Bevorzugung von Privatpatienten

Hi!

Ich könnte kot**n! Mein Zwerg hat so nen komischen Ausschlag im Mund. Also rief meine Gattin heute den Kinderarzt an, um für morgen einen Termin zu bekommen. „Morgen ist alles voll“ wurde ihr gesagt.
Als ich dann anrief und darauf hinwies, dass mein Sohn privat versichert ist, bekam ish für morgen früh, halb neun einen Termin!

Auch, wenn es nicht so ganz ok von mir war (ist mir aber egal - es geht um meinen Zwerg), finde ich diese Zweiklassigkeit echt extrem!

Grüße
Guido

Ärgerlich, aber wahr! War auch lange Privatpatient und jetzt leider nicht mehr; bin immer noch auf der Suche nach Ärzten, die da nicht so drauf schauen. Was noch viel schlimmer ist, als das man als Privatpatient bevorzugt wird, ist, daß man als Kassenpatient für völlig bescheuert und unmündig gehalten wird.

Habe ich früher für alles eine Rechnung bekommen, weiß ich bei einer normalen Behandlung nicht was es eigentlich kostet oder was abgerechnet wurde. Auf der anderen Seite wollte mich ein Arzt nach Hause schicken, weil ich das Geld für die Extra-Leistung außerhalb der Kassenabdeckung nicht bar dabei hatte!

Früher Kunde beim Arzt, jetzt bin ich Bittsteller! Da hilft es nur ein so gutes Verhältnis zum Arzt aufzubauen, daß man doch wie ein Mensch behandelt wird…

hallo, Guido,
genau das predige ich meinen Kunden… und die wenigsten glauben es. Sie halten das für Werbelügen um zum Abschluss zu kommen.
Noch ein Beispiel: die Frau meines Freundes hatte extrem schwere Bandscheibenprobleme. So stark, dass sie im wahrsten Sinne des Wortes am Abkratzen war. Als er für sie bei einem Spezialisten einen OP-Termin haben wollte, hieß es: in 3 Jahren sollte sie mal wieder kommen (dann wäre sie vermutlich in der Kiste gekommen). Es wäre alles belegt. Als mein Freund ihm sagte: „selbstverständlich 2-Bettzimmer“ und ihm in einem Umschlag 10.000,- DM ´rüberschob, hatte sie in 3 Wochen den Platz. Wenn er gewollt hätte, sogar 3 Tage später!
Und da soll man noch Achtung vor diesem Berufsstand haben!
Stopp, bevor mich jemand steinigt: nicht alle sind so korrupt!
Grüße
Raimund

Hi!

du hast es richtig ausgesprochen ( ausgekotzt), diese 2 Klassen Medizin gabs eigentlich schon immer, bloß zur Zeit der Unersättlichkeit der Ärzte, insbes. der Zahnärzte kommt dies offen zum Vorschein, vor Jahren lief dies noch n bißchen verdeckter.
Übrigens , solche Ärzte kannste in der Pfeife rauchen, such dir doch mal n Arzt, der richtige Sozialmedizin betreibt und nicht Kapitalmedizin.
Tschüßße

hallo,Raimund, hier hast du die reine Realität vor Augen geführt, wer hier motzen kommt, sind ja nur die, die es betrifft, im Momen t sind die armen Zahnärzte wieder am protestiern auf einem sehr erhöhten Niveau,

was mich dabei am meisten stört mit meinem sozialistischen Gedankengut, daß die arbeiter mit der Schippe in der Hand durch ihre Beiteräge zur GKV hier weiterhin Millinäre kreieren.
Paß mal auf, gleich kommen die Antworten.
Tschüß

Ärzte in der Pfeife…
Hi aaron!

du hast es richtig ausgesprochen ( ausgekotzt), diese 2
Klassen Medizin gabs eigentlich schon immer, bloß zur Zeit der
Unersättlichkeit der Ärzte, insbes. der Zahnärzte kommt dies
offen zum Vorschein, vor Jahren lief dies noch n bißchen
verdeckter.

Bei meinem Zahnarzt ist das komischerweise gar nicht der Fall - er hat zwar zwei Extra-Behandlungsräume für Privatpatienten, aber da werden halt nur solche Sachen gemacht, die die GKV nicht zahlt (Versiegelungen, Zahnreinigung, etc.) Warten musste ich bei ihm noch nie länger als 30 Minuten! Ist vielleicht einfach ne Frage der Organisation - ich warte lieber drei Wochen auf einen Termin als mit Termin zwei Stunden!

Übrigens , solche Ärzte kannste in der Pfeife rauchen, such
dir doch mal n Arzt, der richtige Sozialmedizin betreibt und
nicht Kapitalmedizin.

Weißt Du - gerade bei Kinderärzten ist die Auswahl ziemlich gering (vor allem, wenn man einen GUTEN haben will). Bei uns in Moers (ca. 106.000 Einwohner) gibt es ganze VIER Kinderärzte, die Kassenpatienten annehmen und einen reinen Privatarzt (der irgendwann seine Kassenzulassung abgab, weil er es nicht verantworten wollte, Menschen nur unzureichend behandeln zu dürfen). Ist aber auch fast klar, den Kinderärzte gehören wohl zu den schlechtbezahltesten…
Und da mein Zwerg sich bei unserem jetzigen Arzt (ist auch schon unser dritter - wir haben bald alle durch) sehr wohl fühlt, werde ich ihm nicht schon wieder einen Wechsel zumuten!

Grüße
Guido, der es zwar nach wie vor ätzend findet, allerdings froh über seine Privatversicherung ist

Hallo Guido,

Deinen Ärger kann ich ohne Problem nachvollziehen. Das hohe Gut Gesundheit, hippokratischer Eid, selbstlose Hilfe, alle Menschen sind gleich, was immer man in dieser Denkrichtung aufzählen kann, passen Begriffe wie Wirtschaftlichkeitsüberlegungen, Gewinn und Gewinnstreben nicht in die Reihe. Sie gehören aber da hinein, denn der niedergelassene Arzt ist auch ein Unternehmer. Idealismus kann er sich - wenn überhaupt - nur in engen Grenzen leisten. Das Brot- und Buttergeschäft des niedergelassenen Arztes sind die Kassenpatienten. Kaum einer, der auf dieses Grundrauschen des Geldeingangs verzichten kann. Es ist ein aus der Sicht des Selbständigen unkritisches Geschäft. Die „Kunden“ konsumieren und ordern, was das Zeug hält. Die Bezahlung ist den Leuten egal. Man hat sie über Jahrzehnte dumm gehalten, die Abrechnung von nicht einmal abzuzeichnenden Dienstleistungen läuft am Kunden vorbei an anderer Stelle, Abrechnung aus kleinen und kleinsten Positionen. Die Masse macht’s. Es fehlt auf beiden Seiten Bewußtsein. Beim Kassenpatienten kommt nicht an, daß Kosten ausgelöst und gedeckt werden müssen. Beim Arzt wiederum geht verloren, daß ihm ein Kunde gegenüber sitzt, um den er sich bemühen muß, wenn Geld in die Kasse soll.

Gegenüber dem Privatpatienten ist das Verhältnis von Beginn an ein anderes. Alles was ein gesundes Verhältnis ausmacht, ist da vorhanden. Auftrag mit Preisverhandlung, Leistung, Rechnungstellung, Rechnungskontrolle und Zahlung - und das alles im Verhältnis Arzt zu diesem Patienten. Um den muß er sich bemühen. Dieser Patient stopft nicht das Wartezimmer voll, weil er eigentlich nur ein Pläuschchen will -kost’ ja nix. Wenn dieser Patient kommt, dann ist er nicht nur eine Zählnummer unter 1000 Quartalsscheinen. Wenn er kommt, bringt er durchschnittlich deutlich mehr Geld, als jede einzelne dieser Nummern im übervollen Karteikasten. Und es geht um Gelderwerb! Es geht jedenfalls nicht in erster Linie um die edle Berufung, der Menschheit zu helfen.

Zwei-Klassen-Medizin - das ist genau der ideologische Quatsch, der die von Dir beklagte Erscheinung produziert. Mit Zähnen und Klaunen wird ein unwirtschaftliches System verteidigt, daß den Patienten zum dummen Leistungsempfänger macht und ihn schon lange so (v)erzogen hat. Soll er nur kommen, wenn ihn ein Zipperlein plagt oder wenn ihm Gesellschaft fehlt. Über Geld redet man nicht. Natürlich deshalb auch nicht über Preis-Leistungsverhältnis, nicht über Qualität und nicht über Termine. Den Termin fürs nächste Erscheinen bekommt der Leistungsempfänger der öffentlich-rechtlichen Kasse vom jungen Mädchen hinter dem Tresen mitgeteilt. Der Privatpatient sagt, zu diesem und jenen Termin wünsche ich die von mir zu bezahlende Dienstleistung. Punkt.

Gruß
Wolfgang

Hi, aber du erlebst doch die Mehrklaasnemedizin bei deinem Zahnarzt, für dich im positiven Sinne, da du privat vers. bist, was ja auch i.O. ist.

Da bist du ja beim richtigen Abzocker aus Sicht der GKV Versicherten.
Tschüßße

Hallo, was du hier schilderst, wie es real auch so ist, stellt ganz einfach die moralisch ethische Unmoral der Ärzte und Zahnärzte daTschüß

Bei Hausärzten JA - aber…
Hi Wolfgang!

Bei Haus-, Kinder-, Zahnärzten, etc. mag ich Die Recht geben! Aber wenn ich beim nicht regelmäßig konsultierten Spezialisten vorspreche - und das mit Überweisung - dann ist eigentlich klar, dass da kein Pläuschchen gehalten werden soll!

Grüße
Guido