Bewerben beim 'alten' Arbeitgeber

Hallo,

folgender Fall eines sehr guten Freundes von mir:

Zuerst die Vorgeschichte:

Vor einigen Jahren wurde er von seinem damaligen AG betriebsbedingt entlassen. Er reichte Kündigungsschutzklage beim Arbeitsgericht ein, das ganze endete in einem Vergleich mit einer Abfindung.

Es folgten mehrere Monate Arbeitslosigkeit und 2 weitere Beschäftigungsverhältnisse, von denen er das erste nach 2 Jahren auf Grund eines interessanteren Angebotes aufgab. Das 2. besteht noch, er ist aber nur noch frustriert. Was am Anfang noch sehr vielversprechend aussah, verkehrte sich in einen sehr unbefriedigten Zustand. Es passt gar nichts mehr, angefangen bei den Projekten bis hin zum Betriebsklima.

Nun ist mein Freund wieder auf der Suche.
Er schwärmt geradezu von seinem „alten“ AG, der ihn damals entlassen hat.
In der Tat war der Job dort genau das, was er immer machen wollte. Es passte eigentlich alles, wenn nicht irgendwann die Kündigung gekommen wäre.
Er hat jetzt vor, sich erneut dort zu bewerben.

Nun fragte er mich nach meiner Meinung zu seinem Vorhaben.
Er war damals am Boden zerstört, als er die Kündigung erhielt. Nun jedoch hat er das Kriegsbeil begraben.

Ich möchte ihm nun den richtigen Rat geben, weiss aber nicht so recht weiter.

Gibt es vielleicht jemanden, der, nachdem er gekündigt wurde, wieder beim selben AG untergekommen ist?
Wenn ja, wie hat er das angestellt?
Was sagen die Personaler hier dazu? Hat man denn überhaupt eine Chance, nachdem man, zwar vor einigen Jahren, gegen den AG wegen der Kündigung vor Gericht gezogen ist?
Wie stellt man so eine Bewerbung am besten an? In der Firma meines Bekannten waren alle bis zur Chefebene per Du. Der Personalchef ist immer noch der selbe.
Reicht da erstmal eine formlose Anfrage per e-Mail oder ist eine förmliche Bewerbung besser? Wie gesagt, es waren damals alle per Du. Er denkt schon, dass man sich dort noch an ihn erinnern kann.

Kann mir vielleicht jemand seine Meinung zu dem Fall und evtl. ein paar Tips geben?

Danke im Voraus
Frank

Hallo,

(…)

das ganze endete in einem Vergleich
mit einer Abfindung.

Also ein Unentschieden, bei dem keine Seite ihr Gesicht verloren hat.
(…)

Er hat jetzt vor, sich erneut dort zu bewerben.

Wie sieht das Arbeitszeugnis von damals aus?
Hätten die ihn unter besseren Umständen gerne behalten?
(…)

Nun jedoch hat er das Kriegsbeil begraben.

Die alte Firma bestimmt auch.
(…)

Gibt es vielleicht jemanden, der, nachdem er gekündigt wurde,
wieder beim selben AG untergekommen ist?

Ich kenne solche Fälle bei entfernten Bekannten.
Teilweise haben die sogar selbst gekündigt und sind wieder gekommen.
Einfach mal nachfragen, am besten in einem formlosen Dreizeiler, dass man grosses Interesse hätte, und ob eine detaillierte Bewerbung positiv aufgenommen würde.
Die Antwort wird mit hoher Wahrscheinlichkeit „Ja“ lauten, selbst wenn es letztendlich nichts wird.
Da ist gar nichts dran, was unter objektiven Gesichtspunkten irgendwie peinlich wäre.
Was hat man bei so einer Anfrage denn zu verlieren?
Wenn es nichts wird, dann hat man es wenigstens versucht und wird nicht den Rest des Lebens mit „Hätte ich doch“ geplagt.

Ein Arbeitgeber sieht so eine Sache viel emotionsloser.

Ich würde das „Sie“ verwenden.

Hallo,

erstmal Danke für die schnelle Antwort.

Wie sieht das Arbeitszeugnis von damals aus?

Das Arbeitszeugnis ist, soweit er und ich das beurteilen können, sehr gut. Er bekam es damals auch vorher zum Kontrollesen, da war allerdings die Klage noch nicht eingereicht.

Hätten die ihn unter besseren Umständen gerne behalten?

Das haben sie ihm zumindest gesagt, auch dass es ihnen furchtbar leid tut.
Er war nicht der einzige, der damals gehen musste, das wurde zu allen gesagt. Auch, dass sie sich wieder melden, wenn die Zeiten besser sind.
Das haben aber alle damals als Bla Bla abgetan.
Mein Freund weiss auch, dass kein anderer der damals Entlassenen zurückgeholt wurde.

Ich würde das „Sie“ verwenden.

Auch wenn er damals mit dem Personalchef per Du war?
Obwohl, es war ja bestimmt keine innige Freundschaft.

Gruß
Frank

Hallo,

ich kann mich dem Vorposter nur anschliessen. Es gibt nichts zu verlieren, außer einem „Nein“ kann ja nichts Schlimmes passieren. Ich weiß von mehreren Arbeitgebern dass die durchaus keinerlei Probleme haben ehemalige Mitarbeiter erneut einzustellen und das auch tun wenn der Bewerber „der richtige Mann zur richtigen Zeit“ ist.

Ein Grund es nicht zu versuchen wäre nur wenn die Trennung damals darauf zurückzuführen war dass das Vertrauensverhältnis beschädigt war oder man sich nicht im Guten getrennt hat.

Die Klage damals kann man auch als Interesse des Mitarbeiters an seinem Unternehmen sehen, er hat zum einen darum gekämpft bei diesem Unternehmen zu bleiben und zum anderen für seine Interessen gekämpft. Beides sind grundsätzlich Pluspunkte, die zeigen dass der Mitarbeiter sich auch weiter sehr bemühen wird - und das ist ja nicht zum Schaden des Unternehmens.

Ich würde nicht kumpelhaft werden sondern die Ansprechpartner siezen - wenn ich ihnen schreiben würde - und anfragen ob es Sinn macht sich zu bewerben.
Alternativ, wenn das Verhältnis damals auch persönlich sehr eng war - was ich nicht glaube - kann man natürlich auch anrufen und den Buddy von damals persönlich fragen.
Ich würde aber eher den 1. Weg gehen weil das duzen in manchen Unternehmen nicht stattfindet weil sich die Leute wirklich persönlich super verstehen, sondern weil es als Teil der Unternehmenskultur gesehen wird und man die kurzen Wege zwischen den Mitarbeitern unterstreichen will. Es ist dann aber kein Ausdruck persönlich enger Beziehungen. In diesem Fall würde ich als externer Bewerber niemanden duzen, denn man gehört ja nicht zum Kollektiv :smile: und sollte dann auch nicht so reden als ob, nur weil man weiß dass es intern diesen Umgangston gibt.

Gruß,

MecFleih

Andere Frage, gleiches Thema.
Dazu hätte ich noch eine etwas andere Frage denn die Sichtweise ist anders:

AG hat AN von HartzIV weggeholt, AN bekommt von AG eine gute und teure Ausbildung und wird nach kürzester Zeit von der Konkurrenz abgeworben, wodurch AN seinen AG mit unzufriedenen Kunden, deren Dienstleistungsvertrag wegen der Kündigung nicht erfüllt wurde, zurücklässt.

Nun merkt AN, dass die Konkurrenz mit Gehalt geködert hat, aber in Dingen wie Betriebsklima weit, weit unter dem ursprünglichen AG steht.
AN bewirbt sich also wieder bei AG und wäre sogar bereit, mit geringerem Gehalt wieder einzusteigen.

Wie würdet Ihr als dieser AG reagieren?

Gruss,
Michael

Hallo,

ich würde als AG positiv reagieren. Warum sollte ich einen reumütigen Heimkehrer denn verscheuchen?

Sich mit gehalt ködern zu lassen ist ein völlig nachvollziehbarer Schritt.

Gruss,
TR

Hi,

ich würde als AG positiv reagieren. Sicherlich ist ein AG „not amused“ wenn er jemanden erst aus Hartz IV holt und auch noch gut ausbildet um ihn dann an die Konkurrenz zu verlieren. Nur: Arbeitsverhältnisse sind Arbeitsverhältnisse und keine persönlichen Freundschaften.

Kein AG würde Mitarbeiter nur aus Gutmenschentum behalten, sondern wenn die wirtschaftliche Lage es sinnvoll macht werden Leute rigiros auf die Straße gesetzt. Hier lief es anders herum, da war der AG der Dumme.

Es kann aber nicht des AN’s Problem sein wenn eine Firma auf ihn angewiesen ist, sie hätten schließlich auch ein besseres Gehalt bieten können - und haben es offenbar nicht getan. Es ist das gute Recht eines jeden den AG zu wechseln wenn die Aussichten anderswo besser sind - und das schien ja erstmal so zu sein.

Soll der AG doch froh sein einen offensichtlich guten Mitarbeiter zurück zu bekommen! Man muß sich von dem Gedanken lösen dass man sich menschlich viel schuldet, weil so gehen AG’s nicht mit AN’s um, also wieso sollten AN’s es anders machen? Ob man es gut oder schlecht findet sei dahingestellt, aber so läuft das Business nun mal.

Gruß,

MecFleih

Hallo Michael,

bei mir: No way, ich würde davon ausgehen, dass dieser Mitarbeiter bei der nächsten sich bietenden Gelegenheit wieder springt und mich ein weiteres Mal im Stich lässt. Ehrlich gesagt hätte ich mich auch dermaßen über das gezeigte Verhalten geärgert, dass keine Vertrauensbasis mehr für eine Zusammenarbeit da wäre.

Grüße
Jürgen

Hallödele,

Es kann aber nicht des AN’s Problem sein wenn eine Firma auf ihn angewiesen ist, sie hätten schließlich auch ein besseres Gehalt bieten können - und haben es offenbar nicht getan.

Nehmen wir es als fiktives Gedankenspiel.
Angenommen, die Firma hätte dem MA schon ein über Marktniveau übliches Gehalt geboten und die Konkurrenz ist nur darauf aus, Firma X die Leute abspenstig zu machen, um X vom Markt zu verdrängen - und im Gegenzug auf die Kündigung (da ja Kunden davon abhängen) hätte AG sogar gefragt, wieviel die Konkurrenz bietet und das Gleiche +1000 p.a. angeboten.
Würde das dann etwas an der Lage ändern?

Es ist das gute Recht eines jeden den AG zu wechseln wenn die Aussichten anderswo besser sind - und das schien ja erstmal so zu sein.

No argument there.

Soll der AG doch froh sein einen offensichtlich guten Mitarbeiter zurück zu bekommen!

Wenn jetzt noch die Frage wäre, ob der gegangene MA eher mittelmäßig im Vergleich zu seinen Kollegen war bzw. es von Kundenseite auch schon Beschwerden über ihn gab?

Wie gesagt, Szenario ist: MA wäre ohne die vom AG vermittelte Ausbildung eine Doppel-Null, ist damit für höhere Tätigkeiten qualifiziert, Ausbildung hat AG Geld gekostet, AN gibt nicht das Erwartete zurück und macht auch für den AG noch nen schlechten Eindruck bei den Kunden, bevor er geht.
Ist das ein „offensichtlich guter Mitarbeiter“?

Gruss,
Mike

Hallo,

Angenommen, die Firma hätte dem MA schon ein über Marktniveau
übliches Gehalt geboten

Angebot und Nachfrage. Was anderswo gezahlt wird ist relativ uninteressant, es geht ja darum was DIESER Firma DIESER Mitarbeiter wert ist. Was andere machen ist deren Sache, hier müssen sich diese beiden einig werden.

und die Konkurrenz ist nur darauf aus,
Firma X die Leute abspenstig zu machen, um X vom Markt zu
verdrängen - und im Gegenzug auf die Kündigung (da ja Kunden
davon abhängen) hätte AG sogar gefragt, wieviel die Konkurrenz
bietet und das Gleiche +1000 p.a. angeboten.
Würde das dann etwas an der Lage ändern?

Nein, im Prinzip nicht. Ich habe, und darauf willst du wahrscheinlich heraus, menschlich natürlich auch das Gefühl dass der Mitarbeiter nicht gerade freundlich mit seiner Firma umgeht und viele würden sich zugunsten des AG mit kleinen Brötchen zufrieden geben.
Nur muß man es eigentlich anders sehen: Firmen schenken ihren Mitarbeitern nichts, sondern ein AG versucht grundsätzlich immer für wenig Geld viel Leistung zu bekommen. Verurteilt man eine Firma dafür dass sie von ihren Mitarbeitern viel Engagement verlangt? Nein, das wird akzeptiert.
Hier ist ausnahmsweise die Marktsituation anders herum weil der Mitarbeiter am längeren Hebel sitzt, und der hat, wie generell jeder Arbeitnehmer, das Bestreben für wenig Arbeit möglichst viel Geld zu bekommen. Also kann man ihn das nicht vorwerfen wenn er versucht möglichst viel Kohle in einem für ihn sehr angenehmen Umfeld zu bekommen, und wenn er in der Lage ist sich zwischen verschiedenen um ihn buhlenden Unternehmen zu entscheiden ist es sein gutes Recht dasjenige auszuwählen, bei dem er das meiste Geld für die angenehmste/lockerste Arbeit/Betriebsklima/etc. bekommt.

Das ist eben ein Arbeitsverhältnis und es zählen Angebot und Nachfrage, es ist keine persönliche Freundschaft, wo der AN sich für Gotteslohn den Allerwertesten aufreissen muß.

Es ist das gute Recht eines jeden den AG zu wechseln wenn die Aussichten anderswo besser sind - und das schien ja erstmal so zu sein.

No argument there.

Doch - das ist das Hauptargument.

Wenn jetzt noch die Frage wäre, ob der gegangene MA eher
mittelmäßig im Vergleich zu seinen Kollegen war bzw. es von
Kundenseite auch schon Beschwerden über ihn gab?

Dann frage ich mich aber wieso der AG ihn zurück haben will? Beschwerden gibt es generell über jeden, wo gehobelt wird, da fallen Späne, und es gibt auch auf Kundenseite genügend Vollhorste. Die Frage ist erstmal immer wie berechtigt ist eine Beschwerde und auch ob man dem AN wirklich einen Vorwurf machen kann. Kleinere Fehler macht jeder mal, wir sind alle Menschen. Insofern wird es auch über die bestmöglichen Mitarbeiter immer mal wieder eine Beschwerde geben, manchmal sogar gerade dann wenn ein AN im Sinne des Unternehmens gehandelt hat und der Kunde nicht einsehen will dass er im Unrecht ist.

Wie gesagt, Szenario ist: MA wäre ohne die vom AG vermittelte
Ausbildung eine Doppel-Null, ist damit für höhere Tätigkeiten
qualifiziert, Ausbildung hat AG Geld gekostet, AN gibt nicht
das Erwartete zurück und macht auch für den AG noch nen
schlechten Eindruck bei den Kunden, bevor er geht.
Ist das ein „offensichtlich guter Mitarbeiter“?

Mir gefällt deine wertende, negative Art nicht. Was hast du persönlich gegen den AN?

Wenn er so ein unfähiger Depp wäre würde man doch gar nicht erst darüber nachdenken ob man ihn zurück haben möchte. Es scheint mir eher so zu sein dass du dich von ihm „bedroht“ fühlst, sei es persönlich oder fachlich? Ist er vielleicht sogar so gut dass du jetzt unter Druck gerätst weil er eine vergleichbare Tätigkeit wie du hat und du dann zeigen mußt dass du auf seinem Niveau mithalten kannst?

Wenn dieser Mitarbeiter nur kostet und nichts bringt muß man ihn ja nicht zurück holen, also so schlecht wie du ihn darstellst kann er nicht sein, insbesondere auch dann nicht wenn man schon bereit war ihm besonders viel zu zahlen…

Was er früher gemacht hat (Hartz IV) ist absolut uninteressant, denn es geht nur um die gegnwärtige Situation und ich finde es fast schon mies ihm seine Vergangenheit vorzuwerfen.

Nichts für ungut, aber ich sehe nicht was man diesem AN vorwerfen kann. Sicherlich ist er kein zimperlicher Schmusekurs-Mitarbeiter, der aus lauter Dankbarkeit auf persönlichers Vorrankommen verzichtet, aber das kann man niemandem vorwerfen. Zielstrebigkeit ist eine Tugend, die normalerweise von Unternehmen eingefordert wird. Jetzt kommt einer, der das auch für sich persönlich umsetzt. Das mag für diese Firma nicht ganz einfach sein, aber da es auf dem Arbeitsmarkt nun mal so läuft muß sie das nun genauso tragen wie normalerweise jeder AN.

Gruß,

MecFleih

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Huhu nochmal,

No argument there.

Doch - das ist das Hauptargument.

Das sollte heißen „Dagegen möchte ich nicht argumentieren, das ist halt so“ :wink:

Dann frage ich mich aber wieso der AG ihn zurück haben will?

Nein, die Frage ist, „hypotzhetische Situation“ wenn der AN quasi darum bettelt, wieder bei dem AG unterzukommen weil er gemerkt hat, dass der alte AG es besser mit ihm meinte als der neue?

Beschwerden gibt es generell über jeden, wo gehobelt wird, da fallen Späne, und es gibt auch auf Kundenseite genügend Vollhorste.

Natürlich - aber ich habe mein fiktives Szenario darauf aufgebaut, dass die Beschwerden nicht deswegen passieren würden, weil AN den Kunden einfach mit seinem herausragenden Intellekt überfordert hat, sondern weil er nicht in der Lage war, das richtig zu tun wofür er seine Kohle bekommt.

Ist er vielleicht sogar so gut dass du jetzt unter Druck gerätst weil er eine vergleichbare Tätigkeit wie du hat und du dann zeigen mußt dass du auf seinem Niveau mithalten kannst?

Das sollte ein einfacher Blick in mein Profil beantworten, wenn Du meinst, es ginge um meine Person. Geht es aber nicht.

Wenn dieser Mitarbeiter nur kostet und nichts bringt muß man ihn ja nicht zurück holen, also so schlecht wie du ihn darstellst kann er nicht sein, insbesondere auch dann nicht wenn man schon bereit war ihm besonders viel zu zahlen…

Bleiben wir mal wieder beim fiktiven Szenatio - der AG hat dem AN eine Aufgabe anvertraut, deren vorzeitiger Abbruch den AG viel Geld kostet (Konventionalstrafe) und der AN ist zwar seine Leistung nicht wert, aber sein Gehen kostet den AG dann mehr als er an dem AN auch nur je verdienen könnte. D.h. er ist in eine Situation geraten, wo er vom AN erpreßt werden konnte.
Die Frage ist ja nicht, was der AN damit gemacht hat - sondern die Frage ist, dass ein solcher AN dann wieder auf der Matte steht und um ne zweite Chance bittet.

Zielstrebigkeit ist eine Tugend, die normalerweise von Unternehmen eingefordert wird. Jetzt kommt einer, der das auch für sich persönlich umsetzt. Das mag für diese Firma nicht ganz einfach sein, aber da es auf dem Arbeitsmarkt nun mal so läuft muß sie das nun genauso tragen wie normalerweise jeder AN.

Weißt Du noch, worum es geht?
Szenario: Ein fiktier AN hat einen fiktiven AG übel reingeritten, AN hat sich bei den Kunden des AG unbeliebt gemacht, wollte mal das grünere Gras genießen, hat gemerkt, dass es kein grüneres Gras gibt und macht ne Kehrtwende und will wieder dahin zurück, wo er angefangen hatte. Ist das Zielstrebigkeit?

Gruss,
Michael

Huhu zurück,

ich habe das schon verstanden worum es geht.

Aber ich unterstelle dass AG’s letztlich immer nach Sympathie und Antipathie einstellen, jedenfalls wenn mehrere gleich geeignete Bewerber zur Verfügung stehen. Zwar wird die Entscheidung dann rationalisiert und man betont schließlich die Argumente, die beantworten warum dieser und nicht jener Bewerber eingestellt wurde. Aber letztlich ist es der „Nasenfaktor“, der entscheidet.

In diesem Fall ist es genauso. Der AG wird über die Wiedereinstellung danach befinden wie dringend er den Mann braucht und wie zumutbar er es findet einen als „suboptimal arbeitend“ beurteilten Mann einstellen zu „müssen“ weil alle Alternativen noch schlechter wären.

Dafür gibt es aber wohl keine Patentlösung, denn wie unzumutbar dieser Mitarbeiter für die Firma ist oder wie dringend man ihn aber andererseits braucht - das wird der über die Einstellung Entscheidende nach seiner persönlichen Meinung und Sichtweise entscheiden, und je nach Charakter kann das Ergebis so oder so ausgehen… Der eine denkt sich „Einmal verkackt, für immer verloren - aus Prinzip stelle ich so ein Charakterschwein nie wieder ein!“, der andere eher „Das Hemd ist näher als der Rock - ich brauch’ den Typen obwohl ich ihn nicht mag“.

Gruß,

MecFleih

Re^6: Andere Formulierung :smile:
Grüße,

Aber ich unterstelle dass AG’s letztlich immer nach Sympathie und Antipathie einstellen, jedenfalls wenn mehrere gleich geeignete Bewerber zur Verfügung stehen.

Letztendlich sind wir alles nur Menschen in einer Welt von Menschen das ist so.

Ich habe nochmal nachgedacht und etwas abstraktere Worte gefunden, die das, worum es mir geht, besser umreißen:

* Ein Unternehmen A hat einen materiell weit überlegenen strategischen Gegner B, der versucht A vom Markt zu verdrängen, indem er A einfach jede Ressource wegschnappt, die er irgendwie kriegen kann.

* B trägt einen großen Sieg davon, wenn es einen im Einsatz befindlichen Mitarbeiter von A abwerben kann, da dann A Image und Geld (Konventionalstrafe) verliert. Daß B dabei normalerweise draufzahlt, ist ihm egal, weil B über ein vergleichsweise unerschöpfliches Budget verfügt - während A jeden Euro zweimal umdrehen muss. In einigen Fällen ist die Abwerbung erfolgreich.

* Jetzt gibt es einen Ex-A Mitarbeiter, der von B zurück zu A möchte.

* A meint, dies strategisch nutzen zu können, denn es ist eine Signalwirkung für die übrigen Beschäftigten (sowohl A als auch Ex-A).

* A überlegt sich jetzt, als Unternehmensstrategie, wie mit so einer Situation umgehen:

  • Prinzipiell ist jeder abgeworbene MA als Risiko zu verstehen, da nur dann abgeworben wird, wenn A dadurch massiver Schaden erleidet (d.h. der MA ist bereit, aus Eigennutz A wissentlich zu schädigen)
  • Eine generelle Regel des HR ist: Bumerangs sollten aufgefangen werden, da sie in vielen Fällen die zuverlässigsten MA werden.
  • Wenn ein konkreter MA schon einmal eine „unverdiente Chance“ durch A bekommen hat, ist damit zu rechnen, dass er die zweite Chance nicht würdigt und wieder unzuverlässig wird.

* Im konkreten Fall ist der „verlorene Sohn“ ein Mitarbeiter, dessen Qualifikationen für A eigentlich nicht wirklich viel bedeuten.

Macht es in diesem Zusammenhang Sinn, den „verlorenen Sohn heimzuholen“, d.h. ist eine solche Strategie aus AG-Sicht erfolgsversprechend um zukünftigen Abwerbungen vorzubeugen?

Hierbei gibt es jetzt wieder verschiedene Perspektiven:
a) Arbeitnehmer aus A: würde dieser Heimkehreffekt wirklich dafür sorgen, dass man sich in Zukunft überlegt, ob man sich abwerben läßt?
b) Ex-A Arbeitnehmer: würde das motivieren, selbst darüber nachzudenken, wiederzukommen?
c) Arbeitgeber A: Ist die Investition in diese mittelmäßige Ressource in gesunder Relation zu dem Nutzen, der durch entsprechende Signale an die Beschäftigen entsteht?
Hierbei Hauptproblem: wer sagt „Ich lasse mich abwerben“ kann mit einer deftigen (prinzipiell ungerechtfertigten, da erpresserisch hergeleiteten) Gehaltserhöhung rechnen.

So - denke mal, dass ich mich jetzt etwas besser geordnet habe.

Danke und Gruss,
Michael