Hallo,
Angenommen, die Firma hätte dem MA schon ein über Marktniveau
übliches Gehalt geboten
Angebot und Nachfrage. Was anderswo gezahlt wird ist relativ uninteressant, es geht ja darum was DIESER Firma DIESER Mitarbeiter wert ist. Was andere machen ist deren Sache, hier müssen sich diese beiden einig werden.
und die Konkurrenz ist nur darauf aus,
Firma X die Leute abspenstig zu machen, um X vom Markt zu
verdrängen - und im Gegenzug auf die Kündigung (da ja Kunden
davon abhängen) hätte AG sogar gefragt, wieviel die Konkurrenz
bietet und das Gleiche +1000 p.a. angeboten.
Würde das dann etwas an der Lage ändern?
Nein, im Prinzip nicht. Ich habe, und darauf willst du wahrscheinlich heraus, menschlich natürlich auch das Gefühl dass der Mitarbeiter nicht gerade freundlich mit seiner Firma umgeht und viele würden sich zugunsten des AG mit kleinen Brötchen zufrieden geben.
Nur muß man es eigentlich anders sehen: Firmen schenken ihren Mitarbeitern nichts, sondern ein AG versucht grundsätzlich immer für wenig Geld viel Leistung zu bekommen. Verurteilt man eine Firma dafür dass sie von ihren Mitarbeitern viel Engagement verlangt? Nein, das wird akzeptiert.
Hier ist ausnahmsweise die Marktsituation anders herum weil der Mitarbeiter am längeren Hebel sitzt, und der hat, wie generell jeder Arbeitnehmer, das Bestreben für wenig Arbeit möglichst viel Geld zu bekommen. Also kann man ihn das nicht vorwerfen wenn er versucht möglichst viel Kohle in einem für ihn sehr angenehmen Umfeld zu bekommen, und wenn er in der Lage ist sich zwischen verschiedenen um ihn buhlenden Unternehmen zu entscheiden ist es sein gutes Recht dasjenige auszuwählen, bei dem er das meiste Geld für die angenehmste/lockerste Arbeit/Betriebsklima/etc. bekommt.
Das ist eben ein Arbeitsverhältnis und es zählen Angebot und Nachfrage, es ist keine persönliche Freundschaft, wo der AN sich für Gotteslohn den Allerwertesten aufreissen muß.
Es ist das gute Recht eines jeden den AG zu wechseln wenn die Aussichten anderswo besser sind - und das schien ja erstmal so zu sein.
No argument there.
Doch - das ist das Hauptargument.
Wenn jetzt noch die Frage wäre, ob der gegangene MA eher
mittelmäßig im Vergleich zu seinen Kollegen war bzw. es von
Kundenseite auch schon Beschwerden über ihn gab?
Dann frage ich mich aber wieso der AG ihn zurück haben will? Beschwerden gibt es generell über jeden, wo gehobelt wird, da fallen Späne, und es gibt auch auf Kundenseite genügend Vollhorste. Die Frage ist erstmal immer wie berechtigt ist eine Beschwerde und auch ob man dem AN wirklich einen Vorwurf machen kann. Kleinere Fehler macht jeder mal, wir sind alle Menschen. Insofern wird es auch über die bestmöglichen Mitarbeiter immer mal wieder eine Beschwerde geben, manchmal sogar gerade dann wenn ein AN im Sinne des Unternehmens gehandelt hat und der Kunde nicht einsehen will dass er im Unrecht ist.
Wie gesagt, Szenario ist: MA wäre ohne die vom AG vermittelte
Ausbildung eine Doppel-Null, ist damit für höhere Tätigkeiten
qualifiziert, Ausbildung hat AG Geld gekostet, AN gibt nicht
das Erwartete zurück und macht auch für den AG noch nen
schlechten Eindruck bei den Kunden, bevor er geht.
Ist das ein „offensichtlich guter Mitarbeiter“?
Mir gefällt deine wertende, negative Art nicht. Was hast du persönlich gegen den AN?
Wenn er so ein unfähiger Depp wäre würde man doch gar nicht erst darüber nachdenken ob man ihn zurück haben möchte. Es scheint mir eher so zu sein dass du dich von ihm „bedroht“ fühlst, sei es persönlich oder fachlich? Ist er vielleicht sogar so gut dass du jetzt unter Druck gerätst weil er eine vergleichbare Tätigkeit wie du hat und du dann zeigen mußt dass du auf seinem Niveau mithalten kannst?
Wenn dieser Mitarbeiter nur kostet und nichts bringt muß man ihn ja nicht zurück holen, also so schlecht wie du ihn darstellst kann er nicht sein, insbesondere auch dann nicht wenn man schon bereit war ihm besonders viel zu zahlen…
Was er früher gemacht hat (Hartz IV) ist absolut uninteressant, denn es geht nur um die gegnwärtige Situation und ich finde es fast schon mies ihm seine Vergangenheit vorzuwerfen.
Nichts für ungut, aber ich sehe nicht was man diesem AN vorwerfen kann. Sicherlich ist er kein zimperlicher Schmusekurs-Mitarbeiter, der aus lauter Dankbarkeit auf persönlichers Vorrankommen verzichtet, aber das kann man niemandem vorwerfen. Zielstrebigkeit ist eine Tugend, die normalerweise von Unternehmen eingefordert wird. Jetzt kommt einer, der das auch für sich persönlich umsetzt. Das mag für diese Firma nicht ganz einfach sein, aber da es auf dem Arbeitsmarkt nun mal so läuft muß sie das nun genauso tragen wie normalerweise jeder AN.
Gruß,
MecFleih