Hallo,
Ich würde mich gerne bei diversen Firmen bewerben, die Jobs
als Lagerist oder ähnliches anbieten.
Das ist schon mal der erste grobe Fehler. Du streust dann nichtssagende, unqualifizierte Bewerbungen an Firmen, die vielleicht nicht mal einen Mitarbeiter suchen. Das ist ein Garant um 1000 Bewerbungen zu schreiben und nicht 1x zu einem Bewerbungsgespräch eingeladen zu werden.
Leider habe ich den Beruf nicht gelernt, kann mir aber
vorstellen,
Auf welcher Grundlage? Wenn du den Beruf nicht kennst kannst du schlecht beurteilen welche Leistungen du dort erbringen kannst.
das ich mich da recht schnell reinarbeiten kann,
da ich ja nicht dumm bin und ich sowieso vermute, das man
selbst bei abgeschlossener Ausbildung noch in jedem Betrieb
wieder „neu angelernt“ werden muß, da vermutlich jedes Lager
anders organisiert wird.
Ja, das stimmt. Dennoch bist du in Konkurrenz mit anderen, die eine passende Ausbildung haben. Und da wird ein Arbeitgeber immer denjenigen vorziehen, der besser qualifiziert ist.
Jedenfalls bin ich darüber unschlüssig, was ich dann in einer
Bewerbung schreiben soll, damit man mich nicht gleich zur
„Ablage P“ legt.
Ganz grundsätzlich findest du sehr gute Bewerbungsratschläge bei http://www.jova-nova.com/. Das löst aber noch nicht das grundsätzliche Problem, dass du aus reinen Äußerlichkeiten immer hinter den besser Qualifizierten zurück stündest und auch keine praktischen Fähigkeiten nachweisen kannst - was als Alternative zu einer Ausbildung in dem Bereich auch machbar wäre.
Ich würde an deiner Stelle anders rangehen: versuche an eine Umschulung oder Ausbildung heranzukommen, da gibt es auch Fördermöglichkeiten. Oder versuch’ es über eine Zeitarbeitsfirma, damit die dich an Unternehmen vermitteln, bei denen es vielleicht Chancen zur Übernahme gibt…
Einfach so Bewerbungen heraushauen bringt nicht viel…
Da ich mich - bis auf meine Lehre - noch nie schriftlich
irgendwo beworben habe weiß ich ohnehin nicht recht was ich
schreiben soll.
Siehe den Link
Auch weiß ich nicht so recht, was ich mitschicken soll, wenn
in dem Fall Zeugnisse und Berufsausbildungsnachweise verlangt
werden (die ich zwar von meinem alten Beruf habe, aber für den
neuen AG vermutlich völlig uninteressant sind).
Das macht nichts. Wichtig ist ein lückenloser Lebenslauf. Wenn Du Zeugnisse hast - leg’ sie in jedem Fall dazu weil es beweist dass du Dinge geschafft hast, dass du Sachen gelernt hast. Das beweist dass du nicht blöd bist, sondern Sachen lernst und etwas geleistet hast, es also auch weiterhin tun wirst.
Wenn es Lücken im Lebenslauf gibt oder irgendwelche kritischen Sachen - sei ehrlich und offen. Es fällt schnell auf wenn man von Weltreisen nach Südamerika erzählt und dann aber kein Wort spanisch spricht… Solche Verarschungen fallen ganz schnell auf - und dann bist du raus.
Dann lieber dazu stehen - kaum ein Mensch hat eine perfekte Vita, viele sind mal auf die Nase gefallen oder haben Rückschläge erlitten. Sowas bricht dir nicht das Genick. Aber stehe dazu, weil dann machst du Punkte durch Ehrlichkeit.
Wenn du dazu etwas nennen kannst, was du dadurch gelernt oder erfahren hast („habe die Ausbildung abgebrochen weil ich erkannt habe dass es nicht meinen Neigungen entspricht“) zeugt auch das von deiner Fähigkeit, Situationen zu erkennen, zu beurteilen und zu handeln. Auch so kann man Kompetenzen darstellen und unterstreichen.
Vielleicht kann mir jemand dazu ein paar Tips nennen oder
hatte selber schon einen ähnlichen Fall.
2 Sachen sind wichtig: zum einen lass’ dich nicht unterkriegen wenn es Rückschläge gibt. Die erlebt jeder, auch Leute mit den tollsten Ausbildungen. Du bist kein dummer Mensch wenn du keine Ausbildung hast, dein Lebensweg schlängelte sich eben anders… wenn dir das dennoch jemand vorhält - nicht ärgern, lass’ den Idioten reden und starte einen neuen Anlauf bei einem anderen Arbeitgeber, der deine Persönlichkeit mehr zu schätzen weiß und dir Ausbildung hin oder her eine Chance gibt.
Das andere ist: du solltest dennoch darlegen können was dich für einen angestrebten Job qualifiziert, was der Arbeitgeber davon hat genau dich, obwohl kein ausgebildeter Lagerist, anstelle eines qualifizierteren Bewerbers anzustellen. Einfach nur „kann ja nicht so schwer sein, einarbeiten muß sich jeder, und es interessiert mich halt einfach“ ist etwas dünn. Da solltest du schon noch etwas mehr in die Waagschale werfen können.
Deswegen ist es wichtig gute Argumente zu haben, und die hast du mit irgendwelchen Fortbildungen / Kursen etc. seitens des Arbeitsamtes oder wenn du schon mal in so einem Job gearbeitet hast.
Vielleicht kannst du einen Staplerschein machen (nur so als Idee) oder anderes, was zeigt dass du ein guter Mann auf so einem Posten werden könntest.
Ansonsten würde ich eng mit dem Arbeitsamt, Zeitarbeit etc. rangehen, weil wahllos verschickte Bewerbungen kosten nur Mühe und Geld, und das bringt nichts. Da mußt du schon etwas gezielter herangehen.
Gruß,
MecFleih