Beurteilung Arbeitszeugnis

Hallo,

ich habe endlich eine neuen Job gefunden und meinen alten Job gekündigt. Nun habe ich mein Arbeitszeugnis erhalten. Es wäre super, wenn ihr mir ein wenig Feedback zu dem Zeugnis geben könntet. Ist es gut oder schlecht, ist es vollständig?

Vielen Dank vorab und Grüße
Alex

Zeugnis

Frau xy, geboren am xy, war vom 16.05.2002 bis 31.01.2006 als Assistentin des Geschäftsführers in unserem Unternehmen tätig.

Die xy GmbH bietet als Partner für betriebliche Informationstechnologie optimale Lösungen für ein umfassendes, effiziente Informations- und Dokumentenmanagement für Unternehmen aller Art.
In der Funktion als Dienstleister und Systemintegrator erstreckt sich das Leistungsspektrum dabei vom Scan- und Erfassungsservice über die mulitplattformfähige, elektronische Archivierung und Dokumentenmanagement-Lösung bis hin zu Workflow-Applikationen.

Das Aufgabengebiet von Frau xy umfasste im Wesentlichen die vollständige Büroleitung sowie die Abwicklung des Zahlungsverkehrs mit entsprechender Bankvollmacht.

Frau xy wurde Arthandlungsvollmacht für die Bereiche Versicherungen, Berufsgenossenschaft und Büromaterialeinkauf erteilt.

Des Weiteren gehörte zu Ihren Aufgaben:

- Vor- und Nachbereitung von Besprechungen und Präsentationen
- Terminplanung sowie die Organisation von Meetings und Reisen
- Begleitung und Unterstützung laufender Projekte
- Erstellen von komplexen Angeboten im DMS-Bereich
- Weitgehend selbständige Beantwortung der Korrespondenz
- Überwachung der Rechnungsein- und ausgänge
- Erstellen kurzfristiger Liquiditätsberechnungen und Jahresplanungen
- Fakturierung
- Abwicklung des Einkaufs
- Betreuung des Personalbereichs, Bewerberauswahl und Führen von Arbeitszeitkonten
- Programmierung in VBScript für die Auftragsabwicklung
- Sowie alle anfallenden Arbeiten im Wirkungsbereich des Geschäftsführers und im Verwaltungsbereich

Frau xy verfügt über ausgezeichnete Fachkenntnisse und eine sehr rasche Auffassungsgabe. Sie arbeitete sich schnell in ihr Aufgabengebiet ein, war ehrgeizig und initiativ und hat ein hervorragendes Gespür bei der Betreuung unserer Geschäftspartner.

Die ihr übertragenen Aufgaben erledigte sie jederzeit zu unserer vollsten Zufriedenheit, gewissenhaft mit überdurchschnittlichem Engagement. Frau xy besitzt fundierte Kenntnisse in dem ihr übertragenen Aufgabengebiet und arbeitete eigenverantwortlich, zuverlässig und selbständig mit großem Erfolg, immer bestrebt, ihr Fachwissen zu erweitern.

Wir lernten Frau xy als höfliche, hilfsbereite und korrekte Mitarbeiterin kennen, die sich durch hohe Belastbarkeit und vorbildliches Verantwortungsbewusstsein auszeichnet und uns auch über ihre reguläre Arbeitszeit hinaus zur Verfügung stand.

Bei Geschäftspartnern auf allen Ebenen unseres Hauses, Mitarbeitern und der Geschäftsleitung war Frau xy als absolut verlässlicher, ehrlicher und kompetenter Gesprächspartner geschätzt. Ihr Verhalten war jederzeit einwandfrei.

Frau xy verlässt unser Unternehmen am 31.01.06 auf eigenen Wunsch. Wir danken ihr für ihre erfolgreiche Arbeit und wünschen ihr für die Zukunft weiterhin beruflichen Erfolg und persönlich alles Gute.


Geschäftsführer

Hallo.

[…] Ist es gut oder schlecht, ist es vollständig?

Aus meiner Sicht ist es ein gutes bis sehr gutes Zeugnis, Du solltest aber noch andere, kompetentere Antworten abwarten. Dass ich mich trotzdem melde, liegt an dem Abschnitt

Die xy GmbH bietet als Partner für betriebliche
Informationstechnologie optimale Lösungen für ein umfassendes,
effiziente Informations- und Dokumentenmanagement für
Unternehmen aller Art.
In der Funktion als Dienstleister und Systemintegrator
erstreckt sich das Leistungsspektrum dabei vom Scan- und
Erfassungsservice über die mulitplattformfähige, elektronische
Archivierung und Dokumentenmanagement-Lösung bis hin zu
Workflow-Applikationen.

Das ist - nach meiner unmaßgeblichen Auffassung - reines Werbungsgewäsch und gehört nicht in ein Arbeitszeugnis.

Ansonsten fällt mir nichts Negatives auf.

Gruß Eillicht zu Vensre

Hallo Alex,

es fehlt was ganz wichtiges, nämlich das Bedauern über Deine Kündigung. „Wir bedauern sehr, dass Frau X auf eigenen Wunsch unser Unternehmen verlässt und wünschen Ihr auf dem weiteren Berufsweg alles Gute.“

Ansonsten ist das Zeugnis sehr gut.

Liebe Grüße
Anna

Hallo.

es fehlt was ganz wichtiges, nämlich das Bedauern über Deine
Kündigung. „Wir bedauern sehr, dass Frau X auf eigenen Wunsch
unser Unternehmen verlässt und wünschen Ihr auf dem weiteren
Berufsweg alles Gute.“

„…auch weiterhin alles…“
Man weiss ja nie :wink:

Ansonsten ist das Zeugnis sehr gut.

Stimmt.

mfg M.L.

Hallo,

ein sehr positives Zeugnis, allerdings mit folgenden Schwächen:

Die xy GmbH bietet als Partner für betriebliche
Informationstechnologie optimale Lösungen für ein umfassendes,
effiziente Informations- und Dokumentenmanagement für
Unternehmen aller Art.
In der Funktion als Dienstleister und Systemintegrator
erstreckt sich das Leistungsspektrum dabei vom Scan- und
Erfassungsservice über die mulitplattformfähige, elektronische
Archivierung und Dokumentenmanagement-Lösung bis hin zu
Workflow-Applikationen.

Das gehört nicht in ein Arbeitszeugnis, denn ein Zeugnis ist keine Werbebroschüre für den ehemaligen Arbeitgeber. Solltest Du also entfernen lassen.

Frau xy wurde Arthandlungsvollmacht für die Bereiche
Versicherungen, Berufsgenossenschaft und Büromaterialeinkauf
erteilt.

Frau xy verfügt über ausgezeichnete Fachkenntnisse und eine
sehr rasche Auffassungsgabe. Sie arbeitete sich schnell in ihr
Aufgabengebiet ein, war ehrgeizig und initiativ und hat ein
hervorragendes Gespür bei der Betreuung unserer
Geschäftspartner.

… und was ist mit der Betreuung der Geschäftsführung in Deinem Unternehmen - also dem Job, für den Du eigentlich da warst? Es könnte zwar sein daß Dein Job auch darin bestand Geschäftspartner zu betreuen, aber an dieser Stelle sollte besser/deutlicher formuliert werden daß Du für DEIN Unternehmen tätig warst. Es liest sich nämlich im Unterton so als hättest Du Dich sehr um externe Kunden bemüht, Deine Aufgaben in Deiner Firma aber eher wenig strebsam ausgeübt.
Vielleicht wollte man diesen Hintersinn nicht ausdrücken - dann sollte es aber besser formuliert werden.

Die ihr übertragenen Aufgaben erledigte sie jederzeit zu
unserer vollsten Zufriedenheit, gewissenhaft mit
überdurchschnittlichem Engagement.

„Ihm/ihr übertragene Aufgaben“ ist immer die Standardformulierung für eher passives Verhalten. Derjenige „wurde erst dann tätig wenn ihm eine Aufgabe übertragen wurde“. Das steht hier im Gegensatz zu dem überdurchschnittlichen Engagement, das Dir in der 2. Hälfte des Satzes dann aber attestiert wird… Solche Auffälligkeiten/Ungereimtheiten werden immer negativ ausgelegt, hier also so daß Du angeblich gerade nicht engagiert gewesen bist.

Frau xy besitzt fundierte
Kenntnisse in dem ihr übertragenen Aufgabengebiet und
arbeitete eigenverantwortlich,

Wieder dasselbe wie im Satz davor… um so blöder weil es durch die Wiederholung verstärkt wird.

zuverlässig und selbständig mit
großem Erfolg, immer bestrebt, ihr Fachwissen zu erweitern.

Auch „ungeschickt“, denn wer sein Fachwissen erweitern muß hat es noch nicht. Da das Zeugnis insgesamt sehr positiv ist würde man das hier zwar nicht auf die Goldwaage legen und man wollte wahrscheinlich wirklich sagen daß Du immer bemüht warst ein eh schon gutes Wissen noch auszubauen. Trotzdem würde man es dann besser auch so ausdrücken um ein Mißverständnis zu verhindern. Besser wäre also: „immer bestrebt, ihr sehr gutes Fachwissen noch weiter auszubauen“.

Wir lernten Frau xy als höfliche, hilfsbereite und korrekte
Mitarbeiterin kennen, die sich durch hohe Belastbarkeit und
vorbildliches Verantwortungsbewusstsein auszeichnet und uns
auch über ihre reguläre Arbeitszeit hinaus zur Verfügung
stand.

„Wir lernten kennen“ ist eine typische distanzierte Formulierung - immer gerne genommen wenn das Verhältnis untereinander eher kühl und sachlich, aber wenig herzlich war. Positiver wäre also „Frau xy ist eine höfliche, hilfsbereite und korrekte Mitarbeiterin…“

Bei Geschäftspartnern auf allen Ebenen unseres Hauses,
Mitarbeitern und der Geschäftsleitung war Frau xy als absolut
verlässlicher, ehrlicher und kompetenter Gesprächspartner
geschätzt.

Die übliche und notwendige Reihenfolge lautet Vorgesetzte - Kollegen - Kunden/Geschäftspartner. Hier werden die Geschäftspartner, die ja früher schon mal so herausgehoben wurden, erneut an die wichtige erste Stelle gesetzt. Spätestens hier könnte man argwöhnen daß Du weniger zugunsten Deiner eigenen Firma, sondern mehr zugunsten der Geschäftspartner engagiert warst. Allerdings ist mir auch nicht ganz klar was „Geschäftspartnern auf allen Ebenen unseres Hauses“ sind; handelt ihr mit euch selber?

Dieser Abschnitt sollte also in der Reihenfolge so umgestaltet werden daß Vorgesetzte - Kollegen und dann Kunden/Geschäftspartner erwähnt werden.

Frau xy verlässt unser Unternehmen am 31.01.06 auf eigenen
Wunsch. Wir danken ihr für ihre erfolgreiche Arbeit und
wünschen ihr für die Zukunft weiterhin beruflichen Erfolg und
persönlich alles Gute.

Hier fehlt ein wichtiger Bestandteil, die Bedauernsformel. Da sollte also noch irgendwie drinstehen „Frau xy verlässt unser Unternehmen zu unserem Bedauern…“

Das Zeugnis ist insgesamt sehr gut und bezüglich Deiner Arbeitsqualität und -leistung kommst Du da sehr gut weg. Ich würde allerdings die oben genannten Ungereimtheiten - oder vielleicht auch nur Ungeschicklichkeiten - bereinigen lassen. Vielleicht hat man es ja nicht böse gemeint, sondern sich in Ermangelung von Kenntnissen nur ungeschickt ausgedrückt? Dann würde ich diesen Text einfach mal ausdrücken und dem Geschäftsführer vorlegen.

Zur äußeren Gestaltung:

Das Zeugnis muß auf offiziellem Firmenpapier geschrieben sein und das Datum muß auf den Tag Deines Ausscheidens aus dem Unternehmen lauten (wenn Du also wirklich am 31.01.2006 aufhörst ist das das korrekte Datum für das Zeugnis).

Das Adreßfeld darf nicht ausgefüllt sein, es darf also nicht wie ein Brief aussehen, den man Dir in einem Fenster-Briefumschlag geschickt hat.
Es reicht wenn „Zeugnis“ oben drüber steht und dann der Text folgt.

Unterschreiben muß ein hochgestellter Mitarbeiter, also z. B. der Geschäftsführer. Unter seine Unterschrift gehören NAme und Funktion nochmal in Maschinenschrift.

Gruß,

MecFleih

Danke Euch allen
Hallo,

ich danke Euch allen für Euer Feedback, insbesondere McFleih, der sich dafür auch ein * verdient hat.

Viele Grüße
Alex