Beugungsoptik statt Brechungsoptik ?

Vor kurzem war zu lesen, daß ein Objektivhersteller ein Objektiv mit Beugungslinsen bestückt hat. Nach intensiven Nachfragen stellte sich heraus: das sind Fresnell-Linsen…

Aber die Idee, ein abbildendes System durch Beugungseffekte zu realisieren, läßt mich nicht los.

Könnte man z.B. das Hologramm einer Linse auf eine Glasscheibe ‚drucken‘ ?

Hat jemand zu diesem Thema eine Idee ?

Hallo Andreas,

der Name Fresnel ist mit zwei Phänomenen verbunden, der Beugung und der Brechung.
Beugung findet an Spalten, kanten statt, Brechung beim Übergang von einem Medium in ein anderes. Es gibt natürlich Grenzfälle.
Die Fresnellinse wirkt aufgrund von Beugung, die Fresnelsche-Zonenplatte durch Beugung.
Vermtl. wird es sich um das erstere handeln.
Das Aufdrucken ist denkbar, aber vermtl. schwierig.
Gruss Volker

Könnte man z.B. das Hologramm einer Linse auf eine Glasscheibe
‚drucken‘ ?

Theoretisch ja.
Haben im Physik-Praktikum schon mal das Hologramm einer
Armbanduhr auf eine Photoplatte gebannt. Das geht aber nicht
mit jeder Photoplatte, man braucht eine hochaufloesende
Emulsion. Ausserdem ist noch ein ziemlich starker Laser
notwendig.
MEB

Könnte man z.B. das Hologramm einer Linse auf eine Glasscheibe
‚drucken‘ ?

hi! ja, ich glaube das geht. Im letzten Jahr war ich im optischen Museum in Jena ("ubrigens sehr empfehlenswert) und wenn mich meine Erinnerung nicht t"auscht, dann gab es da Hologramme unter anderem mit Linsen ( da bin ich mir recht sicher) und sogar eines mit einem Spiegel!

ich war sehr beeindruckt. Leider weiss ich jetzt auch nicht mehr dazu und das Museum hat keine Website :-/

Aber ich glaube, ich habe auf jeden Fall eine Linse schon mal als Hologramm gesehen. Jetzt f"allt es mir ein: hab ich auf jeden Fall, und zwar am Lehrstuhl f"ur Optik der Erlanger Physik. (gruppe schwider).Leider haben die aber auch keine sehr brauchbare website.

Michaela

Aber ich glaube, ich habe auf jeden Fall eine Linse schon mal
als Hologramm gesehen. Jetzt f"allt es mir ein: hab ich auf
jeden Fall, und zwar am Lehrstuhl f"ur Optik der Erlanger
Physik. (gruppe schwider).

Richtig, die Physiker in Erlangen. Von einem von denen hab ich mal eine Arbeit gelesen, wo solche holographischen Beugungslinsen mittels eines speziellen Ray-Tracing-Programms berechnet werden. Wenn Du mehr dazu wissen willst, muss ich erstmal bei meinem Schwager nachfragen.

Viele Grüße
Stefan

Wäre riesig nett, wenn ich wenigstens mal einen Einblick in die Grundlagen bekommen würde…

Vor allem interessiert mich die Frage: verschwinden mit der Beugungsoptik die „üblichen“ Abbildungsfehler ( Abberation , Koma etc. ) ?

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Vor allem interessiert mich die Frage: verschwinden mit der
Beugungsoptik die „üblichen“ Abbildungsfehler ( Abberation ,
Koma etc. ) ?

Naja, vieles kannst Du Dir sicher selber denken: Da bei einem Beugugnsgitter die Gitterweite an der Wellenlänge des Lichtes „gemessen“ wird, hat man bei ein und der selben Beugungslinse recht unterschiedliches Verhalten, wenn man verschiedenfarbiges Licht verwendet. Die Anwendung ging dann hauptsächlich in folgende Richtung. Für monochromatisches Licht baut man Abbildungssysteme zunächst aus sphärischen Linsen. Das ist billiger, hat aber Abbildungsfehler. Die kann man aber durch eine zusätzliche holografische Linse korrigieren.

Es gibt aber auch noch andere Möglichkeiten: Eine Holografie kann da zum Beispiel auch ein Strahlteiler sein.

Viele Grüße
Stefan

P.S.: Das war nicht die letzte Antwort.