Hallo,
Mein Mann sucht seit Ende letzten Jahres einen anderen Job und
wir haben dafür 20 Bewerbungsmappen gekauft, richtig teure.
Extra richtig gute Bilder machen lassen beim Fotographen.
Wasserzeichenpapier angeschafft etc. Von der Arbeit, die zu
erstellen, mal echt ganz zu schweigen!!
Da habt ihr es sehr gut gemeint und euch wirklich viel Mühe gemacht. „Leider“ wird das wenig honoriert weil auch die tollste Mappe nicht dazu führt daß man einen Vorteil gegenüber den vielen anderen Bewerbern hat, die simplere Mappen einsenden.
„Leider“ für euch, andererseits: wer keinen Job hat und deswegen auf den Cent schauen muß weiß zu schätzen daß es einfache Klemmhefter genauso tun und man keine teure Mappe haben „muß“ um vielleicht erfolgreich zu sein.
Vor 2 Wochen stellen wir mit Erstaunen fest, daß noch 10
Mappen nicht wieder zurückgekommen sind. U.a. welche, die am
20.11.2005 verschickt wurden. (Fast alle 10
Initiativbewerbungen)
An alle Firmen haben wir vor 1 1/2 Wochen nochmals ein
normales Schreiben verfasst mit der Bitte, die Mappen bei
Nichtinteresse wieder zurückzusenden.
Die Mappen sind wahrscheinlich ob ihrer Qualität bei den Mitarbeitern in der Poststelle verschwunden weil die die Mappen auch schön fanden…
Es kam immer noch nix zurück!
Gestern hab ich Göttergatten dazu „genötigt“ dort überall
anzurufen und was bekommen wir zu hören???
=> „Angeblich“ sei die Mappe NIE angekommen. (10 von 20,
daß sind 50% - DAS glaub ich ja NIEMALS!!!)
=> „Die haben wir gleich weggeworfen, weil wir kein Geld
haben die zurückzusenden.“
=> „Uns gibt es schon seit 3 Jahren nicht mehr“ =>
stehen aber dick in den gelben Seiten
=> „Wir schauen mal, ob die noch irgendwo rumliegt“…!
Ja, wo gibt es denn SOWAS???
WEGWERFEN???
Das ist eine Frechheit sondergleichen und zeigt aber sehr gut wie viele Firmen in Deutschland inzwischen funktionieren.
Es wird im Geschäftsgebahren und bei den Mitarbeitern nicht mehr auf wirkliche Qualität und Image geachtet, sondern nur darauf auf dem Papier einen vordergründig aalglatten Eindruck zu machen, hinter dem allerdings dummerweise oft keinerlei Substanz steckt. Das Qualitätsmanagement funktioniert auf dem Papier prima, die Qualität selber ist aber in Wirklichkeit unterirdisch und die aus zahlreichen Bewerbern ausgesuchten Top-Mitarbeiter sind in der Praxis oft unfähig und identifizieren sich nicht wirklich mit IHREM Arbeitgeber.
DAS ist unser materielles Eigentum!!!
Naja, ihr habt es allerdings unangefordert eingesandt. Da könnt ihr natürlich keiner Firma aufzwingen daß die sich damit auseinandersetzen und die Mappen auf ihre Kosten zurücksenden „müssen“. Würdest Du einem Versandhaus, wenn Du ungefragt ein Paket bekommst, es auf Deine Kosten zurücksenden? Siehste…
Es gibt einen Unterschied zwischen dem, was ein Unternehmen tun „muß“ und dem, was ein gutes Unternehmen einfach macht um einen guten Eindruck zu vermitteln. Auch das Verhalten gegenüber Bewerbern und erst recht bei Absagen sagt einem sehr viel über die wahre Qualität irgendwelcher Klitschen.
Als ich das hörte, dachte ich werd nicht mehr.
Ich hab so einen Hals, ich könnte platzen vor Wut.
Jede Mappe hat einen Ca-Wert von 10 Euro.
Ganz abgesehen von den Umschlägen, Briefmarken und der Zeit,
die zusammenzustellen.
10 EUR alleine für die Mappe??? Woahhh… Also im Ernst: Dein Mann darf sich gerne bei mir bewerben! Über eine ungefragt zugesandte 10 EUR-Mappe würde ich mich auch freuen und sie nicht zurücksenden.
Verstehst Du was ich sagen will?
Da würde ich für die Zukunft deutlich reduzieren. Ich habe meine Bewerbungen immer in Klemm-Heftern verschickt - gibt’s manchmal beim Aldi, aber auch sonst in Bürobedarfsläden - für ca. 1-2 EUR pro Dreierpack (oder waren es sogar nur 99 Cent? Weiß nicht mehr…). Mit solchen simplen Mappen setzt man sich auch nicht der Kritik aus Mappen zu senden die zu kompliziert aufzuklappen sind und den Personaler deswegen nerven.
Zweitens vermeidet ihr den Eindruck „nur mit der Goldrand-Mappe zu blenden“ anstatt mit fachlicher Qualifikation. Ich unterstelle nicht daß Dein Mann ein Blender ist, aber bei zu hochwertigen Materialien habe ich etwas Sorge daß das als „großkotzig“ betrachtet werden könnte oder der Eindruck entsteht sich mit diesen Äußerlichkeiten über andere Bewerber erheben zu wollen. Jedenfalls erweckt das bei mir spontan diesen schalen Geschmack. Wahrscheinlich zu Unrecht, aber so kommt’s bei mir im ersten Moment an.
Und drittens reduziert eine preiswerte Bewerbung auch den Verlust wenn „schlechte“ Firmen die Unterlagen nicht zurücksenden.
So ein einfacher Hefter sieht auch gut aus wenn man ein schönes Deckblatt als oberstes Blatt in den Hefter klemmt und das Layout dezent, aber gekonnt gestaltet hat. Vielleicht zentrierte Schrift, ein Rahmen drum, individuelle Aufschrift für das jeweilige Unternehmen… Dezentes Understatement, aber so daß man sieht „da kann einer mit dem PC umgehen“. Das kommt nicht nur dem Aussehen der Mappe zugute sondern beantwortet auch gleich die Frage ob der Bewerber mit dem PC umgehen kann (es weiß ja keiner wenn einem ein Kumpel geholfen hat - falls es denn so war).
Wenn ihr das Blatt einmal zufriedenstellend habt braucht ihr später nur noch den Namen des Unternehmens austauschen - es sieht aber trotzdem individuell gestaltet aus.
Unter dem Strich dürfte ein Bemühen in diese Richtung mehr bringen als eine teure Mappe - die jeder einfach kaufen kann, auch ein Idiot. Dann lieber praktisch zeigen daß man etwas auf dem Kasten hat, was vielleicht nicht mehr jeder andere genauso gut macht.
Bei den Photos habe ich mir in der Fußgängerzone bei Foto Porst 20 Bilder für 20 EUR (glaube ich…) machen lassen. Keine Paßbilder, sondern einen Tick größer.
Das alles war auch völlig OK, ich habe damit bei fast allen Bewerbungen Erfolg gehabt und Vorstellungsgespräche bekommen.
Und wir haben es jetzt nicht so dicke, daß wir jetzt jeden
Monat so locker flockig mal 100 Euro in die „Tonne klopfen“
können. Von der Rennerei wg. neuem Papier, Mappen und
Nachmachen von den Fotos mal ganz abgesehen!!
Wenn ich das mal hochrechne, dann wären das 1200 Euro im Jahr,
für Mappen, die wir nicht mehr zurückbekommen!!
Verstehe das nicht als Kritik, sondern als gut gemeinten Rat: Wenn ihr an Firmen geschrieben habt, die gar nicht mehr aktiv sind und in denen die Bewerbungen nicht mit mehr Sorgfalt Beachtung fanden habt ihr auch an die falschen Firmen geschrieben.
Das teuerste Material nützt nix wenn der Adressat „lieblos ausgewählt“ wurde. Zu jeder Bewerbung gehört zwingend eine Begründung warum man sich gerade in dieser speziellen Firma bewirbt. Es ist schon klar daß man sich meistens nur irgendeine plausibel klingende Laberei ausdenkt weil man sich „natürlich“ bei der Suche nach einem Job in jeder in Frage kommende Firma bewirbt und nicht nur bei den 2 Firmen, zu denen man ehrlicherweise wirklich gerne gehen würde. Nur sollte der Adressat trotzdem nie merken daß die Bewerbungen mit der Gießkanne ausgeschüttet wurden. Und das merkt er wenn es so ist!
Ich vermute daß eure Beschäftigung mit den Firmen nicht ausreichend war weil sonst passieren solche Pannen nicht daß es Firmen nicht mehr gibt, die ihr angeschrieben habt - Gelbe Seiten hin oder her.
Kann es sein daß eure Mühen in eine falsche Richtung gingen, also ihr allen Elan und Geld in perfekte, hochwertige Materialien gesteckt habt - aber die wirklich entscheidenden Dinge, nämlich sehr gut durchdachte Texte, ein guter Lebenslauf und eine sehr gute Begründung warum Dein Mann der perfekte Mitarbeiter für diese Firma wäre, nur mittelprächtig waren und in den Firmen niemanden hinter dem Ofen hervorgelockt haben? Diesen Eindruck hat man nämlich…
Ich bin echt stinkewütend, sprachlos und wirklich geschockt
über eine solche Verhaltensweise. *gggrrrr*
Meine Meinung über die Leistungen und Verhaltensweisen vieler Unternehmen hierzulande habe ich ja schon zum Ausdruck gebracht: Die haben auch alle Goldrand und schöne Mappen, und wenn Du Service und Kompetenz erwartest verpufft alles wie Schall und Rauch.
Aber ich habe da eine perfekte Seite für Euch um Frust abzubauen, genialer Balsam für genervte und enttäuschte Bewerber: die Absageagentur: http://www.absageagentur.de/
Dreht den Spieß einfach mal um und schreibt eurerseits den Schrottfirmen eine Absage! Sagt den Unternehmen daß ihr ihnen leider absagen müßt und auch keine Kunden mehr sein möchtet weil ihr keine Geschäftspartner wünscht, die so schlampig mit Unterlagen umgehen. „Ihre Unternehmen hat ein Profil wie abgefahrene Sommerreifen…“ 
Habe in meinem Leben schon wirklich so einige Bewerbungen
selber geschrieben (auch Initiativbewerb.), aber bisher immer
alle auch wieder bekommen.
Ist das jetzt normales Geschäftsgebaren?
Müssen wir jetzt wohl Bewerbungen mit Einschreiben
losschicken, um einen Nachweis zu haben, daß die dort auch
ankommen??
Oder einen frankierten Rückumschlag beilegen, damit wir die
wieder bekommen?
Auch wenn’s gut gemeint war: ab jetzt weg mit teuren Mappen, weg mit Wasserzeichenpapier, teuren Fotos. Investiert dafür in ein gut gemachtes Layout der Unterlagen, also z. B. ein schönes Deckblatt und Anschreiben, die erkennbar auf das Unternehmen zugeschnitten sind - sowas kann man auch hinkriegen wenn man im Grundgerüst doch immer wieder den gleichen Text verwendet. Aber es sollte für dem einzelnen Leser immer so aussehen als sei das ein absolut individuelles Schreiben. Kennt ihr http://www.jova-nova.com/auswahl/inhalt.htm - das ist eine supergute Seite mit vielen geilen Tips zu diesem Thema. Und es funktioniert: http://www.wer-weiss-was.de/cgi-bin/forum/showarchiv…
Was ist mit dem Lebenslauf und den Zeugnissen? Ist das alles vollständig, lückenlos und macht einen guten Eindruck? Vielleicht kann man kleinere Lücken etwas „optimieren“ ohne gleich unehrlich zu werden…
Ich würde also dringend raten beim Material extrem abzuspecken. Meine Bewerbungen hatten einen reinen Warenwert von vielleicht 3-5 EUR, inkl. Mappe und Foto. Und es hat nicht geschadet - im Gegenteil. Ich hatte eine sehr gute Erfolgsquote weil die Bewerbungen auch nicht mit der Gießkanne gestreut waren sondern immer sehr gezielt und dann individuell ausgerichtet waren.
Ich habe mich über die Unternehmen informiert (Homepage, einfach mal Google anschmeissen, Branchen-Seiten durchforsten…) und mir einen Eindruck über die Unternehmensziele gemacht. Die Bewerbung muß dann so rüberkommen daß Du fachlich geeignet bist, aber Du auch persönlich „ins Unternehmen paßt“. Letzteres ist noch wichtiger als perfektes Fachwissen - das kann man sich aneignen, aber wenn man von der Persönlichkeit ungeeignet oder selbst nur „zu neutral“ wirkt ist das das „No go item“, wie Piloten zu sagen pflegen.
Irgendwann hast Du trotz Individualität deinen Text stehen und paßt ihn dann doch nur noch etwas an.
Wieder mal ein Posting, das die Welt nicht braucht.
Sorry, aber ich mußte jetzt einfach mal Dampf ablassen.
Vielleicht hat ja jemand so ähnliche Erfahrung gemacht.
Meine Mappen kamen bisher immer wieder zurück wenn ich kein Interesse wecken konnte - obwohl es ja sogar sehr preiswerte Mappen waren und manches Unternehmen hätte denken können „datt lohnt nich bei dem billigen Plastikding…“
Aber ich habe mehr als einmal erlebt daß mein - wirklich simpler - Nachname falsch beschrieben oder ich mit unterschiedlichen Namen im Briefkopf und im weiteren Text benannt wurde. Sowas, genauso wie wochenlange Bearbeitungszeiten oder andere Flüchtigkeitsfehler, sagen mir daß in vielen Unternehmen offenbar alles andere als Top-Leute arbeiten, die man erwarten würde wenn man die Anforderungen in Stellenanzeigen liest und bedenkt daß diese Mitarbeiter ja vermeintlich irgendwelchen hohen Anforderungen zu genügen schienen.
Schöne Grüße und viel Erfolg,
MecFleih