Presse- und Laien Rezensionen zu den Büchern von Bastian Sick gibts ja im Netz haufenweise.
Aber ich habe bis auf die Äußerung von Prof. Peter Eisenberg in der SZ keine wissenschaftlichen Rezensionen gefunden… Ist euch da noch was bekannt?
Hallo Susi,
Bastian Sick schreibt amüsante Sprachkolumnen, aber er arbeitet feuilletonistisch bis (sprach)komödiantisch und nicht sprachwissenschaftlich. Ein Linguist wird seine Bücher und Kolumnen vielleicht als amüsante Feierabendlektüre lesen, aber für eine sprachwissenschaftliche Beschäftigung geben sie wenig Anlass.
Die Gründe für Sicks Erfolg könnte man evtl. kommunikationswissenschaftlich analysieren …
Vielleicht ist nur der erste Link für dich neu. Die anderen lasse ich für weitere Leser auch mal drin.
Presse- und Laien Rezensionen zu den Büchern von Bastian Sick
gibts ja im Netz haufenweise.
Aber ich habe bis auf die Äußerung von Prof. Peter Eisenberg
in der SZ keine wissenschaftlichen Rezensionen gefunden… Ist
euch da noch was bekannt?
Liebe Susi,
es gibt auch keinen Grund, Sick „wissenschaftlich“ zu rezensieren: er will unterhaltend - das Wichtigste dazu hat gargas ja schon geschrieben - dazu helfen und beitragen, dass wir mir unserer Sprache bewußt umgehen und ihre Schönheit und die Fülle ihrer Ausdrucksmöglichkeiten pflegen.
Etwas Ähnliches haben vor Jahren auch Hans Weigel mit seinem „Leiden der jungen Wörter“ und Eike Hirsch mit dem „Deutsch für Besserwisser“ versucht. Sie hatten leider noch nicht den SPIEGEL online als Medium und Multiplikator, und so blieb ihnen der große Erfolg des Bastian Sick versagt. Was nichts gegen Sick sagt!
Und Peter Eisenberg ist meines Erachtens schon hinlänglich dadurch charakterisiert, daß er in seiner „wissenschaftlichen Vita“ seine Arbeiten in so schöne Gruppen aufteilt wie: „Selbständige“ und „Unselbständige“ - sind das die, die er nicht allein und ohne fremde Hilfe schreiben konnte oder wie oder was?
Und Peter Eisenberg ist meines Erachtens schon hinlänglich
dadurch charakterisiert, daß er in seiner „wissenschaftlichen
Vita“ seine Arbeiten in so schöne Gruppen aufteilt wie:
„Selbständige“ und „Unselbständige“ - sind das die, die er
nicht allein und ohne fremde Hilfe schreiben konnte oder wie
oder was?
Gruß - Rolf
Hallo Rolf,
Selbständige Arbeiten sind Bücher, Unselbständige sind Artikel in Zeitschriften oder Büchern, das sind gängige Fachbegriffe bei Publikationen im wissenschaftlichen Bereich
Peter Eisenberg ist übrigens einer der bekanntesten und wohl mit auch besten Gegenwartssprachwissenschaftler des Deutschen, also bitte nix gegen ihn (er schreibt zum Beispiel Teile der Duden-Grammatik)…
Ich finde, es ist durchaus interessant, wie die Linguistik auf Sick reagiert, da er sich ja in einem Interview selbst als Sprachwissenschaftler (!) bezeichnet hat, obwohl ich nichts Entsprechendes in seiner Vita finden konnte… und da ja auch die Publikumsresonanz so groß und somit durchaus analysierenswert ist.
V.a. sind halt einige Thesen Herrn Sicks wissenschaftlich eben nicht haltbar … ob das wohl der Grund ist, warum so wenig Wissenschaftler antworten?
Hat denn noch jemand weitere Rezensionen von Wissenschaftlern gefunden?
wie die Linguistik auf :Sick reagiert, da er sich ja in einem Interview
selbst als Sprachwissenschaftler (!)bezeichnet hat, obwohl ich nichts
Entsprechendes in seiner Vita finden konnte
Zur Biographie:
„Bastian Sick (1965 in Lübeck) war, nach dem Studium der Geschichtswissenschaft und Romanistik , zuerst als Lektor und Übersetzer, und später von 1995 bis 1998 als Dokumentationsjournalist beim SPIEGEL-Verlag tätig.“
In der Romanistik hat er sicher ein bisschen was mitgekriegt aus der Sprachwissenschaft, so wie ich auch
Das ist schon klar, dass er als Romanist ein bißchen Sprachwissenschaft gemacht hat, aber
ist er dann ein romanistischer Sprachwissenschaftler, der sich mit den Besonderheiten und Entwicklungstendenzen des Deutschen nicht unbedingt auskennen muss
ist es m.E. nach fragwürdig, ob man sich, wenn man ein paar Seminare gemacht, schon als SPrachwissenschaftler bezeichnen sollte
Ich würde mich selbst erst nach der Promotion in Linguistik als Sprachwissenschaftler bezeichnen
Aber man kann das natürlich sehr viel lockerer sehen ))
Auch ohne Häme, nur realistisch
die Susi
[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]
Guten Abend, Susi
wir haben uns anscheinend schon richtig verstanden, aber damit es eindeutig wird
ist er dann ein romanistischer Sprachwissenschaftler
Nein
der sich mit den Besonderheiten und Entwicklungstendenzen des
Deutschen nicht unbedingt auskennen muss
das muss er nicht unbedingt - aber er tut so, als könne er es
ist es m.E. nach fragwürdig, ob man sich, wenn man ein paar
Seminare gemacht, schon als SPrachwissenschaftler bezeichnen
sollte
Das ist mehr als fragwürdig. Deswegen bezeichne ich mich ja nicht als Linguisten )
Ich würde mich selbst erst nach der Promotion in Linguistik
als Sprachwissenschaftler bezeichnen
mir würde ein Magister reichen
Aber man kann das natürlich sehr viel lockerer sehen ))
Stimmt, sic(k)!
Übrigens habe ich nirgendwo in seiner Biographie einen akademischen Abschluss gefunden, oder eine dem Studium entsprechende Tätigkeit. Ein „Studium der Geschichte und Romanistik“ kann man in seiner Vita
ausbreiten, auch wenn man alle Prüfungen in den Sand gesetzt hat.
So, und nu lassen wir den Sprachentertainer in Ruhe. Es sei denn, er bezeichnet sich irgendwann als Germano-Romanisten.
Selbständige Arbeiten sind Bücher, Unselbständige sind Artikel
in Zeitschriften oder Büchern, das sind gängige Fachbegriffe
bei Publikationen im wissenschaftlichen Bereich
die erstgenannten „Bücher“ nennt man Monographien ,
die letztgenannten Sammelwerke.
Und im übrigen schreiben Wissenschaftler eher Aufsätze als Artikel.
Soviel zu den gängigen Fachbegriffen …
Ich finde, es ist durchaus interessant, wie die Linguistik auf
Sick reagiert, da er sich ja in einem Interview selbst als
Sprachwissenschaftler (!) bezeichnet hat, obwohl ich nichts
Entsprechendes in seiner Vita finden konnte…
Etwas Ähnliches haben vor Jahren auch Hans Weigel mit seinem
„Leiden der jungen Wörter“ und Eike Hirsch mit dem „Deutsch
für Besserwisser“ versucht. Sie hatten leider noch nicht den
SPIEGEL online als Medium und Multiplikator, und so blieb
ihnen der große Erfolg des Bastian Sick versagt. Was nichts
gegen Sick sagt!
Der Weigel ist hier in Österreich schon recht bekannt, inklusive dieses Werks. Und beide, Weigel wie Hirsch, leiden meiner Meinung nach an einer im Vergleich zu Sick relativen Humorlosigkeit. Zudem trifft der gute Bastian zumindest bei mir als Journalistin immer wieder ganz genau die Fragestellungen, die ich brauche. Auch das haben die beiden anderen nicht in diesem Ausmaß geschafft.
Livia
(Sick als Nachschlagewerk ständig in Griffweite stehen habend )
vor einigen Wochen war im SWR2 Forum eine Diskussion über den Stand der Rechtschreibreform. Dabei brachte der SWR-Moderator auch Sick ins Spiel. Die anwesenden Fachleute von verschiedenen Lexikonverlagen und Uni-Professoren fingen gleichzeitig an, höhnisch zu lachen.
Kleingeistiger Besserwisser und Nostalgiker war noch das freundlichste Attribut für Sick.
Wer heutzutage den Gebrauch von „brauchen“ ohne „zu“ - das tut nicht nur mein Schulleiter, das tun auch Deutschlehrer - oder von „weil“ ohne „Endstellung des Verbs“ beklagt, der weint über Milch, die schon vor zehn Jahren verschüttet wurde.
Ich selber befleißige mich gern der traditionell korrekten Formen, aber Sick ist da völlig irrelant. Vielmehr stört mich oft sein süffisanter, besserwisserischer Ton, den andere auch bei mir zu hören glauben!
It takes a thief to catch a thief!
Ach ja, den ersten Band las ich mit Vergügen; beim zweiten langweilte ich mich schon; auf den dritten verzichte ich.
Da lese ich doch lieber Ruprecht Skasa-Weiß, Fünf Minuten Deutsch, ISBN 3-608-94441-9 Buch anschauen; oder die Bücher von Dieter E. Zimmer.