Bewerbung und Krankheit

Hi zusammen!

Wer kann mir sagen, ob, bzw. welche Krankheiten bei Bewerbungen angegeben werden müssen?
Wenn also eine Krankheit vorliegt, die einen häufigeren Ausfall beinhaltet, kann dies ein Kündigungsgrund sein, wenn es nicht angegeben wurde?

Nur zur Information: Ich habe eine solche Krankheit und denke zeitweilig, allerdings aus persönlichen, nicht krankheitsbedingten Gründen, über einen Ortswechsel und damit Arbeitsplatzwechsel nach!

Danke schon mal!

Renate

Hallo Renate!

Oft wiederholte Ausfälle wegen ein und derselben Erkrankung können ein Kündigungsgrund sein, selbst dann, wenn die Erkrankung erst während eines laufenden Anstellungsverhältnisses auftrat.

Wenn Du beim Antritt einer neuen Stellung eine Erkrankung verschweigst, die Deine Arbeitsfähigkeit voraussichtlich regelmäßig einschränken wird, erzwingst Du geradezu die Kündigung. Es bleibt Dir deshalb nichts anderes übrig, als vor dem Abschluß eines neuen Anstellungsvertrages mit offenen Karten zu spielen.

Umgekehrst wärst Du auch nicht besonders angetan, wenn Du von 12 Monatsgehältern ausgehst, tatsächlich aber wußte der Arbeitgeber schon vorher, daß es mehrmals jährlich kein Gehalt geben wird.

Gruß
Wolfgang

Hallo Wolfgang!

Oft wiederholte Ausfälle wegen ein und derselben Erkrankung
können ein Kündigungsgrund sein, selbst dann, wenn die
Erkrankung erst während eines laufenden
Anstellungsverhältnisses auftrat.

Das ist so! Sie trat erst während meiner jetzigen Stelle auf. Na, das sind ja tolle Aussichten!:frowning:(

Wenn Du beim Antritt einer neuen Stellung eine Erkrankung
verschweigst, die Deine Arbeitsfähigkeit voraussichtlich
regelmäßig einschränken wird, erzwingst Du geradezu die
Kündigung. Es bleibt Dir deshalb nichts anderes übrig, als vor
dem Abschluß eines neuen Anstellungsvertrages mit offenen
Karten zu spielen.

Ja, weiß das im Prinzip auch, aber trotzdem scheut man sich ja davor! D.h. also, ich brauche von einem Arbeitsplatzwechsel gar nicht mehr träumen, kann froh sein, wenn ich nicht gekündigt bekomme, sollte ich keine medizinische Hilfe bekommen:frowning: Wollte das bestätigt haben! Danke!

Umgekehrst wärst Du auch nicht besonders angetan, wenn Du von
12 Monatsgehältern ausgehst, tatsächlich aber wußte der
Arbeitgeber schon vorher, daß es mehrmals jährlich kein Gehalt
geben wird.

Nein, da hast Du Recht!

Gruß

Renate

… D.h. also, ich brauche von einem Arbeitsplatzwechsel
gar nicht mehr träumen, kann froh sein, wenn ich nicht
gekündigt bekomme,

Hallo Renate,

eine Erkrankung macht Dir das (Arbeits-)Leben schwer. Leider ist der Arbeitsplatzverlust nicht auszuschließen. Aber Recht hin oder her, es kommt auf den Einzelfall an. Mir sind mehrere Fälle schwer erkrankter Leute bekannt, für die im Betrieb wirklich alles Erdenkliche getan wird, um sie zu halten. Das Spektrum reicht vom Mitarbeiter eines Forschungszentrums, der alle paar Tage zur Dialyse muß und dann den ganzen Tag ausfällt, über einen freiberuflich tätigen Ingenieur mit multipler Sklerose, der an manchen Tagen getragen (!) werden muß, nach wenigen Stunden immer wieder Ruhepausen liegend verbringt und dennoch für seine Auftraggeber große Projekte abwickelt, bis zu einem Mitarbeiter in der Konstruktion, der schon Jahre über die Altersgrenze hinaus ist und trotz vielerlei Zipperlein seinen Beruf weiter ausfüllt. Dieser Mitarbeiter braucht längst nicht mehr das Geld, er braucht seine Arbeit und der Betrieb braucht sie auch.

In ohne weiteres austauschbarer Position wird es nicht gelingen, eine neue Anstellung zu finden. Dazu muß man nicht viel erklären, wenn man sich in den AG hinein versetzt.
Ansonsten aber sind die Möglichkeiten erst am Ende, wenn Du Dich selbst abschreibst. Tue das nicht!

Gruß
Wolfgang

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Hallo Wolfgang,

eine Erkrankung macht Dir das (Arbeits-)Leben schwer.

Ja, leider beides.

Leider
ist der Arbeitsplatzverlust nicht auszuschließen. Aber Recht
hin oder her, es kommt auf den Einzelfall an. Mir sind mehrere
Fälle schwer erkrankter Leute bekannt, für die im Betrieb
wirklich alles Erdenkliche getan wird, um sie zu halten. Das
Spektrum reicht vom Mitarbeiter eines Forschungszentrums, der
alle paar Tage zur Dialyse muß und dann den ganzen Tag
ausfällt, über einen freiberuflich tätigen Ingenieur mit
multipler Sklerose, der an manchen Tagen getragen (!) werden
muß, nach wenigen Stunden immer wieder Ruhepausen liegend
verbringt und dennoch für seine Auftraggeber große Projekte
abwickelt, bis zu einem Mitarbeiter in der Konstruktion, der
schon Jahre über die Altersgrenze hinaus ist und trotz
vielerlei Zipperlein seinen Beruf weiter ausfüllt. Dieser
Mitarbeiter braucht längst nicht mehr das Geld, er braucht
seine Arbeit und der Betrieb braucht sie auch.

In ohne weiteres austauschbarer Position wird es nicht
gelingen, eine neue Anstellung zu finden. Dazu muß man nicht
viel erklären, wenn man sich in den AG hinein versetzt.

Ja, ich weiß, und in meinem Alter (48) sowieso:frowning:

Ansonsten aber sind die Möglichkeiten erst am Ende, wenn Du
Dich selbst abschreibst. Tue das nicht!

Ich danke dir für deine wirklich aufbauenden Worte. Nein, ich will mich nicht abschreiben, aber wenn gerade wieder so ein Schmerzschub wie seit gestern abend das Arbeiten unmöglich macht, können einem schon mal depressive Gedanken kommen. Dabei habe ich immer gedacht, mir passiere sowas (depressive Gedanken) nicht, ich würde auch diese Hürde schaffen ohne größere Schwierigkeiten, aber wie sehr kann man sich da irren.

Gruß
Wolfgang

Ich grüße dich herzlich

Renate

hallo
schon mal daran gedacht sich einen schwerbehindertenausweis zuzulegen? ergibt einen kündigungsschutz. ich hab mich mal beworben ohne von meiner krankheit zu berichten (rheuma) habe erst beim bewerbungsgespräch darauf aufmerksam gemacht - dabei konnte man besser darüber reden besonders über die einschränkungen, die man hat. wurde trotzdem eingestellt. als ich durch einen schweren schub arbeitsunfähig wurde, konnte man mir nicht kündigen! jetzt bin ich frührentner.
gruss croeti