Bewerbung als Korrektor, aber die Erfahrung fehlt

Hallo,
ich habe mich bei einem Verlag um die Stelle eines Korrektors beworben. Und zwar für Kochbücher. Nun wollen sie von mir wissen, worin meine Erfahrungen im Korrektorat bestehen. Aber ich habe doch gar keine dahingehenden Erfahrungen, bin mir aber ziemlich sicher, dass ich das könnte. Habe ein sehr gutes Sprachgefühl und ausgezeichnete Rechtschreibkenntnisse.
Im Moment arbeite ich im Außendienst. Bin gelernte Kauffrau und Wirtschafterin.
Was könnte ich denn antworten?

Danke und viele Grüße

Wenn du nichts vorzuweisen hast, dann würde ich mir was ausdenken. Erzähl ihnen doch einfach, du hast im Bekanntenkreis für jemanden Korrektor gemacht. Der hat viel geschrieben usw.

Ich würde den eiskalt sone Geschichte auftischen,aber so dass sie es nicht kontrollieren können.

Wer nichts wagt, der auch nicht gewinnt.

Was anderes fällt mir nicht ein,aber nichts vorzuweisen wäre das schlechteste glaube ich :wink:

Gruß

Würde ich auch so machen. owt.
.

Lügen haben kurze Beine…

Ich würde den eiskalt sone Geschichte auftischen,aber so dass
sie es nicht kontrollieren können.

Für wie blöde hälst du einstellungsgesprächtrainierte Personaler?

Auf gar keinen Fall irgendwelche Lügenmärchen ausdenken, das kann
nur schief gehen.

Gruß
Stefan

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Fände ich schwierig weil…
Hallo,
egal ob schon mal gemacht oder nicht, aber bringst Du denn die restlichen Kenntnisse mit?
Als jemand, der schon lange in Verlagen, Agenturen etc arbeitet und bei dem das Lektorieren mit zur Arbeit gehört muss ich Dir nämlich sagen, dass Sprachgefühl und Rechtschreibung schön sind als Grundlage, aber es doch ein wenig mehr ist:

  • Beherrscht Du alle formalen Korrekturzeichen?
    http://www.mediaforum.ch/fachlexikon/masse_und_norme…

  • Bist es gewohnt, nicht nur auf Rechtscheibung + Grammatik zu achten, sondern auch auf die Einhaltung von Formatvorlagen? Erkennst Du Verstöße? Achtest Du auf Schriftarten und Positionen etc von Seitenzahlen, Bildunterschriften, Verhältnis Über- Unterüberschrift, Einheitlichkeit des Absatzbeginns, ob Einheiten ausgeschrieben oder angekürzt geschrieben werden etc pp? Und kanst Du Dir diese Regeln über einen Text aus dem Ausdruck ableiten oder brauchst Du immer eine Liste? Kannst Du mehrere verschiedene Regelsätze im Kopf behalten und je nach Aufgabe anwenden?

  • Rechtschreibung etc: Welche wird vom Verlag gefordert? Beherrscht Du die ganz aktuelle? Weißt Du die ganzen Konventione zu „vor dieser Einheit ein Leerzeichen, vor dieser nicht“, 3-D-Bild oder 3D-Bild oder… wie ist es laut Duden? ennst du die Konventionen für Zahlen (seit neuestem kein Tausender Punkt mehr sondern ab einer bestimmten Anzahl Ziffern ein fest definierter Abstand - aber kein Leerzeichen. Siehst Du diesen Unterschied in einem gedruckten Text? Weißt Du wie unterschiedlich Trenn- oder Gedankenstriche zu setzen/gestalten sind? Die Unterschiede zwischen schweizer und deutscher Rechtschreibung? …

Da gibt es noch viel mehr, das ist jetzt nur ein Anriss, aber eben als Hinweis, damit Du weißt, worauf Du Dich da unter Umständen einlässt.
Alles kein Hexenwerk, aber eben auch nicht nur „da müssen zwei s hin, nicht eins“…

LG,
NOrah

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

Hallo,

Norah hat absolut recht. Mit „Ich bin mir sicher, dass ich das könnte“ fährt man in dem Bereich nicht so gut.
Ich schreibe selbst beruflich und korrigiere auch, aber in einem Rahmen, den ich mir selbst zutraue. Das
heißt, wenn ich ein Angebot bekäme für die Korrektur einer wissenschaftlichen Zeitschrift, würde ich das
ablehnen. Man muss halt gewisse Regeln beherrschen und auch eine gewisse Erfahrung ist von Nöten.

Grüße

SUUPER Idee - da spart man sich die Kündigung…
Hi!

…da der Vertrag bei Bekanntwerden wirksam angefochten werden kann!

http://dejure.org/gesetze/BGB/123.html

Ehrlich, manche Ideen hier sind echt sowas von daneben!

Gruß
Guido

sorry, in meiner ersten Antwort fehlte das Wort „Ideen“ - und beleidigend wollte ich nun nicht werden

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Hallo
Da ich mich selbst dafür interessiere, wo fängt man denn da an, um diese Erfahrung zu bekommen? (Es ist ja bekannt, das für gewöhnlich 22 Jahre alte Akademiker mit 30 Jahren Berufserfahrung erwünscht sind :wink:)

lg
Kate

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

Hallo,

ich schätze, AnnJabusch kann diese Frage am besten beantworten, ich will mal hoffen dass sie reinschaut,
sonst schreib sie doch einfach mal an.

wie sie wünschen, madam :smile:
hallo kate & liamara,

ja nu … wo von sprechen wir? ich habe in dem thread bis jetzt nur korrektorat gelesen. das ist noch wieder etwas anderes als lektorat (was ich mache), obwohl die lektoren sich meist bemühen, die schreibfehler größtenteils schon mit zu erledigen. das hauptaugenmerk liegt aber nicht da drauf.

natürlich kann man germanistik und/oder neue deutsche literatur studieren und diesen job von der pieke auf im verlag lernen. genausogut sind aber auch historiker oder aus anderen fakultäten stammende, die sich für diesen beruf interessieren, möglicherweise dafür geeignet. wie überall gilt der grundsatz: es gibt nix gutes - außer man tut es.

ich stamme aus der technik (mechanik + e) und obwohl mir das konstruieren von geräten und entwickeln von schaltungen viel spaß machte, waren mir immer auch gute gebrauchsanleitungen wichtig. also machte ich die erstmal lesbar bzw. für die zielgruppe verständlich.
vor 11 jahren lernte ich einen autor kennen, der mich bat, doch mal sein manuskript probezulesen und ihm bescheid zu sagen, wenn ich logische fehler in der handlung entdecken würde, sich langeweile ausbreiten würde u.ä. mittlerweile haben wir 10 oder 11 bücher zusammen fabriziert. als die (e-technik)firma, in der ich angestellt war, zwischendurch pleite machte, bin ich nahtlos in den neuen beruf reingerutscht und möchte auch gar nicht mehr zurück. irgendwann kamen andere autoren dazu mit unterschiedlichsten texten und manuskripten: sachbücher, philosophisches, frauenromane, geschichtsbücher von historikern u.v.m.
es bleibt nicht aus, dass man dann auch selbst anfängt zu schreiben, also heißt mein laden „text & lektorat“.

wer glaubt, er verdiene sich eine goldene nase damit, irrt. die konkurrenz ist groß, billig und oft schlecht. man tritt gegen jeden an, der schon mal eine tastatur gesehen gesehen hat und deshalb glaubt, er könne diesen job auch. wenn man sich von den billigheimern anheben will, geht das nur, indem man durch qualität überzeugt und sich über jahre ein renommee verschafft.

wer jedoch die chance hat, diesen beruf (auch den des korrektors) als festangestellt auszuüben, sollte das ruhig machen, wenn er die neigung dazu hat. besser kann man seine erfahrungen gar nicht sammeln. der beruf macht spaß, und wenn mir jemand ein regelmäßiges einkommen zahlte, würde ich bis an die decke springen.

aber was ich kate raten soll, weiß ich nicht. man kann das eigentlich, wenn man ein quereinsteiger ist, nur als hobby starten. bis es nämlich die frau ernährt, vergehen - wie oben schon erwähnt - jahre.

wenn noch spezielle fragen sind, gern.

schöne grüße
ann

hallo heide,

Was könnte ich denn antworten?

antworte genau das, was du uns über deine fähigkeiten gesagt hast. wenn dem kochbuchverlag das nicht langt, wirst du auch damit nicht punkten können, dass du möglicherweise im bekanntenkreis den korrektor spielst.
wenn dir der verlag jedoch eine chance gibt, weiß er, welche fähigkeiten du hast und welche du dir erst aneignen musst.

viele hoffnungen möchte ich dir nicht machen, nicht wegen mangelnder fähigkeiten, aber weil die welt nun mal voll ist allen möglichen arbeitsuchenden aus der schreibenden zunft. es werden sich wahrscheinlich journalisten, lektoren und viele andere schreiberlinge auf diese stelle bewerben.

versuch es trotzdem!

viel erfolg
ann

Merci

hallo kate & liamara,

aber was ich kate raten soll, weiß ich nicht. man kann das
eigentlich, wenn man ein quereinsteiger ist, nur als hobby
starten. bis es nämlich die frau ernährt, vergehen - wie oben
schon erwähnt - jahre.

wenn noch spezielle fragen sind, gern.

schöne grüße
ann

Hallo Ann,

das war schon ungefähr das, was ich wissen wollte. Man muss sich also privat Kontakte suchen, an denen man sich „üben“ kann, und diese Veröffentlichungen bei der Frage nach Erfahrung als Referenz angeben?

Oder eine Ausbildung in einem Verlag machen, so es die gibt?

Ich meinte also im großen und ganzen was als „Erfahrung“ gewertet wird, wenn man sich als Korrektor bewirbt und, wie oben, Erfahrung gefordert wird.
(oder als Lektor, das wäre für mich bei meinem Studium eher interessant, auch wenn oft leider Theologen Bücher über den Buddhismus überblicken und „uns“ Religionswissenschaftlern die wenigen Jobs im Lektorat wegnehmen, da ich aber auch Theologie studier habe ich evtl. sogar eine Chance, aber das ist alles noch weit weg, ich denke nur gerne über meine Möglichkeiten nach).

lg
Kate

schau doch mal hier:
http://www.vfll.de/pages/berufsbild/berufsbild_start…

abgesehen vom berufsbild, das dort ganz gut erläutert wird, gibt es dort auch weitere infos und kontaktmöglichkeiten. auch zur aus- und fortbildung: http://www.vfll.de/pages/ausfortbildung/ausfortbildu…

viele grüße
ann

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Hallo Heide,

da Du keine Referenzen vorweisen kannst, gehe doch ganz
pragmatisch vor: Nimm die Kochbücher des Verlages, suche
Seiten mit Fehlern, lies diese Seiten ganz genau (nicht
nur auf Rechtschreibung und Zeichensetzung, sondern auch
auf Formate), streiche die Fehler auf Papier gemäß den
Korrekturregeln (findest Du im Duden) an, scanne die Seiten
ein, schreibe entsprechende Notizen dazu und sende sie per
Mail an den Verlag.
Auf die fehlenden Referenzen würde ich gar nicht weiter
eingehen.
Ach so - bei Kochbüchern solltest Du natürlich auch darauf
achten, dass bei den Rezepten keine Fehler passiert sind.
Kannst Du so gut kochen, dass Dir Fehler in der Rezeptur
auch auffallen?

Viele Grüße

Tanja

Wenn ihr euch so blöd anstellt :wink: Bei mir hat es jedes mal geklappt und wenn die einen keine Tests unterlaufen lassen, dann ist es wirklich easy.

Aber jeder kann seine Meinung haben,aber gleich sagen das alles bescheuert ist… auch nicht wirklich das wahre oder?

Wenn man nichts wagt, dann kann man auch nichts gewinnen!

Aber ihr würdet ja natürlich sagen: Nee habe keine erfahrung und dann kriegt ihr den Job sowieso nicht…

ja ne ist klar, dann verstehe ich eure argumentation nicht… eures hat keinen Vorteil

Wenn man lügt, dann hat man die Chance den Job zu bekommen und evtl. auch dort zu bleiben,aber garnichts machen?

Wer ist heute noch ehrlich? Ich bitte euch… ich möchte wissen wo ihr arbeitet.

Gruß

Hallo,

(…)

Wenn man nichts wagt, dann kann man auch nichts gewinnen!

Genau das ist der Punkt.
Massvolles Übertreiben ist legitim und vor allem karriereförderlich.
„Glatte Lügen“ dagegen helfen Keinem weiter.
(…)

Wenn man lügt, dann hat man die Chance den Job zu bekommen und
evtl. auch dort zu bleiben,aber garnichts machen?

Dieses Niveau von Unwahrheit sagen würde ich eher als „Schwindeln“ bezeichnen, weil es -ganz im Sinne des Ursprungspostings- nicht um das Vortäuschen überprüfbarer Sachverhalte geht, sondern um das Auffüllen eines lückenhaften Gesamtbildes mit Aussagen, die sowieso keiner nachprüfen kann und will, aber mit dem man sich selbst identifiziert.

Gruss,
TR