Hallo alle,
Man weiss, dass das Kleinhirn unsere Bewegungen steuert.
Ein Tennis-Spieler/in muss in den letzten 100/stel Sekunden entscheiden: Einstellwinkel des Schlägers, Richtung und Schlagintensität. Was mich interessiert: Das Auge muss zuerst mal den Sinneseindruck an das motorische Zentrun (Kleinhirn) leiten, dann muss das Grosshirn gewisse Entscheidungen treffen, um dann zu gebener Zeit - eben innert Sekundenbruchteilen den Ball übers Netz zu befördern. Man weiss auch, dass die Nervenbahnen für die Komunikation eine gewisse Zeit brauchen. Aber diese gewisse Zeit ist schon viel zu lange um den Gegner zu schlagen. Frage: wie geht das ???
Gruss: hardy
Hallo hardy,
ja, es ist schon immer wieder erstaunlich, welche Leistungen unser Körper durch Zusammenspiel seiner Organe zustande bringt. Zumal die Sache noch viel komplizierter ist, als Du es bereits angedeutet hast (das Kleinhirn ist z.B. nicht allein an der Steuuerung der Motorik beteiligt). Um die Sache abzukürzen, schnell zu Deiner Frage - bei zugegeben Simplifizierung der tatsächlichen Begebenheiten in unserem "Denk"organ:
Die Hirnprozesse setzen nicht erst dann ein, wenn die Situation eintritt. Unser Gehirn antizipiert schon im Vorhinein die Situationen, mit denen wir konfrontiert werden. Wie der gute Schachspieler immer ein paar Züge voraus denkt, so „berechnet“ unser Gehirn ständig ein paar mögliche Situationen und ist somit auf einiges vorbereitet, bevor die Situation überhaupt eintritt. Und bis uns bewußt ist, was geschehen ist, sind sowieso schon alle „Entscheidungen“ und die meisten „Handlungen“ gelaufen. Unser bewußtes Erleben „hinkt“ den Ereignissen nämlich zeitlich ein wenig hinterher. Wenn Du meinst, es pickst Dich gerade etwas im Fuß, dann war das vor einer halben Sekunde!
Besonders bei hochgradig „automatisierten“ Bewegungsabläufen wie im Sport (oder beim Autofahren!) wird nicht viel Zeit auf die höheren „Denkprozesse“ verschwendet, die viel zu langsam arbeiten, um die situativen Anforderungen zu meistern. Das kennt jeder von uns, der diese motorische Leistungsfähigkeit erst einmal durch Übung erlernt hat: 1. Fahrstunde: „Wo ist noch ´mal der zweite Gang?“ - das ist die Art von „Schnelligkeit“, mit der unser „Bewußtsein“ arbeitet. Und die Dich - zurecht - ins Grübeln bringt, wenn es um Situationen geht, in denen tatsächlich Schnelligkeit verlangt ist. Wenn´s auf richtige Schnelligkeit ankommt, kann man höchstens in den kurzen Verschnaufpausen mal über Strategie „länger“ nach"denken". Der Job dazwischen wird von stärker „automatisiert arbeitenden“ Nervenzentren erledigt, von deren Tätigkeit man - Gott sei´s gedankt - niemals etwas bewußt mitbekommt. Und wenn doch, dann, wenn sie beschädigt sind.
Kein Problem stellen übrigens die „Entfernungen“ im Gehirn oder zwischen Gehirn und „ausführenden“ Organen wie der Muskulatur in Armen, Beinen, Rumpf und Rücken dar: Nervenzellen schaffen 100 Entladungen pro Sekunde, und die Fortleitung dieser Aktionspotentiale liegt im Bereich von bis zu 100 Metern pro Sekunde. Das dürfte für schnelle Kommunikation hin und wieder zurück selbst bei einer Körpergröße von 2 Metern reichen.
Mit Gruß an die grauen Zellen
Oliver Walter
Hi!
Dr. Oliver Walter hat es ja schon klasse erklärt. Stell dir das mal beim Badminton vor, was wesentlich schneller ist als Tennis. Da kann man mal stolz auf sein Gehirn sein.
Bye
Tara
Tausendfuesser-Effekt
Hallo Hardy
Ein Tausendfuesser kommt eines Tages an einem Spiegel vorbei. Er
sieht sich an und sieht seine vielen Fuesse sich so schoen harmonisch
bewegen und ploetzlich kommt ihm de Frage in den Sinn: Wie schaffe
ich es eigentlich, dass ich meine Fuesse so gut koordinieren kann?
Von da an konnte der Tausendfuesser nicht mehr laufen, denn seine
Fuesse zappelten wild umher und wollten nicht gehorchen.
Was war geschehen? Er hatte versucht, die Fuesse bewusst zu steuern
aber diese Aufgabe war viel zu schwierig fuer das Bewusstsein.
Gruss, Tychi
Hallo hardy,
diese ganzen Prozesse spielen sich nicht in Deinem Bewustsein ab, sondern sind mehr oder weniger automatisiert.
Dein Hirn ist in de rLage, die Flugbahn des Balles vorher zu berechnen, den Schläger auszurichten und entsprechend zu schlagen.
Aber bevor Du das hinkriegst, mußt Du übenübenüben.
Ähnliches gilt übrigens für fast alle Dinge des Alltags.
Sprechen (weißt Du wie viele Muskeln da koordiniert werden müssen), Fahrradfahren, eine Treppe heruntergehen etcpp.
Gandalf