus Polen), da ist mehr Bewegung
auf dem Arbeitsmarkt und in der Zukunft wird es auch so
bleiben bzw. sich verstärken.

Ich habe einen polnischen Kollegen, der mir erzählt hat, große Firmen haben in Polen viele Hightech-Standorte aufgebaut und wissen jetzt nicht, wo sie so viel qualifiziertes Personal herbekommen sollen.

Informatik ist ein sehr Interessantes Fach (für mich) aber
einige gebiete in der Technik was mit Info. direkt bzw.
indirekt zu tun haben, bleiben für „arme“ Informatiker
versperrt. das habe ich schon zu spüren bekommen. Es gibt
viele interessante Stellenanzeigen, wo man Informatiker
einstellen könnte aber…genau aber…

Vielleicht liest hier ja auch noch ein anderer „waschechter Informatiker“ mit (ich bin ja keiner :smile: und hat damit Erfahrung.

Ich werd mich aber jetzt erst mal zur Ruhe setzen :smile:

Grüße

Robmir

Nacht

Michael