… noch früher anfangen.
Die Anrede fehlt, geht aus dem Inserat schon irgendwas hervor? „Ihre Bewerbung senden sie xxxxx“ oder so ähnlich? Dann nutze diese Infos, bis hin zum Namen,falls vorhanden. Sonst eben die üblichen Verdächtigen.
Und dann bei den Einleitungssätzen.
Ich habe mit grossem Interesse gelesen, dass Sie eine Stelle
als Sachbearbeiter zu besetzen haben.
Da diese Position meiner beruflichen Zielsetzung entspricht,
bewerbe ich mich um diese Stelle.
Ich habe in einem Praktikum mal miterlebt wie der zuständige Mitarbeiter Bewerbungen gelesen hat. Mein lieber Scholli!!
Die werden, grob geschätzt, zweihundert Bewerbungen bekommen. Daher schätzen die eines sehr: Der Schreiber kommt kurz und knackig auf den Punkt!
Soll heißen: Dass du das Inserat gelesen hast, versteht sich von selbst, in welcher Verfassung du dabei warst, interessiert die NULL.
Warum du dich bewirbst interessiert fast noch weniger, bzw. gehen die stillschweigend davon aus, dass du es tust, weil die beschriebene Tätigkeit dich reizt.
„ich bewerbe mich auf die am XX in der XX(Zeitung) ausgeschriebene Stelle“
Man bewirbt sich um eine Anstellung (Arbeit), aber auf eine konkrete Stelle.
Seit September 2009 studiere ich an der Fachhochschule
Rapperswil Bauingenieurwesen. Jedoch musste ich
zwischenzeitlich erkennen, dass dieses Studium nicht meinen
beruflichen Vorstellungen entspricht.
Die in ihrem Inserat angebotene Tätigkeit als Sachbearbeiter
im Bereich Bauverwaltung und Umwelt entspricht genau meinen
Vorstellungen einer beruflichen Neuorientierung.
Hier eine kleine inhaltliche Anmerkung: Ich würde schreiben,
daß Du in der Zeit Deines Studiums Zeit gahabt hast über Dein
wirkliches berufliches Ziel nachzudenken und Erfahrungen
gemacht hast, die Dir den Weg genau zu diesem Beruf weisen.
Oder so ähnlich, jedenfalls soll es ausdrücken, daß Du nicht
nach einiger Zeit erkennst, daß das ja doch nicht Deinen
Wünschen entspricht. Außerdem hast Du ziemlich häufig
„entspricht“ in dem kurzen Stück verwendet. Das würde ich
umformulieren.
Das ist mir auch aufgefallen, würde Ramonas Anregung unbedingt aufnehmen.
Aufgrund meiner Bauzeichnerausbildung und späteren
Tätigkeiten, bringe ich besonders
u
mfangreiche Kenntnisse und
Erfahrungen im Bauwesen mit.
Von mir können Sie einen motivierten und
verantwortungsbewussten Mitarbeiter erwarten,
das erwarten würde ich austauschen. Das klingt so nach dem
Motto, ja erwarten sie mal, aber ich bin ganz anders. Also
entweder sie „bekommen einen … Mitarbeiter“ oder „ich bin
…“ oder so ähnlich
Der ganze Satz klingt ein wenig … … mmmhh, holperig? konstruiert? Dieses „Von mir“ in Verbindung mit „erwarten“ würde ich eher „motivierte und verantwortungsbewusste Mitarbeit“ schreiben wollen, wenn es denn nun diese Adjektive sein sollen. Oder „In mir können sie einen … …“ „Mit mir bekämen sie einen … …“ Ich würde das so überhaupt nicht schreiben, daher bin ich da etwas einfallslos, ich fand nur auch, dass dieser Satz irgendwie … … unglücklich ist.
mit einer grossen Lernbereitschaft sein Wissen und
seine
Fähigkeiten zu erweitern.
Fertigkeiten??
Ebenfalls bin ich offen für eine berufsbegleitende
Weiterbildung in kaufmännischer oder technischer Richtung.
Ich bin überzeugt, dass ich die Fähigkeiten mitbringe, welche
diese anspruchsvolle Tätigkeit voraussetzt und damit einen
Beitrag zum Erfolg ihrer Firma leisten könnte.
Kunjungtiv würde ich streichen: leisten kann.
Anbei erhalten Sie weitere Informationen in meinem Lebenslauf
sowie
meinen
Diplomen und Zeugnisse
n.
Sollten Sie noch weitere Angaben
zu meiner Person benötigen, stehe ich Ihnen gerne zur
Verfügung.
Von „Anbei“ bis „Verfügung“ würde ich alles streichen. Das gehört ans Blattende, unter Anlagen einfach als Aufzählung: Vita, Kopie Diplom, Kopie Zeugniss.
Und dass du für Nachfragen zur Verfügung stehst ist ebenfalls selbstverständlich, das musst du nicht betonen. Der Satz wirkt etwas herablassend, durch das „sollten sie“ (fast hört man ein „etwa“ mit, ohne dass es dasteht). Wenn du ihn dennoch stehen lassen willst, würde ich „Wenn sie“ besser finden. Auch klingt das „zu meiner Person benötigen“ so geschraubt. „Für Nachfragen stehe ich gern (bitte, bitte NICHT gern e ) zur Verfügung“.
Über eine Einladung zu einem persönlichen Gespräch freue ich
mich.
Ein Gespräch ist immer „persönlich“, und hier wäre ein Konjunktiv mal angebracht „würde ich mich freuen“.
Freundliche Grüsse
Grüße
Die inhaltlichen Anmerkungen mußt Du ja nicht umsetzen, wenn
Du nicht magst, ist halt nur meine Meinung dazu.
Natürlich musst du nicht, find ich auch, aber ich lege dir eine Umformulierung dieser von Ramona gemeinten Stelle dringend ans Herz. Schreib’ wenigstens nicht: „musste ich feststellen“, mach’s zu etwas Positivem, und Aktivem. Du hast durch … … gemerkt, dass deine Interessen und bisher erworbenen Fertigkeiten bei der etwas anders gelagerten Aufgabe (glücklicherweise willst du ja nicht wo völlig anders hin) besser zum Tragen kommen, du sie besser anwenden kannst, oder so in der Art
Ansonsten habe ich auf die Schnelle nur ein paar Tippfehler
entdeckt.
Liebe Grüße,
Ramona und viel Erfolg 
Herzlichst
Renate und ebenso
PS. Dir hat man offenbar auch noch eingebläut, dass Satzanfänge mit „Ich“ tabu sind. Das hat mein Deutschlehrer damals in der 10.Klasse, als es ans Bewerbungen schreiben ging, schon als Unsinn bezeichnet und dagegen angekämpft. Vergeblich, es ist vierzig (in Worten:40!!) Jahre her, und noch immer nicht ausgerottet. So entstehen Sätze wie "Ebenfalls bin ich offen für … " Warum nicht einfach „Ich bin auch offen für“ „Ich kann mir sehr gut vorstellen“