Betrug über Inkassounternehmen?

Hallo,
ich habe mal folgende theoretische Frage:
Angenommen jemand bekommt am 1.7.05 ein Schreiben eines Inkassounternehmens, dass einen Betrag um 20€ fordert + ca. 10 Mahngebühren und ca 50 € Inkassogebühren.
Diese Person soll einen Artikel (geliefert am 1.9.04) nicht bezahlt haben und nicht auf eine Mahnung reagiert haben. Jetzt nehmen wir mal an, dass dieser jemand selbigen Artikel (in Briefform) unverzüglich zurückgesendet hat (natürlich nicht per Nachname) und auch schon früher (z.B. am 1.1.04 und noch früher) Artikel des selben Versandhauses bekommen und umgehend wieder zurückgesendet hat.
Dieser jemand hat allerdings nie etwas bei diesem Versandshaus bestellt (oder kann sich zumindest dessen nicht entsinnen).
Weiter nehmen wir an, die erste Lieferung kam mit einem Begleitschreiben, welches ihn zu einer Mitgliedschaft in einem „Club“ begrüsst hat, bei der er sich bereit erklärt haben soll, regelmässig etwas zu kaufen. Natürlich hat Jemand daraufhin (ohne sich bewusst zu sein, jemals etwas bestellt zu haben) entsprechend des Begleitschreibens gleich wieder gekündigt (allerdings auch schriftlich ohne Einschreiben), um allen weiteren Ärger mit dem Unternehmen zu vermeiden. (Als die folgenden Lieferungen kamen hat er sie aus dem selben Grund gleich zurückgeschickt.)
Wie sollte sich der ‚Kunde‘ in diesem Falle verhalten?

  • Nicht reagieren?
  • Warten auf das Schreiben vom Staatsanwalt?
  • Oder etwa zahlen?
  • oder ???

Schlauerweise hat der fiktive Kunde nun erstmal das Inkassounternehmen gebeten ihm eine Kopie des Kaufvertrags o.ä. zukommen zu lassen. Aber muss das Inkassounternehmen dieser Bitte nachkommen?

Ich hoffe ihr könnt dazu etwa sagen.
Danke
Dirk

p.s. falls im Internet Beschreibungen von ähnlichen Fällen in Zusammenhang mit der Firma
„ITH International Trading House“ mit Sitz in Norwegen
oder anderen Firmen gefunden werden sollten, möchte ich darauf hinweisen, dass dies nicht beabsichtigt war. :smile:

Moien,

ich sitze solche Sachen grundsätzlich aus - es sei denn es kommt ein Schreiben vom Gericht. Solche Firmen mahnen eeeeendlos - von einer Klage habe ich aber noch nie gehört ;o)

Gruß

Bernd

Und angenommen, das Inkassoschreiben kommt von einem Unternehmen, dass einen serösen Eindruck macht (z:b. www.cisfinance.com)? Könnte es sein, dass das Inkassounternehmen nichts davon weiss, dass es zum Betrug missbraucht wird?

Gruss
Dirk

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Bernd, hab Dir einen Punkt gegeben :smile:)

NS : Staatsanwalt kommt in solchen Sachen nie :
da Zivilrecht !

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

Komische Frage: Natürlich kann das sein.

Levay

Creditreform

  1. Den Titel hatten wir beim Gläubiger erledigt.

  2. Jahre später wurde dann die Creditreform aktiv
    und drohte mit Zwangsvollstreckung. Auf Anschreben
    reagierte Creditrefom nicht.

  3. Nachdem wir dann einen Strafantrag stellten wurde
    der Titel innheralb 2 Tagen per Post zugestellt…

  4. Vermutlich war es so, dass der Gläubiger seine Original-
    ausfertigung des Protokoll / Zahlungsbeleges verloren
    hatte und daher CR in Marsch setzte.

  5. Da wir Creditreform mehrfach angeschrieben haben und auf
    Erledigung hingewiesen haben, wußten die also Bescheid und
    haben so lange gepokert, bis ernste Konsequenzen anstanden.

Komische Frage: Natürlich kann das sein.

Levay

Kenn mich leider nicht aus, mit Inkassounternehmen. Könnte ja auch sein, dass diese immer erst einen Nachweis fordern, dass wirklich ein Vertrag existiert, bevor sie Forderungen durchsetzen.

Gruss
Dirk

Moien,

Inkassounternehmen wissen rein gar nicht ob die Forderung berechtigt ist - es ist auch irrelevant für die denn das Geld bekommen sie ggf. vom Antragsteller. Überall die Berechtigung zu prüfen wäre für die auch viel zu teuer.

Aus diesem Grunde ist es auch schlichtweg Unsinn solche Unternehmen zu kontaktieren - es interessiert die überhaupt nicht!

Hinzu kommt noch, das solche Firmen manchmal eigens gegründet werden um kriminelle Firmen zu unterstützen…

Gruß

Bernd

Hallo Dirk,

warum sollten Sie das ? Auch das Amtsgericht prüft nicht nach ob ein beantragter Mahnbescheid zu Recht ergeht. Im Klartext: Du kannst irgend jemandem einen Mahnbescheid schicken (gibts im Schreibwarenhandel); nur wenn er sich wehrt musst du deinen Anspruch nachweisen. Im Prinzip arbeiten Inkassobüros ähnlich. Die machen meistens Angst, und manche zahlen sogar …

Gruß,
Dietmar

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… und nun rechne mal mit 1.000 €/MB bei 1.000 beantragten MB, ohne dass auch nur eine einztige Forderung gerechtfertigt wäre. Untersuchungen zeigten, dass 73 % dieser unberechtigten Forderungen beglichen werden, weil ja Post vom Gericht gekommen ist.

Bis dann der Staatsanwalt wach wird und zu ermitteln bereit ist…

Da stimmt doch was nicht mit dem System…

Gruß

K.-P. Aldag
„The Texman“

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

Hallo,

Hallo!

Ich habe mal 1988 (!) einen Vertrag abgeschlossen, eine Ausbildung zu einem Heilberuf per Fernstudium zu machen.
Nachdem ich mich angemeldet hatte, bekam ich in meinem zeitgleich eröffneten Gewerbe soviel zu tun, dass ich keine Zeit mehr hatte, das Studium überhaupt anzufangen. Ich rief dort an, erklärte die Sachlage und schickte alles postwendend zurück, in der Annahme, damit ist die Sache erledigt.
Ich erhielt weiterhin regelmäßig den Rundbrief, auch auf mehrfachen Hinweis, dass ich nicht mehr dabei bin, erhielt ich weder antwort noch Einstellung der Rundbriefe.

Alle Anschreiben, Telefonate liefen auf ein „ok“ hinaus, aber ich erhielt nie ein offizielles Schreiben, dass alles erledigt sei. Alle meine Schreiben waren (natürlich*grummel*) ohne Einschreiben, ohne Nachweismöglichkeit.
Ergo wurde ich dort Karteileiche, vergaß die Sache und bekam eines schönen Tages Jahre später böse Post (natürlich 2 Tage vor Ablauf der Verjährungsfrist).
Lange Rede kurzer Sinn, ich saß es aus und was ist das Ende vom Lied? Heute bezahle ich einem Inkassounternehmen 3.500,00€ für ursprüngliche 4.000,00DM!

Mein Fazit ist: Auf keinen Fall aussitzen, das wird extrem teuer! Lieber einmal zum Anwalt gehen, sich beraten lassen und 100€ für einen passenden Brief bezahlen. Ist billiger und schont die Nerven!!!

Ausserdem gibt (gab) es eine Gesetzeslücke, auf die viele unseriöse Unternehmen aufgesprungen sind. Wenn du ein Werbeschreiben erhälst, in welchem angekündigt wird, dass du in (sagen wir mal) 2 Wochen nach Erhalt dieses Schreibens ein Abo für eine Zeitung zugestellt bekommst, es sei denn, du antwortest und lehnst die Zustellung ausdrücklich ab, bist du einen rechtswirksamen Vertrag eingegangen und vertragsgebunden. Aus diesem Vertrag kommst du nur mit einer ordentlichen Kündigung wieder raus, da es sich um eine stillschweigende Zustimmung der Vertragsklauseln handelt.
Ich weiß, dass es diese Fälle gegeben hat, ob das inzwischen geändert wurde, weiß ich nicht. Aber vielleicht bist du auch einer solchen Sache aufgesessen. Jedenfalls würde ich es auf keinen Fall aussitzen, denn die CR ist eine der härtesten Inkassounternehmen, die ich kennengelernt habe ( sagt auch meine Anwältin, die die 3.500 € für mich durchgekämpft hat), und die interessiert es null, ob du im Recht bist oder warst, oder ob eine betrügerische Geschichte dahinter steht.

ich habe mal folgende theoretische Frage:
Angenommen jemand bekommt am 1.7.05 ein Schreiben eines
Inkassounternehmens, dass einen Betrag um 20€ fordert + ca. 10
Mahngebühren und ca 50 € Inkassogebühren.
Diese Person soll einen Artikel (geliefert am 1.9.04) nicht
bezahlt haben und nicht auf eine Mahnung reagiert haben. Jetzt
nehmen wir mal an, dass dieser jemand selbigen Artikel (in
Briefform) unverzüglich zurückgesendet hat (natürlich nicht
per Nachname) und auch schon früher (z.B. am 1.1.04 und noch
früher) Artikel des selben Versandhauses bekommen und umgehend
wieder zurückgesendet hat.
Dieser jemand hat allerdings nie etwas bei diesem Versandshaus
bestellt (oder kann sich zumindest dessen nicht entsinnen).
Weiter nehmen wir an, die erste Lieferung kam mit einem
Begleitschreiben, welches ihn zu einer Mitgliedschaft in einem
„Club“ begrüsst hat, bei der er sich bereit erklärt haben
soll, regelmässig etwas zu kaufen. Natürlich hat Jemand
daraufhin (ohne sich bewusst zu sein, jemals etwas bestellt zu
haben) entsprechend des Begleitschreibens gleich wieder
gekündigt (allerdings auch schriftlich ohne Einschreiben), um
allen weiteren Ärger mit dem Unternehmen zu vermeiden. (Als
die folgenden Lieferungen kamen hat er sie aus dem selben
Grund gleich zurückgeschickt.)
Wie sollte sich der ‚Kunde‘ in diesem Falle verhalten?

  • Nicht reagieren?
  • Warten auf das Schreiben vom Staatsanwalt?
  • Oder etwa zahlen?
  • oder ???

Schlauerweise hat der fiktive Kunde nun erstmal das
Inkassounternehmen gebeten ihm eine Kopie des Kaufvertrags
o.ä. zukommen zu lassen. Aber muss das Inkassounternehmen
dieser Bitte nachkommen?

Ich hoffe ihr könnt dazu etwa sagen.
Danke
Dirk

p.s. falls im Internet Beschreibungen von ähnlichen Fällen in
Zusammenhang mit der Firma
„ITH International Trading House“ mit Sitz in Norwegen
oder anderen Firmen gefunden werden sollten, möchte ich darauf
hinweisen, dass dies nicht beabsichtigt war. :smile:

Ausserdem gibt (gab) es eine Gesetzeslücke, auf die viele
unseriöse Unternehmen aufgesprungen sind. Wenn du ein
Werbeschreiben erhälst, in welchem angekündigt wird, dass du
in (sagen wir mal) 2 Wochen nach Erhalt dieses Schreibens ein
Abo für eine Zeitung zugestellt bekommst, es sei denn, du
antwortest und lehnst die Zustellung ausdrücklich ab, bist du
einen rechtswirksamen Vertrag eingegangen und
vertragsgebunden. Aus diesem Vertrag kommst du nur mit einer
ordentlichen Kündigung wieder raus, da es sich um eine
stillschweigende Zustimmung der Vertragsklauseln handelt.
Ich weiß, dass es diese Fälle gegeben hat, ob das inzwischen
geändert wurde, weiß ich nicht. Aber vielleicht bist du auch
einer solchen Sache aufgesessen. Jedenfalls würde ich es auf
keinen Fall aussitzen, denn die CR ist eine der härtesten
Inkassounternehmen, die ich kennengelernt habe ( sagt auch
meine Anwältin, die die 3.500 € für mich durchgekämpft hat),
und die interessiert es null, ob du im Recht bist oder warst,
oder ob eine betrügerische Geschichte dahinter steht.

Hab ich das jetzt richtig verstanden? Du meinst, wenn ich dir damals einen Brief geschreiben hätte: „Entweder du schreibst innerhalb von 2 Wochen zurück, oder du musst mir 1000DM zahlen.“ Dann waerst du verpflichtet gewesen dieser Aufforderung zurückzukommen?
Das kann ich mir kaum vorstellen…

Da faellt mir noch eine Frage ein (wie schon gesagt, ich habe keine Ahnung von Inkasso…). Wenn mann auf eine Inkassoforderung nicht zahlt, wer entscheidet dann, ob die Sache vor Gericht geht? Das Inkassounternehmen, oder das Unternehmen, dem das Geld geschuldet wird?

Danke fuer die Antworten,
Dirk

… und nun rechne mal mit 1.000 €/MB bei 1.000 beantragten
MB, ohne dass auch nur eine einztige Forderung gerechtfertigt
wäre. Untersuchungen zeigten, dass 73 % dieser unberechtigten
Forderungen beglichen werden, weil ja Post vom Gericht
gekommen ist.

Was ja auch zu verstehen ist. Der 08/15-Buerger hat ja keine Ahnung, was recht ist, und was nicht, und iwe er sich zu verhalten hat in einem solchen Falle. Und bevor man dann später doch zahlen muss zzgl. allen möglichen Gebühren, zahlt man doch lieber gleich.

Bis dann der Staatsanwalt wach wird und zu ermitteln bereit
ist…

Da stimmt doch was nicht mit dem System…

Stimmt!

Gruss
Dirk