ein bisserl weiter unten wird grad drüber diskutiert, ob man in eine Absage eines Bewerbers einen Grund reinschreiben soll/darf/muss.
Nun fände ich das aus Bewerbersicht sehr nett, ein entsprechendes Feedback zu kriegen. Sei es „haben Sie nicht erreicht“ (vielleicht ist ja ein Vertippsel in der Telefonnummer?) oder „Unterlagen nicht vollständig“ (vielleicht sollte ich reinschreiben, warum ich kein aktuelles Zeugnis habe?) etc. Wäre mir als Bewerber also sehr wichtig.
Aber: andererseits hatten wir auch kürzlich mal den Fall wo jemand ne Absage bekam „da Sie als Frau leider zu jung sind und vielleicht Ihre Familienplanung noch gar nicht abgeschlossen haben“ (sinngemäss zitiert). Da war eigentlich die Meinung, dass der Personaler der das geschrieben hat „selten dämlich“ (dito) war.
Auch klar - aber wo ziehen die Personaler unter Euch die Grenze? Nachher verklagt Euch einer, dass Ihr’s nur zweimal probiert habt, den Kandidaten zu erreichen und der zieht bis vors Bundesverfassungsgericht (okay, das ist jetzt übertrieben) und gewinnt. Oder die „zu junge und noch gebärfähige“ Dame klagt sich erfolgreich ein.
Oder was auch immer - muss ja nicht so dramatisch sein, einige Rückrufe ("hey, wie meinen Sie das mit „nicht erreicht“ oder „Unterlagen nicht komplett“?) könnte doch so ein Text in der Absage doch auf jeden Fall mit sich bringen.
Darum kenne ich bisher nur die Standardabsagen „leider jemand gefunden, der vielviel besser passt als Sie *bedauer*“
Wie macht Ihr Personaler oder sonstige Absagenschreibende das? Allgemeines Blafasel, das dem Bewerber nicht wehtut aber auch nicht hilft? Oder schreibt Ihr die - mehr oder weniger - Wahrheit?
An den Klops mit dem Chef, der die erwähnte Steilvorlage trat, kann ich mich auch noch erinnern … *LOL*
Aus meiner Sicht ist es wirklich so, dass man sich nicht erlauben kann, zu einem Bewerber ehrlich zu sein, es sei denn im schalldichten Raum unter vier Augen. Natürlich gehört das Umschiffen sichtbarer Klippen zum täglichen Handwerk - leider schmeißen aber die Politik, die Gesellschaft oder wer auch immer ständig neue Steine ins Fahrwasser.
Gerät man an eine/n Prozesshansel/liese, ist in jedem Fall schon mal ein Zusatzaufwand gegeben: schlimm wird es aber, wenn man tatsächlich irgendein Ei, das gerade ganz warm aus dem Nest der EU-Kommission, des Parlaments oder der Vereinigung zur Bekämpfung von Diesemjenemundallem gerollt ist, zerschlagen hat: Die Rechtslage ist bestenfalls nebulös; nicht umsonst streuen Urteile zu neuen Sachverhalten schlimmer als Old MacDonalds Schrotflinte. Heißt Imageschaden für das Unternehmen, heißt mindestens Zeitaufwand … und wenn Dorfrichter Adam am Amtsgericht Posemuckel mal wieder seine Lesebrille nicht finden konnte, muss man die Scherben des einstmals gesund gesesenen Menschenverstandes, der vor Lachen barst, von Hand aus dem Rasen lesen.
Von daher darf man alles sein, aber bestimmt nicht offen. Das wird sich auch in zukünftigen Generationen evolutiv auswirken - mir begegnen jetzt schon mutierte Personaler, die vollständig aus Seife bestehen.
ich mag den gepflegten Wortwitz in alten Filmen mit Kathrin Hepburn, Cary Grant und manch anderen. Sowas ist heute selten geworden.
Deine Antwort war für mich der Schmunzler des Tages (auch wenn sie ansich bedauerlich ist).