Beuteteilung in den Weltkriegen unter Soldaten

Hallo zusammen,

durch die Modernisierung der Armeen heutzutage gibt es ja für die Soldaten nix zu holen ausser Ihren Sold+Einsatzzulage. Weiss einer wie die erbeuteten Güter in den Weltkriegen unter den Soldaten aufgeteilt worden sind?

Danke für eure Mühe

Asi

Hallo,

Weiss einer wie die erbeuteten Güter in den Weltkriegen unter
den Soldaten aufgeteilt worden sind?

illegal.
Gruß
loderunner

Weiss einer wie die erbeuteten Güter in den Weltkriegen unter
den Soldaten aufgeteilt worden sind?

Vermutlich hat jeder das an sich gerafft, was er unbeobachtet kriegen konnte, und wenn mehrere beteiligt waren, dann haben sich vermutlich die Offizire und Unteroffiziere zuerst bedient.

Hallo,

also zunächst einmal war das „Beute machen“ auch im 1. und 2.Weltkrieg bereits verboten. Es handelte sich um Diebstahl bzw. Plünderung. Wobei der Diebstahl von Lebensmitteln bzw. z.B. einer Sau sicher anders gehandhabt wurde, als der von Geld oder Wertgegenständen. Man darf sich das also nicht so vorstellen wie im Mittelalter oder auch noch zu napoleonischen Zeiten. Es galt ja bereits die Haager Landkriegsordnung bzw. die Genfer Konvention. Natürlich, und das sit der springende Punkt, nur solange, wie sich die kriegführenden Mächte daran hielten. Allerdings waren es eher die Staaten als die einzelnnen Soldaten, die diese Dinge über Bord warfen (z.B. Giftgareinsatz in 1. Weltkrieg, Behandlung Kriegsgefangener im 2.Weltkrieg).
D.h. wenn Beute gemacht wurde, war das erstmal ein Risiko gekriegt zu werden und zweitens wäre die Beuteverteilung wohl dann wie unter Dieben üblich abgelaufen. Die Mutmaßung, höhere Dienstgrade hätten sich zuerst bedient kann also höchstens individuell richtig sein, mal ganz vorsichtig ausgedrückt.

Gruß
Peter B.

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Hallo OberAsi,
hm, sehr gute Frage, leider kann ich auch keine wasserdichte Antwort anbieten.
Die Anderen haben ja schon auf die eher illegale Praxis hingewiesen. Ich vermute, dass sie dabei stark an die deutsche Seite gedacht haben. Zumindest im 2.Wk. auf amerikanischer und russischer Seite dürfte das aber ganz ander s ausgesehen haben. Spontan fallen mir zwei Beispiele ein:
-ein mit Orden, SS- und Nazi-Regalia und Lugerpistolen vollgestopfter Beutepanzer IV der beim Verladen auf einen amerikanischen Transporter im Hamburger Hafen gelandet ist (mal in der Zeitschrift Visier darüber gelesen). Ein solches „Souvenir“ kann wohl kaum als persönlich, illegal oder heimlich betrachtet werden - wenn es auch vielleicht auf den Empfänger ankommt.
-das berühmte Bild des Rotarmisten bei der Flaggenhissung auf dem Reichstag. Das Foto wurde retuschiert um die mindestens 2 Armbanduhren des Soldaten zu verheimlichen, wie z.B. hier nachzulesen ist: http://www.deutsche-schutzgebiete.de/reichstag.htm

Bezüglich des 1.Weltkrieg kann ich mich an diverse Schilderungen des Beutemachens erinnern, u.a. bei Ernst Jünger etwa, auch wenn hier eher ein Andenkensammeln denn ein monetäres Bereichern im Vordergrund gestanden haben mag. Dies könnte daran gelegen haben, das in den Grabenkämpfen schlichtweg weniger in Frage kommende Artikel in die vorderen Linien gelangten und durch die rasch erstarrenden Fronten nur relativ wenig Privatbesitz betroffen war.

An der östlichen Front bzw. im russischen Bürgerkrieg war Beutemachen durchaus an der Tagesordnung (1.WK), was aber auch mit vergleichsweise komplizierten Konstellationen zu tun hatte. Die fliehenden Zaristen&Weißrussen, die selbst plündernen Rotarmisten&Kosaken, plus die österreichischen und deutschen Truppen…

T.E.Lawcrence erwähnt in den 7 Säulen häufig die gemachte Beute, auch abseits des irregulären Krieges. Etwa einen riesigen Teppich für einen General, der aber auch evtl. als Geschenk der zivilen Verwaltung durchgehen könnte.

Japanische Soldaten haben im 2.WK enorme Werte angesammelt, diese jedoch eher unter offizieller Aufsicht denn zur persönlichen Bereicherung. Unter dem gleichen Vorzeichen dürften die Beutezüge der Nazi-Größen zu verstehen sein, etwa Görings berüchtigte Kunstsammlung.

Abschließend würde ich sagen das im 2. Wk Beutemachen eine eher staatlich organisierte Sache war und im 1. Wk aufgrund der Umstände nur eingeschränkt möglich war/praktiziert wurde. Ein individuelles Beutemachen einzelner Soldaten oder kleiner Gruppen hat es vermutlich immer gegeben, ist jedoch aufgrund seiner illegalen Natur eher schwer nachzuvollziehen.

Hier noch einige Links die schlaglichtartig interessant sein könnten:

http://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/0,1518,246…

http://lexikon.meyers.de/wissen/Spezial:Zeitartikel/…

http://images.zeit.de/text/1990/49/Kriegsbeute-aus-d…

Ein bekannter Fall ist hier benannt: http://de.wikipedia.org/wiki/Domschatzkammer_Quedlin…

http://www.zdf.de/ZDFmediathek/content/Der_Quedlinbu…

Diese Sachen mußte zurückgekauft werden, obwohl es aus Diebstahl kommt.

Hallo,
das „private“ Beutemachen war in der Wehrmacht ganz einfach verboten. Ich habe irgnedwo gelesen, dass ein beutemachender(Teppiche aus Privathaus)Offizier im Westfeldzug zufällig von seinem DivKdr erwischt wurde. Es folgte eine standrechtliche Erschiessung. Im Prinzip ging nichts ohne Requirierungsschein. Obwohl ein Huhn etc. doch schon durchaus geduldet werden konnte oder auch Flaschenfund hinter einer frisch verputzten Mauer im Keller eines Schlosses. Aber die Zahlmeister waren im Normalfall sehr schnell dabei zur Aufnahme des gefundenen Materials.
Gruss
Rainer

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Hallo,
deutsches Recht im Ausland durchzusetzen ist eben manchmal schwer.
Gruß
Werner

… in diesem Zusammenhang vielleicht eine kleine Anekdote von meinem Vater (Jahrgang 1920, war von 1939 vom 1. Tag an dabei bis zu seiner Verwundung 1945 - logischerweise gab es nach dem Krieg kein Klassentreffen mehr, da er der einzige Überlebende seiner Klasse war, andererseits wurde ihm dann der Krieg im Studium als Praktikum gutgeschrieben … aber das ist wieder eine andere Geschichte …):

Zitat:

„In Frankreich in der Champagne waren wir dann natürlich auch in den Kellern der Champagnerhersteller.
Wir haben NIE etwas gestohlen - die haben uns die Flaschen einfach so geschenkt!“

LOL - so kann man es natürlich auch sehen …

der Lauf

Wir haben NIE etwas gestohlen - die haben uns die Flaschen
einfach so geschenkt!"

Dass der Lauf der lässig umgehängten Maschinenpistole gerade und genau auf seinen Unterleib zielte, war natülich rein zufällig und hatte mit der ganzen Geschichte auch nicht das Geringste zu tun…

Tja, der Lauf der Dinge
erheitert grüsst
Ray

MP 1940
Hallo Ray,

da wir uns hier im Brett Militärgeschichte unter lauter Fachleuten befinden, wage ich den Einwand zu erheben, dass es statistisch eher unwahrscheinlich ist, dass ein deutscher Soldat 1940 mit einer MP herumfuchtelt.

Gruß,
Andreas

für unseren Fachmann
Hallo Andreas,

http://de.wikipedia.org/wiki/Maschinenpistole_40
Die Gesamtproduktion aller Hersteller wird auf 746.000 bis 1.100.000 Stück geschätzt.
War nach Aussagen uralter Zeitgenossen, gar nicht so selten, wie man vermuten sollte.

Freundlichen Gruss
Ray

Hallo Ray,

kein Widerspruch; denn es ging ja um Ereignisse im Mai/Juni 1940. Der „gemeine Soldat“ war eben mit dem K98 ausgestattet. Siehe auch den guten Hinweis auf die Hollywood-Filme, die ohnehin unser Bild des Krieges vernebeln.

Gruß,
Andreas

Noch eine Anekdote …
… von meinem Vater (Jahrgang 1919), der einige Tage lang mit einer Gruppe von Soldaten in einem Champagner-Keller in der Nähe von Reims lagern musste (oder durfte).
Dort gab es Probleme mit der Wasserversorgung; folglich haben die Soldaten den Champagner nicht nur zum Trinken, sondern auch zum Waschen und Zähneputzen benutzt.
Zitat: „Zum Glück hatte ich in den Tagen fast nichts zu tun“ (mein Vater war Kradmelder).

Grüße
Pit

Hallo zusammen,

durch die Modernisierung der Armeen heutzutage gibt es ja für
die Soldaten nix zu holen ausser Ihren Sold+Einsatzzulage.

Ich kann dir versichern,daß auch heutzutage noch viel „erbeutet“ wird.
Aus dem Irak wurden von einfachen Soldaten auch größere Teile mitgebracht die man nicht mal eben heimlich in die Hosentasche stecken konnte.
Gemälde,Statuen aus Gold,usw.

Hallo Assi…

Nicht Unter…sondern jeder für sich…:smile:)

OFFIZIELL war das natürlich alles verboten…
aber in der täglichen Praxis…vor allem im 2.WK galt
„das ist MEINS…“
*g*

Hallo Ray,

kein Widerspruch; denn es ging ja um Ereignisse im Mai/Juni
1940. Der „gemeine Soldat“ war eben mit dem K98 ausgestattet.

Dem kann ich mich nur anschließen. Der K98 war „immer“ dis Standardwaffe der Wehrmacht im 2WK. In der Regel war hauptsächlich die Unteroffiziere und Offiziere mit der MP40 ausgestattet. Bzw. die Kradmelder da diese halt praktischer für diese war. Schon auf Grund der Effizienten Reichweite der MP40 war diese eher selten in der Infanterie vertreten.