Bewertung eines Gebäudes

Hallo,

stehe vor dem Problem, eine Immobilie, die ich kaufen möchte, zu bewerten.
Die Grundstückspreise in der Gegend sind bekannt, aber was ist das Haus wert? Wie wird überhaupt bewertet? Den Zustand, Mängel, etc. kann ich durchaus beurteilen, aber wie kommt man jetzt zu konkreten Zahlen für das Gebäude?
Baujahr, Grundfläche, diverse Mängel, Dachzustand, Wärmeisolierung, Feuchtigkeitsschäden, Reparaturbedarf - alles bekannt. Es gibt einen Keller, ein Dachgeschoß, wie ist das zu bewerten? DM/qm multipliziert mit prozentualer Restlebensdauer, abzüglich des Instandsetzungsaufwandes?
Wer hat Zahlen? Wer weiß eine Internet-Adresse mit Bewertungsmaßstäben?

Es eilt etwas, weil ich ein Angebot abgeben muß. Deshalb jetzt schon Danke im Voraus für jede Hilfe!

Gruß

Wolfgang

Ich habe mich mal näher damit befaßt (gehört zu meinem Job als Projektentwickler). Doch auf die Schnelle geht das nicht. Eine konkrete Bewertung einer Immobilie ist mit Arbeit verbunden. Ein normales EFH kostete mich, wenn die Bewertung sattelfest sein soll, mind. 2 Tage. Besichtigung und dann rechnen, telefonieren. Daher lohnt sich oft die Einschaltung eines bezahlten Gutachters! Beispiel: der Gutachter kostet zB 3000 DM; eigene Schlauheit kann ein vielfaches davon betragen (wenn man sich verschätzte!).

Grob gibt es zwei Berechnungsmeth., deren Ergebnis addiert und dann geteilt wird (Mittelwert). Sachwert- und ERtragswertfeststellung. Sachwert orientiert sich am Objekt (Herstellkosten, Brandversicherungswert, vorhandene Einbauten uvm.). Ertragswert geht davon aus, wieviel würde jemand Miete bezahlen und dies hochgerechnet auf eine normale Rendite (Wohnungsbau meist 5 % p.a.). Bei einem SB-Markt kann man leichter rechnen, daher dieses Beispiel:

Ertragswertmethode:
Miete 100 TDM p.a.; normale Rendite zB 7%, also ca. 13-fache Jahresmiete ist der Kaufpreis (hier 1.3 Mio DM).

Sachwertmethode:
Ich gehe von einem schrägen Ergebnis der Einzelbewertung aus und behaupte, daß der Markt hier den Wert 1,1 Mio DM ergibt.

Ergebnis: 1,3 Mio + 1,1 Mio = 2,4 Mio. DM
der Mittelwert 1,2 Mio.

Beim Wohnungsbau läuft es im Prinzip genauso, nur daß die Bewertung des Sachwertes, wie bereits geschrieben, schwieriger ist (zeitaufwendiger).

Einen Tip hätte ich noch: Frage mal bei der Gemeinde/Stadt nach. Da gibt es, allg. formuliert, Richtwerte (aus den üblichen Verkäufen; Gutachterausschüsse). Dann können die Immo-abt. von Banken/Sparkassen eine Immo ganz gut einschätzen (Ortskenntnis ist unerläßlich!)

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

Guten Abend!
Die günstigste und eine neutrale Lösung ist
mit Sicherheit der Gutachterausschuß der Stadt- oder Gemeindeverwaltung - ob es da allerdings sooooo schnell geht???
Doch bei Entscheidungen dieser Art - Immobilienkauf - sollte man sich lieber
nicht drängen lassen.
Wenn´s doch schneller gehen soll, können Sie es bei einem Architekten oder Bausachverständigen versuchen und einen
Pauschalpreis vereinbaren, denn das übliche
Honorar liegt hier bei 1% des Schätzpreises.

Viele Grüße
Heinz

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

Hallo Wolfgang,
nimm Dir Bekannte, Freunde o.ä. mit zum Haus, die selbst ein Haus besitzten und besichtige das Objekt. Diese Leute wissen zwar nicht genau wieviel das Haus Wert ist, aber sie können Dir einen Anhaltspunkt - aus eigener Erfahrung - geben.
Außerdem solltest Du Dir die Örtliche Zeitung mal durchlesen um zu schauen was andere für’s Geld bieten.
MfG
Ingmar

Wenn das man alles so einfach wäre…

Hier geht es doch um eine Verkehrswertermittlung und nicht etwa um eine Sach- oder Ertragswertvermittlung.

Der Faktor bei der Ertragswertermittlung ist eben nicht nur einfach 13 oder so, sondern regional und Objektboezogen sehr unterschiedlich (11 bis 20).

Wo bleiben die Zuschläge und Abschläge, die immerhin mehrere zig Prozente betragen können?

-( bent

es ging hier um eine allg. Antwort. Wenn ich in die Details gehe, dann reicht der Platz, den wir hier zur Verfügung haben, überhaupt nicht! Dies nur als Anmerkung, denn nicht alles, was man weiß muß man hier dozieren.

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

es ging hier um eine allg. Antwort. Wenn
ich in die Details gehe, dann reicht der
Platz, den wir hier zur Verfügung haben,
überhaupt nicht! Dies nur als Anmerkung,
denn nicht alles, was man weiß muß man
hier dozieren.

Hallöchen Klaus,

das ist natürlich auch richtig.
Mit einer kleinen entsprechenden Anmerkung wäre es dann auch erkennbar gewesen.
Ich halte es für wichtig, dass auch bei dem
unvorbelasteten Leser der richtige Eindruck besteht, was er denn nun wie genau weiss.

-) bent

Hallo zurueck,

das mit der Bewertung ist so eine Sache. Das allerwichtigste dabei ist sich vorab einmal alle Informationen selber zu beschaffen. !!!Grundlegend!!! Was fuer Informationen man braucht und wie die verschiedenen Wertermittlungsformeln aussehen ist in Buechern zu finden. Was K.C. gesagt hat ist schon einmal richtig.
Nun geht es an die Orts-spezifischen Eckdaten. Hier Gibt es eine Reihe von Quellen: Die Richtwetkarte (Gemeinde)Der Gutachterausschuss, Der Ring deutscher Makler, weiter gibt es Verbuende und Verbaende, Statistische Werte, Versicherungsdaten, all dies um Vergleichswerte zu erarbeiten. Dann die Abschlaege und zuschlaege. Da ist viel Hausarbeit drinnen. Hat man mal alle Daten
selber zusammen gestellt und hat sich ein Bild gemacht, kann man dann zum Gutachter.
Dieser wird dann ein Gutachten erstellen. Unterumstaenden kann man sich ein solches auch vom Hauseigenen Kreditinstitut erstellen lassen, vieleicht sogar umsonst.
Mit diesem Gutachten kann man dann seine Investition belegen. Nur VORSICHT, Gutachter sind sehr launisch und koennen sehr unterschiedlicher Meinung sein. Daher eigenes Wissen schaffen, dann belegen lassen. Eine Dr.Oe. fertigrezeptur gibt es leider nicht. Aber der Buchhandel hat durchaus gute Werke.
Der I.Markt ist recht undurchsichtig, man kann sich aber Transparenz schaffen, auch wenn es zu Anfang kompliziert ist. Da es um Geld geht, meistens nicht wenig, lohnt sich die Arbeit durchaus.

Viel Erfolg
Franz
(Ich suche mal bei mir nach Buchtiteln und konkrete uebliche Vorgehensweise)