Bewerbungen richtig schreiben

Hi nochmal!

Ja, aber es ist etwas anderes ob es um eine Tüte Chips oder
einen neuen Mitarbeiter geht. Bevor man sich einen solchen ins
Haus holt wird man wohl anders prüfen als wenn es nur darum
geht ob ich mich für die eine oder andere Tüte Chips
entscheide, wobei auch diese Entscheidung nicht unbedingt vom
Werbeslogan der Herstellerfirma abhängt.

OK, mal stark vereinfacht: Es geht hier wie dort um den ersten Eindruck!
Und der zählt nun mal unter Umständen mehr als die tollste Qualifikation!!!

Mich hat nur gestört daß man die Präsentation in einer
dreiteiligen Mappe schon gleich als einen so dicken Fauxpas
einordnet daß eine Bewerbung schon deswegen auf dem B- oder
C-Stapel landet.

Ich habe nur von B-Stapel gesprochen! Der C-Stapel traf auf die einzeln in Klarsichtfolien verpackten Unterlagen (oder noch besser: Jeweils zwei Seiten in eine Hülle Rücken an Rücken) zu!

Ich habe nie eine solche Mappe benutzt und werde sie nicht
benutzen weil sie mir erstens zu teuer ist und zweitens die
Nachricht, daß so eine Mappe nicht so gerne gesehen wird,
durchaus seit langem bei mir angekommen ist…

Was regst Du Dich dann auf? :wink:
Wie Du selbst siehst, kann man durchaus feststellen, dass sie nicht ankommen!
Ebensowenig kommen Rechtschreibfehler, grobe Formfehler, unvollständige Unterlagen, Kaffeeflecken, schlechte Bilder oder schlecht geschriebene Zeugnisse (um es mal ganz extrem zu machen) an!

Völlig egal, wie hoch die Qualifikation ist!

Ich finde es ganz einfach unangemessen wenn - und so kommt das
eben rüber - bei einer so gewichtigen Entscheidung wie der
Besetzung eines Arbeitsplatzes schon in der ersten
Auswahlrunde nur eine völlige Nebensächlichkeit zum ersten
Entscheidungskriterium wird. Ob man die Bewerbungsmappe nun
etwas mehr oder weniger gut aufklappen kann… es ist ja nicht
so als müßte man 2 Stunden basteln um an die Papiere zu
kommen…

Hast Du schon mal den Vergleich angestellt?
Nach meiner Äußerung gestern habe ich das mal mit getan!
Klemmhefter öffnen, Unterlagen rausgenommen, abgelegt, wieder aufgenommen und ordentlich wieder reingepackt: 8 Sekunden!
Dreiteilige Bewerbungsmappe: Erstes Blatt rausgenommen, aufgeklappt, die Unterlagen aus der Plastikschiene entfernt, den Teil aus dem rechten Drittel genommen, abgelegt, wieder den Teil aus dem rechten Drittel hineingepackt (hey - ging ja ohne Probleme!), die Unterlagen in die viel zu enge Schiene gefriemelt und das Anschreiben wieder in die 4 Papplaschen im rechten Drittel eingesetzt (wobei ich grundsätzlich mindestens zwei Anläufe brauche, da das Blatt in der Regel mindestens einmal oben rausrutscht, wenn es unten drinsteckt) und zugeklappt: 1 Minute, 14 Sekunden.

Du könntest mir jetzt vorwerfen, ich hätte zu viel Zeit! Ich habe es nach Feierabend zusammen mit meiner Chefin gemacht (die war in beiden Disziplinen unwesentlich langsamer) - nicht ohne einen gewissen Spaßfaktor!

Bei 60 Dreiteilern am Tag ist das eine ganze Stunde vergebener Zeit!!!

Das ist ungefähr so als würde man ein bestimmtes, zum Kauf ins
Auge gefaßte Automodell allein deswegen aus der engeren Wahl
entfernen weil einem das Design des Nebellichtschalters nicht
optimal gefällt.

Das Design vielleicht weniger, aber die Erreichbarkeit von etwas wichtigeren Schaltern soll schon mal ein Kaufkriterium sein…

Der Zeitaufwand zwischen dem Aufschlagen einer einfachen
Klemmmappe und einer dreiteilihen Mappe dürfte sich
realistisch gesehen im Sekundenbereich abspielen.

Siehe oben!
Rein theoretisch ginge es vielleicht 10 oder 15 Sekunden schneller, aber man (zumindest ich) will die Unterlagen ja noch brauchbar erhalten!

Jede Tasse
Kaffee, die im Büro gekocht wird, erfordert einen vielfachen
Zeitaufwand.

Nö - wir haben einen Automaten :wink:

Der Ansturm an Bewerbern, eventuelle Überstunden,
das alles wird wohl kaum an den bösen, bösen dreiteiligen
Bewerbungsmappen liegen.

Summierte 2-3 Stunden in der Woche halte ich durchaus für ein Argument!

Ich gebe Dir Recht - wenn man weiß daß es nicht gut ankommt
wäre es total blöd trotzdem eine solche Mappe zu benutzen…

Es ist einfach ein Teil der Sorgfalt, die ich von einem Bewerber erwarte!

Es wundert mich wenn ein Unternehmen, was sich
an einen Mitarbeiter binden möchte, anhand der verwendeten
Mappe eine Vorauswahl trifft. Das kann man sich nur leisten
weil die Anzahl der Bewerber heute so hoch ist - in den
meisten Branchen - daß immer noch genügend Leute mit gerne
gesehenen Klemmordnern übrig bleiben.

Natürlich! Deshalb ja auch der B-Haufen und nicht der C-Haufen!
Übrigens sage ich das im ersten Gespräch auch jedem Bewerber ganz offen!

Ansonsten ist es ein
Armutszeugnis wenn nicht Inhalte, sondern so ein läppsches
Kriterium wie die Art der verwendeten Mappe zum
Entscheidungskriterium werden.

So, wie es ein Armutszeugnis ist, wenn statt der Inhalte Dinge, wie ein
rechtschreibfehlerreiches Anschreiben, grobe Formfehler, Kaffeeflecken, schlechte Bilder oder schlecht geschriebene Zeugnisse (um es mal ganz extrem zu machen) ausschlaggebend sein können?
Dann kann ich Dir nur uneingeschränkt zustimmen!

Da geht’s aber nur um eine Tüte Chips für 99 Cent. Nicht um
einen Mitarbeiter, der eine große Investition darstellt, das
Unternehmen mehr oder weniger gut vorranbringen wird, sehr
viel Geld kostet, das Firmenimage mitbestimmt usw.

Nochmal: Es zählt wie so oft der erste Eindruck!

Ja, ich habe die Sicht verstanden. Ich weiß auch daß viele
Bewerbungen so ankommen daß wohl jeder denkt „Wie kann man
sich trauen so etwas abzuliefern wenn man positiv für sich
werben will???“

Puh - da bin ich beruhigt! Ich dachte schon, ich käme als der absolute Arsch rüber!

Aber ich finde es trotzdem verwerflich wenn eine Bewerbung,
deren einziger „Fehler“ eine Mappe ist, die man nicht ganz so
leicht aufklappen kann wie eine andere, über das Schicksal
eines Bewerbers und die Besetzung einer Stelle in einem
Unternehmen mitentscheiden.

Mal ganz ehrlich: Da wir gerade im Moment sehr hochqualifizierte Mitarbeiter suchen, landen für diese Positionen fast alle Bewerbungen mangels Quantität erstmal nur auf einen Haufen.

Was heraussticht, ist, dass gerade die Bewerbungen, die in den Dreiteilern präsentiert werden, auch die sind, die das Prädikat"Mehr Schein als Sein" verdient haben!

Da frage ich mich schon was das für ein Unternehmen ist, was
solche Kriterien hat. Für mich ist das wieder mal ein guter
Ausdruck deutscher Pingeligkeit.

Soll ich Dir jetzt die drei größten deutschen Konzerne als Masstabgeber nennen?

LG
Guido

Die Wahl des Papiers, die allgemeine Übersichtlichkeit, etc.
sind ebenfalls von großer Bedeutung.Da geb ich Dir vollkommen
Recht!

Welches ist denn das richtige Papier?