Naja, machen wir uns nix vor, es gibt wohl genug
Entscheidungen die in der Berufung oder Revision gekippt
werden. Also haben nicht alle Richter die gleiche
Rechtsauffassung - besser gesagt - verschiedene Auffassungen
wie das Gesetz nun zu „interpretieren“ ist.
Die Gründe, weshalb Entscheidungen in der höheren Instanz aufgehoben werden, sind deutlich vielfältiger und komplizierter, als man das gerne wahrhaben möchte. Das muss keinesfalls etwas mit unterschiedlichen Rechtsauffassungen zu tun haben. Und wenn doch, liegt es an einem guten Anwalt, die Partei über die verschiedenen möglichen Rechtsauffassungen, die es zu einem Thema gibt, zuvor aufzuklären und damit auf das Risiko hinzuweisen.
Für einen Laien mag das alles willkürlich aussehen, das geht mir bei mathematischen Formeln aber auch so.
Ich mag jetzt
nicht beurteilen können wie hoch der Anteil der „revidierten“
Urteile am Gesamturteilsvolumen ist, doch möchte ich anführen,
dass auch als Anwälte tätige Juristen sich über den Ausgang
der von ihren geführten Prozesse im Vorfeld nicht eindeutig
äußern möchten
.
Da sind sie auch gut beraten, wobei zu sehen ist, dass der Ausgang eines Rechtsstreits in der Praxis ganz überwiegend von Fragen der Tatsachenfeststellung, ausreichenden Substantiierung und des Beweisergebnisses abhängt. Dass tatsächlich juristischen Ansichten zwischen den Parteien streitig sind, ist eher selten.
Im Prinzip hat man doch vor Gericht 2 Probleme:
- Wie ist ein Gesetz auszulegen (dürfte zugegebener Maßen
nicht die größte Unsicherheit sein).
- Wer kann die Beweise schlüssiger und somit glaubwürdiger
darlegen. Da kann man aber dann doch von der „hohen See“
reden. Du wirst mir recht geben, dass dies dann doch sehr vom
subjektiven Eindruck des Richters abhängt.
Nein und die vorstehenden Auführungen gehen auch derart durcheinander, bzw. sind derart entfernt von der gerichtlichen und insb. der prozessrechtlichen Realität, dass ich jetzt auch nicht mehr dazu sage. Das mag, wie ich schon meinte, von außen so aussehen. Rechtlich sieht es anders aus.
Also ich glaube du tust hier im Brett mit dieser Äußerung
vielen Leuten unrecht. Wenn du mal schaust, so wirst du
feststellen, dass 90% der hier getätigten Antworten von
„Laien“ kommt, allen voran VnA, Nita, Loderunner und Wildalf
(stellenweise auch von mir). Ich denke, wir leisten doch einen
Beitrag, dieses Brett auf einem gewissen Niveau zu halten.
Das ist keine Frage. Aber auf eine absolut überzogene bis polemische Aussage hinsichtlich der „hohen See“ kommt eine ebensolche Antwort, um das Prinzip klarzustellen. Es ist eben nicht so und um das zu verdeutlichen, bediene ich mich eben auch etwas überzogener Ausführungen.
Solltest du der Meinung sein, von uns würde nichts produktives
kommen, so steht es dir frei, dich an die Brettmoderatoren zu
wenden. Wenn ich von denen die Aufforderung bekomme, mich
etwas zurückzuhalten, kannst du dir sicher sein, dass ich dies
dann auch tun werde. Ich denke, da spreche ich auch im Namen
meiner Mitposter.
Siehe oben. Wer sich auf das genannte Sprichtwort beruft, der muss eben auch die Antwort vertragen können.
Glaub mir, wir sind jedoch immer dankbar, wenn unsere Aussagen
hier von Juristen korrigiert werden, da lernen wir dann auch
etwas draus.
Ich bin lang genug hier, dass man von mir nicht denken muss, ich würde Aussagen von Nichtjuristen abwerten. Aber auf derartige Platitüden reagiere ich nunmal allergisch.
Gruß
Dea