wie sie wünschen, madam 
hallo kate & liamara,
ja nu … wo von sprechen wir? ich habe in dem thread bis jetzt nur korrektorat gelesen. das ist noch wieder etwas anderes als lektorat (was ich mache), obwohl die lektoren sich meist bemühen, die schreibfehler größtenteils schon mit zu erledigen. das hauptaugenmerk liegt aber nicht da drauf.
natürlich kann man germanistik und/oder neue deutsche literatur studieren und diesen job von der pieke auf im verlag lernen. genausogut sind aber auch historiker oder aus anderen fakultäten stammende, die sich für diesen beruf interessieren, möglicherweise dafür geeignet. wie überall gilt der grundsatz: es gibt nix gutes - außer man tut es.
ich stamme aus der technik (mechanik + e) und obwohl mir das konstruieren von geräten und entwickeln von schaltungen viel spaß machte, waren mir immer auch gute gebrauchsanleitungen wichtig. also machte ich die erstmal lesbar bzw. für die zielgruppe verständlich.
vor 11 jahren lernte ich einen autor kennen, der mich bat, doch mal sein manuskript probezulesen und ihm bescheid zu sagen, wenn ich logische fehler in der handlung entdecken würde, sich langeweile ausbreiten würde u.ä. mittlerweile haben wir 10 oder 11 bücher zusammen fabriziert. als die (e-technik)firma, in der ich angestellt war, zwischendurch pleite machte, bin ich nahtlos in den neuen beruf reingerutscht und möchte auch gar nicht mehr zurück. irgendwann kamen andere autoren dazu mit unterschiedlichsten texten und manuskripten: sachbücher, philosophisches, frauenromane, geschichtsbücher von historikern u.v.m.
es bleibt nicht aus, dass man dann auch selbst anfängt zu schreiben, also heißt mein laden „text & lektorat“.
wer glaubt, er verdiene sich eine goldene nase damit, irrt. die konkurrenz ist groß, billig und oft schlecht. man tritt gegen jeden an, der schon mal eine tastatur gesehen gesehen hat und deshalb glaubt, er könne diesen job auch. wenn man sich von den billigheimern anheben will, geht das nur, indem man durch qualität überzeugt und sich über jahre ein renommee verschafft.
wer jedoch die chance hat, diesen beruf (auch den des korrektors) als festangestellt auszuüben, sollte das ruhig machen, wenn er die neigung dazu hat. besser kann man seine erfahrungen gar nicht sammeln. der beruf macht spaß, und wenn mir jemand ein regelmäßiges einkommen zahlte, würde ich bis an die decke springen.
aber was ich kate raten soll, weiß ich nicht. man kann das eigentlich, wenn man ein quereinsteiger ist, nur als hobby starten. bis es nämlich die frau ernährt, vergehen - wie oben schon erwähnt - jahre.
wenn noch spezielle fragen sind, gern.
schöne grüße
ann