Bewertung des arbeitszeugnis

Hallo,

habe nach meiner Kündigung mein Arbeitszeugnis erhalten und bin nicht so recht zufrieden. Ist dies begründet? Bitte lest es euch mal durch. Einige Formulierungen finde ich seltsam.

… in unserer Firma als Auszubildender im Groß- und Außenhandel beschäftigt.

Während dieser Zeit wurde er in allen Bereichen des Unternehmens entsprechend des Ausbildungsplanes eingesetzt und mit den Aufgaben vertraut gemacht.

x beherrschte sein Aufgabengebiet gut und wir haben ihn als einen zielstrebigen, fleißigen und gewissenhaften Mitarbeiter kennengelernt, der pflichtbewußt und zuverlässig war. Bei der … bis heute stattgefundenen Umstellung des Warenwirtschaftssystems konnte x aufgrund seiner guten EDV-Kenntnisse tatkräftig und erfolgreich unterstützen. Abschließend lässt sich sagen, daß er die ihm übertragenen Arbeiten zu unserer vollsten Zufriedenheit erledigte.

Sein Verhalten gegenüber Vorgesetzten, Mitarbeitern und Kunden war einwandfrei.

Nach bestandener Abschlussprüfung wurde x als kaufmännischer Mitarbeiter im Vertrieb eingesetzt.

x verlässt unser Unternehmen auf eigenen Wunsch zum xx.xx.xxxx.

Wir bedauern das Ausscheiden von x und danken ihm für seine gute Mitarbeit. Für seinen weiteren Berufs- und Lebensweg wünschen wir ihm alles Gute und viel Erfolg.

Nun. Was sagt ihr?

Hallo Jonas,

ich habe Ihre Anfrage erhalten und möchte Ihnen gern darauf antworten.
Es ist immer etwas schwierig, ein Zeugnis zu beurteilen, daß man nicht vollständig lesen kann. Soweit ich aber den vorliegenden Text interpretiere, erscheint es mir jedoch in Ordnung, Schulnote 1 bis 2, Tendenz eher 2.
Vielleicht sprechen Sie in der Personalabteilung noch einmal vor und fragen, ob man nicht noch ein „stets“ beim Satz zum Verhalten einfügen könnte. Konkret würde der Satz lauten: (1) Sein Verhalten ggü. VG, Kollegen und Mitarbeitern war stets einwandfrei. (2) Kunden ggü. war er immer ein kompetenter und zuvorkommender Ansprechpartner.
Zu (1) das Wörtchen Kollegen sollte auf jeden Fall aufgenommen werden. Das ist eine feststehende Formulierung. Wenn „stets“ noch dazu käme, wäre das prima (entspricht dann einer 1).
Zu (2) Das Verhalten ggü den Kunden der Firma würde ich eher in einem zweiten Satz formulieren. Vielleicht schließt man sich dem Gedanken in Ihrer Firma an. So oder so ähnlich könnte man den Satz formulieren.

Zum Verlassen der Firma könnte man noch sagen, daß die Fristgerechtigkeit vermerkt werden könnte: "verläßt unser Unternehmen … fristgerecht zum … ". So ist es aber auch ok. Es ist neutral und gibt keine Auskunft, warum Sie gekündigt haben.

Zum Schlußabsatz

Wir bedauern das Ausscheiden von x und danken ihm für seine
gute Mitarbeit. Für seinen weiteren Berufs- und Lebensweg
wünschen wir ihm alles Gute und viel Erfolg.

noch folgendes: Im letzten Satz sollte es besser heißen „und weiterhin viel Erfolg“. So könnte man auch interpretieren, daß man viel Erfolg wünscht, weil der nun ehem. MA diesen im alten Unternehmen nicht hatte. In ihrem Falle als ehem. Azubi und bei Berücksichtigung des übrigen Texts würde ich das zwar so nicht herauslesen, aber es wäre dennoch schöner.

Beste Grüße
cf

Hallo Jonas,

Note 2, sage ich. Anmerkungen hinter den jeweiligen Sätzen.

Während dieser Zeit wurde er in allen Bereichen des Unternehmens entsprechend des Ausbildungsplanes eingesetzt und mit den Aufgaben vertraut gemacht.

Übliche Arbeitsplatzbeschreibung.

x beherrschte sein Aufgabengebiet gut und wir haben ihn als einen zielstrebigen, fleißigen und gewissenhaften Mitarbeiter kennengelernt, der pflichtbewußt und zuverlässig war.

„beherrschte sein Aufgabengebiet“, d.h. nicht sehr gut, aber auch nicht schlecht. Gut eben. Dazu werden eine Reihe wohlwollender Adjektive genannt. Über die Formulierung „fleißig“ lässt sich wieder streiten, aber im Zeugnis eines Azubis würde ich sie erstmal so verstehen, wie sie da steht. Positiv.

Bei der bis heute stattgefundenen Umstellung des

Warenwirtschaftssystems konnte x aufgrund seiner guten
EDV-Kenntnisse tatkräftig und erfolgreich unterstützen.

Die Hervorhebung einzelner Projekte macht sich immer gut. xy hat sich nicht nur um Unterstützung bemüht, nein: er war auch erfolgreich. Ebenfalls positiv.

Abschließend lässt sich sagen, daß er die ihm übertragenen Arbeiten zu unserer vollsten Zufriedenheit erledigte.

Zu Deutsch: Note 2 (1 wäre „stets zu unserer vollsten“, 3 wäre "zu unserer vollen)

Sein Verhalten gegenüber Vorgesetzten, Mitarbeitern und Kunden war einwandfrei.

Auch hier würde ein „stets“ aus der 2 eine 1 machen.

Nach bestandener Abschlussprüfung wurde x als kaufmännischer Mitarbeiter im Vertrieb eingesetzt.

Eine Übernahme im Ausbildungsbetrieb ist ebenfalls sehr positiv und lässt auf die Zufriedenheit des Arbeitgebers schließen.

x verlässt unser Unternehmen auf eigenen Wunsch zum
xx.xx.xxxx.

Achtung: Steht hier der 15. oder 30./31.? Das ist wichtig. Ein „krummes“ Datum wäre auffällig und würde Anlass zu Spekulationen geben.

Wir bedauern das Ausscheiden von x und danken ihm für seine gute Mitarbeit. Für seinen weiteren Berufs- und Lebensweg wünschen wir ihm alles Gute und viel Erfolg.

Bedauern und gute Wünsche zeugen von einem guten Arbeitsverhältnis.

Alles im grünen Bereich, würde ich sagen. Eine freundliche Note 2.
Viele Grüße
Julia Kleine