Beweise für Rechengesetze reeler Zahlen

Hi,
ich wollte folgende Aussagen beweisen, die alle ganz logisch sind. Leider finde ich aber keinen Ansatz, der wirklich nach einem Beweis aussieht.

  1. y-x=v-u y+u=v+x
  2. a*b=0 a=0 v b=0
  3. b/a=d/c a*d=b*c
  4. m*n Element N, wenn m, n Element N
  5. /a-b/=/b-a/
  6. /a*b/=/a/*/b/
  7. /(a/b)/=/a/ / /b/

Der Körper der reellen Zahlen beinhaltet, zwei Rechenarten, die Multiplikation und die Addition. ZU diesen beiden Verknüpfungen
gibt es jeweils genau ein neutrales Element in R (1 und 0) und vor allem gibt es zu jedem Element r aus R zu jeder Verknüpfung ein inverses Element (1/r und -r), so daß bei Verknüpfung das jeweilige neutrale Element herauskommt.
Die Termumformungen der Art
a = d a+c = b+c sind allegemeingütig für alle a,b,c aus R, ebenso gelten Assozitiv-, Distributiv- und Kommutativgesetz.

Damit kannst du schon mal 1, 3 und 5 machen. Für 2 empfiehlt sich ein wiederspruchsbeweis, zu 4 mußt du dir überlegen, wann ein Element zu den natürlichen Zahlen gehört. 6 und 7 ergeben sich aus den Bedingungen für den Betrag.

Tyll

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Hi,
danke erst mal für deine Hilfe. Bei 2. a*b=0 a=0 v b=0 weiß ich trotzdem noch niccht, wie ichs beweisen soll. Die Null kommt ja in den Axiomen der Multiplikation gar nicht vor, woher weiß ich dann also, dass wenn a*b=a*b, wenn a,b nicht 0 und a*b=0, wenn beispielsweise b=0 ist.
Kannst du mir denn bitte auch 5. /a-b/=/b-a/ mal mit deinen Axiomen vorrechnen, da weiß ich auch nicht, wie ichs machen soll.

Danke

Hi Kathi!

danke erst mal für deine Hilfe. Bei 2. a*b=0 a=0 v
b=0 weiß ich trotzdem noch niccht, wie ichs beweisen soll. Die
Null kommt ja in den Axiomen der Multiplikation gar nicht vor,
woher weiß ich dann also, dass wenn a*b=a*b, wenn a,b nicht 0
und a*b=0, wenn beispielsweise b=0 ist.

Man weiß ja, daß die additive Gruppe von R das neutrale element 0 hat, also ist 0+0=0.
Damit ist dann
a*0 = (0+0)*a = a*0 + a*0.
Das inverse Element zu 0*a ist -0*a, also ist
a*0 -a*0 = a*0 +a*0 -a*0
0 = a*0 + 0

Kannst du mir denn bitte auch 5. |a-b|=|b-a| mal mit deinen
Axiomen vorrechnen, da weiß ich auch nicht, wie ichs machen
soll.

Die Betragsfunktion erfüllt ja die Bedingung |a*b| = |a|*|b|
Damit gilt dann
|a-b| = |-1(b-a)| = |-1|*|b-a| = |b-a|

Gruß
Tyll

Die Lösung für 1. und 2.:

Voraussetzungen:

Die Axiome für die reellen Zahlen R:

Addition:

(A1) Existenz der Summe: zu a,b aus R existiert eine Zahl a+b aus R

(A2) a+b=b+a (Kommutativiät)

(A3) a+(b+c)=(a+b)+c (Assoziativität)

(A4) Existenz der 0: Es existiert eine Zahl 0 aus R, für die gilt: a+0=a für alle a aus R

(A5) Existenz der inversen Zahl: Zu jeder Zahl a aus R existiert eine Zahl b aus R, für die gilt: a+b=0 (diese Zahl b wird -a genannt)

Multiplikation:

(M1) Existenz des Produktes: zu a,b aus R existiert eine Zahl a*b aus R

(M2) a*b=b*a (Kommutativiät)

(M3) a*(b*c)=(a*b)*c (Assoziativität)

(M4) Existenz der 1: Es existiert eine Zahl 1 aus R, für die gilt: a*1=a für alle a aus R

(M5) Existenz der inversen Zahl: Zu jeder Zahl a (a ungleich 0) aus R existiert eine Zahl b aus R, für die gilt: a*b=1 (diese Zahl b wird 1/a genannt)

(M6) Für alle a,b aus R gilt: a*(b+c)=a*b+a*c (Distributivität)

Aufgabe 1.:

y-x=v-u y+u=v+x

a-b wird aufgefasst als a+(-b)

A)zuerst zeigen wir y-x=v-u => y+u=v+x
B)danach zeigen wir y-x=v-u a=0 v b=0

A)zuerst zeigen wir a*b=0 a=0 v b=0

hinter dem jeweiligen Schritt steht das verwendete Axiom

A) Wir zeigen (a=0 und b ungleich 0) => a*b=0.
Der Beweis für (b=0 und a ungleich 0) => a*b=0 ist aus Symmetriegründen analog und somit bereits enthalten.

Es gilt a*b=0, wenn unter der gegebenen Voraussetzung a*b + c = c für alle c aus R.

a*b + c = a*b + c*1 (M4)
= a*b + c*(b*(1/b)) (M5)
= a*b + (c*(1/b))*b (M3)
= (a + c*(1/b))*b (M6)
= c*(1/b)*b (lt. Voraussetzung a=0)
= c*1 (M5)
= c (M4)

Nun zeigen wir noch:

(a=0 und b=0)=>a*b=0

a*b + c = (a*b + 0) + c (A4)
= (a*b + a) + c (lt. Voraussetzung a=0)
= (a*b + a*1) + c (M4)
= a*(b+1) + c (M6)
= a*(0+1) + c (lt. Voraussetzung b=0)
= a*1 + c (A4)
= a + c (M4)
= 0 + c (lt. Voraussetzung a=0)
= c (A4)

B) Jetzt zeigen wir a*b=0 => a=0 v b=0

Annahme I: b=0. Dann wäre die Behauptung erfüllt.
Annahme II: b ungleich 0. Wir zeigen, dass dann aus a*b=0 folgt a=0.

Dies ist dann der Fall, wenn c+a=c für alle c aus R gilt.

c+a=c+(1*a) (M4)
=c+((1/b)*b)*a (M5, Voraussetzung b ungleich 0)
=c+((1/b)*(b*a)) (M3)
=c+((1/b)*(a*b)) (M2)
=c+((1/b)*0) (lt. Voraussetzung)
=c+0 (wenn ein Faktor ungleich 0 und ein Faktor = 0, dann ist das Produkt = 0. Das haben wir gerade unter A) gezeigt.)
= c (A4)

Torsten,
der es einfacher mit gutem Gewissen leider nicht hinbekommen hat

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Ist dies nicht äquivalent zu 0 0, also eine Art Zirkelschluss ?

Tyll oder jemand anders, bitte klärt mich einmal auf.

Torsten

Hi Kathi!

danke erst mal für deine Hilfe. Bei 2. a*b=0 a=0 v
b=0 weiß ich trotzdem noch niccht, wie ichs beweisen soll. Die
Null kommt ja in den Axiomen der Multiplikation gar nicht vor,
woher weiß ich dann also, dass wenn a*b=a*b, wenn a,b nicht 0
und a*b=0, wenn beispielsweise b=0 ist.

Man weiß ja, daß die additive Gruppe von R das neutrale
element 0 hat, also ist 0+0=0.
Damit ist dann
a*0 = (0+0)*a = a*0 + a*0.
Das inverse Element zu 0*a ist -0*a, also ist
a*0 -a*0 = a*0 +a*0 -a*0
0 = a*0 + 0

Gruß
Tyll

Ist dies nicht äquivalent zu 0 0, also eine Art
Zirkelschluss ?

Tyll oder jemand anders, bitte klärt mich einmal auf.

Torsten

Hi Torsten!
Nein. Erstmal ist „0“ keine Aussage, also stünde da wenn überhaupt: 0 = a*0 - a*0 0 = a*0
Beweisen wollen wir die Richtung von links nach rechts, ich habe das nur anderherum aufgeschreiben.
Vielleicht hilft es dir, die Aussage mündlich abzufassen:
a*0 ist genau dann gleich 0, wenn -a*0 das inverse Element zu a*0 ist.
Ein Zirkelschluß wäre es gewesen, wenn ich das, was ich hätte beweisen wollen, schon zur Beweisführung verwendet hätte.
Gruß
Tyll