Meine Chefin hat mir ein Zwischenzeugnis ausgestellt, und ich würde gerne wissen, was ihr inhaltlich davon haltet, was raus sollte, was noch rein sollte, und wie die Gesamtnote wohl ist.
Dies ist nur ein Entwurf, den sie mir vorgelegt hat, über evtl. Änderungswünsche muss ich dann noch mit ihr sprechen…
Mein Gefühl sagt mir, dass es ein sehr gutes Zeugnis ist, aber ich will einfach nochmal sicher gehn, vor allem wg. dem letzten Absatz.
Vielen Dank!
taxzero
ZWISCHENZEUGNIS
Frau XYZ, geboren am XXXXXXXXX in XXXXXXXXXXX, ist seit dem 01.01.2005 als Steuerfachangestellte bei mir beschäftigt.
Ihr Aufgabenbereich umfasst die selbstständige und eigenverantwortliche Erstellung der laufenden Lohnabrechnungen für verschiedene Industrieunternehmen mit bis zu 130 Mitarbeitern, die laufende Mitarbeit bei der Finanzbuchhaltung sowie die Bearbeitung aller in den Bereichen Lohn- und Finanzbuchhaltung zusätzlich anfallenden Tätigkeiten.
Dazu gehören u. a. die Berechnung und Beantragung von Kurzarbeitergeld, Abrechnung der Betriebsrentner, Prüfung und Beurteilung der Lohnbestandteile nach aktuellem Steuer- und Sozialversicherungsrecht, Meldungen an die Sozialversicherung, Lohnsteueranmeldung, Erstellung der Beitragsnachweise, Zahlungsverkehr, Rechnungsstellung, Kontierung und Verbuchung der Finanzkonten, Kontenabstimmung und die Abstimmung der offenen Posten.
Frau XYZ ist in Ihrem Handeln stets sehr entschlossen und verfügt über große Eigeninitiative. Auch in schwierigen Situationen ist sie sehr gut belastbar und handelt ruhig und überlegt.
Sie führt alle Aufgaben mit großer Umsicht, großem Wissen und beachtlichem Engagement aus.
Frau XYZ besitzt eine sehr schnelle Auffassungsgabe und zeigt sich auch in schwierigen Situationen souverän und flexibel.
Sie arbeitet äußerst pflichtbewusst, zuverlässig und verschwiegen und erledigt die ihr übertragenen Aufgaben immer zu meiner vollsten Zufriedenheit.
Frau XYZ leistet auch unter schwierigen Bedingungen und unter Termindruck stets einwandfreie Arbeit.
Wegen ihrer stets verbindlichen, kooperativen und hilfsbereiten Art ist Frau XYZ mir eine wertvolle Stütze und den Mandanten eine geschätzte Ansprechpartnerin.
Ich stelle dieses Zwischenzeugnis aus, da eine Fortführung des Arbeitsverhältnisses über den Jahreswechsel hinaus aus betriebswirtschaftlichen Gründen noch nicht zugesagt werden kann.
Frau XYZ, geboren am XXXXXXXXX in XXXXXXXXXXX, ist seit dem
01.01.2005 als Steuerfachangestellte bei mir beschäftigt.
ok
Ihr Aufgabenbereich (…)und die Abstimmung der
offenen Posten.
Was immer das heisst. Jemand aus der Buchhaltung könnte das sicher
eher (positiv wie negativ) interpretieren als ein Aussenstehender. Sieht aber ok aus.
Frau XYZ ist in Ihrem Handeln stets sehr entschlossen und
verfügt über große Eigeninitiative. Auch in schwierigen
Situationen ist sie sehr gut belastbar und handelt ruhig und
überlegt.
Sehr gut.
Sie führt alle Aufgaben mit großer Umsicht, großem Wissen und
beachtlichem Engagement aus.
Auch sehr gut. Dennoch könnte man einige Erfolge dieser Arbeit
konkreter beschreiben.
Frau XYZ besitzt eine sehr schnelle Auffassungsgabe und zeigt
sich auch in schwierigen Situationen souverän und flexibel.
Sie arbeitet äußerst pflichtbewusst, zuverlässig und
verschwiegen und erledigt die ihr übertragenen Aufgaben immer
zu meiner vollsten Zufriedenheit.
Statt ‚normal‘ wäre stets der terminus technicus. Und rein intuitiv beisst sich das ‚übertragen‘ mit der Eigeninitiative.
Trotzdem (sehr) gut.
Frau XYZ leistet auch unter schwierigen Bedingungen und unter
Termindruck stets einwandfreie Arbeit.
Sehr gut
Wegen ihrer stets verbindlichen, kooperativen und
hilfsbereiten Art ist Frau XYZ mir eine wertvolle Stütze und
den Mandanten eine geschätzte Ansprechpartnerin.
Schematisch gesehen fehlen die Kollegen.
Ich stelle dieses Zwischenzeugnis aus, da eine Fortführung des
Arbeitsverhältnisses über den Jahreswechsel hinaus aus
betriebswirtschaftlichen Gründen noch nicht zugesagt werden
kann.
Der betriebswirtschaftliche Grund fehlt (obwohl: wer gesteht schon gerne eigenes Versagen ?). Als neutraler Leser könnte man meinen, dass die Bewerberin den Betrieb belastet und auf die feine Art abserviert werden soll… Es sei denn, der Grund für die Probleme liegt nicht in der Person/der Arbeit der Bewerberin. Dann sollte das aber erwähnt werden.
Ort, Datum
Unterschrift
ok
Macht unter dem Strich -wenn man die Detailschwächen aussen vor lässt (bzw. rechtzeitig repariert)- minimal eine 2 als Zwischennote.
Vielen Dank für deine schnelle und aufschlussreiche Antwort.
Sind damit auch FAQ:2027-Schreiber gemeint ?
Selbstverständlich
Schematisch gesehen fehlen die Kollegen.
Kollegen gibts dort keine, ich bin (war) die einzige Angestellte.
Der betriebswirtschaftliche Grund fehlt (obwohl: wer gesteht
schon gerne eigenes Versagen ?). Als neutraler Leser könnte
man meinen, dass die Bewerberin den Betrieb belastet und auf
die feine Art abserviert werden soll… Es sei denn, der Grund
für die Probleme liegt nicht in der Person/der Arbeit der
Bewerberin. Dann sollte das aber erwähnt werden.
Nun ja, es ist tatsächlich so, dass aufgrund der wirtschaftlichen Gesamtlage die Arbeit mit der Zeit immer weniger wurde, d. h. die Mandanten hatten weniger Abrechnungen wg. Entlassung von Mitarbeitern und ein Großauftrag Buchhaltung, den meine Chefin bisher betreut hat, fällt ab 01.01. weg.
Somit kann meine Chefin künftig meinen Arbeitsbereich (leider) selbst abdecken und spart sich dadurch eben meine Lohnkosten, die den Betrieb natürlich nicht unerheblich belasten…
Aber wie kann man das im Zeugnis verständlich formulieren, ohne zu sehr ins Detail zu gehen?
Vielleicht hast du ja hierzu noch einen Rat?
Macht unter dem Strich -wenn man die Detailschwächen aussen
vor lässt (bzw. rechtzeitig repariert)- minimal eine 2 als
Zwischennote.
d.h. ca. 12 Punkte (Note 1,75) anders ausgedrückt?
Vielen Dank für deine schnelle und aufschlussreiche Antwort.
Bitte sehr Aber bitte daran denken, dass eine neutrale Meinung selten von Wert ist
Schematisch gesehen fehlen die Kollegen.
Kollegen gibts dort keine, ich bin (war) die einzige
Angestellte.
Dann sollte auch die Betriebsgrösse erwähnt werden.
d. h. die Mandanten hatten weniger Abrechnungen
wg. Entlassung von Mitarbeitern und ein Großauftrag
Buchhaltung, den meine Chefin bisher betreut hat, fällt ab
01.01. weg.
Aber wie kann man das im Zeugnis verständlich formulieren,
ohne zu sehr ins Detail zu gehen?
Hm …?
Zu meinem grossen Bedauern kann ich die Fähigkeiten von Frau X ab dem 01.01.2007 nicht mehr sinnvoll einsetzen.
Wegen der rückläufigen Auftragslage kann ich die Fähigkeiten von Frau X nicht mehr gewinnbringend verwenden.
Vielleicht hast du ja hierzu noch einen Rat?
Nicht wirklich Immerhin kann der neutrale Leser alles im negativen Sinne gegen die Bewerberin verstehen. Aber in der Schlussformel muss das Bedauern über das Ausscheiden der jeweiligen Person drinstehen.
d.h. ca. 12 Punkte (Note 1,75) anders ausgedrückt?
Mein Gefühl sagt mir, dass es ein sehr gutes Zeugnis ist,
Seh ich auch so.
Abrechnung der Betriebsrentner,
Das steht nicht „Betriebs rentner“. Oder doch? Also Rentner rechnet man sicher nicht ab, sondern Renten … nehm ich mal an.
Frau XYZ ist in Ihrem Handeln stets sehr entschlossen …
Seh ich jetzt mal im Kontext positiv. Ansonsten könnte man auch meinen du lässt dir nicht reinreden in deine Arbeit (auch nicht von der Chefin .
Ich stelle dieses Zwischenzeugnis aus, da eine Fortführung des
Arbeitsverhältnisses über den Jahreswechsel hinaus aus
betriebswirtschaftlichen Gründen noch nicht zugesagt werden
kann.
Als Abrundung würde noch ein Klecks Bedauern und (im Endzeugnis) ein Dankeschön für die bisherige Arbeit + das obligatorische Erfolgs-Gewünsche auch weiterhin für die Zukunft fehlen.
MfG
Nein ich bin kein Zeugnisexperte, also geben meine Antworten nur meine persönliche Meinung wieder.